Aston Martin Virage

14. September 2019 11:22; Akt: 14.09.2019 11:22 Print

Ist dies eine unterschätzte Schönheit?

von B.v.Rotz - Als der Aston Martin Virage vorgestellt wurde, kostete er mit 350'000 Franken enorm viel. Als Youngtimer ist er vergleichsweise günstig.

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1967 erschien der Aston Martin DBS, der sich über verschiedene Variationen zum V8 Vantage entwickelte und neben der keilförmigen Limousine Lagonda Ende der 1980er-Jahre das komplette Programm des Herstellers in Newport Pagnell bildete.

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Im Oktober 1988 aber wurde ein neuer Sportwagen namens Virage angekündigt, der zwar seine Herkunft nicht verleugnete, trotzdem aber deutlich anders aussah als sein Vorgänger.

Gradliniger, leichter und grösser

Im Vergleich zu seinem Vorgänger war das Design des schliesslich Ende 1988 in Birmingham der Öffentlichkeit präsentierten Virage deutlich gestreckter und wies nur wenige Rundungen auf. 1790 kg und damit 30 kg weniger als der Vorgänger wog das neue Coupé mit Leichtmetallkarosserie trotz gewachsener Dimensionen (Länge x Breite x Höhe: 473,5 x 185,5 x 132 cm).

Auch den 5,3-Liter-V8-Leichtmetall-Motor hatten die Aston-Ingenieure überarbeitet. Statt zwei sorgten nun vier Ventile pro Zylinder für die Gemischzufuhr und das Entweichen der Abgase. 335 PS bei 5300 U/min leistete der neue Motor nach Werk ohne Katalysator, genug für eine Spitze von rund 250 km/h und eine Beschleunigung unter sieben Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h.

Mit Katalysator blieben dann noch einige Pferdestärken auf der Strecke, aber über Leistungsmangel mussten sich Virage-Besteller trotzdem nicht beklagen.

Nicht ganz günstig

Sie mussten allerdings eine gut gefüllte Brieftasche besitzen, denn 365'000 Franken bedeuteten Preise auf höchstem Niveau, dafür konnte man auch gleich zwei Ferrari-Sportwagen mit Achtzylindermotoren kaufen.

Immerhin erhielten sie nicht nur eine schönere Karosserie und einen stärkeren Motor als beim Vorgänger, auch die übrige Technik war angepasst worden, obwohl ABS beispielsweise nicht von Anfang an verfügbar war.

Bereits wenige Wochen nach der Vorstellung meldete Aston Martin, dass die Produktion des Virage bis 1992 ausverkauft sei, dabei hatte die Fertigung noch gar nicht begonnen. Allzu lange hielt der Boom allerdings nicht an, denn es wurden beispielsweise nur gerade 93 Linkslenker-Virage-Coupés gebaut bis 1995.

Nadelstreifenanzug oder Rennoverall?

Man steigt gern in den Virage ein, wird von bequemen Ledersesseln empfangen und blickt auf ein Armaturenbrett, das sich (zum grössten Teil) noch so nennen darf. Greifen wir also zum Zündschlüssel rechts vom Lenkrad und starten den von Terry Durston zusammengebauten V8-Motor. Sofort umgibt uns ein angenehmer Wohlklang, wie ihn halt nur ein Achtzylinder entwickeln kann.

Wir legen die erste Fahrstufe ein, die sich links neben der Ebene des 2. und 3. Gangs befindet – die Briten sprechen von einer «Dog leg»-Postion – und lösen die Kupplung. Sofort spürt man, dass der erste Gang überlang ausgelegt ist, gegen 90 km/h dürfte der Virage damit schaffen. Nach dem Wechsel in den 2. Gang wären wir dann bis über 130 km/h gerüstet, aber es gibt ja noch drei weitere Gänge.

Der Aston lässt sich angenehm fahren, trotz der Breite von über 1,8 Meter, was nicht zuletzt auf die grosszügigen Fensterflächen zurückzuführen ist. Überanstrengen muss man sich bei der Fuss- und Armarbeit nicht, eher noch irritieren die neumodischen Anzeigen in der Mitte, die zum Beispiel vor einer offenen Motorhaube warnen.

Ganz klar, ein Auto für die Hatz auf der schmalen Passstrasse ist der Virage nicht, aber als Granturismo erhält er gute Noten.

Weitere Informationen, viele Bilder sowie ein Tonmuster zum Aston Martin Virage gibt es auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Smithy am 14.09.2019 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Gefällt

    Eines muss man den Briten lassen: Sinn für Stil und Eleganz haben sie. Angenehm zurückhaltend und trotzdem fokkussierend

  • Zubi am 14.09.2019 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    nicht so hübsch

    ich mag britische autos. aber dieser ist nicht gerade die nr.1 auf meiner liste.

  • Prof.Dr. Oe. M.L. am 14.09.2019 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EINE KLASSISCHE, EDLE SCHÖNHEIT.

    Eine klassische Schönheit, dieser Aston Martin Virage! Edel und stilvoll ist nicht nur das Optische, sondern auch der Preis. Egal, dieser klassische Wagentyp ist für Normalsterbliche ohnehin nichts... Aston Martin bevorzuge ich -- gegenüber den schnellen "Rennmaschinen" Ferrari, Lamborghini u. Co. "Angeben" kann man eben auch stilvoller; z.B. eben mit Aston Martin, Jaguar, Bentley, Rolls... Aber eben: Wer hat schon immer das nötige Kleingeld dazu?!?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Burnout80 am 15.09.2019 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    80er Jahre eine fürchterliche Zeit

    Der Ford Mustang wurde zur Unkenntlichkeit gedreht. Die Alfas verloren das Dekolleté in der Front und erhielten dafür das Tanga-Emblem. Und dieser AM Virage ist extrafein von den Designmerkmalen eines AM weg, dass einen heute noch die Augen schmerzen. Extra viel Stossstange und der Rest von allem etwas ... bis zu den Heckleuchten von VW. NB: schön dass der Range, die Jags und der 911er jenes Jahrzehnt einigermassen "en ligne" überstanden haben.

  • Lobotomie am 15.09.2019 03:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie sich Preise ändern können.

    "Bekommt man gleich zwei 8 Zylinder Ferraris." Das war damals. Heute ist ein solcher 8 Zylinder Ferrari das Mehrfache wert als diese Britenschüssel.

  • Zack am 14.09.2019 23:26 Report Diesen Beitrag melden

    Heckleuchten

    Sehr schön, was wenige wissen die Heckleuchten stammen vom VW Scirocco. ;)

    • Point Man am 15.09.2019 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zack

      Na und? Lamborghini Diablo hatte vorne die Scheinwerfer von einem Nissan 300ZX. :)

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  • Humans Ghostwriter am 14.09.2019 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oldtimer

    Tolles Fahrzeug ;), Nostalgie und Oldie mit power und Leidenschaft für's Exquisite! Gerne gesehen . . .

  • Max am 14.09.2019 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbrenner

    Was soll am Verbrenner besser sein? Kaum das Genagel des Diesels, kaum die Sauerei an der Tankstelle, kaum das Geruckel beim Schalten, kaum die massiv schlechtere Beschleunigung, kaum die Ineffizienz, kaum die laufenden Kosten, kaum die höheren Versicherungsprämien, ich könnte noch ewig so weitermachen. _____

    • Point Man am 15.09.2019 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max

      Die Musik des V8 :) dagegen tönt alles andere wie ein alter Staubsauger.

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