Ford-Flitzer

07. Februar 2020 12:01; Akt: 06.02.2020 18:55 Print

Gut gebrüllt, Berglöwe

von Dave Schneider - Ford lanciert den neuen Puma. Das Mini-SUV soll auf Fiesta-Basis für neue Kundschaft sorgen.

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Die rigorose CO2-Politik trägt bizarre Früchte. Mit den strengen Vorgaben sollen die Autohersteller dazu gebracht werden, umweltfreundlichere Autos zu bauen. Nun werden die Fahrzeuge allerorts elektrifiziert, also mit Batterien vollgepackt – doch bei Kleinwagen ist das schwierig. Der Preisdruck lässt den Einbau teurer Akkus kaum zu, und so verschwinden an sich vernünftige Modelle vom Markt, weil sie mehr als die seit diesem Jahr geltenden 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstossen. Grosse, stark motorisierte SUV mit hohen Margen sind hingegen ideal für dieses System: Als Plug-in-Hybrid stossen sie im Zulassungsverfahren WLTP wenig CO2 aus und sind für die Hersteller daher Gold wert. Je mehr von ihnen verkauft werden, desto tiefer sinkt der CO2-Schnitt der Marke, desto kleiner wird die allenfalls zu bezahlende Busse.

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So nimmt Ford den über fünf Meter langen, siebenplätzigen und 450 PS starken SUV Explorer liebend gerne in die europäische Modellpalette auf – er ist ein Plug-in-Hybrid und weist mit 78 Gramm pro Kilometer eine fabelhafte CO2-Bilanz auf. Unabhängig davon, ob das Auto auch wirklich an der Steckdose geladen wird, oder nicht. Im Gegenzug müssen vernünftige Modelle wie der Ka+ oder der Ecosport über die Klinge springen. «Die neuen CO2-Vorgaben zwingen uns dazu», sagt Generaldirektor Donato Bochicchio von Ford Schweiz. Sie werden aus dem Angebot genommen und durch Modelle ersetzt, die dank elektrifizierten Antrieben diesen derzeit alles entscheidenden CO2-Wert nach unten drücken.

Trendiger Mini-SUV

Und nun lanciert Ford den neuen Puma: ein trendiger SUV im Miniformat von knapp 4,2 Metern, der die wegfallenden Kleinwagen Ka+ und Ecosport kompensieren soll. «Unsere Kunden wünschen sich einen modernen SUV, der optisch aus der Masse herausragt und mit praktischen Detail-Lösungen überzeugt», ist sich Ford-Europa-Chef Stuart Rowley sicher. Gleichzeitig steht der Puma exemplarisch für die Strenge der politischen Forderungen: Obwohl er mit einem winzigen, auf Effizienz getrimmten Dreizylinder-Motor samt 48-Volt-Mildhybridsystem ausgestattet ist, emittiert er im WLTP-Prüfverfahren mit bestenfalls 124 Gramm deutlich mehr als die erlaubten 95 Gramm pro Kilometer.

Um bei der Kundschaft zu punkten, braucht es aber mehr als eine gute CO2-Bilanz, und da hat der neue Puma einiges zu bieten. Mit seinem eigenständigen Design wird er gut ankommen. Da er die Plattform des viel gelobten Ford Fiesta übernimmt, fährt sich der SUV genauso souverän wie sein kleiner Bruder. 12 Ultraschallsensoren, drei Radarsysteme und zwei Kameras ermöglichen ein grosses Angebot an Assistenzsystemen wie etwa teilautonomes Fahren auf der Autobahn oder das System «Lokale Gefahrenhinweise», das dank Car-to-Car-Kommunikation vor vorausliegenden Hindernissen warnt. Ein digitales Cockpit, eine grosszügige Ausstattung und Features wie beheizbare Massagesitze oder abnehm- und waschbare Sitzbezüge machen das Leben an Bord angenehm.

Viel Platz

Und mit praktischen Details wie der so genannten Mega-Box wird der Puma auch Familien gefallen: Das unter dem Kofferraumboden angebrachte Unterflurfach mit einem Volumen von 80 Litern ermöglicht den Transport von hohen Gegenständen (bis 1,15 Metern), kann als Versteck für wertvolle Gegenstände wie Laptops dienen und ist darüber hinaus dank eines Wasserauslasses im Boden einfach ausspülbar – so können auch schmutzige Gegenstände problemlos transportiert werden. Clever.

Der neue Puma hat das Zeug, um die wegfallenden Modelle Ka+ und Ecosport zu kompensieren und um neue Kunden zur Marke zu locken. Und die Antriebspalette bietet nicht viel Raum zum Nachdenken: In der Schweiz werden zwei Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 125 oder 155 PS angeboten, der schwächere ist wahlweise auch ohne Mildhybrid-System erhältlich. Später im Jahr folgt ein Vierzylinder-Diesel mit 120 PS, der edle Vignale und der sportliche ST sind in der Pipeline.

Mit dem vor 23 Jahren lvon Ford ancierten Sportcoupé Puma hat der neue Puma übrigens nichts zu tun. «Eine Dame, der wir im Rahmen einer Kundenbefragung Zeichnungen des neuen Modells gezeigt haben, sagte: ‘Der sieht aus wie ein Puma’», erklärt Design-Chef Thomas Morel. «Das hat uns so gefallen, dass wir das gleich als Modellnamen übernommen haben».

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • James am 07.02.2020 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches CO2 System

    Es ist natürlich ein Witz, wenn der Explorer Plug-in-Hybrid mit 78gr./km gehandelt wird. Diesen Wert wird das Auto niemals erreichen. Ich finde es schade, dass hier offensichtlich der Autolobby wieder ein Schlupfloch zugesprochen wurde. Sinngemäss sollten mehr Kleinwagen gefördert werden.

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  • Facter am 07.02.2020 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Physik für Anfänger

    Gross= schlechter Luftwiderstand bedeutet mehr Energieverbrauch. Schwer= Hohes Gewicht das bewegt werden muss, braucht mehr Energie als ein leichtgewichtiges Auto. Je höher das Gewicht ist, desto mehr Energie wird verbraten... Bei einem Verbrenner bedeutet dies. Höherer Schadstoff-Ausstoss!

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  • jay jay am 07.02.2020 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    krankes system

    aber der neue explorer sieht gut aus. hoffe den kaufen auch genau hausfrauen um die kinder in die schule zu fahren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ford Kenner am 15.02.2020 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    Korrektur: Der alte Ford Puma war auf Basis des Fiesta und der neue auch. Daher ist auch der Name logisch.

  • Staats Mueder am 11.02.2020 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Beschiss an der Umwelt und am Volk!

    Sehr guter Bericht! Leider ist es so, dass die Politik mit Ihren Vorgaben, einem nicht nur und das Geld aus den Taschen zieht, sondern vernünftige Verbrenner Autos, in der CH gar nicht mehr zu Verfügung stehen! Die Verbrauchsmessung nach WLTP (läuft über gut 50km) ist ja gut und recht. Nur leider wird damit der Verbrauch der so bevorzugten PlugIn Hybrid nicht real wiedergegeben. Da diese, hier praktisch rein elektrisch fahren können. Dies verfälscht deren CO2 Ausstoss und ermöglicht es den Importeuren sich "runter zu bescheissen"! Bei diesen Fahrzeugen ist der CO2 Ausstoss real viel höher.

    • Staats Mueder am 11.02.2020 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      geht noch weiter

      Was bei PlugIn Hybrid, mit dem ganzen High Tech, d.h. volle Verbrenner und Akku Technologie in einem Fahrzeug mit viel Zusatzgewicht gespart wird. Kann man durch aufladen an der Steckdose kompensieren, Aber nur, wenn mal nicht mehr als 200km / Tag fährt! Ansonsten ist die Gesamtbelastung grösser als bei jeden vergleichbaren reinen Verbrenner! Und dafür werden die Importeure noch belohnt, da der Durchnschitt an C02 Ausstoss noch sinkt! Beschiss an Allem auf ganzer Linie, aber legal und noch gefördert!!!

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  • Heidi Jenny am 08.02.2020 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ich fahre NUR Verbrenner

    Weil ich es mir Wert bin.

  • Stirling am 08.02.2020 10:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mehr nötig.

    Produziert einfach keine neuen Verbrennermotoren. Brsuchts nicht mehr.

    • Der Besserwisser am 08.02.2020 10:54 Report Diesen Beitrag melden

      @Stirling

      Autos mit Verbrennermotoren werden noch lange herumfahren, aber die Stromer sind in etwa 3 Jahren weg von der Bildfläche denn Physik lässt sich nicht überlisten.

    • Stirling am 08.02.2020 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Besserwisser

      Welche Physik soll sich nicht überlisten lassen?

    • Stirling am 08.02.2020 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner, der Garagist

      Offenbar kannst du mir keine Gründe nennen weshalb der Verbrennungsmotor noch eine Daseinsberechtigung hat, sonst würdest du dich nicht auf dieses Niveau herablassen.

    • Bürger am 08.02.2020 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      Tja E - Autos haben kein Chance

      @ Stirling Doch ich gebe Ihnen einen klaren Grund: Das Elektroauto hat den miserabelsten Gesamtwirkungsgrad vom Verbrauch,Reichweite, Tankdauer im gesamten sprich 15 %. Alleine der Stromverbrauch ist ein Grund mehr keinen E-Schrott zu kaufen dann noch die zwangsupdate und die massenhafte Elektronik sowie die fehlende Emotionen. Wer sowas gerne haben möchte soll doch sich das kaufen. In einigen Kantone zahlt man nach Gewicht Fzg Steuern und da ist der E-Müll im klaren Nachteil

    • James am 08.02.2020 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Bürger

      Lieber Bürger. Du hast wirklich keine Ahnung vom Wirkungsgrad eines E-Autos. Bitte les dich in das Thema ein bevor du etwas schreibst. Das E-Auto hat mit Abstand den besten Gesamtwirkungsgrad von der Herstellung bis zum Rad. Du kannst gerne alle Verluste einrechnen und es wird immer noch so sein. Den auch ein Verbrenner hat Verluste die parallel zum E-Auto immer höher sind.

    • Stirling am 08.02.2020 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bürger

      Lieber Bürger, ausgerechnet der Wirkungsgrad ob nur im Betrieb des einzelnen Fahrzeugs oder im Gesamten ist um mindestens das 2,5-Fache höher als beim Verbrenner. Auch die herstellung ist um Weiten umweltfreundlicher als alles was mit dem Verbrenner zusammenhängt. Und mit Emotionen müssen sie mir nicht kommen, den die Lösen unsere Probleme nicht.

    • Holzski am 09.02.2020 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bürger

      Sofern der Strom aus erneuerbaren kommt und das Auto einen Akkuzyklus unfallfrei erlebt ist safür die CO2 bilanz übewältigend

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  • 300PS am 08.02.2020 10:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier geht es doch um den Puma.

    Ich weiss, wahrscheinlich gehört mein Kommentar gar nicht hier hin... Aber ich finde den Puma gelungen, gefällt mir besser als die letztens vorgestellten Kia, Tata und Skoda Mini-SUV. Collies Design, aussen und innen. Gut gemacht!