Captain Future

11. September 2019 10:00; Akt: 11.09.2019 08:30 Print

Ein Audi, so abgespaced wie ein Mars-Rover

von Thomas Geiger - Wenn Audi-Designer Fantasie und Zeichenstift freien Lauf lassen, kommt nicht immer was Verrücktes heraus. Im Fall des AI:Trail ist das etwas anders.

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«Nein, die Welt wird nicht untergehn. Der will doch nur spielen!» (Mögliche Aussage einer Mutter zu ihrem Kleinkind im Jahr 2034 beim Betrachten eines Audi AI:Trail). Und nochmals «Nein». Das ist auch kein Fahrzeug am Filmset einer neuen Ausgabe des Endzeitfilms Mad Max. Mad Max 5: Die Rache der Ingolstädter... oder so ähnlich. Es ist die mehr-oder-weniger-ernst-gemeinte Aussicht der Audi-Ingenieure und -Designer auf ein neues Freizeitfahrzeug für die ferne Zukunft. Es ist das vierte Modell in einem Zyklus, der vor zwei Jahren auf der Messe begonnen hat und die Zeit vorwegnehmen soll, in der man Autos nicht mehr kauft, sondern je nach Einsatzzweck vorübergehend ausleiht, erläutert Lichte. «Dann muss ein Auto weniger ... ...Kompromisse machen und kann naturgemäss etwas extremer werden», verteidigt er das spektakuläre Design des Showcars. Schliesslich sieht der 4,15 Meter lange und 2,15 Meter breite Viersitzer mit seiner grossflächig verglasten Kabine aus, als hätte man die Kanzel eines Überschall-Hubschraubers auf ... ...vier grobstollige, weitgehend freistehende Räder gesetzt. Man fühlt sich luftig und leicht, wird nicht eingeengt und kann durch die ausgestellten Seitenscheiben oder den verglasten Bug auf die Fahrbahn sehen – gerade im Gelände ein unschlagbarer Vorteil. Anstelle des Rückspiegels montiert Audi ein Fernglas am Dachhimmel und weil man bei solchen Touren oft nur zu zweit unterwegs ist, dafür aber vielleicht mehr Platz braucht, sind im Fond zwei Stoffsitze vorgesehen, die bei Bedarf wie eine Hängematte in die Karosserie gespannt werden oder ansonsten beim Picknick in den Büschen als Sitzgelegenheit dienen können. Zwar hat Audi die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h limitiert, um irgendwie auf eine vernünftige Reichweite von 400 bis 500 Kilometer zu kommen, und während das Ladenetz in der Zivilisation so langsam wächst, sucht man im Feld noch vergebens nach einer Steckdose.

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Wenn Audi-Designchef Marc Lichte sich mal entspannen möchte, dann fährt er mit seinem alten Porsche 911 von Ingolstadt aus eine Runde durchs Altmühltal. Doch seinen Kunden bietet er bald grössere Abenteuer an. Denn mit einem neuen Freizeitfahrzeug für die ferne Zukunft schickt Lichte den Audi-Fahrer von Übermorgen ins Weltall oder zumindest für ein Wochenende ins Feld und durch Wald und Wiesen. Das jedenfalls ist die Aussicht, mit der die Studie AI:Trail in Frankfurt um Aufmerksamkeit buhlt.

Sie ist das vierte Modell in einem Zyklus, der vor zwei Jahren auf der Messe begonnen hat und die Zeit vorwegnehmen soll, in der man Autos nicht mehr kauft, sondern je nach Einsatzzweck vorübergehend ausleiht, erläutert Lichte. «Dann muss ein Auto weniger Kompromisse machen und kann naturgemäss etwas extremer werden», verteidigt er das spektakuläre Design des Showcars.

Überschall-Hubschrauber auf Stollenpneus

Schliesslich sieht der 4,15 Meter lange und 2,15 Meter breite Viersitzer mit seiner grossflächig verglasten Kabine aus, als hätte man die Kanzel eines Überschall-Hubschraubers auf vier grobstollige, weitgehend freistehende Räder gesetzt. Aber das fängt nicht nur den Blick der Messegäste, sondern ermöglicht auch den Insassen ganz neue Ausblicke, verspricht der Designer: Man fühlt sich luftig und leicht, wird nicht eingeengt und kann durch die ausgestellten Seitenscheiben oder den verglasten Bug auf die Fahrbahn sehen – gerade im Gelände ein unschlagbarer Vorteil.

Aber im AI:Trail kann man sogar um die Ecke schauen. Denn wo andere Geländewagen allenfalls Suchscheinwerfer haben, steigen von der Studie bei Bedarf zwei Drohnen auf, die mit LED-Strahlern und Kameras bestückt sind. Sie übernehmen damit nicht nur die Funktion des Fernlichts, sondern werden buchstäblich zu Spähern und Kundschaften den Weg aus.

Hängematte und Fernglas am Dachhimmel

Die Drohnen sind nicht das einzige Gimmick aus der Abteilung pfiffig, aber unrealistisch. Statt Becherhalter gibt es edle Trinkflaschen, anstelle des Rückspiegels montiert Audi ein Fernglas am Dachhimmel und weil man bei solchen Touren oft nur zu zweit unterwegs ist, dafür aber vielleicht mehr Platz braucht, sind im Fond zwei Stoffsitze vorgesehen, die bei Bedarf wie eine Hängematte in die Karosserie gespannt werden oder ansonsten beim Picknick in den Büschen als Sitzgelegenheit dienen können.

Auf Wunsch weitgehend autonom unterwegs

Angetrieben wird der auf der Strasse auf Wunsch weitgehend autonome und im Gelände stark unterstützende AI-Trail dabei von vier nah an den Rädern montierten E-Motoren, die auf 435 PS kommen bis zu 1000 Nm auf die Fahrbahn bringen.

Zwar hat Audi die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h limitiert, um irgendwie auf eine vernünftige Reichweite zu kommen. Doch bisweilen sollte man einen kritischen Blick auf das Display seines mit dem Fahrzeug vernetzten Handys werfen, wenn das Abenteuer nicht ungeplant länger dauern soll. Denn mehr als 400 bis 500 Kilometer sind aus den Akkus nicht zu quetschen, und während das Ladenetz in der Zivilisation so langsam wächst, sucht man im Feld noch vergebens nach einer Steckdose. Und im Weltall sowieso.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 11.09.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Oh je

    Audi sollte besser schauen, dass sie ihre E-Trons sparsamer bringen. Die brauchen viel zu viel Strom.

  • Detelf am 11.09.2019 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Im Ernst?

    Sieht etwa so aus wie der RC-Buggy meines Nachbarjungen...

  • Nikolai am 11.09.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ewiggestrig

    Erneutes Ablenken von der eigenen Unfähigkeit, wenigstens etwas Innovation zu betreiben. Die aktuellen Modelle sehen innen wie aussen aus wie vor 10 Jahren, nur das hässliche ausfahrende Navi ist dazu gekommen. Solche Studien sind was sie sind: Studien. Schön auch der Satz auf 130kmh begrenzt um auf eine Reichweite zu kommen, welche heute schon von jedem Tesla eeit übertroffen wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Audianer am 13.09.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haters gonna Hate

    Immer diese hasserfüllten Kommentare. Wenns euch nicht gefällt wieso klickt ihr dann auf den Artikel? Und als wäre es nicht schon genug, nimmt man sich noch die Zeit einen unnötigen Kommentar zu hinterlassen...

    • Dacianer am 15.09.2019 23:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Audianer

      Ob es unnötig ist, mitzuteilen, ob diese Studie einem gefällt oder nicht, sei mal dahingestellt. Und dass man die Studie sinnlos findet und dies auch mitteilt wenn man denn möchte, gehört zur Freiheit eines jeden Bürgers in der Schweiz...

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  • Primus am 12.09.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Für die Karpaten ?

    Und für was braucht man so ein Fahrzeug? Um in der Stadt ins Kaffee zu fahren? Die meisten SUV haben noch nie eine Waldstrasse oder Gelände gesehen, dieses Fahrzeug wäre für die Karpaten geeignet.

  • Prakmatiker am 12.09.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar schön und praktisch

    Mal abgesehen davon dass dieses Fahrzeug unglaublich schön ist und ich mir sofort eins kaufen würde. Es hat auf dem Dach auch noch einen praktischen Schwiegermutterplatz.

  • Dave am 12.09.2019 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Find ich geil

    Kauf mir zwar keine Geländewagen, aber wenn dann wäre der toll.

  • Ronny C. am 12.09.2019 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Falsch investiert

    Der Wagen erinnert an die Renault Racoon-Studie aus den 1990ern. Absolut sinnfrei und nicht mal cool. Wieder eine Blendgranate vom Studien-Konzern. Vielleicht wäre das Geld besser investiert gewesen beim mauen étron (der Name ist Programm), der fast doppelt so viel Strom verbraucht wie ein viel grösserer und viel stärkerer Model X. Wir erinnern uns, der étron hat eine Dauerleistung von unter 140 PS (!) und ist aufgrund der simplen Motoren und der hoffnungslos veralteten Leistungselektronik nicht mal auf dem Stand eines 2013er-Model S. Was sollen also diese wöchentlichen Studien ?