Ferrari SF90 Stradale

03. Juni 2019 13:28; Akt: 03.06.2019 13:28 Print

Auch Ferrari setzt in Zukunft auf Hybridantrieb

von Dieter Liechti - Der SF90 Stradale ist der erste Ferrari für die Steckdose. Dank Plug-in-Hybridantrieb auch das leistungsstärkste Auto in der Geschichte

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Das neue Modell SF90 Stradale ist in jeder Beziehung ein extremes Auto und stellt einen echten Paradigmenwechsel dar, weil er für einen Serienwagen dieser Klasse eine bislang unerreichte Leistung liefert. Der SF90 Stradale ist mit einem V8-Turbo ausgestattet, der 780 PS (574 kW) leistet. Das ist die höchste Leistung aller 8-Zylinder in der Ferrari-Geschichte. Die restlichen 156 kW (220 PS) werden von drei Elektromotoren geliefert: einer, die aus der Formel 1 bekannte MGUK (Motor Generator Unit, Kinetic) befindet sich zwischen dem Motor und dem neuen 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse und zwei an der Vorderachse. Der SF90 Stradale ist der erste Ferrari Sportwagen mit Allradantrieb. Dieser ist erforderlich, um die immense Power des Hybridantriebs voll ausschöpfen zu können, und sorgt dafür, dass das Auto zum neuen Massstab für stehende Starts geworden ist: 0-100km/h in 2,5 Sekunden und 0-200km/h in nur 6,7 Sekunden. Besonders hervorzuheben ist das innovative Shut-off-Gurney, ein patentiertes aktives System am Heck des Fahrzeugs, das den Luftstrom über den oberen Karosseriebereich regelt. So wird bei hoher Geschwindigkeit mit geringer Querdynamikbelastung der Luftwiderstand reduziert und in Kurven, bei Bremsvorgängen und bei Richtungsänderungen der Anpressdruck erhöht. Eine weitere wichtige Innovation ist das Lenkrad, das jetzt über ein Touchpad und eine Reihe von haptischen Tasten verfügt, mit denen der Fahrer praktisch jeden Aspekt des Fahrzeugs einfach mit dem Daumen steuern kann. Das zentrale Kombiinstrument ist vollständig digital und verfügt, erstmals in einem Auto, über einen gewölbten 16-Zoll-HD-Bildschirm, der über die Bedienelemente am Lenkrad konfiguriert und gesteuert werden kann.

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So richtig viel zu Feiern haben die Italiener und ihre Fans derzeit nicht: Vor dem siebten Rennen am kommenden Wochenende in Montreal liegt die Scuderia Ferrari in der Markenwertung der Formel-1 mit 139 Punkten zwar auf Rang 2. Doch Erzrivale Mercedes hat sich bereits 257 Punkte gutschreiben lassen und belegt auch bei der Fahrerwertung mit Lewis Hamilton und Valteri Bottas die Plätze 1 und 2.

Schön für die Italiener, dass sie vergangene Woche mit dem neuen SF90 Stradale nicht nur das «leistungsstärkste Auto in der Geschichte des Cavallino Rampante» vorstellen konnten, sondern gleich «eine neue Epoche» einläuteten. Tatsächlich eröffnet Ferrari mit seinem ersten serienmässigen PHEV (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) ein ganz neues Kapitel in seiner Geschichte und liefert für ein Serienauto dieser Klasse eine bislang unerreichte Leistung. 1000 PS (730 kW) und ein Leistungsgewicht von nur 1,57 kg/PS setzen den SF90 Stradale nicht nur an die Spitze seines Segments, sondern machen auch erstmals in der Geschichte der Marke einen V8 zum Spitzenmodell. Kein Zufall: Der Name des Autos verweist auf den 90. Jahrestag der Gründung der Scuderia Ferrari und soll die enge Verbindung zwischen den Renn- und Strassenwagen von Ferrari unterstreichen.



Der Hypercar ist mit einem V8-Turbo ausgestattet, der 780 PS (574 kW) leistet. Die restlichen 220 PS (156 kW) werden von drei Elektromotoren geliefert: einer, die aus der Formel 1 bekannte MGUK (Motor Generator Unit, Kinetic) befindet sich zwischen dem Motor und dem neuen 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe an der Hinterachse und zwei an der Vorderachse. Tönt kompliziert ist es aber nicht – der Fahrer muss lediglich einen dieser vier Antriebsmodi wählen:

-eDrive: Das Auto wird vollständig von der elektrischen Vorderachse angetrieben. Mit einer vollständig geladenen Batterie kann der Ferrari in diesem Modus bis zu 25 Kilometer zurücklegen.

-Hybrid: Die Standardeinstellung ist darauf ausgelegt, den Gesamtwirkungsgrad des Antriebssystems zu optimieren. Die Steuerlogik entscheidet selbstständig, ob der Verbrennungsmotor zugeschaltet oder abgeschaltet wird.

-Performance: Der Verbrennungsmotor bleibt immer an, da die Priorität mehr auf dem Laden der Batterie als auf Effizienz liegt. So wird garantiert, dass der Strom bei Bedarf sofort und vollständig zur Verfügung steht.

-Qualify: In diesem Modus kann das Antriebssystem die maximale Ausgangsleistung erreichen, da die Steuerlogik hier Leistung gegenüber dem Laden der Batterie priorisiert.

«Mit diesem Antrieb haben wir ein neues Level erreicht», bestätigt Chief Technology Officer Michael Leiters: «Der SF90 ist nicht nur stärker und schneller als der LaFerrari, er bietet auch nochmals deutlich mehr Fahrspass als unser aktueller Supercar.» Dank Allradantrieb schafft er den Stammtischspurt von Null auf Tempo 100 in 2,5 Sekunden, 200 km/h werden nach 6,7 Sekunden erreicht. Auch im Cockpit beginnt Ferrari eine neue Epoche und hat ein Kombiinstrument mit einem digitalen 16-Zoll-HD-Bildschirm montiert, der sich zum Fahrer hin wölbt.

Zwei Fragen bleiben aber vorerst unbeantwortet: Was der Ferrari SF90 Stradale kosten wird, und wie hoch der Verbrauch des Plug-in-Hybrid-Sportlers sein soll. Zwei Fragen, die echte Interessenten allerdings nur am Rande interessieren dürften. Zumal der Plug-in-Hybridantrieb von Ferrari wie bei Porsche (918, Panamera Turbo S E-Hybrid) zwar nach Sparen tönt, aber in erster Linie zur Leistungssteigerung verwendet wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • small-block am 03.06.2019 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Cavallo Rosso

    Der Zwölfzylinder wird der Euronorm und/oder zugunsten eines tieferen Fahrzeuggewichtes gewichen sein. Das Gewicht laut Artikel soll 1570 Kilogrammm sein. Eine beachtliche Leistung von Ferrari im Hinblick auf die Daten (V8, Elektromotoren und Allrad).

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  • Ronny C. am 03.06.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Die Zeiten des V12 sind vorbei..., oder?

    Schöner Wagen, zweifellos. Wer ein ähnliches Konzept günstiger will, ist mit dem Honda/Acura NSX gut bedient. Wer wissen will, wie man sowas NICHT macht, der wird beim BWM i8 fündig. Aber was bedeutet das jetzt für Ferrari ? Ist der V12 Geschichte, oder kommt da noch was ? Ich hoffe Letzteres, wäre ja irgendwie schade drum....

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  • Marc am 03.06.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hybride

    ein wunderschönes Auto für die Elite. 99% werden sich ein solches Auto niemals leisten können. Für den Durchschnittsbürger empfehle ich den Hybrid sehr, wir haben geschäftlich auf (öffentlicher Dienst, ausschliesslich in der Stadt) vom Golf auf den Toyota Auris gewechselt, gemäss Bordcomputer der besagten Fahrzeuge 10.8 zu 4. 8 Liter. Dieser Toyota ist zudem erschwinglich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 04.06.2019 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    +++++++ Auf dem tollen E-Auto Portal ECOMENTO findet man im Internet immer die neusten Informationen zu Elektroautos und zur E-Mobilität. +++++++

  • hybrid am 04.06.2019 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    braucht kein mensch

    genau, die 220 elektropferdchen reissen es bestimmt raus...

  • JT am 04.06.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SH90

    ich habe es eingesehen, dass Man(n) etwas für die Umwelt machen muss! Deshalb habe ich mir letzte Woche dieses "Elektromobil" bestellt, war letzte Eisenbahn obwohl nicht limitiert, ist Produktion vermutlich schon ausverkauft!

  • 400PS am 04.06.2019 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Endlich macht E mal etwas Sinn! Würde ich gerne ausprobieren.

  • Enzo Ferrari am 04.06.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Ferrari mehr

    Das Design von Manzoni ist einem Ferrari nicht würdig. Front von einem McLaren, Seitenlinie von einem I8 und Heckscheinwerfer vom Camaro. Ich vermisse Pininfarina. Und der Drake würde sich im Grab umdrehen.