Renault-Ikone

25. Februar 2020 12:01; Akt: 25.02.2020 10:31 Print

Der Twingo wird elektrisch

von Dave Schneider - Der Renault Twingo Z.E ist prädestiniert für den Elektroantrieb – seine Reichweite jedoch nicht langstreckentauglich.

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Viele Volumenhersteller bringen nun ihr erstes Elektro-Auto auf den Markt. Renault hat da einen jahrelangen Vorsprung: Bereits 2011 lancierten die Franzosen mit dem Fluence ihren ersten Stromer, der seiner Zeit allerdings noch etwas voraus war. Zwei Jahre später folgte der Zoe, der sich zum meistverkauften Elektroauto Europas entwickelte – inzwischen ist der Bestseller in dritter Generation erhältlich.

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Der winzige Twizy, der Hochdachkombi Kazoo E.Z. und der Transporter Master Z.E. kamen hinzu, und so können die Franzosen bereits auf eine beachtliche Erfolgsgeschichte zurückblicken. «Von diesen Modellen wurden inzwischen weit über 250'000 Stück produziert», bestätigt Vertriebschef Emmanuel Bouvier. Und dabei soll es nicht bleiben. «Bereits in diesem Jahr werden wir die Hälfte unserer Modellpalette elektrifiziert haben und weltweit acht reine Elektro-Fahrzeuge auf den Markt bringen».

Marken-Ikone

Eines davon ist ein Kleiner mit einem grossen Namen. «Der Twingo ist eine Marken-Ikone für Renault», hält Marketingdirektor Frédéric Clermont an einer Vorabpräsentation im kleinen Rahmen fest. 3,75 Millionen Stück wurden von dem Kleinwagen seit seiner Lancierung 1992 verkauft – da liegt es nahe, dass er nun ebenfalls mit Elektromotor auf den Markt kommt. Produktmanagerin Laure Grégoire ergänzt: «Die dritte Generation des Twingo wurde von Anfang an so konzipiert, dass auch ein Elektroantrieb integriert werden kann». Der Motor sitz dabei wie bei den Modellen mit Verbrenner im Heck, unter der kurzen Fronthaube ist das Kühlsystem untergebracht, die Batterie sitzt tief in der Fahrzeugmitte. Diese wurde mit einer Kapazität von 22 Kilowattstunden vergleichsweise klein gewählt. «Die Europäer fahren im Schnitt 30 Kilometer am Tag – da ist eine Reichweite von 180 Kilometern nach WLTP absolut ausreichend», sind die Franzosen überzeugt.

Im Stadtverkehr soll der 3,62 Meter lange Winzling bis 250 Kilometer schaffen, 80 Kilometer Reichweite können an einer Ladesäule mit 22 kW Wechselstrom in 30 Minuten nachgeladen werden – das dürfte für das vorgesehene Einsatzgebiet des Twingo Z.E. durchaus reichen. Schnellladen mit Gleichstrom ist leider nicht möglich: «Das wäre zu teuer geworden für dieses City Car», wiegelt Clermont ab. «Ausserdem erwarten wir, dass die Kosten für Gleichstrom an den Ladesäulen bald explodieren werden». Am Aussehen wurde übrigens kaum etwas geändert. «Das Design des Twingo wurde letztes Jahr aktualisiert», erklärt Produktmanagerin Laure Grégoire. «Der Z.E. ist an einigen blauen Details erkennbar – mehr war nicht nötig».

Fragt sich noch, wieso Renault den Twingo Z.E. nicht schon früher lanciert hat. «Das war eine Frage der Prioritäten», erklärt Marketingchef Frédéric Clermont. «Der neue Zoe hatte Vorrang, auch was die Investitionen betrifft». Man hätte natürlich den Antriebsstrang des elektrischen Smart verbauen können, schliesslich wurde der Twingo einst zusammen mit dem Smart entwickelt und läuft auch vom gleichen Band. «Dann wären wir zwar früher auf dem Markt gewesen, doch wir wollten unsere eigene Technologie verwenden – sie ist ausgereifter und ermöglicht eine grössere Reichweite».

Werte wie der Smart

So kommt im Twingo Z.E. der leicht abgeänderte Elektromotor des Renault Zoe zum Einsatz, allerdings mit einer kleineren, wassergekühlten Batterie. Verblüffend dabei: Das Aggregat hat mit 60 kW Leistung und 160 Nm Drehmoment exakt die gleichen Werte wie der Smart, und auch die Fahrleistungen sind ähnlich: 0 bis 50 km/h in 4,2 Sekunden, Topspeed 135 km/h – das reicht locker für den Stadtflitzer.

Anders als Smart bietet Renault den Twingo aber weiterhin auch mit Verbrennungsmotoren an. Ob die elektrische Variante ein Erfolg wird, liegt aber letztlich auch am Preis. Dazu will Renault noch nichts kommunizieren, möglicherweise nach der Premiere an der GIMS in Genf. «Eines können wir aber versprechen», sagt Marketingchef Clermont: «Wir werden konkurrenzfähig sein.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • andi am 25.02.2020 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr sinnvoll

    kleine, wendige Stadtautos elektrisch zu machen. In der Stadt können sie die Vorteile der Elektros voll ausspielen.

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  • Giaraa am 25.02.2020 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reichweite in WLTP

    Immerhin geben sie die Reichweite in WLTP an nicht so wie Smart und Mini die die Reichweite zwar in WLTP messen in NEFZ angeben... Nach WLTP schafft der E-mini gerade mal 200Km und der Smart nur knapp über 100Km nach WLTP also ist der Twingo in dieser Klasse absolut Konkurrenzfähig wenn der Preis stimmt.

  • Toni am 25.02.2020 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renault voraus

    Gott sei Dank haben sie nicht die Steinzeit Elektronik der Deutschen übernommen. Renault ist auf Europa bezogen weit voraus aber trotzdem noch weit hinter dem Leader Tesla. Das zeigt einfach einmal mehr wie weit die Amis allen anderen voraus sind. Schade, dass die Hersteller die Käuferschaft erziehen wollen was die Reichweite anbelangt. Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Kaufentscheid.

Die neusten Leser-Kommentare

  • super gemacht! am 02.03.2020 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Neben der Batterie hat

    es auch noch ein wenig Platz für den Fahrer.

    • Martial2 am 05.03.2020 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @super gemacht!

      Neee das Auto fährt allein ohne Fahrer...

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  • sertig am 28.02.2020 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Toll dieser E-Twingo. Vernunft nimmt den richtigen Weg.

  • Neutrale Info! am 28.02.2020 01:44 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung!

    !Immer mehr Länder weltweit bekennen sich dazu in Zukunft Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Dänemark zog im Oktober 2018 nach und will ab 2030 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Somit geht man Hand in Hand mit London und den Niederlande. In Schottland soll das Verbrenner-Verbot ab 2032 greifen. Später wird es in Island, dort rechnet man ab 2040 mit einem solchen Verbot, gleiches gilt für Grossbritannien, wo das Verbot dann auch ausserhalb der Hauptstadt zum Tragen kommen soll. Japan beschliesst ab 2050 das Aus für den Verbrennungsmotor!

    • Balz Brunner am 28.02.2020 01:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Neutrale Info!

      Sehe ich EXAKT auch so. Super !

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  • Mr. Boombastic am 28.02.2020 01:24 Report Diesen Beitrag melden

    Boom

    2019 war die Zunahme in der CH 143% bei den E-Autos. Diesel minus von fast 30%

    • Balz Brunner am 28.02.2020 01:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Mr. Boombastic

      Sehe ich EXAKT auch so. Super !

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  • B.Enziner am 28.02.2020 00:20 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Heiliger Kuhmist! Jetzt werden schon Kuhfladen elektrifiziert...