Auto-Ratgeber

14. August 2019 05:00; Akt: 13.08.2019 21:35 Print

Wie kann ich meine Ausbildungszeit verkürzen?

von Olivier Maeder, AGVS - Alen hat zwei Berufslehren abgeschlossen und möchte nun eine Ausbildung als Automobilkaufmann starten. Welche Voraussetzungen muss er erfüllen?

storybild

Der AGVS bietet Quereinsteigern die Möglichkeit, sich in einem Basisseminar auf ihre zukünftige berufliche Tätigkeit vorzubereiten. Während zehn Tagen lernen die angehenden Automobil-Verkaufsberater Basiskenntnisse in der Verkaufspsychologie, Kommunikation und Verkaufsmethodik. (Bild: Webstock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Frage von Alen ans AGVS-Expertenteam:
Ich bin 27-jährig und habe eine B-Bewilligung in der Schweiz. In meiner Heimat Österreich habe ich zwei nicht mit dem Autogewerbe verwandte Berufe erlernt: Koch und Schaler. Ich würde sehr gerne in der Autobranche arbeiten. Gibt es eine Möglichkeit, hier eine Ausbildung zum Automobilkaufmann zu machen? Würde man mir eine verkürzte Lehrzeit anbieten können? Ich habe ja schon zwei Berufsschulen absolviert.

Antwort:

Lieber Alen

Zunächst einmal: Schön, dass es dich ins Autogewerbe zieht. Motivierte, ehrgeizige Nachwuchskräfte sind in unseren Aus- und Weiterbildungen sehr willkommen.

Du erkundigst dich nach einer Ausbildung zum Automobilkaufmann. Diese Berufsbezeichnung existiert in der Schweiz nicht mehr. Die höhere Berufsbildung Automobilkaufmann/-frau HFP wurde vor einigen Jahren vom Lehrgang Betriebswirt/-in im Automobilgewerbe ersetzt. Der Lehrgang dauert vier Semester und ist berufsbegleitend. Er richtet sich an Berufsleute, die schon über einen eidgenössischen Fachausweis im Automobilgewerbe oder einen gleichwertigen Abschluss verfügen. Das ist bei deinem beruflichen Background leider nicht der Fall.

Eine Variante wäre daher die berufliche Grundbildung zum Kaufmann EFZ im Automobilgewerbe. Kaufleute im Automobilgewerbe erbringen wichtige betriebliche Dienstleistungen in den Bereichen Administration, Handel, Kundendienst, Finanz- und Rechnungswesen sowie Personal. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre. Verkürzen lässt sie sich nur für Inhaberinnen und Inhaber einer gymnasialen Maturität. In deinem Mail schreibst du, dass du verheirateter Alleinverdiener bist. Daher dürfte eine mehrjährige Berufslehre für dich ebenfalls keine Option sein.

Was ich dir ans Herz legen kann, ist eine Karriere als Automobil-Verkaufsberater. Moderne Autos werden immer komplexer, die Kunden immer anspruchsvoller. Für viele Menschen in der Schweiz ist die Anschaffung eines Autos die zweitgrösste Investition, die sie im Leben tätigen – nach dem Erwerb von Wohneigentum. Entsprechend wichtig sind die Automobil-Verkaufsberater als erste Ansprechpartner.

Der AGVS bietet Quereinsteigern die Möglichkeit, sich in einem Basisseminar auf ihre zukünftige berufliche Tätigkeit vorzubereiten. Während zehn Tagen lernen die angehenden Automobil-Verkaufsberater Basiskenntnisse in der Verkaufspsychologie, Kommunikation und Verkaufsmethodik. Sie erhalten einen Grundstock an Wissen, was vom ersten Kundenkontakt bis zum Abliefern des Fahrzeugs und zu den darauffolgenden Dienstleistungen zu tun ist. Danach kann dann immer noch in einem berufsbegleitenden Lehrgang während drei Semestern das eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Automobil-Verkaufsberater erworben werden.

Der AGVS führt zweimal im Jahr ein solches Basisseminar durch. Ein solches Seminar findet derzeit in Bern statt, das nächste ist voraussichtlich Anfang 2020. Unter diesem Link kannst du dich über die Details informieren.

Viel Erfolg!

Sende auch du deine Frage(n) an uns!

Du planst den Kauf eines neuen Autos und weisst nicht, welcher Antrieb zu dir passt? Du möchtest dein Fahrzeug aufpeppen und fragst dich, was erlaubt ist? Du hast Fragen zu Nm, PS, Zoll und dB? Dich interessieren rechtliche Fragen rund ums Auto? Ein kompetentes und motiviertes Team von AGVS-Experten beantwortet jeden Mittwoch deine Frage zum Thema individuelle Mobilität.

Sende deine Frage(n) einfach per Mail an autoratgeber@20minuten.ch. Die interessantesten und aktuellsten Fragen und natürlich die Antworten publizieren wir jeden Mittwoch unter dem Vornamen des Fragenden hier im Autochannel auf 20min.ch.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EFZ und FA am 14.08.2019 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    Fähigkeitsausweis EFZ vs. Fachausweis

    Im Text wurden Begriffe verwechselt: Es gibt in der Schweiz die Fähigkeitsausweise EFZ (diese erhält man nach einer 3-4-jährigen Lehre) und die Fachausweise (berufsbegleitende Weiterbildung nach Abschluss eines EFZ's). Beides sind eidg. anerkannte Diplome und es gibt sie für alle Branchen und Berufe in der Schweiz.

  • Schlitzöhrli am 15.08.2019 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufsabschlüsse

    Man sollte nicht Ausbildungen, bezugsweise Berufsbezeichnungen welche nicht mehr angeboten werden (Automobilkaufmann) kommunizieren- das führt nur zu Verwirrungen! Richtigstellung: Ein EFZ ist kein Diplom sondern ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis. Auf der Stufe BP (Berufsprüfung) gibt es einen Eidgenössischen Fachausweis (zB. Automobil-Verkaufsberater) und auf der Stufe HFP gibt es ein Eidgenössisches Diplom (zB. Betriebswirt im Automobilgewerbe).

  • Automech am 16.08.2019 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach.

    Ein guter Autoverkäufer hat entweder keine Ahnung von Autos, oder ist ein schlechter Mensch. Sonst erreicht Er die Absatzzahlen nicht.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Automech am 16.08.2019 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach.

    Ein guter Autoverkäufer hat entweder keine Ahnung von Autos, oder ist ein schlechter Mensch. Sonst erreicht Er die Absatzzahlen nicht.

    • Vetteman63 am 21.08.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Automech

      Früher waren es die Rosshändler, heute sind es die Autoverkäufer...gell?

    einklappen einklappen
  • Schlitzöhrli am 15.08.2019 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berufsabschlüsse

    Man sollte nicht Ausbildungen, bezugsweise Berufsbezeichnungen welche nicht mehr angeboten werden (Automobilkaufmann) kommunizieren- das führt nur zu Verwirrungen! Richtigstellung: Ein EFZ ist kein Diplom sondern ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis. Auf der Stufe BP (Berufsprüfung) gibt es einen Eidgenössischen Fachausweis (zB. Automobil-Verkaufsberater) und auf der Stufe HFP gibt es ein Eidgenössisches Diplom (zB. Betriebswirt im Automobilgewerbe).

  • Zukunft am 14.08.2019 22:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Info Portal

    ++ Auf dem E-Auto Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität. ++

  • Lottomillionär am 14.08.2019 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein gratis Tipp

    Spiel Lotto. Und gewinne!

  • Remy Digne am 14.08.2019 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Der Berufsbildner

    Ich kann meinen Vorschreibern nur zustimmen. Hier wurden einige Sachen verwechselt. Ich selbst bin Berufsbildner für Kaufleute (selber KV EFZ gemacht) und weiss, dass das Gymnasium nicht das Mass aller Dinge ist. Man kann tatsächlich die kaufmännische Grundbildung mit der Berufspraxis im kaufmännischen Umfeld verkürzen, wie es sonst für Gymnasiasten der Fall wäre. Sprich, wenn er als Automobilkaufmann in der Schweiz Fuss fasst, kann er den EFZ Automobil absolvieren, da während der Grundbildung die überbetrieblichen Kurse (in dem Fall Automobil) besucht werden. EFZ ist auch berufsbegleitend.