Pannen und Skandale

28. August 2019 17:50; Akt: 28.08.2019 17:50 Print

Schweiz beschlagnahmt Autos – Koenigsegg tobt

Die Versteigerung des «Nazi-Porsches» Typ 64 ging in die Hose – nicht die einzige Aufreger-Auktion der letzten Zeit. Auch die Schweiz spielt dabei eine Rolle.

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Ärger wegen anstehender Auktion. Die Schweiz hat vom Vizepräsidenten Äquatorialguineas seltene Supersportwagen beschlagnahmt. Für den Schätzpreis eines Koenigsegg One:1 hat der Hersteller kein Verständnis. Vom One:1 gibt es weltweit nur sieben Exemplare. Das Auktionshaus Bonhams bewertet den Sportler mit 1,8 bis 2,3 Millionen Dollar, was bei Koenigsegg Entsetzen auslöst. Man hält die Bewertung für viel zu gering und damit für geschäftsschädigend. Allerdings müssen sich die Schweden um den Erlös kaum Sorgen machen: 2016 soll ein One:1 für fünf Millionen Dollar den Besitzer gewechselt haben, 2018 einer für 7,3 Millionen Dollar. Auch bei dieser Auktion gabs Ärger: Der letzte Porsche Typ 64 konnte vor Wochenfrist in Kalifornien nicht versteigert werden, weil die Auktion im Chaos endete. Der Ford Mustang aus «Bullitt», eines der berühmtesten Filmautos, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Es wurde umgebaut, Teile wurden gestohlen, wieder integriert, dann wechselte der Wagen seinen Besitzer und nun wird er im Januar 2020 in Florida verkauft – wohl zu einem Rekordpreis. Warum nicht mal im Auto eines Drogenbosses herumfahren? Diesen etwas speziellen Wunsch erfüllt die mexikanische Regierung gutbetuchten Autofans im Mai. Vor zwei Jahren wurde der Aston Martin DBR1 von 1959 verkauft – auch nicht ohne Nebengeräusche. Denn den ersten Zuschlag gab es schon bei 19 Millionen, ehe ein anonymer Mitbieter per Telefon viel zu spät entschied, auf 19,5 Millionen Dollar zu gehen. Der Auktionator gab nach. Erst nach Protesten des Publikums ruderte er zurück.

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Porsche Typ 64

Unruhe, Buhrufe und Abbruch: Der letzte Porsche Typ 64 konnte vor Wochenfrist in Kalifornien nicht versteigert werden, weil die Auktion im Chaos endete. Denn als der Auktionator das Startgebot von 13 Millionen Dollar verkündete, zeigte der Bildschirm 30 Millionen an, bei 17 Millionen stand 70 Millionen auf der Anzeigetafel. Grund: Der Auktionator hatte genuschelt, erklärte Sotheby’s später. Die Bieter fanden das bedingt lustig. Es gab Tumulte und am Ende konnte der Urporsche nicht verkauft werden.

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Lamborghini Murciélago

Warum nicht mal im Auto eines Drogenbosses herumfahren? Diesen etwas speziellen Wunsch erfüllt die mexikanische Regierung gutbetuchten Autofans dieses Jahr. Doch dafür musste man tief in die Tasche greifen. 82 beschlagnahmte Autos von Drogenbossen stehen für die Auktion bereit, das teuerste darunter ist ein Lamborghini Murciélago, dessen Startpreis bei rund 80'000 Franken angesetzt ist. Eingermassen kurios: Im gleichen Angebot sind auch gepanzerte Geländewagen aus dem Fuhrpark des Präsidialamts zu finden.

Aston Martin DBR1

Der Aston Martin DBR1 von 1959 gehört zu den legendärsten Rennautos der Welt. Vor zwei Jahren wurde der Klassiker für 22,5 Millionen Dollar verkauft – nicht ohne Nebengeräusche. Denn den ersten Zuschlag gab es schon bei 19 Millionen, ehe ein anonymer Mitbieter per Telefon zu spät entschied, auf 19,5 Millionen Dollar zu gehen. Prompt wurde der Mann mit dem Hammer bei diesem Angebot schwach. Doch das Publikum reklamierte lautstark und so blieb es beim Gebot von 19 Millionen Dollar – zusammen mit Gebühren brachte der elegante Klassiker am Ende 22,5 Millionen Dollar ein.

Ford Mustang

Der Ford Mustang, in dem Steve McQueen 1968 in «Bullitt» in waghalsigen Verfolgungsjagden in den steilen Strassen von San Franciscos herumjagte und so weltberühmt wurde, kommt nächstes Jahr durch Mecum Auctions unter den Hammer. Das Auto galt jahrzehntelang als verschollen, war aber seit 1974 in Familienhand und kam 2015 wieder ans Tageslicht. Das wohl berühmteste Filmauto hat eine bewegte Geschichte hinter sich, wurde umgebaut, Teile wurden gestohlen, wieder integriert; es wechselte seine Besitzer und wird im Januar 2020 in Florida verkauft – sehr wahrscheinlich zu einem Rekordpreis.

Koenigsegg One:1

Auch die Schweiz sorgt für Aufsehen: 2016 wurden 25 Luxusautos des Sohnes des Präsidenten von Äquatorialguinea von den Schweizer Behörden in Genf beschlagnahmt, der mit seinem Playboy-Lifestyle unter Geldwäschereiverdacht geraten war. Teodoro Obiang Nguema Mangue ist der Sohn des Präsidenten Äquatorialguineas. Laut Transparency International gehört das südlich von Kamerun gelegene Äquatorialguinea zu den korruptesten Ländern der Welt. Unter den Hammer kommen seltene Supersportwagen wie ein Lamborghini Veneno (geschätzter Wert: rund 5,5 Millionen Franken), ein Ferrari LaFerrari (2,8 Millionen Franken), ein McLaren P1 (1,8 Millionen Franken), ein Bugatti Veyron 16,4 (1,2 Millionen Franken) und ein Aston Martin One 77 (1,8 Millionen Franken). Am meisten Aufsehen erregt der Koenigsegg One:1 Das Auktionshaus Bonhams bewertet den 1360-PS-Sportler mit 1,8 bis 2,3 Millionen Dollar (1,75 bis 2,2 Millionen Franken), was in Schweden pures Entsetzen auslöste. Denn Koenigsegg hält die Bewertung für viel zu gering – und sogar für geschäftsschädigend. Man darf gespannt sein, für wie viel der auf sieben Exemplare weltweit limitierte Hypersportler demnächst tatsächlich verkauft wird.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dä Jesus am 28.08.2019 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "...Auktionspreis ist Rufschädigend..."

    Und ein geldwaschender Poser Prinz etwa nicht?

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  • Eric Berger am 28.08.2019 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Die Auktion wird es zeigen

    Rufschädigend, so ein Quatsch. Es ist lediglich das Startgebot.

  • Herr Max Bünzli bei OPEL am 28.08.2019 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    ein schöner Schlitten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • ;-) am 29.08.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Occ als Ersatzauto gefunden

    So ein Koenigsegg wäre doch der perfekte Ersatzwagen für den kosovarischen Pechvogel zur nächsten nächtlichen Durchfahrt in Rickenbach bei Wil.

  • RJ59 am 29.08.2019 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Hä?

    Hä, nein wieso? Man sucht sich die Besitzer ja nicht aus

  • Tamedia Zensur Team am 29.08.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Rufschädigend

    Das einzig was für Koenigsegg Rufschädigend ist, ist Ihr eigenes Marketing. Da sind mir Ferrari einiges Symphatischer in letzter Zeit. Die "fahren" die richtige Strategie. Schaut besser an wen Ihr eure schickimicki karrossen verkauft!

    • KonnoX am 29.08.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

      Toller Vergleich

      Koenigsegg mit Ferrari vergleichen ist etwa dasselbe wie Mercedes und Dacia. Koenigsegg braucht ausserdem kein Marketing.

    einklappen einklappen
  • Markus W. am 29.08.2019 10:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und der Erlös ?

    Ich nehme jetzt mal an, dass der erlös der Versteigerungen vor allem bei Autos von Drogenbossen oder korrupten Prinzen oder Präsidenten vollumfänglich an deren Opfer und Familien geht die Jahrelang unter Drogenkriegen , Mord, Vergewaltigungen, Unterdrückung zu leiden haben. Odee bereichert sich etwa Zoll, Bund, Auktionshaus usw. am Verkauf von Autos die durch Drogen, Blutdiamanten oder die unterdrückung und tötung von Menschen finanziert wurde ?

  • Betrachter am 29.08.2019 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Steht Ihnen frei

    Das Auto für den von Ihnen gedachten Preis zurück zu kaufen. Vieleicht sollte man den Leuten mal erklären wie eine Auktion funktioniert = Startgebot könnte auch 1.- sein, gewinnen wird das Höchste Gebot!