Mercedes Vision AVTR

07. Januar 2020 07:01; Akt: 06.01.2020 14:51 Print

Mercedes zeigt Science Fiction fürs Auto

Mercedes holt Hilfe aus Hollywood: Zusammen mit Disney und James Cameron präsentieren die Deutschen, wie Mensch und Maschine koexistieren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Von Wegen Freiheit auf Rädern und Garant für individuelle Mobilität! Das Auto, noch bis vor kurzem für die meisten aus dem persönlichen Alltag nicht wegzudenken, ist vom Liebling zur Last geworden und vielen sogar ein Feindbild. Denn wie kaum ein anderes Produkt unseres Alltags steht es am Klimapranger und ist zum Synonym für die Verschwendung der Ressourcen geworden.

Umfrage
Mögen Sie Science-Fiction-Filme?

All die vielen Elektroautos, die jetzt schon auf dem Markt sind oder in den nächsten Monaten kommen, werden daran kaum etwas ändern können. Deshalb trägt Mercedes jetzt ein bisschen dicker auf und holt sich dabei profunde Hilfe aus Hollywood. Zusammen mit den Traumtänzern von Disney und dem Regisseur James Cameron wollen die Schwaben beweisen, dass Menschen und Maschinen in Frieden miteinander leben können und dass Luxus eine Zukunft hat.

Wie in «Avatar»

Wer das nicht glauben will, den erinnern sie an «Avatar». Denn warum sollte den Menschen auf der Erde nicht gelingen, was den Na’vi im erfolgreichsten Film aller Zeiten auf dem Planeten Pandora geglückt ist: rücksichtsvoller Umgang mit Ressourcen und Freundschaften, die über einzelne Daseinsformen weit hinausgehen. «Wir können in Frieden mit der Natur leben», ist Designchef Gorden Wagener überzeugt.

Natürlich ist das Fantasy und Science Fiction – aber was will man auch erwarten, wenn Autodesigner und Drehbuchautoren über die Kontinente hinweg zusammen arbeiten und sich von blauen Fabelwesen inspirieren lassen, die mit Bäumen sprechen und von fliegenden Quallen geheilt werden? Dafür hat das Ergebnis dieser Kooperation, das zwar im Kinofilm überhaupt keine Rolle spielen wird, dafür aber in diesen Tagen zum grossen Star Computer-Messe CES in Las Vegas avancieren dürfte, sogar noch überraschend viel Bodenhaftung. Denn wenn man bedenkt, dass Avatar im Jahr 2154 spielt, wirkt der Vision AVTR vergleichsweise up to date.

Abgedrehte Räder

Das One-Bow-Design jedenfalls, das den gute fünf Meter langen Flachmann in einem einzigen Bogen überspannt, kann man sich auch schon in ein, zwei Fahrzeuggenerationen vorstellen. Und die über 30 kleinen, beweglichen Platten auf dem glatten Heck, die an den Panzer eines Reptils erinnern und das Auto zusammen mit bald 20 000 LED und einer spektakulären Inszenierung förmlich lebendig erscheinen lassen, kennt man bereits von manch einem Supersportwagen – genau wie die Schmetterlings-Türen, die hier allerdings eher an die Flügel von Insekten erinnern.

Wirklich abgedreht sind deshalb eigentlich nur die Räder, die von innen beleuchtet sind, nach der Idee vom bionischen Design an Blütenkelche von Blumen erinnern sollen und eine ganz besondere Art des Fahrens ermöglichen: Weil sie fast so hoch wie breit sind, einzeln angetrieben und individuell angesteuert werden, kann sich der AVTR nicht nur vorwärts und rückwärts bewegen, sondern auch ohne Lenkeinschlag seitwärts fahren und sich deshalb wie eine Schlange bewegen.

Batterie ohne Metalle

Die Energie dafür liefert eine Batterie, die zwar bislang nur eine ferne Vision ist, dafür aber gut zur Idee vom Nachhaltigen Luxus passt. Denn die Zellen des neuen Energiespeichers kommen ganz ohne Metalle oder seltene Erden aus. Statt sich Gedanken über ein «Second Life» zu machen, die Akkus zu recyceln oder im schlimmsten Fall einfach zu entsorgen, werden sie kurzerhand kompostiert. «So wird Elektromobilität gar vollends unabhängig von fossilen Ressourcen», schwärmt Wagener.

Natürlich ist die Studie völlig abgehoben und anders als Hollywood wird sie in Deutschland auch in hundert Jahren nicht in Serie gehen. Doch stecken in dem Showcar gleich mehrere Botschaften, die Klimakümmerer genauso beruhigen sollten wie Petrolheads. Die einen, weil die Studie den Weg zu nachhaltigem Luxus weist und mehr auf Kooperation ausgelegt ist denn auf Konfrontation. Und die anderen, weil sie zeigt, dass es auch in hundert Jahren noch so etwas geben könnte wie ein Auto.

(tg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 07.01.2020 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Akkuforschung

    Oh je; dieses Geld hätte Mercedes besser in die Akkuforschung investiert.

  • NEX am 07.01.2020 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da wurde ja aufs richtige Pferd gesetzt!

    Mercedes stellt eine Studie nach dem anderen Vor, haut am laufenden Band gerenderte Bildchen raus und verspricht und das Blaue vom Himmel aber die Mühle namens EQC hinkt der Konkurrenz hinterher und bleiben auf der Kiste sitzen weil 2019/2020 niemand ein Elektroauto mit dem Technikstand von 2012 haben will...

    einklappen einklappen
  • RL am 07.01.2020 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch...

    ...wie Mercedes versucht davon abzulenken, dass sie nicht mit dem Fortschritt anderer Autobauer mithalten können!

Die neusten Leser-Kommentare

  • V-Tec am 08.01.2020 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jä öke

    Solche Konzepte sind alle mal interessant anzusehen und recht cool, gerade weil sie so unrealistisch sind. Aber wenn man die letzten Jahre mehr Konzeptfahrzeuge vorstellt als neue Modelle die tatsächlich auf den Markt kommen dannfragt man sich schon was die ständig mit dem Budget machen.

  • M.L. am 07.01.2020 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachhaltig

    Ich fahre nachhaltig einen von 2003 mit Vollausstattung. Weniger Bling-Bling, dafür Qualität, die man heute kaum mehr findet.

    • Gustl am 08.01.2020 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.L.

      Wenn Sie grad von Qualität reden: Der letzte hiervon war die Baureihe W124. Danach begann eine neue billigere Ära.

    • 250D Turbo am 08.01.2020 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gustl

      Mit OM602 seit 495'000km unterwegs, fährt immernoch wie auf Wolken....

    einklappen einklappen
  • Meine Befürchtung: am 07.01.2020 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Sie werden es durchziehn mit dem

    Elektroschrott. Man kann nur noch den Kopf schütteln. Wenn die Grünen immer stärker werden, werden wir uns hoffentlich in ein paar Jahren noch Pferde leisten können. Dann wird zur Arbeit geritten, denn alles andere wird verboten. Hm, hoffentlich hält mein Gaul dann 60 km durch, denn öffentliche Verkehrsmittel werden auf meinem Arbeitsweg nicht angeboten. In diesem Sinne, Hals- und Beinbruch.

  • Nick am 07.01.2020 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Überflüssig

    Noch eine nutzlose Studie die nie auf den Markt kommt. In diesem Fall ist das sogar gut so. Das Bling-Bling Zeug interessiert doch sowieso nur die reich gewordenen Asiaten.

  • Alex Keller am 07.01.2020 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Vorschlag

    Jedes Mercedes Modell, immer im gleichen Design. sollte zukünftig mit 4 verschiedenen Motoren daherkommen. Benzin, Diesel, Elektro, Brennstoffzelle. Dann kann jeder auswählen was er möchte und was er braucht.