Alltagsproblem

22. November 2019 13:22; Akt: 22.11.2019 13:22 Print

Falsch getankt – was nun?

Immer wieder kommt es vor, dass sich Autofahrer an der Tankstelle beim Zapfhahn vergreifen. Das ist alles andere als eine Bagatelle.

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Benzin statt Diesel getankt, das kann doch nur Amateuren oder Tagträumern passieren! So denken viele. Die Realität sieht anders aus: Jährlich gibt es bis zu 10'000 Falschbetankungen in der Schweiz. In rund der Hälfte der Fälle kommt die Patrouillenhilfe zum Einsatz. Sie schleppt das Auto zum Stützpunkt oder in die Garage ab. Dort wird das Benzin-Dieselgemisch absaugt.

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Der Irrglaube, etwas Benzin im Diesel schade vor allem im Winter nicht, ist dennoch weit verbreitet. Grundsätzlich sollte nie Normalbenzin mit Diesel gemischt werden, denn ein nicht korrekt betanktes Auto ist alles andere als eine Bagatelle. Wer den falschen Kraftstoff im Tank hat, sollte auf keinen Fall weiterfahren. Wer es trotzdem tut, muss mit hohen Reparaturkosten von 5000 Franken oder mehr rechnen.

Motor nicht starten

Auch bei kleinen Mengen falschem Sprit gilt deshalb: Motor nicht mehr starten oder sofort anhalten und Motor ausschalten. Dazu muss man in der Betriebsanleitung nachsehen, ob es sich um einen älteren Diesel (Wirbel-/Vorkammer-Diesel) handelt. Dann ist etwas Benzin nicht in jedem Fall schädlich. Bei modernen Common-Rail- und Pumpe-Düse-Triebwerken, die seit circa 20 Jahren auf dem Markt sind, gilt jedoch: Ja nicht losfahren, sonst sind Schäden am Motor vorprogrammiert.

Doch was passiert eigentlich, wenn man falsch getankt hat? Dieselmotoren reagieren empfindlich auf Super. Technisch gesehen hat Diesel spezielle Schmiereigenschaften, die verhindern, dass die Feinbauteile in den mit Hochdruck arbeitenden Einspritzsystemen moderner Dieselmotoren verhocken. Benzin hat die gegenteilige Eigenschaft, es wirkt reinigend und zerstört den im Dieselmotor nötigen Schmierfilm.

Wenn Autofahrer nach einer falschen Betankung den Motor trotzdem starten, muss im schlimmsten Fall das gesamte Einspritzsystem samt Hochdruckpumpe, Injektoren, Kraftstoffleitung und Tank ausgetauscht werden. Das wird teuer. Wenn der Motor nicht gestartet wird, kann es dagegen genügen, den Tank abzusaugen. Ältere Dieselfahrzeuge halten zwar wenige Liter Benzin bei der Fahrt aus, reines Benzin sollte allerdings nicht verbrannt werden. «Falls der Motor zu nageln und stocken beginnt, soll man anhalten und Hilfe anfordern», so der TCS.

Gefährliches Gemisch

Dazu kommt, dass ein falsch gefüllter Tank nicht nur für den Motor gefährlich ist. Das Diesel-Benzin-Gemisch ist leicht entzündbar, es besteht Explosionsgefahr. Das Gemisch ist deshalb «auf jeden Fall abzupumpen und fachmännisch zu entsorgen», rät der TCS. Im Zubehörbereich gibt es denn auch diverse Produkte, die der Verwechslung an der Zapfsäule vorbeugen.

Seltener passiert der Fehlgriff bei Benzinern, denn Diesel-Zapfpistolen sind breiter als die Einfüllstutzen der Benziner. In die wenigsten Autos kann also Diesel falsch getankt werden. Wer jedoch den Benzintank trotzdem mit Diesel füllt, sollte auch hier das Auto besser abstellen. So können Schäden am Katalysator und an der Einspritzanlage vermieden werden. Zudem sollte das Gemisch abgesaugt werden.

Und was ist, wenn man versehentlich LKW-Diesel tankt? Im Prinzip kein Problem, allerdings ist Lastwagen-Diesel nicht optimal auf Autos abgestimmt. Das Problem ist aber die Zapfpistole, respektive die Fliessgeschwindigkeit. Die LKW-Pistole hat einen deutlich grösseren Durchmesser, passt also nicht auf den Einfüllstutzen am Auto. Zudem fliesst an den Hochleistungszapfsäulen der Kraftstoff schneller. Die Sauerei an der Tankstelle ist deshalb meist vorprogrammiert.

(str)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sepp vom Sterne Stammtisch am 22.11.2019 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Ich tanke bei Rösi im Sternen. Da gibt es Stange oder Kübel, beides ist frisch gebraut ;-)

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  • seppli am 22.11.2019 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    habe auch schon falsch getankt

    am Morgen hatte ich Kopfschmerzen

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  • Minette am 22.11.2019 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Benzin statt Diesel

    Ist mir auch schon passiert. Kann es mir bis heute nicht erklären warum ich Benzin anstatt Diesel tankte. Als ich es bemerkte, ging ich in die Garage zu der die Tankstelle gehörte. Die Anwort finde ich bis heute noch frech "Rufen Sie den TCS an, wir haben in 10 Minuten Feierabend und können Ihnen jetzt nicht helfen". Der TCS schleppte mich dann in die nächste Garage, die extra auf mein Auto wartete, damit ich einen Ersatzwagen mitnehmen konnte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • judlä am 23.11.2019 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Test

    immer erst das Feuerzeug an den Zapfhahn halten, Wenns nicht brennt, ist es Diesel, wenns knallt, dann wäre es Benzin gewesen.

  • andi am 23.11.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbrenner Problem

    Zum Glück kann man den Stecker beim Nissan Leaf nicht falsch einstecken.

    • Ist das ein Auto, am 23.11.2019 21:30 Report Diesen Beitrag melden

      oder ein Staubsauger ?

      Heutzutage ist alles möglich bei dieser Verblödung der Menschheit!

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  • Peter am 23.11.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Xtrail

    Kein Problem, ich auch schon mal versehentlich 10lt Benzin in statt Diesel getankt und hab danach Diesel nachgetankt, mittlerweile hat mein Nissan xtrail 200000km und läuft und läuft.......

  • Tanknix am 23.11.2019 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Pfeif aufs Benzinmonopol

    Das kann beim Opel P4 von 1937 mit Holzvergaser nicht passieren. Buchenholzwürfel passen nicht in den Benzintank..

  • Häää am 23.11.2019 14:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kopf nicht bei der Sache

    Ganz einfach, führerschein abgeben.