Flatrate fürs Auto

30. Januar 2020 18:26; Akt: 31.01.2020 14:17 Print

Auto-Abo ist oft günstiger als Leasing

Comparis hat den neuen Markt der Auto-Abos durchleuchtet und mit Leasings verglichen. Das Ergebnis: Ein Auto-Abo ist oft günstiger als ein Leasing

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Im Extremfall sparen Abonnenten im Vergleich zu einem Leasing über 4000 Franken.

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Der Flatrate-Trend macht auch vor dem Schweizer Automarkt nicht Halt: Autoimporteure, Versicherer und Start-ups haben jüngst neue Abo-Angebote lanciert. Beim Auto-Abo gibt es das Fahrzeug inklusive Versicherung, Service, Reparaturen, Reifen, Steuern und sogar Vignette zum monatlichen Fixpreis.

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Comparis hat die Abo-Angebote von zwölf in der Schweiz operierenden Anbietern untersucht. Dabei wurden anhand von drei Lenkerprofilen die jeweils günstigsten drei Angebote mit den Kosten für ein Leasing verglichen. Das Ergebnis: Bei acht von neun analysierten Angeboten kostet ein Abo weniger oder gleich viel wie ein Leasing inklusive Betriebskosten (Versicherung, Service, Reparaturen, Reifen, Motorfahrzeugsteuern, Vignette) über drei Jahre.

Im Vergleich zu Leasing am meisten sparen in der Comparis-Analyse Abonnenten bei Hertz Mini Lease. Die monatlichen Kosten für einen Toyota Yaris 1,5 l VVTiE Trend (699 Franken pro Monat) liegen 114 Franken unter jenen für Leasing plus Betrieb (813 Franken bei 45’000 Kilometern pro Jahr). Über drei Jahre gerechnet ergibt dies eine Differenz von 4’105 Franken. Das Angebot von Hertz ist mit einer maximalen Laufleistung von 4’000 Kilometern pro Monat eher für Vielfahrer interessant.

Abo-Kosten ab 405 Franken

«Das hohe Mass an Flexibilität macht das Abo für Kunden zusätzlich attraktiv», erklärt Andrea Auer, Mobilitäts-Expertin von Comparis. Beim Autoabo könne der Kunde das Fahrzeug nach einer Mindestlaufzeit von maximal sechs Monaten ohne Zusatzkosten zurückgeben, so die Expertin. Eine Ausnahme bildet das Angebot Green Class der SBB (Mindestlaufzeit: zwölf Monate).

Das günstigste Abo unter den von Comparis analysierten Angeboten gibt es bei Carvolution (Stand: 31. Januar). Kunden bezahlen für einen Fiat 500 monatlich 405 Franken, sofern sie das Auto für mindestens sechs Monate abonnieren. Im Januar bot Carify ein Abo für 349 Franken an. Dieses Angebot gibt es inzwischen nicht mehr.

Abo-Angebotsvergleich

Die Wahl des richtigen Abos erfordert Aufmerksamkeit: Die Mindestlaufzeiten variieren je nach Anbieter zwischen 1 und 12 Monaten (1 Monat: Book by Cadillac, Carify, Juicar, Hertz Minilease, Volvo Car Rent; 3 Monate: Auto Kunz, Clyde, Flat Drive; 6 Monate: Carvolution und UpTo; 12 Monate: SBB Green Class**). Keine Mindestlaufzeiten gibt es bei Sixt Unlimited. Bei Cadillac, Carify und SBB Green Class bemisst sich der Preis je nach Mindestlaufzeit – wer sich länger bindet, bezahlt weniger.

Auer warnt ausserdem vor Zusatzkosten: «Wer zum ersten Mal ein Auto abonniert, sollte sich nach möglichen Einstiegsgebühren erkundigen». Die Anbieter Auto Kunz und Carvolution verlangen für Erstabonnenten eine Einstiegsgebühr von 390 Franken. Bei Juicar beträgt die erstmalige Gebühr 299 Franken und der Anbieter Flat Drive verlangt eine Kaution von 500 Franken.

Aufmerksamkeit ist gemäss Auer auch in Sachen Fahrzeugzustand geboten: «Je nach Anbieter sind die Autos nicht in jedem Fall neu. Wer zwingend einen Neuwagen fahren möchte, sollte sich vor Vertragsunterzeichnung über den aktuellen Kilometerstand informieren».

In den Kinderschuhen

«Das Autoabo-Modell steckt in der Schweiz marktanteilsmässig noch in den Kinderschuhen. Es wird jedoch in den nächsten Jahren an Fahrt aufnehmen», prognostiziert Auer. Grosse Autobauer wie etwa Porsche oder Daimler dürften die bereits im Ausland lancierten Flatrate-Modelle künftig auch hierzulande einführen.

Dennoch sieht Auer das Abo-Modell nicht für alle Autofahrer als die beste Lösung: «Kunden, die sich das Fahrzeug gerne selbst konfigurieren, setzen besser auf ein Leasing.» Denn die Fahrzeuge der Abo-Anbieter stünden in der Regel bereits im Lager.

(pd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Barzahler am 30.01.2020 18:38 Report Diesen Beitrag melden

    Leasen? Was ist das?

    Wenn ich kein Geld habe, fahre ich Velo!

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  • Giaraa am 30.01.2020 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beim Abo zahlt man die Firma mit

    Erstmal muss man sagen, Leasing ist meistens die teuerste (und damit dümmste) Variante von allen. Aber jetzt mal ernsthaft, wen wollt ihr hier aufs Kreuz legen? "Die monatlichen Kosten für einen Toyota Yaris 1,5 l VVTiE Trend (699 Franken pro Monat) liegen 114 Franken unter jenen für Leasing plus Betrieb (813 Franken bei 45'000 Kilometern pro Jahr). Über drei Jahre gerechnet ergibt dies eine Differenz von 4'105 Franken." Der Durchschnitt an Km pro Jahr liegt bei 20'000Km also bei der HÄLFTE der berechneten Km. Die meisten die 40-50Tkm auf die Achse legen arbeiten im Aussendienst und haben meistens ein bezahltes Firmenauto! Auch wenn ich nun so ein innovatives Abo löse zahle ich ABSOLUT DIE GLEICHEN KOSTEN, nur das ich beim super innovativen Abo noch eine Firma und deren Angestellten und Gewinn zahlen muss!

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  • Infowar am 30.01.2020 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    werbung

    dieser artikel ust werbung!? oder etwa nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bin am 06.02.2020 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Froh

    Ich habe einen 11 Jahre alten Golf 2.0 tdi, der läuft und läuft und ich hoffe er läuft noch recht lang, ist bezahlt und hat erst 220000 auf der Uhr. Der kostet mich nur ein müdes Lächeln,

    • abofahren am 13.02.2020 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      Auch froh

      Der ist ja gerade mal eingefahren ;). Mein Passat 1.8T LPG läuft mit 270000 auch noch ruhig wie eine Miezekatze. Mit alten zuverlässigen Autos kommt man mMn immer noch am günstigsten ...

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  • Erfahrung am 01.02.2020 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Falsch

    Comparis ist überhaupt keine Referenz, einfach nur ein linker Propaganda Verein. Jeder der diesem Verein glaubt ist selber schuld.

  • Vordenker am 01.02.2020 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Umweltverschmutzung durch Leasing & Co.

    Aus Sicht Umwelt machen solche Angebote nur dann Sinn, wenn die Autos unter mehreren Benutzer geteilt werden. Leasing etc. führen letztlich dazu, dass Autos öfters ersetzt werden und dadurch der Konsum steigt. Dies wiederum erzeugt viel Umweltverschmutzung durch die erhöhte Produktion...

  • Wahrheit tut manchmal weh am 01.02.2020 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schon irgendwie komisch

    Überall redet man von E-Autos und wie die Leute begeistert seien, aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus. Ich kenne niemanden der sowas fahren würde, und die Produktion von neuen Verbrennerautos läuft auf Hochtouren wegen der grossen Nachfrage. Schaut doch mal nach wieviele neue Modelle mit Diesel- Euro 6d jetzt ausgeliefert werden, das sind Fakten und keine E-Virus-Hirngespinste!

    • Louis am 06.02.2020 23:38 Report Diesen Beitrag melden

      dunstkreisli

      wenn sie niemanden kennen, der so was fahren will liegt es evtl. auch an den kreisen, wo sie verkehren. ich selber und einige meiner freunde und arbeitskollegen fahren elektrisch. okee wir hängen am samstag abend auch nicht am bahnhof oder kebabstand rum, sonder besuchen gerne auch mal eine oper;)

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  • Ding Dong am 01.02.2020 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wozu privates Autoleasing?

    Ich verstehe nicht, wieso überhaupt monatlich irgend ein Abo oder Leasing bezahlen, wenn man ein Auto auch einfach günstig, gebraucht kaufen kann? Ist doch reine Geldverschwendung, solange man nicht im Geld schwimmt. Und die, welche im Geld schwimmen, kaufen es einfach oder liege ich da so falsch?