Ab 2022

28. März 2019 08:30; Akt: 28.03.2019 07:24 Print

Die nächste Generation Smart wird chinesisch!

von Thomas Geiger - Daimler gibt Smart (noch) nicht auf: Ab 2022 rollt der Stadtflitzer auf einer neuen Elektroplattform – Made in China!

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Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, bei der Pressekonferenz anlässlich der Marktpremiere des smart fortwo in China. (Bild: Daimler )

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Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken? Daimler probt – mal wieder – einen Kurswechsel bei Smart und baut die nächste Generation des Bonsai-Benz in China. Das haben die Stuttgarter jetzt mit ihrem grössten Einzel-Aktionär und Geely-Chef Li Shufu vereinbart und dafür ein eigenes Joint-Venture gegründet. Das soll bis 2022 mit dem Design von Daimler und der Technik von Geely eine neue, natürlich komplett elektrische Modellpalette entwickeln, die in einem eigenen Werk in China gebaut und von dort aus in die Welt verschifft werden soll.

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Ab 2022 rollt der Smart «Made in China» auf die Strasse. Eine gute Idee?

Von Mini bis Medium

Zwar will Smart weiter an der Idee vom Kleinstwagen fest- und den 2,50 Metern die Treue halten. Doch um endlich aus seiner mikroskopischen Marktnische heraus zu wachsen, soll es künftig auch deutlich grössere Modelle geben. Neben dem ForTwo und dem ForFour kommt so wieder ein ForMore ins Gespräch, der ins B-Segment wachsen und gegen Autos wie den Renault Zoe oder den elektrischen Mini antreten soll. Und wenn man mit Designchef Gorden Wagener spricht, hört man noch viel mehr Ideen heraus, die bis hin zu einer Miniaturausgabe der G-Klasse reichen. Der aktuelle Suzuki Jimny jedenfalls scheint dem Chief Creative Officer aus Stuttgart ein Stachel im Fleisch, den er mit einer adäquaten Antwort von Smart gerne ziehen würde.

50 Prozent an Geely

Mit dem Verkauf von 50 Prozent der Smart-Anteile an Geely unternimmt Daimler den nächsten Versuch, die lange und leidvolle Smart-Story doch noch zu einem Happy-End zu führen. Denn bislang war der Smart für die Schwaben nichts anderes als ein grosses Milliardengrab. Zwar zweifelt niemand an der Innovationskraft des Winzlings, der den Spass in den Stadtverkehr zurück gebracht und dem Parken den Schrecken genommen hat. Doch weder die erste Generation, die sie komplett alleine verantwortet haben, konnte die Verkaufserwartungen erfüllen und die immensen Entwicklungskosten einspielen, noch ist die aktuelle, gemeinsam mit Renault auf Basis des Twingo entwickelte Auflage des Bonsai-Benz sonderlich erfolgreich. Die Ankündigung, die Benziner einzustellen und auch beim laufenden Modell nur noch auf Akku-Autos zu setzen, wurde deshalb auch nicht als sonderlich mutig aufgefasst, sondern als ersten Schritt eines schleichenden Rückzugs – zumal die Umstellung der Produktion durch Probleme bei der Batterielieferung auch noch verzögert wurde.

Preis- Leistungsverhältnis verbessern

Wenn Daimler jetzt auf Geely als Partner setzt und selbst ein wenig in den Hintergrund tritt, wollen die Schwaben damit das Grund-Dilemma des Smart endlich lösen: Sein schlechtes Preis-Leistungsverhältnis. Denn auch wenn sie bis dato Premium-Preise erhoben haben, konnte der Smart den Mercedes-Anspruch weder bei Qualität und Materialanmutung noch beim Fahrverhalten erfüllen. Mit dem Label «Made in China» sollte sich das Problem von beiden Seiten gleichzeitig lösen lassen: Die Preise dürften dramatisch sinken und die die Ansprüche an das Auto ebenfalls.

Und wer sich nicht für einen Smart aus China erwärmen kann, der hat ja noch ein bisschen Zeit: Für mindestens zwei Jahren laufen ForTwo und ForFour in Hambach und Novo Mesto weiter von Band – und im Herbst bekommen beide sogar nochmal ein Facelift.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ursli am 28.03.2019 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dummes Europa

    Es ist unglaublich, dass jede Firma Arbeit nach China bringt. Rumänien, Bulgarien, Griechenland bräuchten unbedingt Arbeitsplätze. Und die Löhne dort sind auch nicht so hoch. Europa verkauft sich an eines der schlimmsten Länder.

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  • Reali Täter am 28.03.2019 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eure Zukunft

    Irgend wann wird im Leben der heutigen Jugend alles Made in China.

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  • Marc Bjorg am 28.03.2019 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erst der Anfang...

    Die ganze Deutsche Automobil Industrie wird nach China verlagert werden. Öko Strom sei Dank! Die EU ist als Markt einfach nicht mehr interessant. Mit kleinen Autos kann kein Geld verdient werden bei den Lohnkosten in Europa und den USA. Aber in Europa hat es keinen Markt für V8 Fahrzeuge in grossen Mengen... Also ab nach China.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Info am 07.04.2019 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Portal

    Auf dem informativen Portal ECOMENTO findet man im Internet viele News zu den neusten Elektromobilen. Ein Besuch lohnt sich.

  • Swatch am 06.04.2019 01:34 Report Diesen Beitrag melden

    10 Jahre später

    Was Hayek vorgesehen hat, ein umweltfreundliches Swatch Auto (jetzt Smart) mit Elektroantrieb herzustellen, machen jetzt die Chinesen...

  • Sunpower am 28.03.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt rächt sich die Trägheit

    Die Ignoranz von VW, Daimler und BMW gegenüber den Anforderungen der Zukunft hat die deutschen Autobauer im internationalen Wettbewerb geschwächt. Jetzt geraten sie durch externe Belastungen zusätzlich unter Druck.

  • Rolf Oehen am 28.03.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    nur weiter so...

    Dieter Zetsche-Daimler AG - welch eine Koryphäe!(...). Er & viele andere (KUKA...) haben immer noch nicht erkannt dass all Ihre "Auslagerungen" von Xi & Co inzwischen 1:1 kopiert wurden. Schlimmer noch, die Chinesen-Kisten stehen dort bereits auf der Rampe, ready to come - u. erst noch auf der "eigenen, chinesischen" Seidenstrasse - direkt zum Endkunden! (auch dies Dank geklautem iPhone - KnowHow und Apps!) Aber eben, mit so viel Bonus wird man "smart"... und pushed sogar "Outsourcing"! Wie lange können die D (und wir...) von Harz-IV noch zehren?

    • Alfred A. am 30.03.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf Oehen

      Dass immer mehr Produkte und Firmen nach Fernost abwandern und ausgelagert werden oder von Chinesen übernommen werden, bereitet nicht nur Ihnen Sorgen. Vielleicht müssen wir uns in Europa mal daran gewöhnen und damit zufrieden geben, für die "chinesische Ikea" Spanplatten zuschneiden zu dürfen.

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  • Fred am 28.03.2019 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch, wie immer

    Witzig, hier sind die Kommentare immer mehrheitlich gegen Elektro Autos. Geht aber ein Hersteller von Elektro Autos in das Land wo eine sehr grosse Nachfrage nach Elektro Auto besteht, reklamieren natürlich die selben Kommentarschreiber.