Grosse Pläne

12. Oktober 2019 21:30; Akt: 12.10.2019 21:30 Print

Chinesen kopieren Teslas Model Y

Trotz Gegenwind versucht ein neues chinesisches EV-Start-up sein Glück. Der iV6 von Bordrin Motors erinnert dabei frappant an Teslas Model Y.

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Chinesische Kopien von europäischen, japanischen oder amerikanischen Autos haben eine lange Tradition. Aktuelle Bestseller wie Mercedes CLA, VW Tiguan, Porsche Macan und Ford S-Max haben allesamt mehr oder weniger dreiste Doppelgänger aus China. Eigentlich erstaunlich, dass eine Tesla-Kopie in diesem Reigen bislang noch fehlt.

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Ändern könnte dies der iV6 des chinesischen EV-Start-ups Bordrin Motors. Das Crossover-SUV orientiert sich optisch jedenfalls deutlich am Tesla Model Y, und zwar aussen wie innen. Auch bei den verschiedenen Versionen nimmt sich die Marke Tesla zum Vorbild. So soll es drei Varianten geben, die als Standard-Version mit 530 Kilometer Reichweite, Long-Range-Variante (610 Kilometer) oder als Performance-Ausgabe mit Allrad (605 Kilometer Reichweite) auf den Markt kommen.

Neues Werk in Shanghai

Bordrin Motors will die Serienproduktion seines iV6 noch 2019 starten. In den Handel kommen soll der Stromer im ersten Quartal 2020. Das Unternehmen ist in Tianjin angesiedelt und mit einem Grundkapital von 2,54 Milliarden Yuan (356 Millionen Dollar) aufgestellt. Gegründet wurde Bordrin vom ehemaligen chinesischen Ford-Ingenieur Ximing Huang. Know-how sollte also vorhanden sein, trotzdem plant Bordrin, mit etablierten Autoherstellern zusammenzuarbeiten. Konkret handelt es sich dabei um FAW, mit denen bereits Toyota und VW Joint Ventures haben.

Tatsächlich klingen die Pläne der Chinesen vielversprechend. So plant Bordrin ein eigenes Werk in Shanghai, das bereits 2020 die Produktion aufnehmen soll. Und dem iV6 soll später auch noch der etwas grössere iV7 folgen. Wie viele Exemplare des iV6 die Chinesen produzieren wollen, ist indes nicht bekannt. Joint-Venture-Partner FAW soll zwar über eine jährliche Produktionskapazität von 400'000 Fahrzeuge verfügen, doch auslasten wird Bordrin diese Kapazität kaum können. Denn der Heimatmarkt hat sich so stark abgekühlt, dass Hersteller eher in fünfstelligen Produktionszahlen denken. Im Massensegment ist das jedoch zu wenig, um auf Dauer profitabel zu sein.

Düstere Aussichten

Man muss jedoch nicht einmal in die Zukunft schauen, um ein eher düsteres Bild zu malen. Um die FAW-Tochter Xiali etwa ist es nicht gut bestellt. Im ersten Halbjahr 2019 ging das operative Ergebnis um über 60 Prozent zurück. Dass das FAW-Joint-Venture mit Bordrin von so manchem als Rettungsmission für die angeschlagene Tochterfirma gesehen wird, überrascht in diesem Zusammenhang wenig.

Doch auch an der Aktienfront ist der abflauende Markt längst spürbar. Der chinesische Hersteller Nio etwa, dessen E-Autos auch in der Schweiz erhältlich sind, vermeldete im zweiten Geschäftsquartal 2019 tiefrote Zahlen und schickte damit seine Aktie auf Talfahrt. Auch das permanent verschobene Serienmodell von Faraday Future hat dazu geführt, dass Investoren bei chinesischen E-Start-ups vorsichtig geworden sind. Kommt dazu: Nachdem die Regierung die Zuschüsse für Autos mit alternativen Antrieben Ende Juni gekürzt hat, geht der Absatz von E-Autos in China zurück. Zudem bringen auch etablierte Autohersteller immer mehr Elektroautos auf den Markt.

Die Meldung vom Donnerstag, dass laut einem geleakten internen Bankenschreiben gleich vier chinesische Autohersteller (Leopaard, Lifan, Hawtai und Zoyte) per Ende 2019 Konkurs anmelden könnten, passt da ins Bild. Zwar haben das die Hersteller umgehend dementiert. Doch am Umstand, dass die Lage angespannt bleibt, ändert das wenig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Illumination am 12.10.2019 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Strategiewechsel in China..

    Bis 2021 wird in China die Förderung/Subventionen für batteriegetriebene Elektroautos (BYD in den vergangenen fünf Jahren 1 Milliarde Euro!) komplett eingestellt - staatl. Subventionen würden nunmehr in die Entwicklung der Brennstoffzelle gesteckt. Das Denken von Premierminister Li Keqiang hat sich anlässlich einer Japanreise fundamental geändert, als er sich über die Fortschritte der Brennstoffzelle informierte. Bis 2030 sollen in China eine Million Wasserstoffautos auf die Strasse kommen, ebenso setzt China auf CO2-neutrale Kraftstoffe mit der Entwicklung ganz neuer Verbrennungsmotoren usw..

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  • Lehrer im Ruhestand am 13.10.2019 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    +++Klimakrise+++

    Klimakrise ist nichts anderes als ein neuer Wirtschaftszweig mit dem sich Unmengen von Geld machen lässt. Ich achte seit jeher auf die Umwelt. Aber auf den Klimawahnsinn falle ich nicht herein. Alle die sich in diesen Nichtsnutz rein ziehen lassen, verhindern, dass man sich sinnvoll um die Umwelt kümmert.

  • Lolli am 12.10.2019 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Standort

    Tesla baut ja grad die gigafactory 3 da

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ferenc am 13.10.2019 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Stp

    Wegen Climaschutz, Kinder Arbeit, reichweite Stimme nicht zu. Habe schon gesehen wie Silizium aus der Erde mit Kinder bescheftigung,. Von 10 Jahre, ausgewonnen wird. Millionen Liter verschmutzte wasser teglich. Soo geht nicht meine Freunde. Aber super schaut aus, aber möchte nicht mal als Geschenk. Ich fahre Diesel, mit jeglicher Abgas Filter.

  • Regula R. am 13.10.2019 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regierungen regulieren

    Eine Einordnung: Immer mehr Länder weltweit bekennen sich dazu in Zukunft Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Dänemark zog im Oktober 2018 nach und will ab 2030 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Somit geht man Hand in Hand mit London und den Niederlande. In Schottland soll das Verbrenner-Verbot ab 2032 greifen. Später wird es in Island, dort rechnet man ab 2040 mit einem solchen Verbot, gleiches gilt für Grossbritannien, wo das Verbot dann auch ausserhalb der Hauptstadt zum Tragen kommen soll. Japan beschliesst ab 2050 das Aus für den Verbrennungsmotor.

  • Peter am 13.10.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nur noch E-Auto

    Werde mir im nächsten Jahr auch das zweite Auto elektrisch zulegen. Wer einmal elektrisch gefahren ist wird keinen Verbrenner mehr wollen. Nebst dem spart man eine Menge Energie und Kosten.

    • H. Ruchti am 13.10.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Hättest mein Batterieautöli billig haben können, bin froh habe ich dafür wieder einen dummen Käufer gefunden. Bin geheilt, nie mehr!!!

    • Peter am 13.10.2019 20:39 Report Diesen Beitrag melden

      Du nicht

      Es wäre schön du würdest dich an die Fakten halten und nicht irgend etwas erfinden. Du, das steht schon mal fest bist definitiv nie E-Auto gefahren. So wenig Ahnung und Respekt, schade.

    • H. Ruchti am 13.10.2019 20:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Knapp 2 Jahre bin ich elektrisch gefahren, aber das hat mir gereicht. Jetzt habe ich nur noch den Honda-Benzingenerator zuhause den ich stets mitgeführt habe. Ich schreibe die Wahrheit und muss hier nichts verkaufen, habe bereits verkauft zum Glück!!!

    • Peter am 13.10.2019 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @H. Ruchti

      Das mit dem Generator ist wohl ein Witz. Du hast das Prinzip eines E-Autos nicht verstanden. Man läd, wenn man steht und das faktisch an jeder Steckdose die es gibt. Ein Generator braucht kein Mensch.

    einklappen einklappen
  • Volvo am 13.10.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Tesla, sondern Polestar Kopie

    Die Front sieht aus wie von Tesla, yep, die Grundzüge der Karosserie sind aber vom Polestar 2 geklaut. Sie man vor allem an den hinteren Kotflügeln.

  • Lehrer im Ruhestand am 13.10.2019 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    +++Klimakrise+++

    Klimakrise ist nichts anderes als ein neuer Wirtschaftszweig mit dem sich Unmengen von Geld machen lässt. Ich achte seit jeher auf die Umwelt. Aber auf den Klimawahnsinn falle ich nicht herein. Alle die sich in diesen Nichtsnutz rein ziehen lassen, verhindern, dass man sich sinnvoll um die Umwelt kümmert.