Neuer Forester

08. September 2019 15:23; Akt: 08.09.2019 15:23 Print

Der Bestseller soll es richten

von Dave Schneider - Subaru feierte in der Schweiz einst grosse Erfolge, doch die Verkaufszahlen sind stark rückläufig. Der neue Forester mit Mildhybrid-Antrieb ist ein Hoffnungsschimmer.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Der neue Forester wurde so gestaltet, dass er wie sein Vorgänger aussieht», erklärt Marketing- und Verkaufschef David Dello Stritto nicht ohne Selbstironie der versammelten Presseschar. Das ist bemerkenswert, übertreffen sich die Autohersteller doch sonst immer mit Superlativen – vor allem, wenn es ums Design geht, das für den Autokauf entscheidende Kriterium. Doch Subaru ist anders. Die Welt des japanischen Herstellers dreht sich nicht um Design und Lifestyle, sondern um Sicherheit und Zuverlässigkeit, um Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.

Umfrage
Was hältst du von der Marke Subaru?

Und natürlich sind der Boxermotor und der Allradantrieb ein zentrales Thema; beides bietet Subaru konsequent in allen Modellen an, wenn man von dem von Toyota übernommenen Sportcoupé BRZ mit Heckantrieb absieht. Früher stand Subaru aber auch für Sportlichkeit – zahllose Rallye-Erfolge und eine grosse Fan-Gemeinde zeugen davon. Vergangenheit. Heute darf Subaru nicht mehr sportlich sein, zumindest nicht in Europa. Der CO2-Druck ist zu hoch.

Der Höhenflug begann mit dem allradgetriebenen Justy

Abgesehen von der Sportlichkeit verkörpert kein Modell die Subaru-Attribute so beispielhaft wie der Forester, der nun in seiner fünften Generation zu den Händlern kommt. Eigenschaften, die in der Schweiz stets gut angekommen sind und die dem japanischen Hersteller hierzulande zu beachtlichem Erfolg verholfen haben.

Der Höhenflug begann 1984 mit der Lancierung des allradgetriebenen Kleinwagens Justy AWD, der die Verkaufszahlen nach oben schnellen liess. Drei Jahre später erreichte Subaru mit 14'332 verkauften Autos einen bis heute unerreichten Höchststand. Allein vom Justy konnten 1987 hierzulande 6474 Einheiten abgesetzt werden – das sind fast 2000 Fahrzeuge mehr als die gesamten Subaru-Verkäufe im vergangenen Jahr.

Es folgten weitere Kassenschlager wie Legacy, Outback oder Impreza. 1999, zwanzig Jahre nach dem Markteintritt in der Schweiz, brachte Subaru noch immer 11'855 Neuwagen an den Mann (oder die Frau) – dann liess der Erfolg langsam nach. Vom 2009 in Genf vorgestellten zweiten Justy hat man sich viel erhofft, die Verkaufszahlen gingen dennoch weiter zurück auf 8408 Stück. Ende 2018 vermeldete Subaru 4681 verkaufte Einheiten, was einem Marktanteil von 1,6 Prozent und Platz 22 in den Schweizer Verkaufscharts entspricht.

Weitere Einbussen folgten

Auch im laufenden Jahr mussten die Japaner weitere Einbussen hinnehmen – wegen Lieferschwierigkeiten hat der Importeur bis Ende August nur 2431 Fahrzeuge abgeliefert. Das entspricht einem Minus von 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem aktuellen Marktanteil von 1,2 Prozent.

Die Ursache für diesen stetigen Rückgang im Schweizer Geschäft sieht Werner Bärtschi, Marketing- und Kommunikationschef von Subaru Schweiz, vor allem in der Modellpolitik der Japaner.

Aktuell hat Subaru mit den allradgetriebenen SUV-Modellen XV, Outback und Forester zwar Fahrzeuge im Programm, die hierzulande gut ankommen sollten. «Aber die Konkurrenz ist inzwischen stark gewachsen», so Bärtschi. «Heute hat jeder Allrad und SUV im Angebot, früher waren wir die einzigen.» Und während die Konkurrenz hochmoderne Turbomotoren, Plug-in-Hybride oder Elektro-SUV anbietet, bleibt Subaru vorerst bei der übersichtlichen Auswahl an Boxer-Benzinmotoren stehen.

Erster Schritt zur Elektrifizierung

Immerhin macht ab Dezember der neue Forester den ersten Schritt zur Elektrifizierung des japanischen Herstellers. Das e-Boxer genannte Mildhybrid-System besteht aus einer Batterie im Heck und einem E-Motor am Getriebe. Es reduziert den Verbrauch und die CO2-Emissionen gemäss Hersteller um bis zu 11 Prozent, liefert aber vor allem zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxer ausgesprochen guttut. Dieses Mildhybrid-System ist in Japan seit letztem Jahr auf dem Markt, kommt bei uns nun mit dem neuen Forester und dem kleineren XV und wird später in weiteren Modellen wie dem neuen Impreza eingesetzt.

Der neue Forester und die neuen e-Boxer-Modelle sind aber wohl nicht die Produkte, die die Abwärtsspirale für Subaru in der Schweiz stoppen oder gar umdrehen können. Sieht die Zukunft für den japanischen Hersteller hierzulande also düster aus, obwohl die globalen Zahlen konstant wachsen? «Im laufenden Jahr werden wir nicht gut abschneiden, weil wir vom Werk ohnehin nur eine beschränkte Anzahl Fahrzeuge geliefert bekommen», gibt Bärtschi zu Bedenken. «Doch für 2020 sieht es anders aus: Da wird der neue Impreza kommen, und es sind weitere spannende Produkte in der Pipeline bis hin zum vollelektrischen Fahrzeug, das wir in Kooperation mit Toyota entwickeln».

Subaru Forester e-Boxer 4×4

Modell: SUV

Masse: Länge 4625 mm, Breite 1815 mm, Höhe 1730 mm, Radstand 2670 mm

Kofferraum: 509 bis 1779 Liter

Antrieb: 2-Liter-Boxer-Benzinmotor mit 150 PS plus E-Motor mit 12,3 kW

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 11,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 188 km/h

Verbrauch (WLTP): 8,1 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss (WLTP): 185 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab Dezember

Preis: Ab 38'150 Franken

Infos: www.subaru.ch

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ChriguBern am 08.09.2019 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Legendär

    Was blieb früher übrig, wenn man einen Schweizer Bergbauern kremierte? Der Reissverschluss vom Helley-Hanson und der Subaru-Schlüssel.

    einklappen einklappen
  • Kim Scheiber am 08.09.2019 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Subaru Besteller

    Die CH ist auch nicht der Hauptmarkt für Subaru sondern die USA. Das andere Problem ist, das den meisten Fahrzeuge (Outback, Forester) schlicht weg die PS bei den Fz Gewichten fehlen.

    einklappen einklappen
  • Markus Lüthi am 08.09.2019 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Der neue Subaru...

    heisst Skoda. Überall wo früher ein Subaru stand, sehe ich heute einen Skoda stehen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 12.09.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vorbei

    die besten subaru modelle kommen ja gar nicht mehr in die schweiz. wegen dem co2 zeugs. schade.

  • Max Robust am 11.09.2019 03:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbrauch zu hoch, aber...

    Unser Legacy Kombi von 1996 läuft noch heute jeden Tag problemlos. Das Auto ist praktisch, zuverlässig und in vielen Details sehr gut durchdacht. Wir hatten in der Firma parallel dazu diverse andere Autos. Sie sind aber alle schon längst wieder weg. Nur der Subaru läuft und läuft und läuft.

    • Roman am 12.09.2019 10:31 Report Diesen Beitrag melden

      Max.

      Vielleicht liegt es auch daran, dass Ihr viel weniger km mit Eurem Subi macht und besser Sorge im Umgang damit gibt. Firmenautos werden doch regelrecht gequält.

    • PROLLTRASH am 12.09.2019 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Max Robust

      mein impreza aus dem jahre 1993 wird auch diesen winter wieder starten. evt muss ich noch eine kleine roststelle machen. mal schauen. läuft super für das was man ihm manchmal zutraut :)

    • PROLLTRASH am 12.09.2019 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roman

      mein 93er impreza kombi wird auch jeden winter quer gefahren mit untersetzung und 6000 u/min, und das 3 stunden lang am stück. täglich. und läuft super. (abgesehen von der geschichte mit dem servoöl)

    einklappen einklappen
  • Alfred A. am 10.09.2019 06:12 Report Diesen Beitrag melden

    4X4 ist kein Alleinstellungsmerkmal mehr

    Auch Subaru wird nicht darum herum kommen, sich mit den neuen Möglichkeiten alternativer Antriebe auseinander zu setzen und Lösungen mit höheren Wirkungsgraden und besserer Bilanz übers Ganze gesehen anbieten, um weiter erfolgreich bestehen zu können. Ein Mild Hybrid mag ein erster zaghafter Schritt sein, wird jedoch kaum reichen. 4X4, das können Andere mittlerweile auch.

  • Gargamel am 09.09.2019 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu Hybrid???

    Verstehe eins nicht: Der soll 8.1 Liter/100km verbrauchen und zudem noch sparsam ein! Ich fahre beruflich einen Benz Vito Diesel voll beladen mit Werkzeug = ca. 2.8 Tonnen; Verbrauche im Schnitt 7.3 Liter. Subaru soll doch den Diesel mit Hybridantrieb kombinieren..

    • Otto Diesel am 10.09.2019 21:57 Report Diesen Beitrag melden

      geht nicht gibts nicht

      Subaru hat keine Diesel mehr

    • Eugen am 11.09.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

      Subaru Diesel

      waren Schrott. Wer einen hatte wollte den schnell wieder los werden.

    • Andreas S. am 12.09.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

      Dieselanteil nur 1,5% bei Subaru

      Bei Subaru machten Dieselmotoren nur etwa 1,5% an der weltweiten Produktion aus, denn ausserhalb von Europa interessiert Diesel im PKW niemand! Man hätte auf aufwendige SCR Technik umstellen müssen, deshalb wurden die die Dieselmodelle gestrichen.

    • Andreas. S. am 12.09.2019 12:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Gargamel

      Wenn dein Vito 7.3 l/100km Diesel verbraucht, pustet er aber mehr CO2 in die Luft als der Benziner mit 8,1 l/100km! Diesel hat ein 14% höheren Energiegehalt pro Liter, da darf in diesem Fall der Benziner gleich ein Liter mehr verbrauchen. Es ist reiner Protektionismus was in der EU mit dieser CO2 Fokussierung und Diesel Förderung bei Autos abläuft. Die Japaner sind in Europa generell nur noch ein Schatten im Vergleich zu den 1980er und 1990er Jahren. Aber man hat sich arrangiert und ist heute halt mehr auf die USA ausgerichtet.

    • PROLLTRASH am 12.09.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gargamel

      vito säuft diesel. subaru kriegt das mit dem diesel wohl nie gebacken. aber das ist nicht schlimm. kauft wohl auch fast keiner.

    • PROLLTRASH am 12.09.2019 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gargamel

      funktion vor allem anderen. verbrauch hin oder her. deshalp kommt das spitzenmodell auch nicht nach europa/schweiz.

    einklappen einklappen
  • förster fahrer am 09.09.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    An meinem Forester

    gefallen mir die Masse. Kommt in jede normale Parklücke. Kein zu breites Unding. Die Höhe ist auch super. Rundumsicht auch!

    • Lola am 09.09.2019 20:47 Report Diesen Beitrag melden

      Ich die Bierbäuche

      Besser zum aussteigen im Alter.

    einklappen einklappen