E-Flitzer

17. Januar 2020 05:02; Akt: 17.01.2020 00:31 Print

Klimaneutraler Wirbel um den E-Mini

von Dieter Liechti - Ausgerechnet den «sauberen» Elektro-Mini präsentiert die BMW-Tochter in Miami. Trotzdem soll der Event klimaneutral über die ferne Bühne gehen.

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«Lokal emissionsfreie Mobilität ist seine Domäne», schreiben die PR-Verantwortlichen im Vorfeld der heute Donnerstag beginnenden internationalen Pressetestfahrten des neuen Elektro-Minis in Miami. Richtig: Der im englischen Oxford gebaute und mit dem Elektromotor des deutschen BMW i3 bestückte 3-Türer wird für die Fahrvorstellung der Medien über 7000 Kilometer weit nach Florida transportiert. Das ist kein Einzelfall, war jahrelang üblich, und auch wir fliegen wegen Fahrvorstellungen tausende Kilometer.

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Aber klimaneutral ist das natürlich nicht. «Trotzdem ist auch bei der Medienpräsentation des Mini Cooper SE alles auf Nachhaltigkeit ausgerichtet», entkräftet die Pressestelle der BMW Group bereits im Vorfeld allfällige Kritiken. «Die Fahrvorstellung des rein elektrisch angetriebenen Serienmodells der britischen Kultmarke wird bilanziell CO2-neutral durchgeführt.»

Wie das? Laut der Pressestelle sollen es Testfahrten mit 100 Prozent Ökostrom, eine «konsequent ressourcenschonende Eventgestaltung» und Kompensationsleistungen zugunsten von zertifizierten Klimaschutzprojekten ermöglichen, den ökologischen Fussabdruck des E-Minis bei seinen ersten Testfahrten mit Medienvertretern aus aller Welt auf null zu reduzieren.

Für Windpark

Laut BMW besteht in Miami die Möglichkeit, die gesamte Testwagenflotte ausschliesslich mit Strom aus regenerativen Quellen zu versorgen. «Damit erhalten die Medienvertreter die Gelegenheit, ihre Probefahrten sowie die Rundtouren für Film- und Fotoaufnahmen vollkommen emissionsfrei zu absolvieren», betonen die Münchner. Auch die bei der An- und Abreise des Mini-Teams sowie der Journalisten aus allen Regionen der Welt anfallenden CO2-Emissionen werden durch den Erwerb von Umweltzertifikaten kompensiert.

Der Erlös aus dem Erwerb der Umweltzertifikate kommt dem Ausbau des Windparks Peralta in Uruguay zugute. Dort wird durch den Einsatz von 25 Turbinen der Strombedarf von rund 50’000 Haushalten gedeckt. Dieser Windpark wurde vom «Zofnass Program for Sustainable Infrastructure» der Harvard Universität als Pionierprojekt anerkannt. Er trägt dazu bei, den Anteil an erneuerbarer Energie im Strommix Uruguays weiter zu erhöhen und unterstützt damit das ehrgeizige Vorhaben des Landes, bis 2030 eine vollständige Klimaneutralität zu erreichen.

Zudem wird ein Projekt zur Nutzung von Windenergie im Süden Argentiniens unterstützt. In der Region Patagonien liefert die landesweit grösste Anlage dieser Art auf einer Fläche von rund 1500 Hektar und mithilfe von 43 Windrädern klimaneutral erzeugten Strom für das nationale Versorgungsnetz. Auch der Ausgleich für alle weiteren im Zusammenhang mit der Veranstaltung nicht vermeidbaren Treibhausgase kommt einem Windenergieprojekt in Südamerika zugute.

Ab März 2020

Der Mini Cooper SE läuft seit ein paar Wochen in Oxford vom Band und steht ab März 2020 zu Preisen ab 39’900 Franken beim Händler. Die Optik orientiert sich am konventionellen 3-Türer – auffällig anders sind nur die gelben Zierelemente und der geschlossene Kühlergrill. Der aus dem BMW i3 bekannte E-Motor mit 135 kW (185 PS) schickt seine 270 Nm an die Vorderräder; der 0-auf-100-Sprint dauert 7,3 Sekunden. Der Lithium-Ionen-Akku mit einem Brutto-Energiegehalt von 32,6 kWh ermöglicht eine für die «urbane Mobilität geeignete Reichweite» von 235 bis 270 Kilometern und ist tief im Unterboden platziert, sodass der Laderaum wie gehabt 211 bis 731 Liter fasst.

Der Stromverbrauch beträgt nach dem aktuellen WLTP-Testzyklus 13,2 bis 15,0 kWh/100 km. Die Rekuperation kennt zwei Stufen – in der höchsten soll die Verzögerung so stark sein, dass man das Bremspedal nur selten braucht. Per Schnellladung ist die Batterie innert 35 Minuten zu 80 Prozent geladen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nichtkäufer am 17.01.2020 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preis/Leistung

    Zu dem preis müsste er eigentlich 400km reichweite haben wenn man die faustformel 100km/10kchf nimmt. Deshalb: zu teuer oder zu kleiner akku.

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  • MaschIng am 17.01.2020 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Überschlagsrechnung

    Der genannte Windpark in Uruguay hat eine installierte Leistung von 50 MW. Bei einem angenommenen, optimistischen Kapazitätsfaktor von 40% leistet der Park also durchschnittlich 20 MW. Jahresertrag: Ca. 175200 MWh. Damit könnten, bei der durchschnittlichen Fahrleistung von 35 km pro Tag und einem Stromverbrauch von 15 kWh/100 km, schon mal 85'000 Minis betrieben werden, Ladeverluste berücksichtigt

  • Minimalist am 17.01.2020 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Strom hat es genug

    Da für die Bereitstellung von 1 Liter Diesel aus Rohöl insgesamt 6-7kWh Strom benötigt werden, sollte die Strommenge nicht das Problem sein, sondern wie man Überschussstrom aus Sonnen-und Windenergie am besten speichern werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mik am 19.01.2020 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirbel Elektroautos

    Wenn schon elektro dann Nissan, Renault oder Tesla. Deutsche Elektroautos sind tendenziell viel zu teuer. Was ist eigentlich so schlecht an Hybriden, Toyota hybrid, Verbrauch sehr gering kostengünstig was brauchst du mehr. Die Deutschen preisen es an als ob es die erfunden haben, wie lange baut Toyota Hybridantriebe.

  • Jean Weiss am 18.01.2020 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Lasst mich raten...

    ...das ist der neue Tesla-Killer?

  • Lupo Wolf am 18.01.2020 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stromer

    Nein zu Stromer! Umweltbelastender geht es kaum. Alles nur eine Masche der Politik und Presse um Geld zu schäffeln. Strom wird ewig eine sekundäre Energieform bleiben. Und das Speichern wird immer ein Problem bleiben. Bald werden wir hier in Europa sowieso abhängig sein, da wir unsere guten AKW's abschalten. Uns Schafen wird so ein Quatsch eingetrichtert wegen Ökostrom, Elektromobilität, CO2, etc. Ich kann nur raten, informiert euch selber und nehmt nicht alles für Bares was in den gängigen Medien verbreitet wird. Seit kritisch und braucht euer Hirn.

    • krette am 19.01.2020 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lupo Wolf

      ja bitte informieren sie sich.

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  • Urs AH am 18.01.2020 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reichweite zu knapp

    Der Preis von knapp 40'000.- Franken ist einigermaßen moderat ausgefallen. Die Reichweite ist zu knapp, vorallem wenn's mal weiter als zur Arbeit gehen soll. Für rund 44'000.- Franken steht der günstigste Tesla 3 mit knapp 500 Kilometer Reichweite auf der Bestellliste, was dann ein vollwertiges, Langstrecken-taugliches E Auto darstellt.

  • Als Umweltbewusster kaufe ich am 18.01.2020 01:09 Report Diesen Beitrag melden

    kein Batterieelektrisches E-Auto

    Als i-Tüpfchen darf man auch noch erwähnen, das diese Kobalt Lithium-Feuerhöllen auf Rädern in ihrer Lebensdauer vorsichtshalber auch noch angepasst wurden, wie man es von anderen Elektrogeräten ohnehin schon gewohnt ist!

    • andi am 18.01.2020 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Als Umweltbewusster kaufe ich

      Sie haben recht die Lebensdauer (Garantie) der Akkus wurde angepasst, aber nach oben. Z.B. BMW von 8 Jahre/100'000 km auf 180'000 km.

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