Neue Assistenzsysteme

09. April 2019 09:22; Akt: 09.04.2019 09:22 Print

«Geisterfahrer» werden schon bald ausgebremst

Im Vorfeld der Shanghai Motor Show zeigt der deutsche Zulieferer ZF, wie sicher und sauber das Autofahren werden kann.

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Vollgepackt mit neuster ZF-Technik: Der VW Touran ist als Innovation Vehicle in China unterwegs. (Bild: ZF)

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Er sieht aus wie ein ganz normaler Touran. Doch was da blau lackiert und bunt beklebt über die Teststrecke im chinesischen Anting kurvt, hat mit dem Minivan aus Wolfsburg nur noch die Hülle gemein. Denn der Versuchsträger ist das jüngste Innovation Vehicle des deutschen Zulieferers ZF, das ab kommender Woche auf der Motorshow in Shanghai erneut beweisen soll, wie viel mehr als Getriebe die Zahnradfabrik Friedrichshafen den Autoherstellern mittlerweile zu bieten hat. Dafür haben die Schwaben den Wagen vollgepackt mit allem, was ihre Vorausentwickler in Sachen Sauberkeit und Sicherheit für die nächsten Fahrzeuggenerationen gerade vorbereiten.

3D-Kamera zur Überwachung

Das beginnt mit einem Cockpit, in dem der grösste Bildschirm diesseits von Tesla flimmert und ein Lenkrad montiert ist, das die Einsatzbereitschaft des Fahrers sehr viel besser erkennen kann als bisher. Zusammen mit einer neuen 3D-Kamera zur Innenraumüberwachung sieht ZF darin einen wichtigen Schritt zum hoch assistierten Fahren. Denn so kann die Elektronik die Aufmerksamkeit des Fahrers ständig überwachen und zum Beispiel auch erkennen, ob er zu lange auf den riesigen Touchscreen starrt. Ist das der Fall, beginnt eine Warnkaskade, die vom üblichen Blinken und Piepen über ein dezentes Zucken im Gurt bis hin zum Verdunkeln des Bildschirms reicht.

Geisterfahrer wird gestoppt

Als weiteres Sicherheitsfeature schlagen die Schwaben einen Geisterfahrer-Schutz vor, der es nicht bei Warnungen belässt. Sondern mit Kameras und GPS-Koordinaten wollen sie die Route so genau kontrollieren, dass sie etwa die falsche Autobahnauffahrt durch einen gezielten Lenkeingriff tatsächlich verhindern könnten.
 
Droht trotz immer besserer Assistenten ein Unfall, sollen neue Sicherheitsgurte zum Einsatz kommen. Sie verfügen über ausfahrbare Gurtschlösser, die sich den Insassen zum Anlegen um eine Handbreit entgegen recken und so die Nutzungsquote erhöhen. Und vor allem steckt am anderen Ende ein Elektromotor mit deutlich mehr Power als bisher. 250 Nm stark, kann er anders als heute nicht nur die losen Gurten leicht anziehen, sondern die Insassen in Sekundenbruchteilen tatsächlich in die sichere Sitzposition zerren. 

Hinterachs-Modul «all incl.»

Ein weiteres Highlight des Versuchsträgers ist sein Hinterachs-Modul «mStars», das reichlich Hightech in eine Komponente packt und so zum geschickten «All-Inclusive»-Paket zur Aufwertung bestehender Plattformen wird oder Newcomern jede Menge Entwicklungsarbeit abnimmt. Schliesslich bietet das Modul neben Dingen wie Radführung und Federung auch noch einen integrierten Elektromotor. Im Fall des Test-Touran leistet der Stromer 150 kW (204 PS) und zudem auch noch eine aktive Hinterradlenkung. Wo die sonst in der Regel maximal 3 oder 4 Grad einschlagen kann, hat ZF die Konstruktion soweit optimiert, das im Testwagen bis zu sieben Grad möglich sind und der Wagen entsprechend wenig Platz zum Wenden braucht.
 
Autofahrer können die neuen ZF-Systeme zwar noch nicht kaufen, doch zumindest die Autohersteller haben die Angebote längst auf dem Tisch und die ersten Verträge bereits unterschrieben. Vieles von dem, was jetzt im Test-Touran steckt, könnte deshalb schon in zwei drei Jahren auf der Strasse sein. Was für ein Zufall, dass es dann auch wieder einen neuen Touran von VW gibt. 

(lab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Turbovic am 09.04.2019 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die lösung....

    das wird ziemlich sicher nichts bringen! mein tip: der der es geschafft hat in die falsche richtung zu fahren, dem sollte man definitv und ohne eine 2. chance den fahrerausweis entziehen. für immer! solche menschen sind eine gefahr für die mitmenshen und müssen aus dem strassenverkehr gezogen werden. das einzig richtige für nicht belehrbare...

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  • ;-) am 09.04.2019 11:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ;-)

    Das Auto gibt es nun schon zwei Jahre und ihr kommt jetzt mit diesem Artikel? Respekt, für Schweizer ist das sehr schnell

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  • Piep Piep am 09.04.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie nötig ist das denn?

    Ach, noch ein Piepser mehr?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 13.04.2019 01:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem Portal ECOMENTO findet man im Internet aktuelle Informationen zu den neusten Elektroautos und zur E-Mobilität.

  • Zürcher Ex-Pat am 12.04.2019 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich

    gibt es sicher eine Möglichkeit all diese hübschen Sicherheitsvorrichtungen manuell abzuschalten. Fazit es nützt nichts, da einzige was nützt ist ein guter Fahrer zu sein und ausgeruhte und stressfrei zu fahren.

  • Dr. Hirni am 11.04.2019 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wer nicht weiss um was es beim

    Autofahren geht soll es sein lassen.

  • Info am 10.04.2019 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem Portal ECOMENTO findet man im Internet viele Informationen zu diesem Thema.

  • Rolando am 10.04.2019 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lenkeingriff?

    Der Falschfarer muss ja erst auf der falschen Einfarspur sein, bis das System reagiert. Wohin lenkt er dann, aufs Bord.?? Ich wäre eher für eine laute Sirene im Auto, Bremsen bis zum Stillstand und Motor aus, alles automatisch, ist bei heutigem Stand der Technik kein Problem mehr. Die Freigabe erst nach einer Stunde, damit solche Spezialisten von der Polizei aus dem Verkehr gezogen werden können.