4. Generation Skoda Octavia

29. Oktober 2019 12:00; Akt: 30.10.2019 18:53 Print

Delikate Operation am Herz der Marke

von Dave Schneider - Der Octavia ist das wichtigste Modell für Skoda. Deshalb gehen die Entwickler bei der neuen Modellgeneration äusserst behutsam vor.

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Zufrieden mit der Arbeit Ihrer Ingenieure, Herr Maier? «Absolut», antwortet der Skoda-Chef auf dem Beifahrersitz. Natürlich muss er zufrieden sein mit dem Endprodukt, in dem wir nach über fünf Jahren Entwicklungszeit nun über die kurvigen Strassen der Toskana fahren. Schliesslich hat er den neuen Octavia als oberste Instanz für gut befunden und abgesegnet.

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Doch Bernhard Maier ist Perfektionist. «Kleinigkeiten mussten sie noch ändern, etwa bei diesen Luftausströmern hier», sagt er und streicht mit den Händen über die angesprochenen Bauteile in der Mittelkonsole. «Die wollte ich hier bündig haben. Bei so etwas bin ich pingelig». Abgesehen von den Lüftungsdüsen ist aber noch nicht viel zu sehen – das Vorserienmodell, in dem wir sitzen, ist noch getarnt und aussen wie innen komplett zugeklebt. Nur das Lenkrad mit dem Skoda-Logo weist auf das Fabrikat hin. Doch es fühlt sich vertraut an; kompakt und harmonisch, wie es eben typisch ist für die tschechische VW-Tochter.

«Bitte sagen Sie es, falls Ihnen etwas nicht gefällt...»

...fordert uns Maier freundlich auf, «vielleicht können wir es ja noch ändern». Nein, am Fahrverhalten gibt es nichts zu bemängeln, und mehr kann während dieser ersten Ausfahrt ohnehin nicht ausprobiert werden. Was war nun der grösste Entwicklungsschritt bei der neuen Modellgeneration? «Bei den Assistenzsystemen und im digitalen Angebot passierte die herausragendste Veränderung». Diese neuen Dienste seien absolut markengerecht umgesetzt worden. «Ich sag den Entwicklern immer, unser Slogan sollte lauten: Skoda – bei uns werden sie nicht verzweifeln», lächelt Maier. «Das ist uns beim neuen Octavia sicher geglückt».

Szenenwechsel. Nach der Probefahrt im getarnten Vorserienmodell am Nachmittag steht am Abend ein weiteres Zusammentreffen mit dem neuen Octavia auf dem Programm – diesmal ist der Tscheche unverhüllt und auf einem Podest ins beste Licht gerückt. Vorher mussten wir Journalisten allerdings unsere Handys in Mini-Tresore einschliessen und eine Vereinbarung unterschreiben, dass von dieser Veranstaltung nichts nach aussen dringen darf, bis Konzernmutter Volkswagen die neue Generation des VW Golf präsentiert hat.

Keiner der anwesenden Skoda-Vorstände will das bestätigen, doch dass der Octavia dem Golf immer näher rückt und ihn in einigen Märkten bereits überholt und abgehängt hat, sorgt nicht nur für Freude in Wolfsburg. Deshalb schaut VW sehr genau darauf, welche Technik im tschechischen Konkurrenten verbaut werden darf und welche dem Golf vorbehalten bleibt.

«Der Octavia ist das Herz der Marke...»

...eröffnet CEO Bernhard Maier seine Rede und bekräftigt damit die Bedeutung dieses Modells. In den vergangenen sechs Jahrzenten habe diese Baureihe massgebend dazu beigetragen, dass sich Unternehmen und Marke so erfolgreich entwickelt hätten. «Ich bin überzeugt, dass die neue Generation nun ihren Teil dazu beiträgt, dass diese positive Entwicklung weiter anhält.»

Tatsächlich laste eine grosse Verantwortung auf diesem einen Modell, betont auch Entwicklungsvorstand Christian Strube. «Entsprechend behutsam mussten wir bei der Entwicklung der neuen Modellgeneration vorgehen.» Das Ziel sei deshalb nicht eine Revolution, sondern eine Evolution gewesen. Also die Weiterentwicklung der bestehenden Werte und ein Transfer des Octavia ins digitale Zeitalter, ohne dabei die bewährten Erfolgsfaktoren zu verletzen. «Der Markenslogan Simply Clever wird nun auf die digitale Welt ausgeweitet», so Strube.

Behutsam mussten auch die Designer vorgehen. «Natürlich soll der Neue gleich als Octavia zu erkennen sein», sagt Designchef Oliver Stefani. Die Änderungen sind dennoch augenscheinlich. Schärfere Linien, eine gepfeilte Frontpartie, vor allem aber Voll-LED-Leuchten vorne und hinten, die nun das Erscheinungsbild des Kombis prägen: vorne wird das Doppelaugengesicht des Vorgängers nur noch durch Lichtbögen inszeniert, am Heck sorgen verspielte LED-Muster für einen unverkennbaren Auftritt.

Innen wurde komplett neu konzipiert

Den grössten Schritt in Richtung Zukunft nahm aber der Innenraum: Die Atmosphäre ist heller, freundlicher und frischer. Die Mittelkonsole, die Instrumententafel, das Cockpit, die Bedienphilosophie – alles wurde komplett neu konzipiert. «Das dunkle Interieur wurde bei den vorangegangenen Modellgenerationen oft kritisiert», gibt Designer Karl Neuhold zu. «Das haben wir nun geändert».

Neben diversen Benzin- und Dieselvarianten ist neu eine Mildhybridversion im Angebot, dazu wird es wieder eine Erdgasvariante geben. Vor allem aber wird der Octavia nach dem grösseren Superb nun auch mit Plug-in-Hybridantrieb angeboten. Spannend dabei: Diese Steckerversion wird in zwei Leistungsstufen angeboten – die stärkere davon in der Sportvariante Octavia RS.

Und damit ist auch gleich eine weitere Frage geklärt: «Ja, den beliebten RS wird es weiterhin geben», bestätigt Entwicklungschef Strube – allerdings nicht nur als frontgetriebener Benziner oder als Diesel mit Allrad wie bisher, sondern eben auch als Plug-in. Auch der robuste Octavia Scout wird weiterhin angeboten, genauso wie die Stufenhecklimousine – letztere jedoch nicht in der Schweiz, wo fortan nur noch der Kombi verkauft wird.

Weltpremiere am 11. November

Bevor der neue Octavia wieder unter einem Tuch verhüllt und bis zu seiner Weltpremiere am 11. November verborgen gehalten wird, betont CEO Maier erneut die Wichtigkeit dieser Modellreihe. Und er unterstreicht, wie glücklich er mit der Arbeit der Entwickler und mit dem Endprodukt ist. «Er ist der beste Octavia aller Zeiten – noch geräumiger, praktischer und sicherer als je zuvor. Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag machen wir mit der neuen Generation einen grossen Schritt nach vorne».

Erfolgsfaktor Octavia

Seit seiner Wiederbelebung 1996 wurden weltweit über 6,1 Millionen Octavia verkauft. Die bereits vor 60 Jahren eingeführte Baureihe ist somit der klare Bestseller von Skoda und auch in der Schweiz sehr beliebt: Seit 2017 führt der Tscheche die hiesige Verkaufshitparade an, hat also den Dauerbrenner Golf nach vierzig Jahren Regentschaft an der Spitze abgelöst.

In Europa belegt der Octavia aktuell den achten Verkaufsrang, bei den Kombis liegt er unangefochten auf Platz 1. Entsprechend wichtig ist diese Baureihe für die tschechische VW-Tochter, die ihrerseits fünf Prozent zum tschechischen Bruttoinlandprodukt und neun Prozent zum Gesamtexport des Landes beiträgt.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Skoda Fahrer am 29.10.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Nach der Enttäuschung kein VW mehr

    An meinem Octavia hatte ich nach 39'000km einen Lagerschaden im Schaltgetriebe, Kulanz abgelehnt. Lager made in Ukraine, also Billigschrott. Mich hat VW als Kunden verloren, mein nächstes Auto wird ein Asiate.

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  • Seitdem ich Toyota und Lexus fahre am 29.10.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    interessiert mich k. andere Marke mehr.

    Seit dem Wechsel vor Jahren habe ich gegen Ende Monat immer mehr Geld übrig und kann so 3 mal im Jahr in die Ferien fahren ohne arm zu werden.

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  • Toni am 29.10.2019 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich wieder VAG Schrott

    Endlich endlich wieder was aus dem VAG Lager. Ich halte es kaum aus mal ein Tag ohne eine Neuigkeit aus dem Betrügerkonzern. Warum nur tue ich mir das überhaupt an und schaue hier rein?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gurtner am 31.10.2019 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Jedem sein Ding

    Was dem Ami der Pick-up Truck, das ist dem Deutschen und Schweizer der Kombi. Beides sind automobile Scheusslichkeiten, die bei weitem nicht so praktisch sind wie angenommen.

    • Oklahoma Joe am 31.10.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      Jedem das seine

      @Gutner Dir ist schon bewusst, dass auch deine letzte Fahrt, sehr wahrscheinlich in einem Kombis stattfinden wird.

    • Badener am 31.10.2019 08:49 Report Diesen Beitrag melden

      Arbeitsgerät nicht Poserauto

      Wenn du Handwerker bist und keinen Transporter brauchst um dein Werkzeug sinnvoll und Griffbereit zu verstauen,ist ein Kombi nachwievor unersetzlich.

    • Orgi am 31.10.2019 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Badener

      Ja dann vielleicht. Ist ein Audi RS6 Kombi auch so ein "Arbeitsfahrzeug"? Denke nicht

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  • @Peter am 30.10.2019 21:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Skoda

    Skoda ist der günstige Abklatsch von VW, darum das Pferd für den Mann und das Eselchen für den kleinen Mann. Ich finde es nicht schlimm, meine Ausendienstler fahren alle einen Skoda, aber mit 1.6lt. Motor.

  • Bald ist es vorbei am 30.10.2019 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Geniesst das Auto solange ihr noch könnt

    das heilige Gretli gibt nicht auf bevor alle Verbrenner-Autos von der Strasse verschwunden sind, dann fahren nur noch batteriebetriebene Akkuschrauber auf unseren Strassen herum, im Ausland wird man sich totlachen über uns!!

    • Reto am 30.10.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bald ist es vorbei

      Such dir endlich professionelle Hilfe. Ist ja nur noch peinlich!

    • Der glückliche Gegenstromschwimmer am 30.10.2019 21:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Marionetten die zu allem ja sagen sind mir ganz besonders ans Herz gewachsen, bin froh muss ich nicht tauschen!

    • Bürger am 30.10.2019 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      es bleibt beim alten

      Gar nichts ist vorbei und gar nichts wird passieren solange die Nachfrage bei den Verbrenner stabil bleibt.

    • Gezeichnet auf Papier am 30.10.2019 22:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sion

      Und kann nicht ausgeliefert werden, hihihi...

    • Verbrenner am 31.10.2019 06:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bald ist es vorbei

      Das heilige Gretchen kann mich mal kreuzweise ...!

    • Gasoline Guzzler am 31.10.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

      @Verbrenner

      @Verbrenner, was ist nur aus dieser Welt geworden, früher kam aus Schweden statt diesem " Schnuddergoof" Gretli, z.B. ABBA. Auch ein Scania LKW kann man nicht mehr kaufen, weil die VW Bande das sagen hat, ebenso darf man auch keine Ducati mehr fahren, weil auch da, Wolfsburg das sagen hat, Volvo gehört dem chinesischem Geely Konzern, SAAB ist Geschichte. Jedenfalls, können mich diese Konzerne und Öko Schnudderis, mir auch kreuzweise und boykottiere solches.

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  • Christoph am 30.10.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin zufrieden mit dem RS

    Skoda Octavia RS Diesel DSG Vollausstattung! Jetzt mit knapp über 300tkm. Service und Kleinreparaturen, sonst nichts. Verbrauch 4.5 bis 5,5Liter Praktisches Auto mit gutem Platzangebot, viele Staufächer und aus meiner Sicht überhaupt nicht emotionslos. Ok, wenn man einen Octavia in Holzklasse Ausführung kauft vielleicht ja.

    • @Peter am 30.10.2019 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christoph

      4.5-5.5lt. Motorenoel auf 100km, o jee der Motor ist durch. Audi brauchte 1lt. auf 1000km! Darum fahre ich ein BMW M5 und meine Arbeiter Skoda 1.6lt.

    • Dani Fäh am 31.10.2019 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Christoph

      Danke! Du sprichst mir aus der Seele! Wenn man von den typischen Vertreter- oder Handwerker- Varianten mit 1.6 Liter Diesel mal absieht sind die Octavias keineswegs langweilig oder stillos, wie gewisse Leute es hier behaupten. Meiner ist zwar kein RS, aber mit dem 2.0 Tdi 184 Ps mit 4X4 ganz ordentlich motorisiert. Ausstattung top, und optisch kann man sich mit einigen kleinen Änderungen ganz gut von der grossen Masse abheben!

    • Christoph am 31.10.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @@Peter

      Kollege ich spreche von Diesel, nicht von Oel wie du es gerne lesen würdest. Aber ok, neider gibts überall....

    • Peter am 31.10.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

      Mal fragen, was so ab geht...

      Die neue Wasserpumpe, gefunden auf der Rechnung? Vermutlich wurde sie wie bei allen VAG Produkten beim Zahnriemenwechsel unter gejubelt. Xenon auch schon gewechselt, weil die Automatik das Licht immer aus und ein schaltet? DSG ruft beim langsam fahren? Übrigens haben richtige Autos keinen Zahnriemen sondern eine nicht längende Kette. Hält ein Autoleben lang, wie die Wasserpumpe auch. Aber ich weiss, Kleinreparaturen bringen Geld...

    • Illumination am 01.11.2019 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Eine nicht ersetzte Wasserpumpe fällt oft nach dem Zahnriemenwechsel aus. In vielen Fällen ist eine veränderte Spannung des Riemens und damit ungleichmässige Krafteinwirkung auf Pumpe der Grund. Nicht ersetzte Wasserpumpe hält kaum bis zum nächsten Zahnriemenwechsel durch, insbesondere bei höheren Wechselintervallen - die Risiken mit höheren Kosten bei separaten Pumpenwechsel soll jeder selbst einschätzen.. NB: Arbeite weder im "Zahnriemen- noch Wasserpumpen-Geschäft", und z.B. Ferraris sind doch "richtige Autos", haben auch Zahnriemen- und Steuerketten-Motoren, beide mit Wechsel-Intervallen..

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  • T. Rölli am 30.10.2019 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Perfekt für die Schweiz

    Der Skoda Oktavia RS ist genau das richtige für den Schweizer Markt: Ein Auto für Leute mit Geld, die so tun wollen, als hätten sie kein Geld.

    • Illumination am 30.10.2019 23:02 Report Diesen Beitrag melden

      @T. Rölli

      Einzig die Golf-Baureihe ist schon länger wegen ihrer Klassenlosigkeit ein Phänomen.. Hausfrauen und Ärzte, Angestellte bis zum Vorstand, Büezer und Millionäre, Handwerker und Akademiker, Frauen und Männer, Junge und Alte - alle fahren sie Golf-Modelle, klassenlos und statusbefreit.. Die Interessengruppe reicht quer durch alle "Schichten und Milieus" wie kaum bei einem anderen Fahrzeug - dies zeigen Studien, die die Positionierung von Marken/Modellen in Käuferschichten beleuchten..

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