Vision Urbanetics

11. September 2018 13:31; Akt: 11.09.2018 13:31 Print

Mercedes-Van soll Mega-Citys vor Kollaps retten

von Thomas Geiger - Der übernächste Van von Mercedes ist elektrisch, fährt vollautonom und wechselt den Aufbau. Richtig: So etwas hat sich ein Zürcher auch schon ausgedacht.

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Wandelbar wie ein Chamäleon: Binnen weniger Minuten wird bei Mercedes-Benz aus einem führerlosen Shuttlebus für bis zu 12 Passagieren ein Amazon-Lieferwagen mit Autopilot. Dafür setzt die Designstudie, die mit über fünf Metern Länge das Format des aktuellen Sprinters hat, nicht nur auf einen sauberen Elektroantrieb und auf das voll autonome Fahren, denn das Auffälligste am Vision Urbanetics Van ist der raffinierte Wechselaufbau. Als Basis dient eine Art Skateboard, das die elektrisch angetriebenen Achsen mit einer in der Bodenplatte integrierten Batterie verbindet und die Technik fürs autonome Fahren samt zweier Sensoren birgt, die sich wie Insektenaugen aus der Karosserie schieben. Darauf kann man wahlweise eine Art riesigen Rimowa-Koffer schnallen, der ein Ladevolumen von zehn Kubikmetern bietet, Platz für zehn Europaletten hat und mit einem automatischen Fördersystem und einer von aussen zugänglichen Klappe auch eine mobile Paketausgabe ermöglicht. Oder man bestückt das Skateboard mit einem Bus-Baustein: Gezeichnet wie ein silbernes Fabergé-Ei mit diamantenen Tropfen fürs Fenster, bietet diese Kabine acht für jede Fahrtdauer unterschiedlich bequeme Sitz- und vier Stehplätze sowie ein neues Infotainment-Konzept. Am Dachhimmel schimmert wie eine Art Heilgenschein ein 360-Grad-Display, das mit Augmented-Reality-Technik kombiniert wird und personalisierte Infos aufs Smartphone spielt, sobald man das Handy auf einen bestimmten Punkt im Wagen richtet. Schon bald will Mercedes die ersten, noch etwas konventioneller gestrickten Fahrzeuge mit der Urbanetic-Technik auf privatem Gelände oder festen Routen in der Flotte testen.

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Dieser Van von übermorgen, der nächste Woche seine Premiere als spektakulärer Showcar auf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover feiert, soll nicht weniger als den urbanen Verkehrskollaps verhindern und die stetig wachsenden Städte wieder lebenswert machen. Dafür setzt die Designstudie, die mit über fünf Metern Länge das Format des aktuellen Sprinters hat, nicht nur auf einen sauberen Elektroantrieb und auf das vollautonome Fahren, sondern Mercedes denkt den Gedanken vom Robo-Van noch eine Runde weiter und liebäugelt als erster Hersteller – der Zürcher Tüftler Frank Rinderknecht (Rinspeed) hatte die Idee auch schon – mit einem Wechselaufbau. Binnen weniger Minuten wird bei Mercedes-Benz aus einem führerlosen Shuttlebus für bis zu zwölf Passagieren ein Amazon-Lieferwagen mit Autopilot.

So will Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz-Vans, die Effizienz der Flotten steigern, den Stillstand der teuren Fahrzeuge vermeiden und die Zahl der Vans und Busse zugleich drastisch reduzieren, damit die Megacitys von morgen nicht am Verkehr kollabieren.

Eine Art Skateboard als Basis

Basis dafür ist eine Art Skateboard, das die elektrisch angetriebenen Achsen mit einer in der Bodenplatte integrierten Batterie verbindet und die Technik fürs autonome Fahren samt zweier Sensoren birgt, die sich wie Insektenaugen aus der Karosserie schieben. Darauf kann man wahlweise eine Art riesigen Rimowa-Koffer schnallen, der ein Ladevolumen von zehn Kubikmetern bietet, Platz für zehn Europaletten hat und mit einem automatischen Fördersystem und einer von aussen zugänglichen Klappe auch eine mobile Paketausgabe ermöglicht. Oder man bestückt das Skateboard mit einem Bus-Baustein: Gezeichnet wie ein silbernes Fabergé-Ei mit diamantenen Tropfen fürs Fenster, bietet diese Kabine acht für jede Fahrtdauer unterschiedlich bequeme Sitz- und vier Stehplätze sowie ein neues Infotainment-Konzept.

Der Dachhimmel wird zum Bildschirm

Das lebt vor allem von einem 360-Grad-Display, das am Dachhimmel schimmert wie ein Heilgenschein und kombiniert wird mit Augmented-Reality-Technik, die personalisierte Infos aufs Smartphone spielt, sobald man das Handy auf einen bestimmten Punkt im Wagen richtet.

Welcher Aufbau gerade zum Einsatz kommt und wann und wo die Fahrzeuge unterwegs sind, das ermittelt und plant eine selbstlernende IT-Infrastruktur, die Angebot und Nachfrage in Echtzeit erfasst und die Ressourcen optimal an den Bedarf anpasst. So sollen zugunsten des Verkehrsflusses Leerfahrten vermieden und zugunsten der Bilanz des Flottenbetreibers der Stillstand vermieden werden. Abgesehen von der Ladezeit und den paar Minuten zum weitgehend automatisierten Wechsel zwischen Rimowa und Robo-Shuttle ist der Urbanetic in der Mercedes-Vision deshalb 24 Stunden im Einsatz. Dass die Schwaben natürlich weniger Fahrzeuge verkaufen, wenn die einzelnen Vans mehr Kilometer machen und effizienter eingesetzt werden können, nimmt Mornhinweg in Kauf: «Der Trend vom Fahrzeug- zum System- und Serviceanbieter wird sich beschleunigen.»

Schon bald will Mercedes die ersten, noch etwas konventioneller gestrickten Fahrzeuge mit der Urbanetic-Technik auf privatem Gelände oder festen Routen in der Flotte testen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carl am 11.09.2018 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    liefern, nicht lafern

    Und weitere Ideen von den Konzeptweltmeistern.

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  • someone am 11.09.2018 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    elektro auto design

    Wieso sieht jedes Elektroauto wie aus einem kinder Malbuch? Man kann Tesla mögen oder nicht, aber eins haben sie. Sie bauen elektro Autos die nach etwas aussehen.

  • Pablo am 11.09.2018 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    Alien

    Sieht aus wie das Alien aus dem gleichnamigen Film und gibt einem auch genau dieses Schaudern.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dä Jesus am 12.09.2018 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die lernen es nie.

    Wieder typisch Mercedes. An Konzepten mangelt es bei denen nicht, aber man sollte halt auch mal was auf den Markt bringen, anstatt über mässige Absatzzahlen der Elektrischen B Klasse zu jammern. Dieses Fahrzeug wird nämlich nicht wegen dem Elektroantrieb schlecht verkauft, sondern wegen der B Klassen Basis, die nicht so wirklich Mainstreamfähig ist. Aber warum müssen Mercedes Konzepte immer vollständig aus blauen LEDs bestehen und hyperästhetisch sein. Sowas verscheucht kunden. Warum denkt ihr, sind EVs wie Tesla, Zoe, Leaf, usw. so erfolgreich? Genau, weil sie wie Autos aussehen und nicht wie postnukleare abstrakte fraktalkunst auf Rädern.

  • RLR am 12.09.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staubsauger

    Bin froh, endlich einen Mercedes-Staubsauger gefunden zu haben...

  • Nöggi am 12.09.2018 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bubbeli spielä?

    Das ist doch alles nur bla bla, damit man über die Marke schreibt. Berichtet lieber über reale Autos, welche existieren und bereits heute den Weg in eine bessere Zukunft ebnen. Zeichnen und so tun kann jeder. Sogar die Damen und Herren bei Merceds.

  • Blindenhund am 12.09.2018 06:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenkrebsgefahr

    Ugly things! Ich verstecke mal das Handy, damit mein Chef das nicht sehen muss...

  • Dorfbueb am 12.09.2018 01:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohh wie schöön

    ganz ehrlich - ich freu mich jetht schon auf das autonome autofahren wo ich gemütlich neben an sitze und bisschen an meinem handy rumdrücke oder bisschen aus dem Fenster in die Welt reinträume bis ich am Ziel bin und dann der alltägliche stress beginnt :D

    • Illumination am 12.09.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      @Dorfbueb

      Schön wär`s (höchste Stufe 5 ) - können Sie noch auf viele Jahre hinaus vergessen.. Die Rechtslage ist derart kompliziert, geht noch lange Zeit davon aus, dass ein Fahrzeug eine Person als Fahrzeugführer hat.. Bereits auf den Stufen 3/4 sind/werden Blackbox vorgeschrieben, die registrieren, wer das Fahrzeug führt.. Auch müssen beim autonomen Fahren/5 z.B. ethische Dilemma-Situationen zwischen dem Leben der Fahrzeuginsassen und anderen Verkehrsteilnehmern "per Software" abgewogen/programmiert werden - auf lange Zeit "per System" noch kaum lösbares Problem.. ;-)

    • Visionär am 12.09.2018 11:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dorfbueb

      Dann werden die Hater wohl noch mehr Zeit haben, um während dem Fahren hier ihre Kommentare zu deponieren... Schreckliche Aussichten!

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