Amag-Chef

21. Januar 2020 12:15; Akt: 20.01.2020 17:24 Print

«Bei der E-Mobilität sind wir nahe am Durchbruch»

von Dieter Liechti - Morten Hannesbo konnte positive Zahlen präsentieren. Der Amag-CEO kündigte an, der bevorzugte Mobilitätsdienstleister der Schweiz sein zu wollen.

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Blickt zurück und schaut voraus: Amag-CEO Morten Hannesbo kann positive Zahlen vermelden. (Bild: Amag)

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Am 3. Januar 1945 übernahm Walter Haefner vom Konkursamt Riesbach die finanziell angeschlagene Amag Automobil- und Motoren AG und gründete die «Neue Amag Automobil- und Motoren AG». Seine Vision: hochwertige Automobile in die Schweiz zu importieren. Die Kennzahlen damals: 59 Mitarbeiter und 1,7 Millionen Franken Umsatz.

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75 Jahre später präsentierte CEO Morten Hannesbo am vergangenen Freitag im neuen Hauptsitz der Amag Group AG in Cham die aktuellen Zahlen: 6641 Mitarbeitende erarbeiteten 2019 einen konsolidierten Umsatz von 4,7 Milliarden Franken. So stieg der – nicht ganz ernstgemeinte – Pro-Kopf-Umsatz der Mitarbeiter von 28'800 Franken (1945) auf 707'725 Franken im vergangenen Jahr.

Ein gutes Jahr

«2019 war für die AMAG Gruppe ein sehr gutes Jahr», bestätigte Hannesbo. «Mit 29,4 Prozent Marktanteil konnten unsere Marken wieder deutlich zulegen.» Das ist in Anbetracht der angespannten Marktsituation, der verschärften CO2-Ziele, der Umstrukturierung bei den Betrieben und dem Umzug des Hauptsitzes in die Zentralschweiz – von der Züglete war der Grossteil der Mitarbeitenden an den Amag-Standorten Schinznach-Bad, Buchs, Baden und Zürich betroffen –, keine Selbstverständlichkeit. «Mit neuen Arbeitsformen und kurzen Entscheidungswegen wollen wir agiler werden», verspricht Hannesbo. «Und das spürt man bereits nach drei Monaten.»

Doch mit dem Umzug sollen nicht nur die Entscheidungswege verkürzt und die Steuern optimiert werden, sondern die Amag will auch eine neue Firmenkultur aufbauen. «Unsere Arbeitswelt formt unsere Kultur», heisst es im Guide zum neuen Hauptsitz «Helix»: «Desk-Sharing bringt die Umstellung vom ‚Ich’ zum ‚Wir’ für alle Mitarbeitenden.» Keine Phrase, sondern konsequent umgesetzt: Wenn der CEO seinen Platz geräumt hat, steht auch sein Büro zur Verfügung – als Sitzungszimmer. «Immerhin habe ich gleich auf zwei Stockwerken einen Locker, in dem ich meine persönlichen Sachen aufbewahren kann», lacht Hannesbo.

Aber auch sonst geht die Amag neue Wege: Am Hauptsitz sind drei verschiedene Car-Sharing-Optionen für Einsatzwagen vorhanden, die Pendler unter den Mitarbeitenden organisieren sich in der hauseigenen Car-Pooling-Plattform «Carployee» und für Kurzstrecken stehen in der Tiefgarage E-Bikes parat. Kostenlos, versteht sich. Wem das nicht reicht, der kann sich im hauseigenen Gym austoben oder Kurse (Yoga, Pilates etc.) von Mitarbeitenden besuchen. Und verpflegt wird im Personalrestaurant Timeout, «gekocht wird mit lokalen Produkten».

Im Umbruch

Doch trotz Wohlfühlcharakter in den kahlen Büros sollen die Mitarbeiter im «Helix» nicht nur fit bleiben oder ihre Mitte finden, sondern dafür sorgen, dass die Amag ihre Ziele erreicht. «Die Branche ist im Umbruch. Neue Technologien, neue Mobilitätsbedürfnisse und die Digitalisierung verändern das klassische Automobilgeschäft», so Hannesbo, der trotzdem fordert: «Wir wollen der bevorzugte Mobilitätsdienstleister der Schweiz sein!» Dabei verlässt sich die Amag nicht mehr nur auf den Import und Verkauf der Fahrzeuge der VW Group, sondern diversifiziert. «Im 2018 gegründeten Innovation & Venture LAB in Zürich werden digitale Transformationsprojekte und die Beteiligungen und Engagements in neuen Mobilitätsformen gebündelt», erklärt der CEO.

Zu den ersten markaktiven Ergebnissen gehört das Joint Venture «autoSense» mit Swisscom und Zurich Versicherung: Der mobile Fahrzeugassistent wird heute in rund 40'000 Fahrzeugen eingesetzt. Seit Herbst 2019 bietet die Amag mit «Clyde» auch ein Abomodell für Autos an. «Bei Clyde können die Kunden ein Fahrzeug auf Monatsbasis mieten», erklärt Hannesbo. Zudem soll Clyde den risikofreien Einstieg in die Elektromobilität ermöglichen. «Der Nutzer kann für einige Monate ein Elektroauto fahren und Erfahrungen sammeln, bevor er ein Auto kauft.» Das dritte Start Up «noviv» entwickelt nachhaltige Mobilitätskonzepte für Unternehmen und Immobilienverwalter. «Unser Lab hat spannende Lösungen entwickelt und neue Angebote rund um die Mobilität ausgearbeitet. Eine perfekte Erweiterung unserer bestehenden Produkte und Dienstleistungen», ist Hannesbo überzeugt.

Nahe am Ziel

Überzeugt ist der passionierte Rennvelofahrer auch von der Elektromobilität. «Wir stehen nahe am Durchbruch», so Hannesbo. «Aber noch nicht 2020. Denn leider ist die Lade-Infrastruktur in der Schweiz noch zu schlecht und das ist vor allem für Mieter ein Problem.» Trotzdem ist er überzeugt, dass in weniger als 10 Jahren jedes Zweite von der Amag verkaufte Neufahrzeug rein elektrisch fahren wird. Und welche Probleme muss der CEO kurzfristig lösen? «Die Sonne hält sich nicht an unsere Berechnungen», so Hannesbo. «Wir brauchen Vorhänge an unserem neuen Hauptsitz. Und Ständer für die Regenschirme...»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Merci Beaucoup am 21.01.2020 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Könnt ihr gerne selber fahren!

    Nie mehr VW, Audi, etc. !

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  • PS;L am 21.01.2020 13:29 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung - Obacht!

    Nichte gegen den Volkswagenkonzern aber die AMAG meide ich zukünftig wo ich nur kann. Die antworten z. B. mit "verklagen Sie uns doch, wir haben mehr Geld!" auf ein her ausgefallenes Getriebe bei einem Occasion. Wir haben die gesamte Firmenflotte abgezogen und sind mit BMW deutlich günstiger im Unterhalt, nur so zur Info!

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  • Bürger am 21.01.2020 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    kauft besser alle keine Neuwagen mehr

    Wie bitte Durchbruch ?? Eher ein Einbruch der gesamten Autoverkäufe wird es geben und das auch mit Elektroantriebe ! Diese drohende Verbote und Strafzahlungen von Politikern an uns Autofahrern ( Enteignung ) sowie das abgeschmetterte Urteil der SKS in Bezug der Diesel Betrug an vielen Kunden, verleitet den Bürgern auch nicht mehr zum Neuwagenkauf, tja pech gehabt, So geht man nicht mit der erhlichen Bevölkerung um !. Wenn ein Grosskonzern in Treu und Glauben verstösst und der Kunde keine Entschädigung bekommt dann wird es sich halt bei einem Neuwagenkauf bestraft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sono Motors am 30.01.2020 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solarcar Startup

    Ein Problem, das jeder Autofahrer kennt: Benzin wird leider immer teurer, und auch Elektroautos müssen mit teurem Strom betankt werden. Wär es nicht total praktisch, wenn Autos sich einfach selbst aufladen würden, zum Beispiel indem sie einfach nur in der Sonne rumstehen? Genauso ein Auto hat das Unternehmen Sono Motors entwickelt: Der Solarwagen Sion produziert seinen eigenen Strom! An diese Idee glauben über 13.000 Menschen, so viele haben sich nämlich im Dezember an der Crowdfunding Kampagne beteiligt.

  • (((o))) (((o))) SONO (((o))) (((o))) am 26.01.2020 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tanken mit Licht

    Tanken mit Licht? Ja das funktioniert. Mit dem Model SION von Sono Motors wurde eine neue Fahrzeugklasse eingeführt: SEV Solar Electric Vehicle + Solarintegration bis zu 34 km/Tag  + Selbstaufladend (PV) + Autarkiefördernd + Integrierte Sharing App + Bidirektionales Laden + Anhängerkupplung + Reparierbar ohne Werkstätten + Langzeitfahrzeug (Alu) + Energiestation (V2G) + Tiefe Betriebskosten + Schnellladung (50 kW) + Kein Autolack nötig + 25.500 inkl. Batterie Einfach nur sinnvoll ! Auf dem YouTube Videoportal diese Codes eingeben: nBtClb8v_bQ eBVbUh30-g4 XoYnBIahXzw (((o)).

  • Bye bye Verbrenner am 24.01.2020 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einordnung

    Eine Einordnung: Immer mehr Länder weltweit bekennen sich dazu in Zukunft Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Dänemark zog im Oktober 2018 nach und will ab 2030 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Somit geht man Hand in Hand mit London und den Niederlande. In Schottland soll das Verbrenner-Verbot ab 2032 greifen. Später wird es in Island, dort rechnet man ab 2040 mit einem solchen Verbot, gleiches gilt für Grossbritannien, wo das Verbot dann auch ausserhalb der Hauptstadt zum Tragen kommen soll. Japan beschliesst ab 2050 das Aus für den Verbrennungsmotor. -

  • Nachricht am 23.01.2020 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    weg vom Stinker

    Immer mehr Länder weltweit bekennen sich dazu in Zukunft Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Dänemark zog im Oktober 2018 nach und will ab 2030 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Somit geht man Hand in Hand mit London und den Niederlande. In Schottland soll das Verbrenner-Verbot ab 2032 greifen. Später wird es in Island, dort rechnet man ab 2040 mit einem solchen Verbot, gleiches gilt für Grossbritannien, wo das Verbot dann auch ausserhalb der Hauptstadt zum Tragen kommen soll. Japan beschliesst ab 2050 das Aus für den Verbrennungsmotor.!

    • NoNOx am 23.01.2020 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Nachricht

      Jetzt hat es sogar VW eingesehen, nach dem Diesel-Skandal.

    • Lol am 23.01.2020 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nachricht

      Ganz nach der RTL Dschungelshow: Ich bin ein Verbrenner- Holt mich hier raus!

    • Ausstieg aus den Fossilen... am 23.01.2020 19:14 Report Diesen Beitrag melden

      ... beschlossene Sache

      Die Petrolköpfe sind intensiv daran, die Elektromobilität zu verhindern. Aktuell sind sie in der letzten Phase Nr. 5. 1: ignorieren 2: belächeln 3: bekämpfen 4: Falschmeldungen verbreiten 5: verlieren

    • Alfred A. am 24.01.2020 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      @NoNOx

      ... und wer es nicht einsehen kann oder will, läuft Gefahr von der Bildfläche zu verschwinden.

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  • Nachtschicht am 23.01.2020 03:15 Report Diesen Beitrag melden

    Hört mal her ihr E-Infizierten:

    Ihr würdet euch besser für den Care-Diesel einsetzen als für diesen Elektroschrott, wo noch Sklaverei in der Rohmittel-Beschaffung gefördert wird! Care-Diesel = 65% weniger CO2 Ausstoss. Da kann kein dämlicher Elektroschrotti mithalten!!

    • C.Di Caro am 23.01.2020 06:50 Report Diesen Beitrag melden

      E-Autos werden immer günstiger

      Doch, denn der Strom für mein "Elektroschrott" kostet mich 2,4chf pro 100km. Der synthetische Kraftstoff, eigentlich eine gute Sache, denn man könnte vor allem auch Flugzeuge damit betreiben, aber bei 4.5chf pro Liter einfach zu teuer.

    • Minimalist am 23.01.2020 06:56 Report Diesen Beitrag melden

      Rohstoffe für unser Wohlstand

      Wenn Sie das mit der Sklaverei ernst meinen, frage ich, was glauben Sie wie der ganze Wohlstand hier aufgebaut wurde? Indem man andere Länder ausgebeutet hat, es war schon immer so. Nur scheint das jetzt beim Elektroauto plötzlich ein Problem zu sein.

    • M.K. am 23.01.2020 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Stromkosten im Wandel...

      Nur wird der Strom garantiert nicht so günstig bleiben können. Nur zum Nachdenken, der grösste Anteil der Kosten bei Benzin/Diesel sind die Steuern. Steuern welche für Strassenunterhalt und Quersubventionierung des ÖV benötigt werden. Ewig werden auch E-Auto Besitzer nicht um diesen Beitrag herumkommen. Des weiteren besteht aktuell noch der Vorteil von günstigem Nachtstrom. Je stärker sich die E-Autos verbreiten, umso schneller wird dieser Kostenvorteil verschwinden. Solange man nicht den eigenen Strom erzeugen kann wird man hier auch schnell sehr viel mehr bezahlen müssen.

    • JeanLuc am 23.01.2020 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      LeafFahrer

      ich stell nur eins fest. befürworter von verbrennern schreiben oft sehr aggressiv, sie inklusive. worte wie sklaverei und elektroschrott sind wenig sachlich und nicht im kontext. und das grosszügige wegblenden aller probleme bei der erdölfördeung wirkt auf mich schon fast verblended. weshalb eigentlich? existenzängste?

    • JeanLuc am 23.01.2020 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Leaf Fahrer

      aber den Strom kann ich selber produzieren. beim öl, bzw. syntetischen kraftstoffen ist das gar nicht möglich. ausserdem ist die lieferkette bei meinem strom kurz. vom dach zum auto sind es 15m. beim erdöl mehrere tausend km.und die lieferkette des erdöl ist extrem umweltschädlich. tanker, pipeline, lkw, etcetc

    • Bolek am 23.01.2020 14:30 Report Diesen Beitrag melden

      @JeanLuc

      Stimmt. Der Verbrenner-Anhänger hier hat keine sachlichen Argumente mit denen er überzeugen kann, wird deshalb aggressiv und er ist scheinbar ziemlich egoistisch. Schaut nur für sich. Kommt mir vor, als hätte er Existenzängsre wegen seinem Verbrenner...

    • JeanLuc am 23.01.2020 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      fürschi luege

      ich versteh ja gewisse ängste derer, welche mit verbrennern ihr geld verdienen. aber die zeiten ändern sich. und sie werden nicht die ersten sein, die was neues lernen müssen. deshalb das e-auto verteufeln ist aber der falsche weg. und bei der güterabwegung arbeitsplätze vs bessere umwelt ist für mich der fall auch klar.

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