Skoda Superb iV

10. Dezember 2019 12:00; Akt: 10.12.2019 11:51 Print

Zwei Wege, ein E-Ziel

von Peter Hegetschweiler - Mit dem Kleinwagen Citigo als Stromer und dem Flaggschiff Superb auch als Plug-in-Hybrid startet die tschechische VW-Tochter Skoda ins Elektrozeitalter.

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Simply clever. Passt gut zu Skoda, dieses Motto, dem die Tschechen schon lange nachleben. Bestrebt, immer etwas mehr zu bieten als die Konkurrenz – auch die aus dem eigenen Konzern – suchen die Skoda-Entwickler stetig noch etwas mehr herauszuholen. Zwar geht es manchmal nur um Details, aber gerade dahinter steckt Kreativität. Zum Beispiel beim Eiskratzer, der nicht im zugefrorenen Auto liegt, wenn man ihn braucht, sondern sich hinter dem Tankdeckel verbirgt. Oder der Regenschirm, der immer griffbreit in der Armlehne steckt. Und zwar auf beiden Seiten.

Flaggschiff auf Premium-Niveau

«Clever» darf man auch nennen, wie es den Tschechen jeweils gelingt, gängige Plattformen aus dem VW-Konzern bis auf den letzten Millimeter auszureizen. So übertrifft beispielsweise das Skoda-Flaggschiff Superb mit seinen 4,86 Metern den VW Passat, der als weltweit erfolgreichstes Geschäfts- und Familienauto gilt, in der Länge gleich um zehn Zentimeter, dazu ist er breiter. Und weil die Ingenieure in Mlada Boleslav auch den Radstand um fünf Zentimeter gestreckt haben, ergibt sich in der Summe ein Innenraum-Wohlgefühl, das selbst von den klassengleichen Modellen der Premium-Hersteller nicht getoppt werden kann.

Auch bei der Elektrifizierung, die Skoda jetzt angeht, machen es die Tschechen clever: Sie setzen zu Jahresbeginn zunächst ihren Kleinsten, den Citigo, unter Strom, elektrisieren gleichzeitig aber auch ihren Grössten, den Superb adäquat. So erhält das Flaggschiff zusätzlich zu seiner bewährten Antriebspalette mit Benzinern und Selbstzündern einen Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Akku und Tank sollen für 930 Kilometer reichen

Das heisst ab Februar: Strom für die kurze Fahrt mit dem Citigo in die Stadt, das Zusammenspiel von Verbrenner und Elektromotor dann, wenn es mit dem Superb über längere Distanzen geht und dabei auch Leistung und Reichweite eine Rolle spielen. Mit voll geladenem Akku und mit gefülltem Tank soll es der Mittelkasse-Kombi 930 Kilometer weit schaffen. Sagt jedenfalls Skoda.

Dass bei der angestrebten Entwicklung in die Breite auch der Preis stimmen muss und Elektromobilität tatsächlich erschwinglich wird, dem trägt Skoda ebenfalls Rechnung. Den Mini-Fünftürer Citigo gibt es bereits ab 19'990 Franken, das elektrifizierte Flaggschiff kommt in seiner Basis-Version (ab 39'900 Franken) lediglich 3710 Franken teurer zu stehen als der Günstigste der drei Benziner.

Sanftes Gleiten mit und ohne Strom

Wie schon beim VW Passt wirken beim Skoda Superb ein 1,4 Liter Benziner, ein Elektromotor und ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe wirkungsvoll zusammen; die Systemleistung beträgt 218 PS. Dabei sind verschiedene Fahrmodi individuell programmierbar. Rein elektrisch soll der Mittelklasse-Skoda maximal 62 Kilometer weit kommen.

Bei einer ersten Probefahrt von Amsterdam aus schaltete sich der Turbobenziner allerdings früher ein – lautlos. Wie eigentlich die ganze Fahrt einem sanften Gleiten gleichkam. Am Etappenziel Den Haag resultierte ein Durchschnittsverbrauch von beachtlichen 2,9 Liter. Skoda gibt als Normwert allerdings 1,1 Liter an, was einem einem CO2-Ausstoss von 25 Gramm entsprechen würde.

Bis auf die zusätzliche Kennzeichnung iV am Heck, die es künftig bei allen elektrifizierten Modellen von Skoda geben wird – bis 2022 sind fünf weitere geplant – ist der Hybrid-Superb äusserlich nicht von der aktuell dritten Generation zu unterscheiden, die im Frühsommer ein Facelift erfahren hat. Und was beim Superb wirklich neu ist, betrifft die Plug-in-Hybrid-Version nicht: Erstmals nämlich gibt es den grossen Tschechen auch in einer Scout-Version. Deutlich höher gesetzt und mit seitlicher Beplankung sowie Unterfahrschutz wirkt das Flaggschiff im Stil eines Crossovers robuster. Die Tschechen wollen so dem SUV-Boom entgegenwirken.

Zu haben ist dieser Superb-Scout allerdings in keiner Sparversion, auch beim Verbrauch nicht. Es gibt ihn nur in der jeweils stärksten Motorisierung (Diesel mit 190 PS, Benziner mit 270 PS) und mit Allradantrieb. Für mindestens 56'670 Franken.

Skoda Superb

Modell: Mittelklasse-Kombi

Masse: Länge 4863 mm, Breite 1864 mm, Höhe 1516 mm, Radstand 2838 mm

Kofferraum: 660 bis 1950 Liter (Hybrid 510 bis 1800 Liter)

Motoren: Drei Benziner mit 150, 190 und 272 PS, zwei Diesel mit 150 und 190 PS. Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 218 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 5,6 bis 9,1 Sekunden (Hybrid 7,8 Sekunden), Höchstgeschwindigkeit von 221 bis 250 km/h (Hybrid 224 km/h)

Verbrauch: 4,4 bis 7,1 Liter auf 100 Kilometer (Hybrid 1,1 Liter laut Werk)

CO2-Ausstoss: 116 bis 162 Gramm pro Kilometer (Hybrid 25 Gramm)

Markteinführung: Februar 2020

Preis: ab 36’280 Franken (Hybrid ab 39'990 Franken)

Infos: www.skoda.ch

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stromloser Mieter am 10.12.2019 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Woher soll ich den Strom nehmen ?

    Wenn ich mich in meinem Wohnquartier umsehe, kann kein einziges Elektro Auto geladen werden, denn in der Tiefgarage befindet sich keine einzige Steckdose weit und Breit, höchstens eine einzige mit 220 Volt für einen Staubsauger. Alle draussen parkierte Autos stehen völlig im freien, Steckdosen, keine vorhanden. So geht es doch dem meisten Mietern. Auch am Arbeitsplatzt, keinerlei Lademöglichkeit auf dem Firmenparkpatz. Wie soll so eine Elektro Mobilität funktioniern, ohne Stromanschluss ?

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  • B. Urner am 10.12.2019 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    62 Km Reichweite

    Ich lach mich kaputt... rein elektrisch beträgt die Reichweite 62 km... ? Kein weiterer Kommentar notwendig.

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  • Otto Vondiesel am 10.12.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasserstoff

    Interessanter Wagen. Ich sehe die Zukunft aber sowieso beim Wasserstoffantrieb. Erst wenn solche Fahrzeuge günstig angeboten werden (und das wird in einigen Jahren passieren) und das Tankstellennetz ausgebaut ist, werde ich auf den Verbrennungsmotor verzichten.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sudie am 16.12.2019 06:04 Report Diesen Beitrag melden

    Plug in

    Plug In Wagen sind alle Kundentäuschung.

  • Hübriede am 12.12.2019 00:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hybrid?

    Meiner Meinung nach braucht es Hybrid eher nicht. Es kann ja nicht sein, dass die Autos immer grösser und schwerer werden und auch noch mit zwei Antriebssystemen ausgerüstet werden. Diese Ressourcen-Verschwendung muss nicht sein Ein (möglichst leichtes) E-Fahrzeug ist das Beste für die Umwelt und den Geldbeutel.

  • Urs am 11.12.2019 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wechsel

    Wunsch nach Wechsel ! Noch immer zögern viele beim Kauf eines Elektroautos. Eine neue Umfrage des TCS zeigt nun aber: In den nächsten Jahren wollen viele umsatteln. ____

  • Dj am 11.12.2019 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bünzli Auto

    Es ist und bleibt nur ein Schkoda, egal als Stromer, Benziner ider Diesel.

  • K. Ühler am 11.12.2019 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Design?

    Grill aufzeichnen wo keiner ist - ein Design NoGo...