Auto-Ratgeber

11. Dezember 2019 05:00; Akt: 11.12.2019 05:33 Print

Wenn alle E-Autos fahren, wohin mit Occasionen?

von Markus Peter, AGVS - Josef stellt sich die Frage, was mit allen Benzin- und Diesel-Occasionen geschieht, wenn wir grossflächig auf Elektromobilität umstellen.

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Ob der kurzfristige Ersatz von noch gut funktionierenden Heizungen oder Autos durch ein Produkt der neusten Generation, beziehungsweise Technologie sinnvoll ist, ist nicht einfach zu beantworten. (Bild: Webstock)

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Frage von Josef ans AGVS-Expertenteam:
Alles schreit heute nach Elektrofahrzeugen. Gleichzeitig stehen in Tausenden Garagen in der ganzen Schweiz unzählige Occasionen mit Benzin- oder Dieselmotoren zum Verkauf. Ich weiss, dass meine Frage nicht einfach zu beantworten ist. Trotzdem: Was passiert mit all diesen Autos in Zukunft, wenn Benziner- und Dieselfahrzeuge verboten werden? Wenn wir sie einfach ins Ausland verschieben, ist dem Klima ja auch nicht geholfen.

Antwort:

Lieber Josef

Ich muss dir recht geben: Deine Frage ist tatsächlich nicht leicht zu beantworten.

Fahrverbote sind beispielsweise in Deutschland bereits umgesetzt und poppen auch in der politischen Diskussion in der Schweiz immer mal wieder auf. Und tatsächlich richten sich solche Regelungen nicht nur an neu in Verkehr gesetzte Autos, sondern an den ganzen bestehenden Fahrzeugpark. Ich kann verstehen, dass das viele Autobesitzerinnen und Autobesitzer verunsichert.

Ich teile deine Einschätzung, dass Fahrverbote das Problem kaum lösen, sondern lediglich verlagern. Selbst wenn gewisse Fahrzeuge wie vor wenigen Jahren in Deutschland abgewrackt und somit aus dem Verkehr gezogen werden, so zeugt dies nicht gerade von Weitsicht. Schliesslich müssen die anfallenden Rohstoffe aufwendig rezykliert werden, obwohl das abgewrackte Auto durchaus noch fahrtüchtig war.

Am Ende ist es wie so vieles in dieser Diskussion eine Glaubensfrage: Soll man jetzt sofort auf die neuste Technologie setzen und dabei in Kauf nehmen, dass für den schnellen Ersatz älterer Fahrzeuge Ressourcen und Energie beansprucht werden? Oder nutzt man die älteren, weniger energieeffizienten und schadstoffreicheren Fahrzeuge möglichst lange, um den Materialverbrauch in Grenzen zu halten?

Für jeden Gegenstand gibt es da wohl so eine Art «Turning-Point» oder «Break-Even»: Der Ersatz einer Glühbirne durch eine LED-Lampe rechnet sich schon bald, weil damit viel Energie bei bescheidenem Materialaufwand gespart werden kann. Wie sinnvoll der kurzfristige Ersatz von noch gut funktionierenden Heizungen oder Autos durch ein Produkt der neusten Generation beziehungsweise Technologie ist, ist dann nicht mehr so einfach zu beantworten.

Gute Fahrt!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bea Meier am 11.12.2019 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Strom

    Wir sind für E Autos nicht ausgerüstet. AKW werden ausgeschaltet und dreckiger Braunkohle Strom wird vom Ausland importiert, bis das Ausland den Strom, wegen Knappheit, nicht mehr exportiert. Die Rechnung kann nicht aufgehen. In Würenlos wir eine E Tankstelle mit einem Diesel Generator angetrieben. Wie wollt Ihr schnell 100 E Autos an einer Tankstelle laden. Das geht zu viel lange und wir sind mit unserer Technologie noch lange nicht soweit. Ich bin froh, wenn der Strom für unseren normalen Alltag reicht.

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  • Andie am 11.12.2019 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo?

    Freue mich schon auf die Staus hinter den Stromzapfsäulen. Völlig irre, wer glaubt, der heutzutage angebotene Elektroschrott sei die Zukunft. Betonung auf heutzutage. Da ist noch einiges an Entwicklung nötig. Wie z.B. Viel kleinere Akkus welche viel schneller geladen werden können und grössere Reichweite etc. etc. . Wir werden die guten alten Verbrenner Occasionen also noch eine lange Zeit gut gebrauchen können.

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  • Joe am 11.12.2019 05:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussagekräftig?

    Gute Frage ... keine Antwort!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 22.12.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Olimimus am 15.12.2019 03:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrheit - Teil 2

    2. Als die BEV aufkamen, wurden alles kritisch hinterfragt: - Wo kommen die Rohstoffe her? - 17t CO2 pro Elektroautoherstellung!!! - Recycling, was ist das, geht doch eh nicht und lohnt sich eh nicht. - Die armen Kinder bei der Kinderarbeit beim Kobalt schürfen. - Die armen Bauern, die wegen der Lithiumförderung ihr Grundwasser verlieren. - Was passiert im Winter im Stau, erfriere ich dann? - Die ganzen Arbeitsplätze in der Verbrennerindustrie fallen weg - Wo soll der Strom her kommen? - Schon mal einen Baukohletagebau besichtigt? - Das Kohlekraftwerk, der neue Auspuff des Autos. - Zusätzliche E-Autos bedeuten, dass sie ausschließlich mit 100% Kohlestrom geladen werden müssen. - Emotionslos und Kalt. - Nicht mehr als ein elektrische Rollstuhl. Die Welt begann zu wanken, Freie Fahrt für freie Dieselfahrer wurde gefordert.

  • Olimimus am 15.12.2019 03:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit

    Mal ein paar Gedanken zu Verbrennern, Elektroautos (BEV) und Wasserstoffautos (FCEV). 1. Als quasi nur Verbrenner herum fuhren, war die Welt in Ordnung: - Die Rohstoffherkunft interessierte niemanden. - Der Wasserverbrauch bei der Ölförderung interessierte niemanden. - Die giftigen Rückstände interessierten niemanden. - Niemanden hat es interessiert, dass zur Herstellung von Benzin / Diesel auch jede Menge Strom und Primärenergie verbraucht wird. - Die halbe Nation war mit der Herstellung der Verbrenner beschäftigt - Öl/Benzin/Diesel kommt einfach aus der Zapfsäule und reicht für immer und ewig. - Es werden auch keine Kriege geführt um an das schwarze Gold zu kommen. - Es läuft auch kein Öl ins Meer. - Rohstoffrecycling, was ist das? - Das Auto hat noch Emotionen, Geräusche, Krach, man konnte die Gänge richtig durch schalten und alles wackelte und brummte. Die Welt war in Ordnung. 2. Als die BEV aufkamen, wurden alles kritisch hinterfragt: - Wo kommen die Rohstoffe her? - 17t CO2 pro Elektroautoherstellung!!! - Recycling, was ist das, geht doch eh nicht und lohnt sich eh nicht. - Die armen Kinder bei der Kinderarbeit beim Kobalt schürfen. - Die armen Bauern, die wegen der Lithiumförderung ihr Grundwasser verlieren. - Was passiert im Winter im Stau, erfriere ich dann? - Die ganzen Arbeitsplätze in der Verbrennerindustrie fallen weg - Wo soll der Strom her kommen? - Schon mal einen Baukohletagebau besichtigt? - Das Kohlekraftwerk, der neue Auspuff des Autos. - Zusätzliche E-Autos bedeuten, dass sie ausschließlich mit 100% Kohlestrom geladen werden müssen. - Emotionslos und Kalt. - Nicht mehr als ein elektrische Rollstuhl. Die Welt begann zu wanken, Freie Fahrt für freie Dieselfahrer wurde gefordert. 3. Als jetzt VW plötzlich sich zur 100%igen E-Mobilität bekennt, passiert folgendes: - Die Rohstoffförderung wird plötzlich sauberer, weil man doch vorher "unabsichtlich" mit falschen oder alten Werten gerechnet hat. - Die 17t waren leider auch falsch berechnet worden. - Kobalt braucht man immer weniger. Vor allem Tesla. - Die Lithiumförderung ist ja nur ein Nebengeschäft zur bestehenden Rohstoffgewinnung. Lithium wurde früher nur kaum gebraucht und war praktisch ein Abfallprodukt. - Die Rohstoffe sind außerdem plötzlich zum hohen Grad recycelbar. - Rohstoffe werden nur gebraucht, aber nicht verbraucht. - Es wird plötzlich mit 100% Ökostrom gerechnet. - Keine Probleme im Winter. - Wegfallende Arbeitsplätze? Die bauen doch jetzt bei VW & Co. die Elektroautos - Öl/Benzin/Diesel kommt doch nicht einfach aus der Zapfsäule und müssen immer aufwendiger und dreckiger (Fracking und Ölsandgewinnung) gefördert werden. - Lautlosigkeit sind die neuen Emotionen. Die Welt wandelte sich, aber selbst VW bekommt dafür genug Schelte von allen Seiten. 4. Als die E-Mobilität plötzlich immer mehr akzeptiert wurde, kommt die Industrie / Politik / Wissenschaftler wieder mit dem FCEV um die Ecke. Was aber dabei verschwiegen wird: - Ein FCEV ist im Grunde nichts anderes als ein BEV mit der Brennstoffzelle als Reichweitenerweiterer. Und wenn man es nicht braucht, schleppt man es nur mit rum. - Das FCEV braucht 3-4 mal so viel Energie pro Kilometer im Vergleich zum Elektroauto. - Die Brennstoffzelle braucht seltene Rohstoffe wie Platin, im Gegensatz zum BEV. - Eine Tankstelle kostet 1-2 Millionen Euro! - Wasserstoff muss entweder unter hohem Druck oder bei niedrigen Temperaturen gelagert werden, was zusätzliche Energie verbraucht. - Ein FCEV ist praktisch ein BEV, welches zusätzlich noch die Wasserstofftechnologie an Bord haben muss. Es gibt also ein Platzproblem. - Die Wasserstoffversorgung kann auch mal ausfallen, wie aktuell in Norwegen oder in Kalifornien, Strom wird hingegen nicht so einfach großflächig und lang anhaltend ausfallen. - Mit Wasserstoff bleibt ein Monopol bei den Mineralölkonzernen, die den Preis diktieren können. Strom kann man jedoch selbst herstellen. - Die Technik ist, weil doppelt vorhanden, kompliziert und Wartungsbedürftig. Das kann hohe Folgekosten nach sich ziehen. - Es werden weiter Arbeiter gebraucht um die aufwendige Technik regelmäßig zu warten. - Wasserstoff kann doch aus Wasser gewonnen werden, aber aktuell mit dem Strommix ist das extrem schmutzig. Die Welt soll sich wandeln, aber bitte nicht zu sehr.

  • Rob11 am 13.12.2019 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Export

    Ganz einfach, wie bereist schon lange werden Autos nach Afrika exportiert. Denn in Europa will niemand mehr Autos die älter als 3-4 Jahre sind.

    • HP Kamelli am 18.12.2019 08:01 Report Diesen Beitrag melden

      denke nicht

      echt.. meiner ist über 10.. und fahre den so lange die Reperaturen vertretbar sind.. und ich kenne extrem viele Leute die das so machen..

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  • Steve Wonder am 13.12.2019 02:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Atomkraftwerk

    Ok wenn alle ein E-Auto kaufen .... möchte sehen woher der Strom kommt ! Den gerade diese Menschen wollen ja kein Endlager und kein Atomkraftwerk... ha, ha

    • Olimimus am 13.12.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steve Wonder

      Ähm... Elektroautos verbrauchen NICHT mehr Strom als Verbrenner. Ohne Verbrenner, kein Bedarf an Benzin und Diesel. Somit müssen diese auch nicht gefördert, transportiert und raffiniert werden. Den Strom, den du dabei sparst kannst du wiederum für die EV verwenden.

    • Olimimus am 13.12.2019 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steve Wonder

      Kleine Frage: was meinst du, woher der Strom für die Erdölraffinierung in Cressier kommt? Was meinst du, woher der Strol für die anderen 75% des im Ausland raffinierten Erdöls kommt? Was meinst du, woher der Strom für die Pumpen der Pipelines von Italien und Feankreich in die Schweiz kommt? Was meinst du, woher der Strom für die AdBlue Produktion kommt? Elektroautos verbrauchen nicht mehr Strom als Verbrenner.

    • Dauerplapperi am 14.12.2019 10:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olimimus

      Haben sie eigentlich auch noch einen anderen sinngebenden Lebensinhalt?

    • Olimimus am 14.12.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dauerplapperi

      Plapper doch weiter :)

    • Olimimus am 14.12.2019 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dauerplapperi

      Plapper bitte irgendwo, wo sich die Leute dafür interessieren, danke.

    • Alfred A. am 14.12.2019 17:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Steve Wonder

      Selbet wenn es zusätzliche Kernkraft bräuchte, was Fachleute der Elektrowirtschaft die entsprechende Berechnungen durchgeführt haben,einhellig verneinen, wäre ein KKW Neubau der Reaktorgeneration 4 absolut vertretbar. Wie es zu den nuklearen Katastrophen kommen konnte wissen wir heute sehr genau. Es war nicht die Technik die versagt hatte; in keinem einzigen Fall der Ernster Störfall- oder gar Katastrophen-Status erreicht hatte.

    • 5Ger am 15.12.2019 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olimimus

      Verbrenner brauchen deutlich weniger Strom als E-Autos. Ohne E-Autos braucht es weniger Akkus und keine Schnelladestationen.

    • Olimimus am 15.12.2019 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @5Ger

      Du scheinst keine Ahnung zu haben. Die Produktion von 6 Liter Diesel benötigt bis zu 42 kWh Energie. Mit dierer Energie fährt ein EV knapp 200 km weit. Ein weiterer Grund: 70-90% der Energie eines Verbrenners verpufft bei der Verbrennung als Wärme. Und du willst behaupten, dass die Verpenner effizient sind? :D

    • Mr. Greengreen am 16.12.2019 11:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Olimimus

      Das ist falsch. Das braucht 9,6 kWh. Du kannst hier nicht zusammenlügen was Du willst. Wir haben auch alle Internet und wir machen auch Gebrauch davon.

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