Auto-Ratgeber

03. April 2019 05:00; Akt: 02.04.2019 21:34 Print

Wie umweltfreundlich sind Elektro-Fahrzeuge?

von Markus Aegerter, AGVS - Elektrofahrzeuge sind auf dem Weg in eine CO2-ärmere Zukunft wichtig. Doch Mathias ist sich nicht sicher, wie umweltfreundlich die Stromer wirklich sind.

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Bezüglich der CO2-Bilanz eines Fahrzeugs ist nicht das Antriebskonzept entscheidend, sondern die genutzte Energie. Wird ein Elektrofahrzeug mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben, ist es verbrauchstechnisch tatsächlich CO2-neutral unterwegs. So gesehen könnte auch ein Verbrenner nahezu CO2-neutral unterwegs sein, wenn er z. B. mit Biogas betankt wird. (Bild: Tesla)

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Frage von Mathias ans AGVS-Expertenteam:
Im Moment existiert ein riesiger Hype um Elektroautos. Aber wie umweltfreundlich sind diese wirklich? Wie wirkt sich die Lithiumgewinnung auf die Umwelt aus? Wie lange hält der Akku eines E-Fahrzeugs? Wo und wie werden die alten Akkus entsorgt?


Antwort:

Lieber Mathias

Das ist eine sehr umfassende Frage zur E-Mobilität. Lass mich zuerst mit einem Zitat von Christian Bach antworten. Herr Bach ist Abteilungsleiter Fahrzeugantriebstechnik bei der Empa und ein unbestrittener Experte, wenn es um Autos geht: «Bezüglich CO2-Bilanz ist nicht das Antriebskonzept entscheidend, sondern die genutzte Energie».

Was Bach damit sagen will: Ein Elektrofahrzeug, das mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben wird, ist verbrauchstechnisch tatsächlich CO2-neutral unterwegs. Wird es aber mit dem europäischen Strommix aufgeladen, der heute noch zu rund 44 Prozent auf Erdöl, Erdgas und Kohle beruht, sieht die Sache anders aus. So gesehen könnte auch ein Verbrenner nahezu CO2-neutral unterwegs sein, z.B. wenn er mit Biogas betankt wird.

Zieht man in der Gesamtökobilanz zusätzlich noch die Herstellung der Batterien mit in Betracht, wird es noch schwieriger für die Steckerautos: Das Leichtmetall Lithium gilt als ein Schlüsselrohstoff für die nächsten Jahrzehnte. Lithiumbatterien sind leichter und halten länger als andere Batterietechnologien. Der Abbau von Lithium ist aber ein ökologisches Problem. Rund 55 Prozent der weltweiten Vorkommen werden in Bolivien, Chile und Argentinien vermutet. Auf der einen Seite verschafft der Lithiumabbau zwar vielen Menschen Arbeit und für die dortigen Verhältnisse gute Löhne. Doch der Abbau findet z.T. unter fragwürdigen Bedingungen statt und verbraucht sehr viel Wasser. Für die Herstellung von einer Tonne Lithiumsalz werden rund zwei Millionen Liter Wasser benötigt!

Bleibt die Entsorgung der Akkus. Elektroautos sind in grösserer Anzahl erst seit wenigen Jahren auf dem Markt. Deshalb ist praktisch jede in einem Fahrzeug verbaute Batterie noch in Betrieb. Laut Tesla meldet die Mehrzahl der Besitzer eines solchen Fahrzeugs auch nach 250'000 Kilometern noch Batteriekapazitäten von über 90 Prozent. Tesla garantiert dem Käufer eines Model 3, dass die Batterie auch nach acht Jahren Betrieb mindestens 70 Prozent der Kapazität behält. Sonst wird sie kostenlos ausgetauscht.

Früher oder später wird sich aber in jedem Fall die Recyclingfrage stellen. Technisch ist es möglich, eine solche Batterie zu rezyklieren und in ihre Einzelteile zu trennen. Allerdings ist das ein sehr aufwendiger und teurer Prozess. Effizienter als Recycling könnte die Weiterverwendung der Batterie als Stromspeicher sein – zum Beispiel für eine Solaranlage auf dem Hausdach. Man nennt das «Second Life». Da spielt es keine grosse Rolle, wenn eine Batterie 50 Prozent ihrer Leistung verloren hat.

Du siehst: Eine Frage, einige Antworten – und noch mehr Fragen. Bis diese alle beantwortet sind, wird noch einige Zeit vergehen. Zeit, in der wir mit einer Vielzahl von Antriebstechnologien unterwegs sein werden: Benzin und Diesel werden weiter eine Rolle spielen, aber auch Hybride, Plug-in-Hybride und CNG-Fahrzeuge. Und vergessen wir nicht die Brennstoffzelle, die heute zwar noch ein Nischendasein fristet, über kurz oder lang auch eine Rolle spielen wird. Welches das passende Auto für dich ist, hängt vor allem vom Einsatzzweck ab. Auf Kurzstrecken in der Stadt ist ein E-Fahrzeug sicher eine gute Wahl. Auf langen Autobahnstrecken wird ein moderner Diesel aber noch einige Zeit seine Vorteile ausspielen. Dein AGVS-Garagist berät dich gerne.


Gute Fahrt!


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Du planst den Kauf eines neuen Autos und weisst nicht, welcher Antrieb zu dir passt? Du möchtest dein Fahrzeug aufpeppen und fragst dich, was erlaubt ist? Du hast Fragen zu Nm, PS, Zoll und dB? Dich interessieren rechtliche Fragen rund ums Auto? Ein kompetentes und motiviertes Team von AGVS-Experten beantwortet jeden Mittwoch deine Frage zum Thema individuelle Mobilität.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Avensis am 03.04.2019 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltbevölkerung

    ...ach ja, eine geringere Weltbevölkerung würde wohl am meisten bringen...

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  • Cat's Eye am 03.04.2019 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Superfact

    Der Strommix besteht zu rund 44 Prozent aus Erdöl, Erdgas und Kohle? Nicht wirklich 100% umweltfreundlich wie es uns immer propagiert wird..

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  • Avensis am 03.04.2019 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nullsummenspiel

    Vermutlich ist es eher eine Verlagerung, die eine Entlastung bewirkt. In Städten kumulieren und konzentrieren sich heute Abgase von Autos und Heizungen und verschlechtern die Luftqualität. Elektroautos beziehen Strom von Kohlekraftwerken ausserhalb der Städte. Bringen also lokal eine Verbesserung, im Gesamten aber wohl ein Nullsummenspiel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 10.04.2019 08:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem Portal ECOMENTO findet man im Internet aktuelle Informationen zu den neusten Elektromobilen. Ein Besuch lohnt sich.

  • Peter Lustig am 09.04.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig aber langweilig

    Das hier ist wohl das Lieblingsforum für Sunguru-E-Power-Selbstgespräche.

  • Sunpower am 07.04.2019 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Magnesiumtechnologie

    Die Magnesiumtechnologie wird bei der Batteriefertigung stark helfen, die Abhängigkeit von Lithium als Rohstoff zu verringern. Als Element ist Magnesium auf der Erde etwa 3000 Mal so häufig vertreten wie Lithium, zudem ist das Recycling einfacher. Magnesiumbatterien wären daher auch günstiger als Lithium-Ionen-Batterien.

  • Sunpower am 06.04.2019 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Watt ihr Volt

    Was ihr wollt, ist Watt und Volt.

  • Knopf Zelle am 05.04.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schizophren

    Wie viel Energie wurde jetzt hier wohl wieder mit leeren Diskussionen am heissen Öko-Handy verschwendet?