Neue Technologie

24. Januar 2020 12:01; Akt: 23.01.2020 14:47 Print

Auch Toyota setzt auf Wasserstoff

Verantwortung und Umweltschutz sind Begriffe, die Toyota gross schreibt. Nun lancieren die Japaner ihr erstes Elektro- und ein neues Wasserstoffauto.

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Das Klima ist nicht nur – wie jetzt gerade – am WEF in Davos ein Thema, sondern seit geraumer Zeit in der Firmenzentrale von Toyota. Schon mehrmals hatte Toyota den richtigen Riecher und erkannte umweltfreundliche Trends frühzeitig: Als erster Hersteller setzten die Japaner mit dem Prius konsequent auf den Hybridantrieb und damit auf die Elektrifizierung des Automobils. Später lancierten sie das erste in Serie hergestellte Brennstoffzellenfahrzeug, wenn auch nur in kleiner Stückzahl: Etwas mehr als 10'000 Stück wurden seit 2014 verkauft, davon rund 30 in der Schweiz.

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Toyota gibt Gegensteuer

Lange fuhr die Konkurrenz hinterher, bis das reine Elektroauto richtig Fahrt aufnahm und Toyota hier den Anschluss zu verlieren drohte. Doch nun gibt Japans mit Abstand grösster Autobauer Gegensteuer und will sich in eine Mobilitätsfirma verwandeln (vgl. separaten Artikel). «Mobilität für alle» lautet das Credo, das sich schon im vergangenen Oktober an der Tokio Motor Show angekündigt hat – doch Autos standen damals kaum am Messestand von Toyota. Stattdessen wurden autonome Services gezeigt wie etwa ein Fitnessstudio auf Rädern, das man zu sich nach Hause bestellen kann.

Alle automobilen Neuheiten von Toyota und der Tochterfirma Lexus wurden nun aber in Amsterdam am ersten Kenshiki Forum präsentiert. Beim grössten Medienevent der Marke in Europa wies Johan van Zyl, CEO und Präsident von Toyota Europe, mehrmals auf die gesellschaftlichen Veränderungen und auf die damit verbundene Verantwortung der Autohersteller für die Natur hin. Toyota kümmere sich schon lange um die Umwelt und habe weltweit schon über 15 Millionen Hybridautos verkauft. «Im nächsten Jahrzehnt werden die Hybride nochmals eine wichtige Rolle spielen», bestätigte van Zyl. «Auch wenn sie nicht die perfekte Lösung sind.» Trotzdem sollen zwischen 2020 und 2025 weitere 5,5 Millionen Toyotas mit Hybridantrieb verkauft werden. Und bis spätestens 2030 wollen die Japaner eine Million emissionsfreie Fahrzeuge verkaufen.

Mehr Mirai

Zum Portfolio gehören alle Arten an elektrifizierten Autos: weiterhin klassische Hybride, Plug-in-Hybride und neu auch Elektro-Fahrzeuge und die zweite Generation des Wasserstoffautos Mirai. In den nächsten fünf Jahren will Toyota 25 neue Hybrid- und fünf Plug-in-Hybrid-Modelle sowie mehrere E-Fahrzeuge auf den Markt bringen. Als Ziel sollen ab 2025 nur noch 10 Prozent aller verkauften Autos über keine Elektrifizierung verfügen – Vernunft pur.

Beim ersten Elektro-Auto aus dem Toyota-Konzerns handelt es sich um den Lexus UX 300e. Das kompakte SUV soll mit vollen Batterien, die unter dem Fahrzeugboden verbaut sind, rund 300 Kilometer weit kommen. Und der UX 300e soll nicht einfach ein weiteres E-Mobil sein, sondern sich durch Qualität, Komfort und Langlebigkeit von der Konkurrenz abheben. «So wie man es von Lexus gewohnt ist», hiess es in Amsterdam. Der Preis für den UX 300e steht noch nicht fest, als Richtwert wurden 50'000 Euro angegeben. Ebenfalls am Forum zu sehen war die futuristische Elektrostudie Lexus LF-30, der induktiv aufgeladen werden kann, autonom fährt und über künstliche Intelligenz verfügt. Und der wohl nie in Serie geht.

Auch Hybrid wichtig

Wichtige Puzzleteile in der Strategie von Toyota sind der Yaris Hybrid und der RAV4 Plug-in-Hybrid. Von diesen beiden Fahrzeugen erhofft sich Toyota viel Verkaufsvolumen. Der RAV4 soll als Hybrid-Flaggschiff weniger als 29 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen und nur 1,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen. Die maximale E-Reichweite wird mit über 65 Kilometer angegeben. Die Speerspitze für die Zukunft bildet aber der neue Toyota Mirai: Die knapp 5 Meter lange Brennstoffzellen-Limousine hat drei Tanks, die sich in rund 5 Minuten mit Wasserstoff füllen lassen, und eine Reichweite von maximal 650 Kilometer ermöglichen. «Für uns steht dieser Antrieb für die Zukunft der Mobilität», so Johan van Zyl. In Europa wird der neue Mirai voraussichtlich ab Ende 2020 erhältlich sein.

Bei aller automobilen Vernunft bleibt bei Toyota doch noch Platz für etwas Spass übrig: Die GR-Modelle Yaris und Supra sind auf Performance ausgelegt und optisch auf Sportlichkeit getrimmt. Im Yaris GR, der in verschärfter Form bei der Rally-WM eingesetzt wird, steckt ein neu entwickelter 1,6-Liter-Turbomotor mit 3 Zylindern, der 261 PS leistet und über den Vierradantrieb ein maximales Drehmoment von 360 Newtonmeter abgibt. Fahrspass trotz Downsizing – bisher stand nur ein 6-Zylinder mit 340 PS zur Verfügung –, verspricht der GR Supra, den es neu auch mit einem 2-Liter-Vierzylinder mit 258 PS gibt.

(bau)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinri am 24.01.2020 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublicher Journalismus

    Eine Google Suche und ihr hättet ein anständiges Bild von dem neuen Mirai erhalten...aber nein lieber drauf verzichten weil, ja warum eigentlich?

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  • Thomas am 24.01.2020 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ist sicherlich die Zukunft!

    Elektroautos brauchen wir für die Übergangszeit. Sobald die Fusion funktioniert und Energie billig vorhanden ist wird sich der Wasserstoff oder synthetischer Treibstoff durchsetzen.

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  • Acapulco am 24.01.2020 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Up to date aus Asien

    China hat das eAuto - -System bereits abgeschrieben da im Alltag unpraktisch. Investiert wird in China, Japan und Süd Korea an der Wasserstoff Technologie während die Europäischen Autohersteller noch in den Anfängen der eAuto Technologie sind. Was stimmt da nicht? Haben die Asiaten die Nase vorn? Sieht so aus!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rene Gürtner am 26.01.2020 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Fahren mit Sylizium !

    Brenstoffzellen usw. Es geht aber lieber noch ein paar Kriege für Öl führen statt endlich Inovativ zu werden !

  • Freddy Benz am 26.01.2020 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo, endlich!

    Das einzig Wahre!

  • fabian am 26.01.2020 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    zukunfz

    auf youtube gibt es gerade ein video wo ein artz von einem h2 auto auf einen tesla gewechselt hat, und nicht mehr zum h2 auto zurück möchte! übrigens hat er das h2 auto in der schweiz mit über 50% auf dem listenpreis gekauft, weil hyundai die dinger nicht los wird... zudem hat er auch den unterhalt vom h2 auto bemängelt, mit dem tesla hat er nichts zu machen. so viel zum thema was die zukunft ist.

    • Max der Dax am 27.01.2020 16:12 Report Diesen Beitrag melden

      ja, auf youtube

      Danke. Ja, auf YouTube gibt es viele witzige, spannende, interessante und weniger informativ gehaltvolle Videos. Ich habe auch schon diverse Videos auf diese Plattform gestellt.

    • Duracell am 30.01.2020 18:51 Report Diesen Beitrag melden

      Mehr als genug Gegenbeispiele online

      Es gibt wohl mehr enttäuschte und überraschte Telsa-Anfänger und Möchtegernexperten die von den laufenden Kosten (gerade wenn man in die Garage muss) geschockt sind. Bei den H Autos weiss man das. Bei Tesla glaubt man einfach alle Märchen. Und dann kommt das böse erwachen.

    • aboutfleet ch am 31.01.2020 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      Tesla = Servicekatastrophe

      Sehr guter Artikel: "Teslas Trauerspiel in vier Akten: Der Elektropionier Tesla schliddert von der Produktionshölle in die Servicekatastrophe. Klagen über Auslieferungsprobleme, Qualitätsmängel und schlechten Service werden immer häufiger. Was ist bloss los bei Tesla? "

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  • nix am 26.01.2020 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    h2 in pkw ist tot

    sind die h2 befürworter eigentlich alles garagisten? jeder halbwegs klar denkender mensch wird einsehen können das h2 im pkw tot ist, mause tot! 50% verlust im tank nach 2 wochen standzeit, viel zu komplexe technik und viel zu teuer = sehr hohe kosten pro km. ein tesla hat heute pro ladung mehr reichweite als ein h2 auto, ein eauto lädt man dort wo man es hinstellt, ein auto steht pro tag im durchschnitt 23h, ein zum tanken fahren fällt im alltag komplett weg. die akkus werden immer wie besser, in spötestens 2 jahren gibt es eauto mit 1000km reichweite.......

    • MaschIng am 26.01.2020 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nix

      Blödsinn, Wasserstoff als Gas lässt sich unbeschränkt lagern. Was Du schreibst, mag höchstens für die Lagerung als Flüssiggas gelten. Ach ja: Grossschreibung von Suvstantiven fördert Lesbarkeit und Glaubwürdigkeit.

    • Rikko am 27.01.2020 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @nix

      Ich denke eher dass Litium-Batterie betriebene Autos keine Zukunft haben. Damit ersetzen wir das Erdöl mit einem anderen begrenzt vorkommendem Rohstoff. Und das mit dem überall Laden stimmt vielleicht noch jetzt und für alle die, wo der Strom einfach so aus der Dose kommt. Aber stell dir eine Einstellhalle für 50 Autos vor und alle wollen gleichzeitig Laden. Noch ohne Schnelllader brächte das ca. 400-500Ampere Strom. Leider ist diese Einstellhalle aber vielleicht mit 40 Ampere abgesichert. Wenn Du da 10mal mehr Strom ziehen willst, kommt da noch einiges an Investitionen auf diese Einstellhalle zu, geschweige den auf das gesamte Stromnetz, wo wir sparen wollen und Akw abschalten aber ca. 1/3 mehr Strom benötigen wenn jeder Schweizer ein EAuto hat.

    • ben am 28.01.2020 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MaschIng

      Lieber Maschinen ing. Weisst du wie man H2 Flüssig bekommt? Auf -240 grad und 13 bar..... ansonsten vergiss es... Gasförmig kann man heutzutage auf 800 bar verdichten .... benötigt dafür aber auch Energie und Zeit... Das ist alles nicht so praktisch.....

    • Duracell am 30.01.2020 18:55 Report Diesen Beitrag melden

      @ben

      Genau. Deshalb forcieren gerade die "doofen Deutschen" die Produktion von Wasserstoff in Nordafrika. Weil man - insofern man der Physik mächtig ist - einfach nachrechnen kann, dass bei einer typischen Industrienation der Bedarf an Strom nicht durch regenerative Quellen alleine gedeckt werden kann (--> Grundlast/Spitzenlast ist nur ein Punkt). Verdichten kann man H - wenn ich mich recht erinnere - für PW bis auf 1200 bar - das ist technisch für dne PW Verkehr beherrschbar und möglich. Die heute üblichen 700bar tankt man übrigens ganz flott in ein paar Minuten.

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  • Nischen-Susi am 25.01.2020 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    Energieaufwand zu gross

    Der Wasserstoffantrieb wird ewig ein Nischendasein fristen. No chance. Der Direkt-E-Antrieb ist zu überlegen!

    • MaschIng am 25.01.2020 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nischen-Susi

      Wasserstoff wird die Elektromobilität im Nutzlastbereich erst sinnvoll ermöglichen.

    • Exbère am 25.01.2020 19:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Nischen-Susi

      Der E-Antrieb hat aktuell tatsächlich alle Trümpfe in der Hand. Zumal auch die Akku-und Lade-Technik immer ausgereifter und günstiger wird. Und die Akkus eine sehr lange Lebensdauer haben und auch das Recycling kein Problem darstellt.

    • peter am 26.01.2020 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      h2 nic

      genau so ist es, h2 im pkw ist tot.

    • Dr. Google am 27.01.2020 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Exbère

      Es fägibt laut Google kein Litium Recycling im Moment.

    • Alfred A. am 01.02.2020 08:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Dr. Google

      Ich bin mir nicht sicher ob sich Google an der Stelle nicht irrt. Wo ich mir aber ganz sicher bin: Sobald sich das rezyklieren von etwas rechnet, wird es auch jemand tun. Bis es soweit ist kann man die Stoffe den es zu rezyklieren gilt, auch zwischenlagern.

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