Auto-Ratgeber

06. November 2019 05:00; Akt: 05.11.2019 19:18 Print

Sind Elektroautos die Killer der Autoberufe?

von Olivier Maeder, AGVS - Mit der Elektromobilität werden die Umsätze in den Autowerkstätten abnehmen. Ergibt eine Lehre im Autogewerbe überhaupt noch Sinn?

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Auch im anbrechenden Zeitalter der E-Mobilität bietet eine technische Grundbildung im Garagenbereich noch gute Perspektiven. Denn genau wie die Mobilität sich wandelt, wandeln sich auch die Tätigkeiten in den Werkstätten. (Bild: AGVS)

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Frage von Thomas ans AGVS-Expertenteam:
Ich war am Wochenende mit meinem 13-jährigen Sohn an der Auto Zürich. Dabei haben wir auch die Teilnehmer der Zürcher Berufsmeisterschaften bei ihrem Wettkampf beobachtet. Das fand er sehr spannend und äusserte den Wunsch, in einer Garage zu schnuppern. Aber macht das überhaupt noch Sinn? E-Autos kommen doch mit weniger Komponenten aus. Das heisst, es geht weniger kaputt und den Garagen geht die Arbeit aus.

Antwort:

Lieber Thomas

Auch im anbrechenden Zeitalter der E-Mobilität bietet eine technische Grundbildung im Garagenbereich noch gute Perspektiven. Denn genau wie die Mobilität sich wandelt, wandeln sich auch die Tätigkeiten in den Werkstätten. Klar wird in der Zukunft eher weniger geschraubt. Dafür rücken Diagnosearbeiten und Systemprüfungen in den Vordergrund. Dieser Wandel zeigt sich nur schon darin, dass die Berufsbezeichnung schon länger vom Automechaniker zum Automobil-Mechatroniker geändert wurde.

Die berufliche Grundbildung in der Autobranche wird in regelmässigen Abständen überprüft und an die neuen Anforderungen angepasst. Die immer komplexere Fahrzeug-Elektrik und -Elektronik, Komfort- und Sicherheitssysteme sowie Fahrerassistenz und Infotainment erfordern umfassende Qualifikationen. In Zukunft wird die Hochvolt-Technik eine grosse Rolle spielen.

Wie aktuell und vor allem auch im internationalen Vergleich hochstehend die Ausbildung in der Schweiz ist, zeigen die ausgezeichneten Resultate, die Schweizer Lernende an den Berufsweltmeisterschaften Mal für Mal erringen. Fachkräfte im Autogewerbe sind gesucht. Jedes Jahr starten rund 2600 junge Nachwuchskräfte in der Schweiz ihre Grundbildung in einem technischen Autoberuf.

Und nach der Lehre kann dein Sohn locker einen Gang höher schalten. Die Weiterbildungsmöglichkeiten im Autogewerbe sind sehr vielfältig. Sie reichen unter anderem vom Automobilediagnostiker über den Fahrzeugrestaurator bis hin zum Automobil-Verkaufsberater. Dank der Durchlässigkeit des Schweizer Berufsbildungssystems stehen Berufsleuten aus dem Autogewerbe mit der Berufsmatura zudem dieselben Chancen offen wie Uni- oder Hochschul-Absolventen. Eine Lehre in der Autobranche ist also sicherlich keine Sackgasse, sondern viel eher eine Autobahn in eine spannende Zukunft – auch in Zeiten der Digitalisierung.

In diesem Sinne, viel Erfolg bei der Lehrstellenwahl!


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dia Gnostiker am 06.11.2019 05:28 Report Diesen Beitrag melden

    Besser nicht

    Ich, Automobil-Mechatroniker EFZ, empfehle jedem sich einen anderen Beruf auszusuchen. Wer aber Lust auf unflexibele Arbeitgeber, rückständige Anstellungsbedigungen und eintönige Arbeiten hat,der kann die Lehre natürlich gerne antreten.

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  • Logik am 06.11.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch für den ÖV

    Sind sie auch der Killer für den ÖV ? Es gibt ja dann keinerlei Rechtfertigung mehr für die massive Quersubventionierung wie heute mit den Treibstoffsteuern. Wenn der ÖV seine Kosten selbst tragen muss, wird dieser unhaltbar teuer. Fragt sich ebenfalls, wer noch die Strassen zahlt ohne Treibstoffsteuer.

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  • Töffmech am 06.11.2019 05:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Interesse

    Elektroautos sind nur noch Fortbewegungsmittel. Emotionen gleich Null oder tiefer. Autozeitschriften verschwinden, weil es niemanden mehr interessiert. Kann man auch den Zug nehmen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Flor am 11.11.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Milliardeninvestitionen im Gange

    Die Autoindustrie rafft sich weltweit gerade mit Fusionen für den 300Mia Franken Refit zusammen. Nichts wirft soviel Gewinn ab wie die individuelle Mobilität...

  • Bartli am 10.11.2019 14:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Teuerungsquelle, wenn Mechs fehlen

    So schnell geht das nun auch nicht aber man kann Ausländer holen oder ältere Mechaniker mit 50+ einstellen. Nur dass es nicht teurer wird !!!

  • müller am 08.11.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    weittter gut so

    Wer ein Auto hat kauf sich ein ständiges Proplem. vom Einlösen über Parkieren zum nach hause Fahren. Ständig die Gefahr das man gebüsst wir für sein Bedürfnis. und obendrein kommt nach 10 Jahren der Prüfer vom Kanton und schlägt dir das Eigentum mit dem Hammer zusammen und macht dem Konsument Vorwürfe das gewinnoptimierte Produkt nicht genügend ist. Soll doch der Staad selber schauen von wo er das Geld bekommt, Er kann es ja Drucken biss es den gegenwert nicht mehr enthält. von mir gibs nichts mehr.

  • Thomas am 08.11.2019 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Automat

    Bin auch schon lange weg von diesem Beruf, ich denke in der Zukunft wird mehr Automaten Spezialisten brauchen als eine Automechaniker..

  • Peter Schär am 08.11.2019 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schreibmaschinen-Mechaniker

    Ich hatte einen Schulfreund, der hatte noch tatsächlich Schreibmaschinen-Mechaniker gelernt. Hier kam auch die Elektrik/Elektronik. Umschulen ja, aber Job verloren nein. Die Motorengeräusche werde ich sicher vermissen. Jedoch werde ich teure Werkstattrechnungen und Teils schlechte Arbeiten nicht mehr vermissen. Was ich mich Frage, was passiert mit dem Reservekarnister? Den wirds nicht mehr geben.

    • JustMe am 08.11.2019 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Das mit dem fehlenden Reservekanister

      ist nicht wirklich ein Vorteil... der verhilft ja schon fast zur halben Reichweite eines E-Mobils...

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