Auto-Ratgeber

04. Dezember 2019 05:00; Akt: 03.12.2019 19:18 Print

«Anhängerlast» zwingt viele Stromer in die Knie

von Markus Peter, AGVS - Beat sucht ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug, das in der Lage ist, einen Wohnwagen zu ziehen. Das ist gar nicht so einfach.

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Um hohe Anhängelasten ziehen zu können, spielen mehr Faktoren mit als nur die Motorleistung und die Bremskraft. (Bild: Webstock)

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Frage von Beat ans AGVS-Expertenteam:
Ich fahre seit zwölf Jahren einen Toyota Prius, den ich durch einen Neuwagen ersetzen möchte. Das neue Auto sollte einen ähnlich geringen Treibstoffverbrauch haben und gleichzeitig einen Wohnwagen ziehen können, also rund 1700 bis 2000 Kilogramm Zuglast aufweisen. Nun musste ich aber feststellen, dass viele Hybridmodelle und auch reine Elektrofahrzeuge nur eine sehr tiefe Zuglast zulassen. Warum ist das so? Diese Autos sollten doch genug Kraft haben und auch vom Eigengewicht her gut genug sein.

Antwort:

Lieber Beat

Um die genannt hohen Anhängelasten zu ziehen, spielen mehr Faktoren mit als nur die Motorleistung und die Bremskraft. Natürlich beginnt die Sache beim Antrieb: Dazu zählen aber nicht nur genügend Leistung und Drehmoment, sondern auch ein entsprechend dimensioniertes Kühlsystem sowie ausreichend belastbare Komponenten wie Getriebe und Achswellen.

Auch das Fahrwerk muss mit der hohen Anhängelast zurechtkommen, allen voran die Bremsen, aber auch die restlichen Aufhängungsteile wie Quer- und Längslenker, Lagerstellen, Federn, Stossdämpfer und so weiter. Sie alle müssen die erhöhten Kräfte im Anhängerbetrieb aufnehmen. Da die Anhängerkupplung beziehungsweise ein entsprechender Querträger zu deren Befestigung bei den meisten Autos (Geländewagen und Nutzfahrzeuge mit Leiterrahmen bilden hier eine Ausnahme) an einem stabilen Teil der hinteren Radaufhängung befestigt wird, muss besonders auch dieser Teil und die Verbindung mit der Karosserie stärker dimensioniert sein. Um diese Voraussetzungen alle zu erfüllen, würden die von dir angesprochenen Hybrid- und Elektroautos schwerer und teurer.

Wichtig zu wissen: Bei der Beurteilung der Anhängelast existieren zum Teil unterschiedliche Werte für gebremste und ungebremste Anhänger. In solchen Fällen liegt die Last für gebremste Anhänger höher. Wenn du dich für ein konkretes Fahrzeug interessierst, ist es sicher am einfachsten und zielführendsten, beim Garagisten der entsprechenden Marke nachzufragen. Er wird dir sagen können, ob allenfalls ein nachträglicher Einbau einer Zugvorrichtung möglich ist, was ein solcher kostet und ob er mit teilweise aufwendigen Nachprüfungen bei der MFK verbunden ist. Und er wird dir auch Alternativen aufzeigen können, falls dein Wunschfahrzeug deinen Anforderungen nicht entspricht.

Gute Fahrt!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcus Severus am 04.12.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Marktübersicht

    Die User im Goingelectric Forum haben eine schöne Liste mit allen Modellen mit AHK und deren Zuglast zusammengestellt: Tesla X -> 2250kg, Tesla3 -> 910kg, Audi e-Tron->1800kg, Mercedes ECQ->1800kg, Renault Zoe->750kg, Renault Kangoo-> 375kg, Nissan e-NV200->410kg, Jaguar I-Pace->750kg, Renault Twizzy->180kg Wenn du wirklich einen Wohnwagen ziehen willst kommen vermutlich nur die teureren Modelle in Frage. Das ist aber aus meiner Sicht einer der wenigen Anwendungsfälle wo im Moment ein Diesel noch mehr Sinn macht.

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  • Motorradfahrer am 04.12.2019 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gewicht

    Also wiegen E-Autos soviel wie ein Verbrenner, sind aber schwächer gebaut. Wo bleibt da die ursprünglich diskutierte Sparsamkeit von ach so ökologischen Stromern? Die sollten doch für die gleiche Leistung leichter sein, um wirklich sparsam zu sein. An der Gewichtsfront ist noch viel zu tun bei den Stromern.

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  • Pierre am 05.12.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3500kg ziehen

    Es gibt bis heute kein E-auto oder Hybrid das 3500kg ziehen kann/darf! Grosses problem! Darum brauche ich noch einen SUV der alte Schule

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tesla am 05.12.2019 09:33 Report Diesen Beitrag melden

    Model 3 von Tesla ist

    Grünstes Auto der Schweiz 2020 Lieblingsauto der Schweizer 2020 Schweizer Auto des Jahres 2020

    • Autoexperte am 06.12.2019 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tesla

      Liebling der schweizer sicher nicht. für das hat es viel zu wenig. ich schweizer kann damit nichts anfangen

    • Automotorsport am 07.12.2019 00:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tesla der Träumer

      Tja wenn du wenigstens geschrieben hättest welches autoheftli solches schreibt, war's die Bravo oder was für ein autoheftli? Heute kann jede Zeitschrift solches rauslassen. Mann müsste doch mal Leute fragen wie mich wo mehr als 5 Autos haben. Und ich habe seit 20 Jahren kein autoheftli mehr in der Hand. Schon gar nicht einer repäsantiven Umfrage teilgenommen. Da hat wohl eher das Teslaforum seine Hände im Spiel. Kauft und wählt Tesla, es ist wichtig. So ungefähr

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  • Pierre am 05.12.2019 07:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    3500kg ziehen

    Es gibt bis heute kein E-auto oder Hybrid das 3500kg ziehen kann/darf! Grosses problem! Darum brauche ich noch einen SUV der alte Schule

  • sc am 05.12.2019 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gutes Auto

    Bleib bei Toyota und kauf Dir den RAV4 Hybrid

  • Roger das ABORIGINAL am 04.12.2019 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unangenehme Fakten?

    Fakten über abgasfreie Autos die verbreitet werden, sind offensichtlich unangenehm für einige Verbrenner-Jünger. Wieso werden die bekämpft und Unwahrheiten und hilfloses Geschwätz verbreitet? Anstatt mit Fakten Gegenargumente zu liefern? Ich mag Fakten. Gute Argumente in einem anständigen Ton aus der Petrol-Ecke sind hier Mangelware!

    • Pipi am 04.12.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger das ABORIGINAL

      Es ist wirklich schwer die richtigen Worte und Argumente zu finden wen Einer mit einem Tesla einen Wohnwagen die Pässe hinauf ziehen will. Es ist ja kein Geheimnis das Tesla die Berge nicht liebt. Akkus haben grundsätzlich nicht gerne volllast, oder grosse und andauernde hohe Leistung. Das fängt schon bei meiner Garmin Uhr an. Ohne gps, ohne Sensoren hält die 10 Tage. Aber muss sie dann mal gps, Herz, tritt und Vmax Sensoren aufzeichnen wird sie warm und wärmer und je länger je schneller leer. Dann wird aus 10 Tagen sofort nur 4h.

    • Koni am 04.12.2019 23:17 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ist besser alle sind ok

      Ich denke einfach, dass es das nicht sein kann hunderte Kilogramm an Batterien rum zu schleppen! Leichtbau ist doch das Zauberwort! Viel weniger schniggschnagg in den Autos! Ressourcenverschwendung bei Leistungsstarken Akkus wenn die Menge noch massiv zu nimmt. Dass der Elektroantrieb viel einfacher und effizienter ist, ja. Verbrenner-Jünger hin oder her! Alles hat momentan seinen Platz! Jeder soll fahren was er will! Ich fahre mein 25jähriger Japaner mit über 400'000km! Für mich ökologischer als diese heutigen Plastik-Copmpüterli Autos die nach en par Jahren wegschmeissen kannst!

    • sagamol am 07.12.2019 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roger das ABORIGINAL

      Die einzigen Fakten über Abgasfreie Autos sind folgende: Die Abgase verlagern sich einfach an einen anderen Ort und/oder in eine andere Form. Märchen wie Abgasfrei sind schlichtweg nicht wahr und mindestens bis heute nicht möglich. Alleine die Tatsache des Reifenabriebs von sogenannten Emissionsfreien Fahrzeugen beweist die Tatsache der Falschaussage. Ist in etwa so optmistisch übertrieben wie die Anpreisung eines Autopiloten bei Tesla, welcher nichts anderes ist als ein Fahrassistent. Ein sehr guter zwar, aber eben nur ein Fahrassistent und kein Autopilot. Abgasfrei ist ein Märchen.

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  • Die Zukunft. am 04.12.2019 21:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blättert um, da gehts um die Zukunft

    Im anderen Artikel zeigt Piccart klar was die Zukunft ist, fast 800km mit einer Wasserstofffühlung zum halben Preis eines Akku Autos. Hybrid oder Wasserstoff. Vielleicht überlebt dass ein reiner Akkuanbieter mit exklusiven Super Akku Autos. Aber für die Masse ist Das reine Akkuauto ist längst überholt es ist nur eine Frage der Zeit wann die Wasserstoffautos ab 15000.- durchstarten. Die Wasserstoffautos sind da, Ohne wenn und aber. Still und heimlich sind sie auf einmal da. 08:15 Auto Serienreif. Thats its.

    • G. Zumbühl am 04.12.2019 22:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Die Zukunft.

      Immer mehr Wasserstoff-Tankstellen gibt es in der Schweiz, auf Februar 2020 ist eine in St.Gallen an der Oberstrasse bereit zum tanken, und es werden immer mehr. Geht auf Google und schaut nach: In SG wird der Wasserstoff sogar selbst produziert, nicht nur verkauft. Das Wasserstoffauto ist in ca. 3 Min. vollgetankt und startbereit, hat immer 100% Leistung, kein altersbedingter Batterieabfall. Pech, wenn man falsch investiert hat und ein E-Auto mit umweltbelastendem, und komplizierten Batteriebetrieb hat aufschwatzen lassen, aber ich hatte Glück, habe wieder einen dummen Käufer gefunden.

    • Renato am 05.12.2019 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @G. Zumbühl

      Tanken bei meinem E-Auto: 10 Sekunden (Abends einstecken, Morgens losfahren) - und das HEUTE und Zuhause und nicht erst in meinem nächsten Leben..

    • Steve Wonder am 13.12.2019 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Renato

      In 10 Sekunden lädst du dein Auto .... denke in 10 Stunden

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