Auto-Ratgeber

10. Juli 2019 11:36; Akt: 11.07.2019 07:53 Print

Umweltzonen im Ausland – was muss ich beachten?

von Markus Peter, AGVS - Beatrix fährt mit ihrer Familie nach Italien in die Sommerferien. Dort will sie keine bösen Überraschungen erleben.

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Nicht nur in Italien, in vielen (Ferien-)Ländern Europas gibt es verkehrsberuhigte Zonen oder sogenannte Umweltzonen, für die man spezielle Bewilligungen benötigt. (Bild: Webstock)

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Frage von Beatrix ans AGVS-Expertenteam:
In vielen Städten in Italien gibt es Zonen, in die nicht jede und jeder mit dem Auto reinfahren darf. Könnt ihr mir einen Tipp geben, worauf ich achten muss, wenn ich mit meiner Familie im Sommer nach Rom fahre?

Antwort:

Liebe Beatrix

Ich verstehe deine Verunsicherung. Nicht nur in Italien, in vielen (Ferien-)Ländern Europas gibt es verkehrsberuhigte Zonen oder sogenannte Umweltzonen, für die man spezielle Bewilligungen benötigt. Die Bussen können teilweise happig ausfallen. Daher hier eine kurze Auflistung unserer Nachbarländer inklusive Italien.

Italien

Hier gibt es in verschiedenen Städten – auch in Rom! – sogenannte «Zona a traffico limitato». Diese Zonen sind zur Bekämpfung von Stau und Emissionen eingeführt worden. Sie sind mit einem Fahrverbotsschild gekennzeichnet. Vorsicht: Nicht alle Navigationssysteme kennen diese Zonen. Am besten erkundigst du dich direkt bei deinem Hotel betreffend einer Zufahrtsgenehmigung. Wenn du nur einen Tagesausflug machst, ist es ratsam, wenn du ausserhalb dieser Zonen einen Parkplatz suchst. Elektrofahrzeuge dürfen in Rom in jede dieser Zonen fahren. Allerdings muss auch für E-Autos eine Bewilligung bei der Stadtverwaltung eingeholt werden.

Deutschland

58 Städte in Deutschland haben mittlerweile Umweltzonen eingerichtet. Nur wer über die entsprechende Plakette verfügt, darf in eine solche Zone fahren. Die Plaketten in den Farben rot, gelb und grün weisen auf die Schadstoffemissionen des Fahrzeugs hin. In den meisten Städten, die eine solche Massnahme eingeführt haben, ist die grüne (Feinstaub-)Etikette zwingend. Auch ausländische Fahrzeuge benötigen eine solche Plakette. Auf der Website des Deutschen Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten findet man alle Informationen rund um diese Feinstaubplaketten. Sie lässt sich dort auch direkt online bestellen. Auch Garagisten und TCS helfen bezüglich Plakette gerne weiter. Wird man ohne Plakette erwischt, kann man als Schweizer immer noch auf Kulanz hoffen. Zahlreiche Städte lassen die Busse fallen, wenn man nachweisen kann, dass sein Auto für die grüne Feinstaubplakette berechtigt gewesen wäre.

Frankreich

Auch unser westliches Nachbarland kennt Umweltzonen in acht Städten, unter anderem in Paris, Lyon oder Strassburg. Es gibt die «Zones à Circulation Restreinte»
(ZCR/Verkehrseinschränkungszonen) und die «Zones de protection de l’air» (ZPA/Luftschutzzonen). ZPA sind nicht dauerhaft, sondern gelten nur, wenn gewisse Grenzwerte von Feinstaub und Stickoxid während mehreren Tagen überschritten werden. Daraus wird dann abgeleitet, mit welcher der sechs Vignettenfarben an welchem Tag in die Zone gefahren werden darf. ZCR gelten ständig. In Paris beispielsweise dürfen nur Autos mit einer «Crit’Air»-Vignette in die ZCR-Zonen einfahren. Zu beziehen sind sie entweder direkt beim französischen Umweltministerium oder auch beim TCS.

Österreich

(Noch) keine Probleme haben die Autofahrerinnen und Autofahrer in Österreich. Zwar gibt es auch in Österreich verschiedene Einschränkungen und Fahrverbote und seit 2015 das sogenannte «Umwelt-Pickerl». Allerdings ist es nur für Lastwagen vorgeschrieben. Das andere «Pickerl», jenes für die Autobahn, sollte man aber in jedem Fall kaufen – da kennen unsere Nachbarn wenig Humor.

Gute Fahrt!


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scrat am 10.07.2019 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Die europäische Bürokratie lässt Grüssen: anstatt eine sinnvolle, EU-weite Lösung zu schaffen, darf man sich die Windschutzscheibe mit x Klebern zukleistern. Das nächste ist dann eine Busse wegen eingeschränkter Sicht. Ich meide jedenfalls sämtliche Orte, wo solche Plaketten nötig sind.

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  • _MadShark_ am 10.07.2019 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht in der CH kaufen

    Wer nach D geht soll die Umweltvignette ja nicht beim TCS kaufen. TCS zahlst du ein xx-Faches des Preises. Geh in D zum nächsten TÜV und du erhältst die passende Umweltplakette für 5-6 EURO. Zeitaufwand nur 5-10 Minuten. TÜV oder andere Stellen wo die Plakette verkaufen dürfen findet man auch kurz nach der Grenze oder an jeder Stadt.

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  • Asterix am 10.07.2019 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Critair

    Auch bei der Crit'air für Frankreich sollte man auf der offiziellen Homepage vom gouvernement bestellen, da kostet sie 3.11 plus Gebühren für den Postversand. Ich habe auf anderen Homepages schon Preise bis 27.- gesehen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sunpower am 19.07.2019 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luftqualität

    ++++++++++ Die Elektromobilität verbessert die Luftqualität in den Städten und trägt zum Klimaschutz bei, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt. ++++++++++

  • Info am 13.07.2019 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal Portal

    ++++++++ Auf dem aktuellen E-Auto Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität. ++++++++++++

  • Baschi am 11.07.2019 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Praktische Apo

    Green-Zones App herunter laden, seinen Typ Auto eingeben und man ist bestens informiert.

    • zufrüh gefreut am 13.07.2019 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      ist für LKW

      habe die App sofort heruntergeladen und installiert, um herauszufinden, dass sie nur für LKW und Lieferwagen ist. Schade

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  • Leo67 am 11.07.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bin ein Schweizer für die Schweiz

    warum in die fehrne schweifen (fahren fliegen) wenn das gute liegt so nah in der SCHWEIZ......?

  • Vmc am 10.07.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luft

    Alles quatsch diese Umweltzonen,ist nur ein weiterer Geldeintreiber.Man versucht uns Luft zuverkaufen,und ihr fällt alle drauf rein.

    • Minimalist am 12.07.2019 09:40 Report Diesen Beitrag melden

      Kranke und Kinder

      Erzähl das jemandem, der Lungenkrank ist. Es gibt viele und ich bin einer davon und lebe noch bis August an einer vielbefahrene Strasse. Musste jetzt die Wohnung verkaufen und werde auf dem Land ziehen. Nicht jeder kann sich aber sowas finanziell leisten. Aber eben, solange man jung und gesund ist, hat man das Gefühl solche Umweltzonen seien reine Schikane!

    • Greg Bühler am 15.07.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Einzelschicksal

      @Minimalist: Ja, ein Allergiker kann auch Probleme bei Bienenstichen oder Erdnüssen bekommen. Müssen deshalb die Bienen ausgerottet werden ? Es ist nun mal ein Einzelschicksal. Am Susten hat es günstiges Bauland und saubere Luft. Wer das will, ist also in der CH bestens bedient.

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