Visionär

08. Februar 2020 05:18; Akt: 07.02.2020 18:30 Print

Nissan Leaf fährt autonom durch England

Selbstständig durch Kreisverkehre und über Autobahnen: Ein Nissan Leaf ist jetzt vollautonom durch Grossbritannien gefahren.

storybild

Autonom unterwegs: Nissan Leaf. (Bild: Nissan)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ist das die Zukunft? Ein Nissan Leaf ist vollkommen autonom quer durch Grossbritannien gefahren. Das Elektroauto absolvierte eine insgesamt 370 Kilometer (230 Meilen) lange Strecke quer durch England.

Umfrage
Kannst du dir vorstellen, eines Tages in einem komplett autonom fahrenden Fahrzeug aus China unterwegs zu sein?

Der sogenannte «Grand Drive“»war das Ergebnis einer 30-monatigen Arbeit des Human Drive-Konsortiums. Unter der Leitung von Nissan-Ingenieuren forschten die Mitglieder am autonomen Fahren. Ziel ist unter anderem die Entwicklung einer lernenden, autonomen Fahrzeugsteuerung, die eine möglichst natürliche und menschliche Fahrweise simuliert. Das soll ein komfortables und vertrautes Erlebnis für die Kunden schaffen - auf dem Weg zum autonomen Fahren der Zukunft.

Reale Bedingungen

Auf der 370 Kilometer langen Reise absolvierte der Leaf einen Praxistest unter realen Bedingungen in unterschiedlichen Szenarien: Landstrassen ohne oder mit nur wenigen Fahrbahnmarkierungen, Kreuzungen, Kreisverkehre und Autobahnen standen beispielsweise auf dem Programm. Der Leaf musste ausserdem selbstständig die Fahrspur wechseln, bei Bedarf anhalten und wieder losfahren. Um diese Aufgaben sicher zu erfüllen und um Hindernisse herum zu navigieren, wurden die eingesetzten Nissan Leaf mit GPS-, Radar-, LIDAR- und Kamerasensoren ausgestattet.

«Im Rahmen des Human Drive Projekts haben wir ein autonomes Fahrzeug entwickelt, das die Herausforderungen auf britischen Strassen bewältigen kann, die in diesem Teil der Welt einzigartig sind. Hierzu gehören komplexe Kreisverkehre genauso wie Hochgeschwindigkeits- und Landstrassen ohne Strassenmarkierungen, weisse Linien oder Bordsteine», erklärt Bob Bateman, Projektleiter des Nissan Technical Centre Europe.

Maschinelles Lernen

Das Human Drive-Konsortium wird von der britischen Regierung über das Centre for Connected and Autonomous Vehicles (CCAV) und Innovate UK sowie neun weiteren Partnern finanziert.

In einem zweiten Schritt untersuchten die Projektbeteiligten, wie maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz das Benutzererlebnis und den Fahrkomfort verbessern. Die ebenfalls am Konsortium beteiligte Hitachi Europe Ltd. hat entsprechende Systeme, die maschinelles Lernen in Echtzeit ermöglichen, entwickelt und auf abgesperrtem Terrain erfolgreich getestet. Die gelernten Erfahrungen helfen bei der künftigen Handhabung ähnlicher Szenarien – Fahrten werden dadurch noch sicherer.

«Die sichere Durchführung der längsten autonomen Fahrt in Grossbritannien ist eine tolle Leistung von Nissan und dem Human Drive Konsortium, ein grosser Schritt auf dem Weg zur Einführung fahrerloser Autos auf den Strassen», freut sich der britische Wirtschaftsminister Nadhim Zahawi. «Dieses Projekt ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie die Automobilindustrie in Zusammenarbeit mit der Regierung die Mobilität der Menschen verbessern kann – und dabei die CO2-Emissionen senkt.»

Tür ist offen

Neben der autonomen Antriebstechnik haben sich die Human Drive-Mitglieder auch auf die (Weiter-)Entwicklung von Cyber-Sicherheitsfeatures autonom fahrender Autos und entsprechender Test- und Sicherheitsmethoden konzentriert. Auch die Auswirkungen autonomer Fahrzeuge auf das Verkehrssystem im weiteren Sinne standen im Fokus.

«Im Zuge der Nissan Vision von intelligenter Mobilität werden autonome Fahrtechnologien entwickelt, die in all unseren Autos in allen Regionen der Welt eingesetzt werden können. Die Tür ist jetzt offen, um auf diesem erfolgreichen britischen Forschungsprojekt aufzubauen und uns auf eine Zukunft zuzubewegen, die autonomer, elektrischer und vernetzter denn je ist», sagt David Moss, Senior Vice President für Forschung und Entwicklung bei Nissan Europe.

(lab/pd)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toni am 08.02.2020 07:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsprung durch Ausdauer

    Ich würde es den aktuell führenden E- Fahrzeug Herstellern wie Nissan, Renault, Tesla und Co. wirklich gönnen, wenn sie auch langfristig zu den führenden gehören würden. Aber es wird kommen wie immer: Die Deutschen lassen die anderen die Drecksarbeit machen, dann heisst es copy and paste und die finanziell prall gefüllte Marketingabteilung wirds richten. Leider bekommen viele innovative Unternehmen nicht den Lohn und Erfolg den sie verdient hätten.

    einklappen einklappen
  • Stirling am 08.02.2020 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komische Umfrage

    Was hat der Beitrag jetzt mit chinesischen Autos zu tun? Viele Hersteller lassen auch in China produzieren, dafür müssen sie nicht chinesisch sein. Tesla zum Beispiel... Und Nissan ist Japanisch.

  • Ideen-Susi am 08.02.2020 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idee des Jahres

    Ein Problem, das jeder Autofahrer kennt: Benzin wird leider immer teurer, und auch Elektroautos müssen mit teurem Strom betankt werden. Wär es nicht total praktisch, wenn Autos sich einfach selbst aufladen würden, zum Beispiel indem sie einfach nur in der Sonne rumstehen? Solar statt Autolack ;-)

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pius am 11.02.2020 16:26 Report Diesen Beitrag melden

    Bergstrasse

    Den Test auf einer schmalen Bergstrasse ohne Markierung und Postauto Verkehr (inklusive Retourfahren) bis das Kreuzen möglich ist machen.

  • Edmo am 11.02.2020 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wohin geht die Reise wirklich?

    Während wir gebannt auf die Entwicklung des autonomen Fahrens schauen, werden in den Städten die Parkplätze und Strassen rigoros abgebaut. Die Zukunft soll dem Fahrrad gehören. Daneben noch ein wenig staatlich kontrollierter ÖV. Ein stimmiges Bild kann so nicht entstehen. Eines ist aber klar. Der Staat will die totale Kontrolle über die Mobilität seiner Bürger erlangen.

  • St. Zettel am 09.02.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grübel....

    Wo schicken sie dann die Bussen und Strafzettel hin? Solange dieses Problem nicht gelösst ist, wird es wohl keine Zulassung geben. Das Geschäft mot Fehlern der Fahrzeuglenkern ist einfach zu gross...

  • Typhoeus am 08.02.2020 20:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autonom im Imbettmobil

    bis zum Arbeitsplatz. Die Zukunft wird zum Paradies.

  • elotor am 08.02.2020 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    ohne menschliche Eingriffe unmöglich

    Der originale Bericht verschweigt auch die Vorarbeiten. Wie oft wurde die besagte Strecke vorher abgefahren? Wie oft musste der Fahrer eingreifen? Wie oft wurde aus den Begleitfahrzeugen eingegriffen? Nun, die verschiedensten Hersteller werden sich in den nächsten Monaten alle mit solchen Experimenten melden und wie immer ohne die wichtigen Details...

    • D.G. am 08.02.2020 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @elotor

      Das sind Scheisskarren. Würde nie einen Nissan kaufen. Schon gar nicht elektro oder sonst was.

    einklappen einklappen