Auto-Ratgeber

06. Februar 2019 05:00; Akt: 06.02.2019 06:00 Print

Effizienzkategorie F bei 5,7 Liter/100 km – wieso?

von Markus Peter - Roland hat sich ein neues, ziemlich sparsames Auto gekauft. Trotzdem muss er einen happigen Zuschlag auf die Motorfahrzeugsteuer bezahlen.

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(Bild: AGVS)

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Frage von Roland ans AGVS-Expertenteam:
Ich habe mir im November ein neues Auto gekauft, einen Suzuki SX4 S-Cross mit einem 1,4 Liter-Benzinmotor. Nun habe ich vom Strassenverkehrsamt Thurgau einen 50-prozentigen Zuschlag auf die Motorfahrzeugsteuer erhalten, weil mein Fahrzeug zur Effizienzkategorie F zähle. Dasselbe Fahrzeug mit Dieselmotor ist aber in der Kategorie B. Was hat es damit auf sich? Und auf welcher Grundlage werden diese Effizienzkategorien bestimmt?


Antwort:

Lieber Roland

Die Energieetikette informiert über den Energieverbrauch und weist den CO2-Ausstoss deines Fahrzeugs aus. Es wird zwischen sieben Energieeffizienzkategorien von A (= sehr effizient) bis G (= sehr energieintensiv) unterschieden. Für diese Einteilung wird hauptsächlich der Energieverbrauch des verwendeten Treibstoffs berücksichtigt.

Zusätzlich spielt das Leergewicht eine Rolle, damit Fahrzeuge aus dem gleichen Fahrzeugsegment besser verglichen werden können. Dein Suzuki weist gemäss Energieetikette ein Leergewicht von 1335 Kilogramm und einen Verbrauch von 5,7 Litern Benzin pro 100 Kilometer auf. Damit ist dein Auto etwas sparsamer als der durchschnittliche Neuwagen in der Schweiz mit rund 6 l Benzin auf 100 km.

Ein neuer Personenwagen hat im Schweizer Durchschnitt ein Leergewicht von fast 1600 kg. Dein Auto ist also deutlich leichter. Der Suzuki SX4 S-Cross mit Dieselmotor kommt auf einen Verbrauch von 4,5 l auf 100 km und hat ein Leergewicht von 1475 kg. Dank der Kombination aus tieferem Verbrauch und höherem Leergewicht «profitiert» das Dieselmodell in dieser Berechnung von einer besseren Einteilung. Oder anders herum: Bezogen auf das geringe Leergewicht weist dein Auto somit einen überdurchschnittlich hohen Verbrauch auf. Deshalb wirst du trotz eines absolut gesehen recht niedrigen Treibstoffverbrauchs mit der Einteilung in eine höhere Kategorie «bestraft».

Diese Benachteiligung von leichten Fahrzeugen ist schwierig nachvollziehbar und gibt auf politischer Ebene immer wieder Anlass zu Diskussionen. Es ist daher möglich, dass bei einer zukünftigen Energieetikette das Leergewicht nicht mehr berücksichtigt wird, sondern nur noch der Energieverbrauch.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rene kueng am 06.02.2019 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ahnungslose politik/geldmacherei

    bevor wir jedesmal unsere autos plagen mit abgaben, sollte man folgendes wisse: 330 containerschiffe vebrauchen gleichviel co2 wie 750 000 000 (siebenhunderfünfzig millionen) personenwagen. wieviele schiffe haben wir auf den weltmeeren? noch fragen?

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  • Peter am 06.02.2019 06:55 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld Zürich

    Das interessiert doch nur weil die Strassenverkehrsabgabe nunmal weh tut. Die bescheuerte Berechnung wurde ja von den Zürchern per Abstimmung angenommen.

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  • Realist am 06.02.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Eierlegendewollmilchsau Autofahrer

    eine weitere Betrügerei am Autofahrer.. in der Politik gibt eben 1+1 nicht 2, sondern mal 7 oder mal 9, so wie der Wind weht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • V12 am 13.02.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fast das 10fache

    mein v12 kann auch locker mal 50 Liter brauchen

  • timo am 11.02.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    kauf dir doch einen

    m5 oder m3. dann weisst du wiso das es effizienzklasse G ist beim drauftreten. Hat man zumindest noch was davon.

  • Luftatmer am 07.02.2019 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CO2

    Die Zusammensetzung der Atmosphäre (ca. 21% Sauerstoff, 0,03% Kohlendioxid, 78% Stickstoff und 0,97% Edelgase). Noch fragen zum CO2 in der Luft ?

  • Butch am 07.02.2019 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Verwirrt???

    Muss man in allen Kantonen so einen Aufschlag bezahlen oder nur in ZH? Seit wann gilt dieser Aufschlag und wieso?

  • Marcel am 07.02.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wir wollen betrogen werden

    Diese Energieettiketten, sind eben - ein Ettikettenschwindel. Die Automobillobby hat sich durchgesetzt, in dem bei den Ettiketten eben nicht der absolute Verbrauch und Schadstoffausstoss berücksichtigt wird, sondern dies in Relation zum Gewicht gesetzt wird. Ein 2-Tonnen SUV, der 10 Liter verbraucht, ist dann gleich "effizient" wie ein 1-Tonnen Kleinwagen mit 5 Litern verbrauch. Natürlich ist das nur Augenwischerei. Aber wenn man die absoluten Schadstoffe bewerten würde, würde niemand mehr grosse Autos kaufen... Also lügt man sich was vor.

    • Kein Grün am 07.02.2019 11:09 Report Diesen Beitrag melden

      Rechnen von Grünen

      Hä? Ein SUV der doppelt so viel verbraucht wie ein Kleinwagen IST ja auch so effizient. Wieso sollte ich mehr bezalen? Ich bezale ja schon mer wegen Benzin und Versicherung und so. Können GRÜNE nicht rechnen?

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