Facelift

30. Juli 2019 05:00; Akt: 29.07.2019 16:28 Print

Renault Zoe – und der lange Schatten von Tesla

Tesla war im ersten Halbjahr das meistverkaufte Elektroauto in der Schweiz. Doch Europas Elektroauto-Bestseller ist der Renault Zoe. Und der erfindet sich grad neu.

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Sicher, gegen die diesjährigen Zahlen von Tesla – 2989 verkaufte Exemplare bis Ende Juni –, hat Renault im Hochpreis- und Luxusmarkt Schweiz keine Chance. Immerhin: Mit 774 neu immatrikulierten Zoe steht das meistverkaufte Elektrofahrzeug Europas im ersten Halbjahr 2019 auch in der Schweiz an erster Stelle in seinem Segment. Im Ranking aller E-Modelle der Schweiz bedeutet dies Platz 2, deutlich hinter dem Model 3 von Tesla. Kumuliert mit den 110 Kangoo Z.E. und den 10 Master Z.E. macht das für das erste Semester des laufenden Jahres 894 Elektrofahrzeuge – ein neuer Rekord für Renault in der Schweiz. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Zoe um 95 Prozent zu (von 397 auf 774 Fahrzeuge) und der Kangoo Z.E. steht mit 150 Prozent im Plus (von 44 auf 110 Fahrzeuge).

«Der Trend zu den Elektrofahrzeugen beginnt zu greifen», bestätigt denn auch Olivier Wittmann, Managing Director der Renault Suisse SA: «Immer mehr Kunden sehen die Vorteile dieser modernen Antriebskonzepte, während sich die Technologie rasant entwickelt. Renault entschied sich früh für die Elektromobilität und diesen Vorsprung honorieren die Kunden.» Die Zahlen dürften bald noch besser werden, denn in wenigen Wochen werden die Bestellbücher für den neuen Zoe geöffnet.

Der Zoe erhält ein komplettes «Makeover»

Und Renault hat sich für die verschärfte Konkurrenz unter den bezahlbaren Elektroautos gerüstet: Nachdem sich der Zoe mit rund 150’000 Zulassungen in sechs Jahren an die Spitze der Stromer in Europa gesetzt hat, wollen die Franzosen diese Position auch in Zeiten eines elektrischen Opel Corsa, eines Peugeot 208-e, eines Honda e und eines kommenden VW ID.3 behaupten und holen ihren Bestseller deshalb jetzt an die Box.

Wenn er dort zum Jahreswechsel wieder rauskommt, dann trägt er nicht nur ein neues Gesicht mit grösserer Raute und prägnanteren Scheinwerfern und lockt mit einem neuen Cockpit, das sich mit digitalen Instrumenten und grossem Touchscreen für die Generation Smartphone herausgeputzt hat. Sondern vor allem gibt es einen grösseren Akku und einen stärkeren Antrieb.

Im Boden des modernisierten Kleinwagens wird in Zukunft ein Akku mit 52 kWh stecken. Das sind rund 25 Prozent mehr als beim bisherigen Akku, der mit seinen 40 kWh weiter im Programm bleibt. Mit dem grösseren Akku steigt die Reichweite im WLTP-Zyklus ebenfalls um rund 25 Prozent auf bis zu 390 Kilometer und der saubere Stadtflitzer wird – zumindest theoretisch – zum Dauerläufer. Damit das Fahren in Zukunft mehr Spass macht, hat Renault auch einen neuen Motor eingebaut: Statt 108 hat der Zoe nun 135 PS, das maximale Drehmoment steigt um 20 auf 245 Nm und die Höchstgeschwindigkeit wird auf 140 km/h angehoben.

Jetzt darf der Neue auch an die Gleichstrom-Säule

Schneller ist der zukunftsfeste Bruder des Clio aber nicht nur auf der Strasse, sondern auch an der Ladesäule. Denn mit dem grossen Facelift stellen die Franzosen jetzt auf CCS-Charging um und lassen den Zoe auch an einer Gleichstrom-Säule parken. Mit einer Ladeleistung von 22 kW an der heimischen Wallbox und bis zu 50 kW an den meisten öffentlichen Ladestationen bekommt man so im besten Fall in 30 Minuten den Strom für 150 Kilometer.

Sicher, das wird (noch) nicht reichen, um Tesla aus den E-Schlagzeilen zu verdrängen. Aber im medialen Schatten der Amerikaner leisten die leisen Franzosen seit Jahren einen ebenso wichtigen Beitrag zum Umdenken in Sachen individueller Mobilität, wie die lauten Amerikaner.

(lab/pd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jason am 30.07.2019 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht

    In dieser Form werde sogar ich noch zum Elektrofan. Ein neuer Zoe für den Alltag ( Arbeitsweg pro Tag ca 50 KM ), fürs Wochenende und freie Tage nen gemütlichen V8 & meine R1 :-)

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  • Dr. Doom am 30.07.2019 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Der schatten ist lang, das Rennen klar

    Eine kleine Korrektur zu den, für die von Europäischen Medien typischerweise, verbreiteten und Irreführenden Zahlen. Tesla hat nicht bis ende Juni, sondern im Juni 2'989 Fahrzeuge verkauft, Renault Zoe 776. Im ganzen Halbjahr 2019 kommt Tesla auf 9'443, Renaut auf 2'649 verkaufte Fahrzeuge. Der Tesla Killer e-Tron kommt auf bescheidene 625 Fz, wobei schon wieder 19% aller Neuzulassungen 2019 des e-Tron auf dem Occasionsmarkt zu finden sind. Bei Tesla sind es 0.22%. Ja der Schatten von Tesla ist in der Tat sehr lange.

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  • Fritz am 30.07.2019 07:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wow noch besser

    Ich finde schon den jetzigen Zoe sehr gut. Ist immer eine Frage der täglichen Strecke. Aber den 40 kWh Akku gibt's ja auch in Zukunft noch. Servicekosten sind absolut faszinierend! Bis jetzt 0 CHF;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • The Facter am 06.08.2019 14:48 Report Diesen Beitrag melden

    Hervorragender Wirkungsgrad

    Hier wird Energie vor allem in Vortrieb umgewandelt, ganz im Gegensatz zu einem Auto mit Verbrennungs-Motor! Dieses Auto ist ökonomisch und ökologisch.

  • phil am 06.08.2019 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    leider noch nicht die Lösung...

    E-Auto, besonders die Batterien, sind noch nicht die Lösung. Ein E-Auto verschlingt mehr seltene Erden als ein herkömmliches... Und in Südamerika werden unterirdische Wasserquellen angezapft, um Lithium zu gewinnen - Wasser verdampft dabei ungenutzt... Dieses Wasser ist verloren für die Ewigkeit. Vielleicht wird die Lösung sein, mit Wasserstoff zu fahren.... Dabei möchte ich nun einsteigen. Aber diese Diskussion verunsichert mich.... Vermutlich Lösung: Solarpanels erzeugen Wasserstoff.... vielleicht... eine Lösung ist dringend notwendig....

    • Sünneli Power am 06.08.2019 12:54 Report Diesen Beitrag melden

      @phil

      Um es mit Deinen Worten zu sagen: Und der verbrannte Treibstoff der (Schrott)-Verbrenner ist nicht für immer verloren für die Ewigkeit?

    • Din Physiklehrer am 06.08.2019 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      @phil

      Verdampftes Wasser ist nicht verloren, ganz im Gegensatz zu verbranntem Treibstoff...

    • Alfred A. am 09.08.2019 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      @phil

      Ob Batterieelektrisch oder Wasserstoff und Brennstoffzelle, beides sind Fahrzeuge, die mit Elektromotoren angetrieben werden. Was für Wasserstoff spricht ist die Reichweite und die schnelle Betankung, für die Batterieelektrischen die Modellvielfalt, das deutlich dichtere Ladenetz und die Möglichkeit selber erzeugten Strom zu verwenden. Beide Techniken sind nahezu schadstofffrei zu betreiben und die so oft genannten kritischen Stoffe bleiben im Gehäuse der Batterie. Sie werden nicht in die Umwelt geblasen. Wer weiss, vielleicht trifft man sich ja mal an einem Chager Stall. Es würde mich freuen.

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  • Brumm Brumm am 03.08.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    brumm brumm ist def. out!

    Als ich noch sehr jung war (Kindergarten-Alter), war mir brumm brumm auch noch wichtig. Heute weiss ich: In der Ruhe liegt die Kraft.

  • Strom For Power am 03.08.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    E-Antrieb: Echte Emotionen!

    Die Emotionen eines E-Autos liegen beim seidenweichen Dahingleiten und im Bewusstsein, dass hinten keine schädlichen Abgase rauskommen...

  • dave am 03.08.2019 08:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    v8

    und wo sind die emotionen. wenn ih meinen v8 6.6ltr starte sind die emotionen spürbar. und genau sowas wollen wir haben. nicht etwas wo ich überlegen muss ob und wie lange ich etwas laden muss und dann nicht mal spontan 600km am stück fahren kann. und es weckt null komma nix an emotionen. und JA ich bin schon tesla usw. gefahren. sogar i3 für ein paar tage. einfach nicht mein ding.

    • Lolli am 05.08.2019 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @dave

      Nein wollen "wir" nicht Mag sein das es einige gibt die sollen das auch haben aber "wir" mögen Elektro weil, Ach die Liste würde endlos

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