CO2-Reduktion

15. Januar 2020 05:01; Akt: 14.01.2020 17:32 Print

Schweizer Garagisten wollen Teil der Lösung sein

Schweizer Garagisten sehen sich in der Klimadebatte als Teil der Lösung. So lautet eine der Kernbotschaften am gestrigen 15. «Tag der Schweizer Garagisten».

storybild

Über 900 Teilnehmern im Kursaal Bern am «Tag der Schweizer Garagisten». (Bild: ZVG)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit aktuell 4,7 Millionen Personenwagen sind so viele Fahrzeuge in der Schweiz eingelöst wie nie zuvor. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität ist gross – und damit sind es auch die Herausforderungen im Ringen um eine Absenkung der CO2-Emissionen. «Unseren 4000 Mitgliedern ist bewusst, dass die Ökologisierung des MIV an Bedeutung gewonnen hat und noch weiter zulegen wird», sagt Urs Wernli, Zentralpräsident des Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS). Er signalisiert damit, dass das Autogewerbe die Zeichen der Zeit erkannt hat.

Umfrage
Machen Sie sich Sorgen um die Umwelt?

Als Beleg dafür gilt auch die enge Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie (BFE) in verschiedenen Projekten, unter anderem dem AutoEnergieCheck. Energieeffiziente und klimaschonende Fahrzeuge seien dem Schweizer Autogewerbe sehr willkommen, so Wernli: «Sie nützen der Umwelt und sie verringern die Anzahl der Argumente gegen das Auto.»

Grosses Potential

Dass knapp zwei Drittel der von den Schweizerinnen und Schweizern täglich zurückgelegten Distanz mit dem Auto erfolgen und 61 Prozent der gesamten Transportleistung im Güterverkehr auf die Strasse entfallen, zeigt das grosse Potenzial für die Schweizer Garagisten, zu einem ökologischeren Verkehr beizutragen. «Für die Automobilisten und Transportunternehmer sind unsere Mitglieder erste Ansprechpartner, was Kauf und Unterhalt betrifft», sagte Wernli. Die Bedeutung des Unterhalts der bestehenden Fahrzeugflotte belegt der Umstand, dass ein Auto rund 15 bis 18 Jahre im Betrieb ist. Das heisst, dass auch 2040 noch mehr als die Hälfte des Wagenparks über einen Verbrennungsmotor verfügen wird.

Dieses Vertrauen der Autobesitzer und der damit verbundene Einfluss wird dokumentiert durch die Resultate einer repräsentativen Marktforschung, die der AGVS im vergangenen Oktober durch das renommierte Institut Link durchführen liess: Über alle Generationen hinweg steht der Garagist an erster Stelle, wenn es um das Auto geht – bei Neuwagen und Occasionen genauso wie beim Unterhalt und der Wahl von Ersatzteilen und Reifen. Eine überwiegende Mehrheit der Schweizer Automobilisten verlässt sich bei Reparaturarbeiten vollständig auf den fachlichen Rat ihres Garagisten.

Weniger Polemik, bitte

Grundsätzlich stellen Schweizer Autobesitzer ihrem Garagisten und dessen Mitarbeitenden ein sehr gutes Zeugnis aus: Über alle Generationen liegt die durchschnittliche Zufriedenheit bei 83 Prozent. «Das ist ein sehr hoher Wert, der aber auch mit einer entsprechenden Verantwortung verbunden ist», so Wernli.

Gleichzeitig appellierte Wernli für weniger Polemik und Polarisierung in der Umweltdebatte. Der AGVS-Zentralpräsident stellte klar, dass das Autogewerbe nicht gegen Umweltschutz sei. Das grosse Vertrauen der Automobilisten sei für die Garagisten Verpflichtung, effiziente und möglichst umweltschonende Autos zu verkaufen. Allerdings sieht Wernli hier die Hersteller in der Pflicht: «Wir Garagisten können nur verkaufen, was produziert wird».

Autonutzung im Wandel

Politologe Claude Longchamp zeigte in seinem Referat auf, wie sich die Rolle des Autos zu wandeln beginnt –vom «alten» Auto als zunehmendes Problem hin zum «neuen» Auto als Teil der Lösung. Pascal Previdoli, der stellvertretende Direktor des Bundesamts für Energie (BFE), sprach die anwesenden Garagisten als Partner an, verwies auf die zahlreichen gemeinsamen Projekte und zeigte auf, was sich der Bund von den Garagisten künftig erhofft: ihre Rolle als Experten in Sachen Energieeffizienz und nachhaltig orientierte Mobilitätsdienstleister noch stärker wahrzunehmen.

Diese Entwicklung war anschliessend auch Gegenstand der Diskussion zwischen Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA), dem Aargauer FDP-Ständerat Thierry Burkart und Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme und Antriebsforscher bei der Empa.

Mit Spannung erwartet wurde auch der Auftritt von Michael Jost, Leiter Strategie bei Volkswagen. Er zeigte zum einen auf, wie der grösste PW-Hersteller der Welt die Entwicklung im Bereich Mobilität sieht, und auf der anderen Seite, mit welchen Konsequenzen der Wandel vom Hersteller zum Mobilitätsanbieter verbunden ist – auch und gerade für das Autogewerbe.

(pd)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bürger am 15.01.2020 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    Niemand hat das Recht uns zu strafen

    Ich bin sogar der Meinung das man weniger Neuwagen kaufen sollte und besser die alten Autos noch so lange fährt und erstmals alle Occasionen weiter nutzen bis es keine mehr gibt und erst dann einen Neuwagen zulegen. Und ich bin auch der Meinung das die Politik nicht das Recht hat uns aufzuzwingen was wir morgen fahren müssen, mein 70 Jahre altes Auto fährt noch heute wie ein Uhrwerk und trotz mehr verbrauch produziert er weniger Feinstaub, und dazu sehe ich auch kein Grund Besitzer von älteren Fahrzeugen auch zu Diskrimineren und steuerlich zu bestrafen ! und absichtliche Hindernisse in Städte

    einklappen einklappen
  • Driver am 15.01.2020 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Sind denn alle verrückt geworden?

    Ich hoffe das bald wieder mehr Gehinfunktion, Denken in Mode kommt. Dieser blinde Wahn ist echt nicht mehr auszuhalten. Sind denn alle verrückt geworden?

    einklappen einklappen
  • Bruno am 15.01.2020 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apothekerpreise

    Ich bin nicht in allen Bereichen zufrieden mit den Garagen. Die Stundenansätze sind inzwischen vielerorts jenseits von Gut und Böse

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sono Motors am 17.01.2020 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tanken mit Licht

    Tanken mit Licht? Ja das funktioniert. Mit dem Model SION von Sono Motors wurde eine neue Fahrzeugklasse eingeführt: SEV Solar Electric Vehicle + Solarintegration bis zu 34 km/Tag  + Selbstaufladend (PV) + Autarkiefördernd + Integrierte Sharing App + Bidirektionales Laden + Anhängerkupplung + Reparierbar ohne Werkstätten + Langzeitfahrzeug (Alu) + Energiestation (V2G) + Tiefe Betriebskosten + Schnellladung (50 kW) + Kein Autolack nötig + 25.500 inkl. Batterie Einfach nur sinnvoll ! Auf dem YouTube Videoportal diese Codes eingeben: nBtClb8v_bQ eBVbUh30-g4 XoYnBIahXzw (((:)))

  • Solar Monk am 16.01.2020 00:34 Report Diesen Beitrag melden

    Eine gigantische Summe US$

    Interessant wäre auch zu wissen, wie viele Milliarden US$ Gesundheitskosten weltweit eingespart werden könnten, gäbe es statt Verbrenner nur noch Elektro-Autos! Diese Zahl wäre wohl gigantisch!

    • Kohlesack am 16.01.2020 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Solar Monk

      Wäre schon interessant, diese Zahl zu wissen!

    • Greg am 17.01.2020 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Solar Monk

      Wieso? Können Menschen nicht auch mit Elektromobilen plattgefahren werden?

    einklappen einklappen
  • Shorty am 15.01.2020 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Benzin für mich!

    Ich finde es gut, wenn bald alle mit E-Autos herumfahren. Dann hat es genug Benzin übrig für mich und dessen Preis sinkt wohl, weil es fast keiner mehr braucht. :-)

    • Longy am 15.01.2020 21:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Shorty

      Finde ich auch gut wenn es noch Leute gibt, die mechanischen Verschleiss und die damit verbundenen Kosten mögen. Niemand wird gezwungen. Kannst sicher in 20 Jahren noch Verbrennner kaufen. Nur musst du dann 50km bis zur Tanke fahren.

    einklappen einklappen
  • Kein Grüner am 15.01.2020 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ja sind sie

    Das nennt sich Klimahysterie und hat schon Züge einer kollektiven Massenpsychose.

    • Auch Kein Grüner am 15.01.2020 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Kein Grüner

      Die "Klimahysterie" gibt es nicht. Es gibt nur bequeme Ignoranten die nur für sich selber und ihr portemonnai schauen und Leute die sich für das Gemeinwohl und den Planeten einsetzen wollen. Ob zweiteres nicht schon zu spät ist, sei dahingestellt. Trotzdem ist mir diese Gruppe lieber.

    • Kein Grüner am 15.01.2020 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Auch kein Grüner

      Sich für den Planeten einsetzen. Huch wie niedlich. Darf's noch etwas mehr sein? Fangt bei euch selbst an, frönt privat euren Weltrettungsphantasien, werft meinetwegen euer gesamtes Einkommen zum Fenster raus. Aber lasst uns normale Menschen mit eurer Hysterie in Ruhe.

    • Blinderführer am 17.01.2020 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kein Grüner

      Und in Australien brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und es.

    einklappen einklappen
  • Klimahysterie nein Danke am 15.01.2020 18:10 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder

    Klimahysterie ist der treffende Ausdruck für diese pathologischen Auswüchse.