Eigene Batterie

07. März 2020 06:10; Akt: 06.03.2020 12:43 Print

Nun geben auch die Amerikaner Gas mit Strom

von Dave Schneider - General Motors hat eine modulare Plattform für Elektro-Fahrzeuge und eine eigene Batterie entwickelt.

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Auch die amerikanischen Hersteller haben die Zeichen der Zeit erkannt. Der E-Pionier Tesla aus Kalifornien ist schon lange im Rennen. Chevrolet war mit dem Volt und dem Bolt früh in der Elektromobilität präsent – ausserdem hat der US-Hersteller nun mit dem Chevrolet Menlo EV einen spannenden Elektro-SUV auf dem chinesischen Markt lanciert. Und auch Ford hat mit dem Mustang Mach-E ein spannendes Produkt vorgestellt – bis dieses aber zu den Händlern kommt, wird noch einige Zeit vergehen.

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Nun stellt General Motors (GM), der Auto-Gigant mit den Marken Chevrolet, Cadillac, GMC, Buick und Wuling, einen modularen Elektronik-Baukasten vor, eine technische Plattform also, auf der quer durch die Marken und Segmente neue Elektro-Modelle aufgebaut werden können. «Unser Team hat sich der Herausforderung gestellt, einen Wandel der Produktentwicklung bei GM zu vollziehen und unser Unternehmen für eine vollelektrische Zukunft zu positionieren», freut sich GM-Chefin Mary Barra. «Wir haben dazu bei E-Fahrzeugen eine Mehrmarken- und Multi-Segment-Strategie mit Skaleneffekten aufgebaut». Die Flexibilität sei dabei noch grösser als im Full-Size-Truckgeschäft, weil die neue Plattform deutlich weniger komplex sei.

Konzerneigene Batterie

Das Herzstück ist ein modulares Antriebssystem sowie eine flexible Plattform zur globalen Anwendung für E-Fahrzeuge der dritten Generation, die mit konzerneigenen «Ultium»-Batterien betrieben werden. Damit erhält das Unternehmen gemäss eigenen Aussagen Zugang zu nahezu allen Kundensegmenten: von preisgünstigen Kleinwagen über Premiumprodukte und grossen SUV bis hin zu Nutzfahrzeugen oder sportlichen High-Performance-Modellen. «Tausende von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Designern bei GM arbeiten an der Realisierung einer historischen Neuerfindung des Unternehmens», führt GM-Präsident Mark Reuss aus. «Sie stehen dabei an der Schwelle zur Umsetzung eines profitablen E-Fahrzeuggeschäfts, das die Bedürfnisse von Millionen von Kunden erfüllen kann».

Die neue «Ultium»-Batterie, die GM inhouse entwickelt hat, besitzt gross dimensionierten Pouch-Zellen von LG Chem, die sich im Akku-Paket vertikal oder horizontal stapeln lassen. Damit seien sie einzigartig in der Branche, sagt der Hersteller: «Diese Bauart ermöglicht den Ingenieuren eine Optimierung des Energiespeichers und Layouts für jedes Fahrzeugdesign». Die Batteriekapazitäten reichen dabei von 50 bis 200 Kilowattstunden – damit lassen sich nach Schätzungen von GM Reichweiten von bis zu 640 km oder mehr bei Beschleunigungswerten von 0 auf 100 km/h in etwa 3 Sekunden erzielen. Eigenentwickelte Motoren sollen dabei für Vorderrad-, Hinterrad-, Allrad- und Hochleistungs-Allrad-Layouts zur Verfügung stehen. Das Pw-Segment soll überwiegend mit 400-V-Akku-Paketen und 200-kW-Schnellladefähigkeit ausgestattet sein, während die Truck-Plattform über 800-V-Akku-Pakete und 350-kW-Schnellladefähigkeit verfügen soll.

E-Boom in den USA

Chevrolet, Cadillac, GMC und Buick werden alle ab diesem Jahr neue E-Fahrzeuge auf den US-Markt bringen. Das nächste neue Modell ist eine neue Version des Bolt EV, der jetzt gerade zu den Händler rollt. Ihm folgt der Bolt EUV, dessen Markteinführung für Sommer 2021 vorgesehen ist: Er wird das erste Fahrzeug ausserhalb der Marke Cadillac sein, das über «Super Cruise» verfügt, einer Technologie für «echtes freihändiges Fahren auf Autobahnen», wie GM schreibt. Bis 2023 soll «Super Cruise» auf 22 Fahrzeuge ausgeweitet werden, auf 10 davon bereits bis nächstes Jahr.

Der im Januar in San Francisco enthüllte Cruise Origin, die Studie eines selbstfahrenden, elektrischen People-Movers, war das erste von GM vorgestellte Modell der E-Fahrzeug-Plattform der dritten Generation mit «Ultium»-Batterien. Als nächstes folgt der Cadillac Lyriq im April. Die Vorstellung des mit «Ultium»-Batterien betriebenen GMC Hummer folgt am 20. Mai. Seine Produktion soll voraussichtlich im Herbst 2021 im Montagewerk Detroit-Hamtramck anlaufen – dem ersten GM-Werk, das ausschliesslich E-Fahrzeuge produziert.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ab 2025 kommen die strengen Abgasvor- am 07.03.2020 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    schriften, aber das geht ja noch 5 Jahre

    Bis dahin fahren wir noch mit unseren vorhandenen Autos mit Verbrennermotor, diese sind ja bereits vorhanden und müssen nicht extra produziert werden, wir wollen ja nicht unnötig die Umwelt belasten. Das neu entwickelte E-Auto wird in 5 Jahren viel günstiger sein, bessere Batterien haben etc.! Also Leute, denkt an meine Worte und lasst euch nicht von billigen PR-Aktionen hier überrumpeln, die wollen nur schnell an euer Geld, Umwelt interessiert die nicht!!

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  • James am 07.03.2020 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wahrheit ins Auge schauen

    Der Zug ist bereits abgefahren. Die ganze Industrie schwenkt auf BEV um und wird politisch abgestützt. VW alleine investiert 30 Milliarden in diese Technik. Ein zurück gibt es nicht mehr. H2 wird, wenn überhaupt nur im Schwerverkehr eine Rolle spielen. Die dazu nötige Infra aufzubauen kostet Milliarden. Wer will das bezahlen? Die Preise sinken weiter und die Batterien werden immer Leistungsfähiger. Die die öfters ihre 1'200Km benötigen können in 5 Jahren zugreifen. Alle anderen bereits heute. Wir haben das Potential den benötigten Strom via Solar, Wind und Wasser abzudecken und das Swiss Made.

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  • werni am 07.03.2020 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    langsam nimmt die E-Mobilität Fahrt auf. Konkurrenz belebt, die Umwelt dankt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frank am 11.03.2020 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ABB

    Autogazette: "Dass es keinen Weg mehr zurück gibt, kein Weg mehr an der Elektromobilität vorbeiführt, das ist noch nicht in allen Köpfen angekommen". Frank Mühlon ABB Konzern / Ladeinfrastruktur

  • andi am 09.03.2020 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut

    dass auch die Amerikaner merken wo es lang geht. In der Vergangenheit waren sie, zusammen mit der Oellobby die grossen Verhinderer.

  • Küde am 08.03.2020 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E Auto Vor- und Nachteile

    Die E Auto werden von Jahr zu Jahr besser. Ein Auto steht im Tag über 22 Stunden und da kann man sein Auto an einer normalen Steckdose aufladen. Wenns schnell gehen muss gibts intelligente Lösungen. Und der Vorteil du kannst zu Hause bleiben und musst zu keiner Tankstelle fahren. Weiterer Vorteile: Keine Auspuffgase Kein Ölgeschmirre Keine Kupplung Beim Bremsen tanken (Rekupperieren) Wenig Betriebsunterhalt Kein Leerlauf mit Abgasen Beschleunigt schnell Top Wirkungsgrad Preis pro Tank 500km ca 30 Fr. Nachteile: Gewicht Reichweite Anschaffungspreis

  • Peter am 08.03.2020 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    BEV ist am sinnvollsten

    Da es immer mehr Menschen gibt, müssen wir mit unserem Energieverbrauch clever umgehen. Deshalb ist der Umstieg auf BEV die sinnvollste Variante. Weel to Wheel Effizienz (Also von der Herstellung der Energie bis zum tanken, Motor und was bei den Rädern ankommt): BEV 73%, H2 22%, SynFuel 13%. Das sind reale Werte die Weltweit anerkennt sind.

    • A.Bühler am 08.03.2020 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      wie wäre der Ansatz.. verhindern dass es immer mehr Menschen gibt. Weg von Subventionieren der Überproduktion = über 2 Kinder keine weiteren Staatszahlungen. Weltweites umdenken ist gefordert.

    • Peter am 09.03.2020 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A.Bühler

      Da hast du grundsätzlich Recht. Aber das wäre politisch nicht umsetzbar und hören will es auch niemand.

    • Mary J am 11.03.2020 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Bühler

      Schon witzig, verhindern dass es mehr Menschen gibt, aber jetzt wo der Corona auf natürliche Weise aufräumen würde, geraten alle in Panik.... wenn es einem selber treffen könnte, sieht es dann ganz anders aus!

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  • Küde am 08.03.2020 05:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E Mobilität hat viele Vorteile

    Die E Auto werden von Jahr zu Jahr besser. Ein Auto steht im Tag über 22 Stunden und da kann man sein Auto an einer normalen Steckdose aufladen. Wenns schnell gehen muss gibts intelligente Lösungen. Und der Vorteil du kannst zu Hause bleiben und musst zu keiner Tankstelle fahren. Weiterer Vorteile: Keine Auspuffgase Kein Ölgeschmirre Keine Kupplung Beim Bremsen tanken (Rekupperieren) Wenig Betriebsunterhalt Kein Leerlauf mit Abgasen Beschleunigt schnell Top Wirkungsgrad Preis pro Tank 500km ca 30 Fr. Nachteile: Gewicht Reichweite Anschaffungspreis Noch Kleines Sortiment

    • Küde am 08.03.2020 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MashIng

      Hast du auch eine sachliche Komponente. Nenn mir mal Vor und Nachteile. Das Wort Schwachsinn kann jede schreiben.

    • MaschIng am 08.03.2020 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MashIng

      da schau, da versucht es mal einer mit einer neuen Masche-eine fast ähnliche Namensschreibweise. Trotzdem einfachst zu durchschauen.

    • Michelangelo am 08.03.2020 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MashIng

      Da es keine funktionierende Perpetuum Mobile gibt ist Ihr Kommentar völlig daneben!

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