Car of the Week

12. Oktober 2018 05:00; Akt: 12.10.2018 10:59 Print

Comeback Toyota Supra – das Warten hat ein Ende

von Michael Köckritz - Zwanzig Jahre mussten Fans auf die Neuauflage des Toyota Supras warten. Auf der Auto Show in Detroit im Januar ist es nun soweit. Endlich.

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Der Toyota Supra V A90 mag technisch seine Verwandtschaft zum BMW Z4 nicht leugnen, im Aussehen schlägt das Coupe den Roadster deutlich. Lange Haube, gekrönt von geducktem, kompakten Greenhouse. Riesige Lufteinlässe hinter den Türen. Muskel bepackte Kotflügel. (Bild: Toyota)

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Die Gerüchte um die Wiedergeburt Supra überschlagen sich. Und das nicht erst seit gestern, sondern im Grunde genommen von dem Zeitpunkt an, als der Letzte seiner potenten Sechszylinder-Art in Japan vom Band gelaufen ist. Im August 2002 war das. Jahre vorher schon hatten die Manager den Verkauf in den USA eingestellt, einem der Hauptmärkte des Supras, da sich Sportcoupes im Land der unbegrenzten Möglichkeiten damals nur noch schleppend verkauften. Seit dem Genfer Autosalon ist es jedoch sicher: Sechzehn Jahre nach dem unrühmlichen Ende wird er wieder auferstehen. Auf der North American International Auto Show in Detroit wird’s offiziell, und Millionen von treuen Supra-Fans können sich endlich wieder aktuellere Poster ihres Traumwagens an die Wand pinnen.

Das kann man als Erfolg globaler Zusammenarbeit abhaken. Nachdem Toyota und BMW seit sechs Jahren in Sachen Batterie-Entwicklung und Brennstoffzellen-Technologie kooperieren, ist die Entwicklung eines gemeinsamen Sportwagens sozusagen ein Abfallprodukt der Gemeinsamkeiten. Sportliche Zweisitzer laufen unter den Aspekten moderner Verkaufsphilosophie als notwendige, aber wenig profitable Image-Builder. Da macht es Sinn, sich die Kosten zu teilen und die Lorbeeren getrennt einzuheimsen. Während die Münchner ihren Z4 als eine moderne, offene Version eines Gran Turismo interpretieren, übernehmen die Japaner die Präsentation ihres Top-Sportlers als genau solchen – der Supra kommt als brummendes Coupe, und wird die sportlichere Rolle des Geschwisterpaares übernehmen.

In seiner Art schleppt er auch mehr historischen Ballast mit sich herum als der Bayer. Der Supra wurde in den späten Siebzigern als halbwegs erschwinglicher Supersportwagen ersonnen, eine bezahlbare Porsche-Alternative, gedacht für vergleichsweise grosse Stückzahlen. Das Supra-Konzept basierte damals auf dem Celica, Toyotas überaus erfolgreichem Volkssportwagen, im Grossen ausgestattet mit Heckantrieb und einem soliden, leistungsstarken Reihensechszylinder. So schaffte sich der Supra, den es abwechselnd in einer Sport-, Luxus- und dann wieder in einer Sportversion gab, trotz übersichtlicher Entwicklungskosten eine treue Fan-Kundschaft.

Hört sich bekannt an?

Da fragt man sich doch fast, warum es mit der bayrisch-japanischen Kooperation so lange gedauert hat. Um das Image des Sportlers aus Japan gegenüber dem GT aus München zu unterstreichen, wurde – und wird – die Rollenverteilung entsprechend inszeniert. In Genf enthüllte Toyota das GR Supra Racing Concept. Ein paar Wochen später wurde beim Festival of Speed in Goodwood ein Supra-Modell von Toyota-Cheftechniker Tetsuya Tada nachgeschoben (der auch für den S86 verantwortlich zeichnete), das ziemlich nahe an einer Produktionsvariante lag. Ein fast komplettes Vorproduktionsmodell wurde der internationalen Presse auf einer Rennstrecke in Spanien für ausgewählte Runden unter Beaufsichtigung zur Verfügung gestellt.

Dabei sind sich der BMW Z4 und der neue Supra mehr als nur ähnlich. Sowohl die Japaner als auch die Münchner bestanden darauf, dass die Entwicklungsteams unabhängig und – speziell im Endstadium – räumlich voneinander getrennt arbeiteten, weshalb die Ergebnisse auch entsprechend unterschiedlich ausfielen. Allerdings werden beide Modelle mit klassischen – und identischen – Reihensechszylindern bestückt (BMWs B48B20 mit 340PS, 500 Nm und Doppel-Scroll-Turbolader), beide bei Magna in Österreich gebaut, wo pikanterweise auch die Mercedes G-Klasse vom Band läuft. Aber das amerikanische Online-Magazin Jalopnik machte sich die Mühe, die tatsächlichen Einzelteile miteinander zu vergleichen, und kam zu dem Schluss, dass der Supra ziemlich komplett aus dem Ersatzteillager in München zusammengebaut werden könnte.

Das mag ja sein, aber herausgekommen sind eben doch zwei recht unterschiedliche Charaktere. Man muss es den Japanern lassen, das Coupe sieht um vieles schnittiger aus als der bayrische Roadster, der mehr auf Eleganz setzt. Da Toyotas CEO Akio Toyoda eine ungewohnt aktive Rolle bei der Entwicklung der Neuauflage übernahm, kam eine fast klassisch britische Sportwagenform aus Tokyos Design R&L. Die lange Frontpartie geht ab der Wagenmitte in ein kurzes, gedrungenes Cockpit über. Das Heck formt eine grossartig aussehende Abrisskante. Die Gesamtwirkung ist lauernd, aggressiv. Mit einer perfekten Gewichtsverteilung von 50:50 schenken sich beide Fahrzeuge nichts.

Eineinhalb Tonnen Leergewicht für ein Go-Kart-Feeling

Aber das Fahrverhalten – Herr Toyoda lässt grüssen – ist bissiger und mehr auf Performance aus als der Z4. Die eineinhalb Tonnen Leergewicht lassen sich wie bei einem Go-Kart über die Strecke bewegen, die Lenkung ist herrlich direkt. Unter der Haube werkelt eine adaptive variable Aufhängung (AVS), das ABS-System lässt sich total abschalten und das elektronisch gesteuerte aktive Differential übernimmt den Rest. In 4,6 Sekunden ist man auf Hundert, VMax wird irgendwo um die 250 abgeriegelt werden.

Das Gerücht, dass es den Supra A90, so die offizielle Nomenklatura, auch mit Allrad geben wird, hat Tetsuya Tada erst mal abgewinkt. Ebenso die Wahrscheinlichkeit, dass es ihn als Handschalter geben wird. Eine Vierzylinder-Option hingegen will Toyota Mitte des nächsten Jahres anbieten. Über Hybrid- und andere alternative Varianten hält man sich noch verschlossen.

Auch über Preise will man noch nicht reden. Bestellen kann man ihn schon bald, auf der Webseite von Toyota Schweiz wird der Supra aufgeführt und versprochen: «Jetzt registrieren und in Kürze einen Supra reservieren». Die passenden Poster gibt’s dann bei Ebay.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Andreas am 12.10.2018 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    Der Supra ist eine Legende und muss wiederbelebt werden.

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  • Heiri Basler am 12.10.2018 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schnorri

    B48B20 ist ein 4 Zylinder Motor.

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  • E.D. am 12.10.2018 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BMW Motor bääh

    Leider kein nachfolger von dem 2JZ Motor....:(

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 1A Qualität am 15.10.2018 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Supra 2.8i

    aus 1983 mit 6 Zyl.Reihe 2 Nockenwellenmotor, hab ich noch. Mein erstes "richtiges" Auto. Läuft seit über 30 Jahren ohne Probleme und seidenweich. Verbrauch zwischen 7.2 - 12L. Würde nie gegen einen BMW Verschnitt tauschen.

  • Terza am 13.10.2018 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht erfüllbar

    der Name Supra ist so gross und die Erwartungen noch viel grösser. wahr schlichtweg nicht möglich die Erwartungen zu erfüllen. und als Supra würde ich diesem BMW niemals bezeichnen. habe bis heute noch nichts gefunden was von Toyota sein soll. also ganz böse gesagt eine Schande für diesen Namen Supra und Toyota.

  • Anton T. am 13.10.2018 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Toyota

    für mich gäbe es nur 2 Modelle von Toyota, einen älteren Corolla Diesel oder einen älteren Land Cruiser. Der Rest sieht einfach total bescheuert aus.

  • Camillio Don am 13.10.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Alfisti in Berufung

    Reisschüssel im neuen Gewand , auf das hat doch niemand gewartet da SUV inn sind , zu erst möchte ich Leistung sehen und vergleichen , mit dem AlfaRomeo Giuila Q4 Biturbo

  • Ferrari Fahrer am 13.10.2018 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Downsizing

    Alles nur noch Dowwwwnsiiiizzzzing. Schrecklich...schrecklich

    • sc am 13.10.2018 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ferrari Fahrer

      1.5 Tonnen Gewicht und Reihensechszylinder, wo ist hier downsizing?

    • Der Luchs am 13.10.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sc

      Ab 300 PS hat man V8 und mindestens 5 Liter Hubraum. Mit Turboladern kann man einen Smart beatmen.

    • fäbu am 13.10.2018 10:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Luchs

      mit deiner definiton sind sie wohl vor 50 jahren hängen geblieben. für 300ps reichen 4 zylinder locker

    • Der Luchs am 13.10.2018 11:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fäbu

      4-Zylinder ist die Motorisierung für Kleinwagen. Es bleibt dabei. Das ist meine persönliche Meinung. Wenn Sie daran Spass haben, gönne ich es Ihnen von Herzen.

    • Big Block am 13.10.2018 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fäbu

      Stimmt schon was die PS betrifft, aber nichts übertrifft einen satten V8 Big Block.

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