Lexus baut Jacht

06. Oktober 2019 12:00; Akt: 06.10.2019 11:55 Print

Mit dieser Luxusjacht kreuzt Lexus auf hoher See

von Thomas Borowski - Mit der Luxusjacht LY 650 gönnt sich Lexus ein neues Marketingobjekt – und Toyota-Präsident Akio Toyoda wird beiläufig zum «Steuermann» auf hoher See.

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Akio Toyoda hat es als CEO der Toyota Motor Corporation und Enkel des Toyota-Firmengründers nicht immer leicht, unerkannt Ferien zu machen, wie er in Florida anlässlich der Präsentation der ersten Lexus-Jacht LY 650 offen gesteht. Kein Wunder, denn als Chef des weltweit grössten Autobauers und Herr des Toyota-Konzerns mit über 520 Tochterunternehmen und mehr als 369'000 Mitarbeitenden wird er auf der ganzen Welt erkannt.

«Für mich ist eine Jacht deshalb die perfekte Möglichkeit, unerkannt entspannte Stunden zu verbringen», sagt Toyoda. Hat also der Big Boss der Toyota-Premium-Marke Lexus höchstpersönlich den Bau der hauseigenen Jacht vorangetrieben, um zu ungestörten Stunden auf dem Wasser zu kommen? Bestätigen will diese naheliegende Vermutung zwar niemand. Doch mit vielsagendem Lächeln erklärt Lexus-Chef Yoshihiro Sawa, dass eine der bereits bestellten Jachten bald nach Japan geliefert werde.

Auf Handarbeit spezialisiert

Sicher ist, dass die zukünftigen Eigner dieses aussergewöhnlichen Lexus-Modelles tief in die Tasche greifen müssen. Liegen die Preise für die Oberklasseautomobile von Lexus zwischen 36'900 und maximal 131'000 Franken, kostet die knapp 20 Meter lange Jacht mindestens 3,7 Millionen US-Dollar. Dafür erhalten Käufer aber auch eine ganze Menge Boot – und viel Luxus extra. Denn gebaut wird der sogenannte Flybridge-Cruiser von der auf Jachten spezialisierten Marquis-Larson Boat Group.

Das in Pulaski am Lake Michigan beheimatete US-Unternehmen wurde gemäss Josh Delforge, Vizepräsident für Design und Ingenieurwesen bei Marquis, von Lexus deshalb als Kooperationspartner ausgewählt, weil die 350 Mitarbeitenden der Werft auf Handarbeit spezialisiert sind. Und davon stecke in der LY 650 viel, sagt Delforge an Bord der Jacht: «In knapp sechs Monaten Bauzeit haben wir diese erste Jacht quasi aus dem Nichts geschaffen. Beinahe jedes Bauteil ist eine Einzelanfertigung, und vie-le davon sind von Hand gefertigt.» Erst kurz vor unserer Ausfahrt wurde die in zwei Teilen vom Lake Mi- chigan nach Florida transportierte Jacht fertiggestellt und auf ihre Seetauglichkeit überprüft.

Auch ein Hobbykapitän darf die Jacht steuern

Auf einer rund zweistündigen Cruise – auf der vom Atlantischen Ozean und seinen hohen Wellen abgetrennten Wasserstrasse zwischen Fort Lauderdale und Boca Raton –, erklärt Marquis-Ingenieur Randy Peterson die Vorteile der Jacht, während er das rund 33 Tonnen schwere Schiff scheinbar mühelos über einen handlichen Joystick lenkt. «Ein grosser Pluspunkt der LY 650 ist die Tatsache, dass sie mit ihrer Länge von knapp unter 20 Metern per Gesetz nicht zwingend von einem ausgebildeten Profi mit Kapitänspatent gesteuert werden muss. Ein bis zwei Passagiere, die sich beim Anlegen als Matrosen betätigen, sind aber schon hilfreich.»

Das mit drei riesigen Touchscreen-Displays und nur wenigen Knöpfen bestückte Cockpit hinter dem weissen Lederlenkrad verfügt über die neueste Technologie. So sendet eine spezielle App bei Unregelmässigkeiten im Jachtbetrieb oder am Dock per SMS selbstständig Warnnachrichten an eine vorgewählte Nummer. Und wie bei modernen Autos heute schon üblich, lässt sich hier auch die Klimaanlage oder die Beleuchtung des Bootes per Handy regeln. Ebenfalls hilfreich: Dank der am Heck angebrachten Schwimmplattform, die elektrisch zu Wasser gelassen werden kann, kommt man auch nach dem Badeplausch wieder mühelos an Bord der LY 650.

Design mit deutlicher Handschrift der Japaner

Die enge Kooperation mit Lexus wird auf der Jacht vor allem beim Design und bei der Materialverarbeitung ersichtlich. Sowohl die geschwungene Linienführung des aus Karbonverbundstoff geformten Schiffsrumpfes als auch die Ausstattungen der drei Passagierkabinen mit zwei Meter Raumhöhe tragen die deutliche Handschrift der Japaner. Ähnlich geschwungene Linien finden sich in den Kabinen, die auf Wunsch mit Leder an den Decken, edlem Eukalyptusholz an den Wänden und dickflorigen Teppichen ausgestattet sind.

Alle verfügen über eigene Bäder und teilweise begehbare Ankleiden. Einzig die Tatsache, dass im Bootsrumpf zwei Volvo- Penta-IPS-Triebwerke mit je nach Wahl 1050, 1200 oder 1350 PS arbeiten, schmälert den Stolz der Bootsbauer aus den USA und Japan etwas.

Auch wenn Lexus Schweiz 2019 mit rund 900 verkauften Neuwagen – davon 97,5 Prozent Hybridfahrzeuge – auf ein neues Rekordergebnis zusteuert, wird sich die neue Lexus-Jacht kaum auf den Schweizer Umsatz auswirken, wie Direktor Christian Wel- lauer mit einem Augenzwinkern sagt: «Wer sich aber für die LY 650 interessiert, darf sich gern bei mir melden.»

Lexus LY 650 Flybridge

Typ:
Luxuriöse Hochsee-Sportjacht mit drei Kabinen

Masse:
19,94 Meter lang, 5,76 Meter breit, 6,68 Meter hoch

Schlafplätze:
Für 6 Passagiere; hinzu kommt eine Kapitänskajüte

Sitzplätze:
Für maximal 15 Passagiere

Motor:
Zwei Volvo Penta IPS mit je 1050, 1200 oder 1350 PS

Gewicht:
33 Tonnen

Maximalgeschwindigkeit:
Rund 40 Knoten (75 km/h, keine offizielle Angabe)

Treibstofftank:
4012 Liter

Reichweite:
Rund 650 Kilometer (keine offizielle Angabe)

Preis:
Ca. 3,7 (Standard) bis 4,7 Millionen US-Dollar (Topversion)

Infos:
www.lexus.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oletahoe1 am 06.10.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Next time maybe !

    Im nähsten leben muss ich in der Schule besser büffeln , damit ich mir später so etwas leisten kann. Ist sehr schön :-)

  • Stefan am 06.10.2019 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    GT

    Da wird Greta aber keine Freude haben.

  • Loki am 06.10.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Die gefällt mir sehr gut.Leider zu teuer für mich.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 02.11.2019 02:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weihnachtsgeschenk

    Das wäre doch was auf dem Zürichsee ein bisschen rumcruisen.

  • Sarah am 07.10.2019 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Mit 2'100 PS die Umwelt zu verschmutzen sollte verboten sein. Warum müssen wir uns endlosen CO2-Gebühren und Abgaben gefallen lassen, während sich Leute mit solchem Überfluss mehr als sehr massiv über jeglichen Klimaschutz hinwegsetzen?

    • Seebär am 07.10.2019 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sarah

      Das Boot wird von Motoren angetrieben, welche fossile Brennstoffe benötigen. Also muss es auch tanken. Und an der Tankstelle bezahlen alle die CO2 Abgabe... Auto, LKW, Töff und ja, auch Boote! Klingelts? Tja Sarah, Hausaufgaben gemacht bevor der Aufsatz getippt wurde?

    • mache di guck am 08.10.2019 08:19 Report Diesen Beitrag melden

      falsche adresse

      @sarah die artikel zu greta, klimaterror, umweltschutzhype , etc. sind auf einer anderen seite...hier reden wir über schöne boote...danke

    einklappen einklappen
  • multi Millionär am 07.10.2019 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und normales boot liegt auch drin 1.2 mille

    für 3,7 mille bau ich mir schöne luxusvilla mit pool und spa am meer in bali...

  • Ronny C. am 07.10.2019 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    So wird das nichts

    So cool das Boot ist, aber ggf. hätte auch Lexus das Geld besser in Technik oder Autowerbung statt in Boote investiert. Die Wagen sind toll, aber trotzdem kauft die hier niemand. So wird das in Europa nie was, da helfen auch keine Boote.

    • Lumpenotto am 08.10.2019 10:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ronny C.

      Lexus ist auch nicht auf den Minimarkt Schweiz angewiesen. In Asien und Amerika stehen die Autos an jeder Ecke und wer schon mal einen gefahren ist weiss auch warum.

    einklappen einklappen
  • Capt. Iglo am 07.10.2019 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Offshore...?!

    "Hochsee" ist jetzt vielleicht doch etwas sehr weit gegriffen. Mit dieser Nussschale möchte ich keiner 5 Meter Welle im Atlantik begegnen - von den deutlich Höheren während schlechtem Wetter mal ganz abgesehen