Renault Captur

31. Oktober 2019 09:00; Akt: 31.10.2019 09:07 Print

Vorbote einer neuen Ära

von Dave Schneider - Ab heute Donnerstag feiern in der Messe Zürich 40 Modelle ihre Schweizer Premiere. Wir sind eine davon, den neuen Renault Captur, bereits gefahren.

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Während die internationalen Automessen mit Widrigkeiten kämpfen, weil immer mehr Hersteller auf dieses traditionelle Format verzichten und die Budgets lieber in andere Werbekanäle stecken, vermeldet die grösste nationale Autoausstellung der Schweiz erfreuliches: Für die 33. Ausgabe der Auto Zürich konnten wichtige Marken zurückgewonnen werden, die in den letzten Jahren ferngeblieben sind – darunter BMW, Mercedes-Benz oder Mini.

Das Resultat ist ein neuer Rekord an Schweizer Premieren. Wenn heute auf dem Messegelände in Oerlikon die Tore öffnen, werden 40 Modelle zum ersten Mal in der Schweiz gezeigt – viele feierten erst im September an der IAA in Frankfurt ihre Weltpremiere. Eines davon ist der neue Renault Captur, der rundherum aufgewertet wurde.

Unruhige Zeiten für Renault

Kurz vor seiner Schweizer Premiere trat die zweite Generation des kompakten Crossovers zu einer ersten Probefahrt in Athen an. Keine unbeschwerte, denn es sind unruhige Zeiten für den französischen Autohersteller. Vor ein paar Wochen wurde Renault-Chef Thierry Bolloré überraschend seines Amtes enthoben. Bolloré übernahm vor knapp einem Jahr die operative Geschäftsführung, nachdem der vormalige CEO Carlos Ghosn wegen Verdachts auf diverse Finanzvergehen verhaftet wurde.

Kurz nach dem Rausschmiss von Bolloré verkündete Renault eine Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr, weil Umsatz und Erlös nicht wie prognostiziert steigen, sondern zurückgehen dürften. Und wie die meisten Hersteller hat auch Renault mit den rigorosen CO2-Vorschriften zu kämpfen, die ab dem kommenden Jahr gelten.

CO2-Thematik setzt Branche unter Druck

Letzteres betrifft auch den Schweizer Importeur direkt. «2020 wird ein sehr spannendes Jahr für uns», sagt Olivier Wittmann, Chef von Renault Schweiz. «Die CO2-Thematik wird die Branche unter Druck setzen». Umso wichtiger seien die neuen Modelle, die im laufenden Jahr lanciert wurden: Nach dem neuen Clio und der zweiten Generation des kompakten Elektroautos Zoe folgt nun der Captur, der im Dezember in den Handel gelangt und der für die Franzosen ein Bote einer neuen Ära ist.

«Ein Elektro-Auto verkaufen wir seit sieben Jahren, doch mit dem Clio und nun dem Captur beginnt die Elektrifizierung der restlichen Modellpalette». Die beiden werden als Hybrid- respektive als Plug-in-Hybridversion auf den Markt kommen, ein Novum für den französischen Hersteller.

Mit über 1,5 Millionen verkauften Einheiten seit seiner Lancierung 2013 ist der Captur ein wichtiger Pfeiler in Renaults Modellprogramm. Auch in der Schweiz ist der Crossover mit 11'500 verkauften Fahrzeugen ein beliebtes Modell – umso wichtiger ist es, dass er auf der Höhe der Zeit bleibt. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist dabei die Optik: «42 Prozent der Käufer entscheiden sich wegen des Designs für einen Captur», bestätigt Produktmanager Frédéric Arbogast.

Zeitgemässe Assistenzsysteme

Entsprechend wurde der Kompakt-SUV aufgepeppt: Die Franzosen haben ihn um fast elf Zentimeter in die Länge gestreckt und um knapp zwei Zentimeter verbreitert – das ergibt deutlich athletischere Proportionen. Front und Heck werden von LED-Lichtern in der markentypischen C-Form geprägt. Auch der Innenraum wurde auf Vordermann gebracht: Das aufgeräumte Cockpit mit digitalen Anzeigen und einem hochformatigen Touchscreen für das Infotainmentsystem wirkt hochwertig und modern. Dank einer neuen Plattform ist der SUV nun auch mit zeitgemässen Assistenzsystemen bis hin zum teilautonomen Autobahnassistenten ausgerüstet.

Zur Markteinführung stehen drei Benziner mit 100, 130 und 155 PS sowie ein Diesel mit 115 PS zur Wahl, die je nach Variante an manuelle 5- oder 6-Gang-Getriebe oder an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt sind; Allradantrieb gibt es weiterhin nicht. Spannender wird es im zweiten Semester 2020, wenn der Captur E-Tech erhältlich sein wird: Der Plug-in-Hybrid, dessen Antrieb aus einem 1,6-Liter-Benziner und zwei E-Motoren besteht, soll rein elektrisch immerhin 45 Kilometer zurücklegen können. Der Preis für diese Variante steht noch nicht fest – die Modelle mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren starten bei bescheidenen 19'500 Franken.

Renault Captur

Modell: Kompakt-SUV

Masse: Länge 4227 mm, Breite 1797 mm, Höhe 1576 mm, Radstand 2639 mm

Kofferraum: 395 bis 1334 Liter

Motoren: Vorerst drei Benziner mit 100 bis 155 PS sowie ein Diesel mit 115 PS

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 8,6 bis 13,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 173 bis 202 km/h

Verbrauch (Werk): 4,2 bis 5,8 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss (Werk): 111 bis 132 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab Dezember

Preis: Ab 19’500 Franken

Infos: www.renault.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sirius am 31.10.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    P/L-Verhältnis stimmt

    Auch wenn ich kein SUV-Fan bin. Der Capur hat wenigstens ein sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Und die hubraumkleinen Motoren von Renault sind in ihrer Klasse sowieso schon seit langem etwas vom Besten was es gibt.

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  • Kieki am 31.10.2019 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Die Franzosen und Koreaner bieten meinerMeinung nach sehr viel Auto fürs Geld. Bravo.

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  • Fritz am 31.10.2019 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Plug-in-Hybrid

    Plug-in-Hybrid technisch aufwendig aber wenn "jede" Nacht geladen wird eine sehr gute Lösung.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 20.11.2019 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    19'700.-- klingt prima vista verlockend

    Bei Ab... Preisen frage ich mich jeweils ob das Auto bei dem Preis auch die Räder dran hat. Interessanter wäre was das Auto in der Konfiguration "Volle Hütte" kosten wird.

  • Illu am 06.11.2019 01:38 Report Diesen Beitrag melden

    E-Tech

    Jetzt so schnell wie möglich den Captur E-Tech liefern! :)

  • Klaus am 02.11.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Klarer Fortschritt

    Müsste ich mich vom Äusseren her zwischen dem Audi Q2 und dem neuen Captur entscheiden, ich würde mich für den Franzosen entscheiden-

  • Stephi am 01.11.2019 21:50 Report Diesen Beitrag melden

    c'est chic

    Irgendwie chic, auch wenn ich SUVs eigentlich nicht mag.

  • socom am 01.11.2019 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Update

    Die Verkäufe von Elektroautos sind im September gegenüber dem September des Vorjahres um gute 30% eingebrochen. Dieser Trend scheint sich auch in den nächsten Monaten fortzusetzen.

    • 2020 am 01.11.2019 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @socom

      Ursache: Weil nun alle auf das Jahr 2020 warten, da kommen viele neue Modelle. Verstanden und kapiert?

    • Roger der ECHTE am 01.11.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

      @socom

      Und die Diesel? Die sind wohl um 40% eingebrochen, weil sie immer mehr mit Fahrverboten bestraft werden...

    • herbert. am 01.11.2019 22:13 Report Diesen Beitrag melden

      @mocos

      Fein. Aber die heissen Käsespätzli. ;)

    • Illumination am 01.11.2019 22:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Roger der ECHTE

      In Deutschland Diesel-Zulassungssteigerung +23,5 Prozent/September 2019 gegenüber Vorjahresmonat (Marktanteil 29,6 Prozent).. Diesel-Verkaufszahlen steigen wieder - moderne Motoren/Euro 6d verbrauchen wenig Treibstoff, überzeugen mit niedrigen Feinstaub- und CO2-Werten. Mittlerweile sind Feinstaubwerte aus dem Auspuff zum Teil deutlich niedriger als in höher belasteter Stadt-/Umgebungsluft (!) - filtern also in fast allen Fällen sogar Feinstaub aus der angesaugten Umgebungsluft. Feinstaub gilt tatsächlich gesundheitsgefährdend, weil die kleinen Partikel tief in die Lunge eindringen können..

    • Roger am 01.11.2019 22:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Illumination

      Deutschland ist kein Vorbild. Die haben Kohlekraftwerke und dort wird sogar der umweltschädliche Diesel steuerlich gefördert...

    • Roger der wirklich Echte am 02.11.2019 04:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger

      ... und Ihr ladet Eure e-Karren mit dem sauberen Kohlestrom aus Deutschland, perfekt nicht?

    • Reto am 02.11.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger der wirklich Echte

      Wir haben in der Schweiz Wasserkraft zu ca. 60% !

    • Roger der wirklich Echte am 02.11.2019 12:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Die Wahrheit über die e-Mobilität mit Wasserkraft. Einzelne Wasserkraftwerke brauchen mehr Strom, als sie produzieren verdienen aber Geld damit. 1. Die e-Lobby behaupten immer Strom aus Wasserkraft macht 70% aus, effektiv sind es 50 bis 60% 2. Davon ist 1/30 Öko-zertifiziert, also sauber 3. Von diesem Öko-zertifiziertem Strom wurde lediglich die Hälfte verkauft Also, der grosse Anteil von e-Mobilen wird mit Billigstrom aus Atom- und Kohlekraftwerken sowie aus nicht zertifiziertem Wasserkraftwerken geladen. Das kann es ja nicht sein.

    • Facter 1. Teil am 02.11.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      @Roger

      1. Die Schweiz hat einen Strommix, welcher bereits jetzt (BFS statistik vom 2017) zu 68% aus erneuerbaren Energien kommt. Wir brauchen keine Braunkohle. 2. Ist dir bewusst, wie viel Strom für die Herstellung vom sprit benötigt wird? Für 7 Liter Benzin braucht es bis zu 11kWh Strom. Allein mit dieser Energie fährt ein modernes Elektro-Auto 50-80 km. 3. Die Herstellung von AdBlue benötigt auch Rohstoffe und Strom 4. Strom kann selbst erzeugt werden. Photovoltaik aufs Dach, Windrad, Wasserkraft... kannst du auch Erdöl in der Schweiz sinnvoll produzieren oder bist du nach wie vor vom Ausland...

    • Facter 2. Teil am 02.11.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto aka Roger...

      (Förderung, Transport) abhängig? 5. Akkus lassen sich schon heute zu 96% recyceln... wie gut lassen sich die Rohstoffe im Katalysator recyceln? Und: wie gut das Erdöl?

    • Lehrer am 05.11.2019 20:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @2020

      V8 heisst doch: V = Vergiss den Fahrer 8 = er hat nur 8 Jahre Schule besucht SOCOM fährt einen V8 :-)) und arbeitet bei Denner im Lager :-))

    • socom am 05.11.2019 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lehrer

      Haben sie etwas gegen Menschen, die bei Denner im Lager arbeiten?

    • socom am 05.11.2019 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @2020

      Wieso so agressiv? Laut Analysten bricht der Markt ein, weil diverse staatlich subventionierte Förderungen gestoppt wurden!

    • socom am 05.11.2019 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lehrer

      Bei solch bescheidenem Humor zweifle ich eher an ihrer schulischen Laufbahn...

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