Car of the week

30. November 2018 05:00; Akt: 29.11.2018 20:41 Print

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von Michael Köckritz - Man stelle sich das vor – ein Aston Martin mit Anhänger! Vielleicht gar das Boot am Autohaken! James Bond mit’nem Wohnwagen? Ehrlich jetzt? Spinnen die Engländer?

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Die vermeintliche Blasphemie könnte zum Verkaufsargument werden. Es ist zwar noch ein ganzes, langes Weilchen hin, bis Aston Martin seinen SUV offiziell auf den Markt bringt – man spekuliert auf Ende des nächsten Jahres, Anfang 2020 – aber immerhin steht jetzt fest, dass er kommen wird. Aston Martin ging sogar so weit, den Namen des sportlichen Lastenesels durchsickern zu lassen, inklusive coolem Video.

DBX wird er heissen, und warum sollte die englische Traditionsmarke auch nicht auf den fahrenden Zug springen? Alle anderen Sportwagenmarken haben ein SUV im Verkaufsraum stehen, die Dinger gehen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln, und die Gewinnmarge bei den vornehmen Utility Vehikeln ist, na sagen wir mal mehr als zufriedenstellend.

Bei Aston sieht man das nur geringfügig anders. Wo andere Supersportwagenhersteller sich auf Anraten der Konzernspitzen in Wolfsburg, München oder London an die Firmen-internen Plattformen verlassen und die resultierenden SUVs dann ans Image anpassen, baut Aston-Martin seinen DBX auf einer neuen, extra für den Geländegänger konstruierten Basisgruppe auf, die in späteren Inkarnationen die Grundlage für zukünftige Elektro-Astons bilden könnte. Diese wiederum basiert auf dem DB11, und dürfte in der DBX-Version aus Aluminium gebaut sein.

Der Lagonda Concept Car verschwand zum Glück in der Versenkung

Wirklich überraschend ist der DBX nicht wirklich. Vor drei Jahren schon zeigte Aston ein Concept Car in Genf, das in aller Sinnlichkeit und mit viel Fantasie als SUV durchgehen konnte. Die Studie hatte nur zwei Türen, der heutige Serien-DBX hat vier. Ein paar Jahre vor der Premiere des Concept im Jahr 2015, versank ein Lagonda-Concept Car in der Versenkung, und man ist heute noch dankbar dafür.

Nachdem jedoch Lamborghini, Rolls Royce, Maserati und alle anderen Supercar-Marken einen Markt geöffnet haben, bei dem die Viertelmillion den Einstiegspreis darstellt, geriet der Hoflieferant des Prinzen von Wales in Zugzwang. Aston verkauft von seinen Sportwagen rund homoeopathische 4000 Stück per Jahr. Um weiterhin eine wichtige Rolle auf dem Markt der Top-Marken zu spielen, müssen die Stückzahlen (und der Gewinn) wachsen. Bei Aston Martin erhofft man sich, mehr als 3000 ihres DBX zu verkaufen, eine stolze Zahl in der Edelklasse. Vor allem bei einem geschätzten Preis von deutlich über Zweihunderttausend.

Also geht man in England in die Offensive. In Goodwood plauderte AM-Chefingenieur Matt Becker mit mehreren US-Zeitschriften und zeigte stolz sein Photoalbum mit Bildern eines abenteuerlich bemalten Prototyps, mit dem er eigenhändig die Strecke der Wales Rallye in Rekordzeit bewältigte. Aston hatte auch gleich ein 30-Sekunden Video auf der hauseigenen Website parat, das uns zeigen soll, dass er’s kann. Sowohl der Herr Becker als auch sein Auto.

Daraus lässt sich einiges schliessen. Die Produktion wird im neuen Werk von St. Athan im walisischen Vale of Glamorgan anlaufen, das das Management für alle zukünftigen E-Produktionen erbauen liess. Der Prototyp wird sich nicht sehr vom Produktionsmodell unterscheiden – von der Kriegsbemalung einmal abgesehen. Das ikonisch-aggressive Aussehen des Kühlergrill wird das deutlichste Designmerkmal der Marke. Das Heck ist extrem hoch gebaut, um die dynamische Keilform zu betonen, und die Aussenmasse dürften sich an denen der Mitbewerber Urus und Levante orientieren und zwischen dem Cayenne und dem Cullinan liegen.

Das Herzstück wird ein 12-Zylinder-V8 von AMG sein

«Wir werden uns an unsere Erfahrungen im Sportwagenbau anlehnen,» erzählte Matt Becker in Goodwood. Fahrwerk und Aufhängung seien jedoch high-tech neu: hochentwickelte Drei-Kammern Luftfederung mit einem aktiven Anti-Roll System, das das Fahrverhalten des hoch gebauten DBX unter Kontrolle halten soll. Zum Einsatz wird der von Aston kultivierte V8 von AMG kommen, der hauseigene Zwölfzylinder dürfte zu schwer für anständiges Fahrverhalten auf unanständigen Strassen sein. Beim Fahrwerksaufbau und der digitalen Fahrwerkstechnologie verwertet man die Resultate des gewohnt freundlichen Austauschs zwischen Gaydon und Stuttgart, speziell was den Offroad-Gebrauch betrifft. Zukünftige Modelle werden sicherlich elektrifiziert die Strassen von Wales, dem Simi Valley und Abu Dhabi befahren.

Treue Aston-Traditionalisten müssen nicht allzu traurig sein, dass ihr Automobil nun auch das Pferd in den Stall und das Boot ins Meer zu transportieren in der Lage ist. Aston Martin arbeitet an einen Mittelmotorsportwagen. Und Daniel Craig wird den DBX im nächsten James Bond-Film chauffieren. Q hat schon einen beiseite legen lassen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • elotor am 30.11.2018 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Zwölfzylinder V8

    Den Motor will ich sehen!

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  • Allyn am 30.11.2018 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    igitt diese Rückleuchten

    Aston Martin baute bis jetzt wunderschöne Autos, die Front sieht ja noch erträglich und aus aber das Heck geht einfach gar nicht!

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  • Look 009 am 30.11.2018 05:30 Report Diesen Beitrag melden

    Q weiss aber auch, lieber den "G"AMG

    Wann kommt Pagani mit dem 4x4 ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Zweifel am 02.12.2018 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragliche Entwicklung

    Ob wie Welt wirklich auch noch auf diesen SUV gewartet hat?

  • Michi am 01.12.2018 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Grässlich

    Warum produziert absolut JEDER Hersteller obwohl es nicht zur Firmen Philosophie passt nur diese hässlichen Stahlsärge? Wann kommt noch ein Ferrari SUV??? Alle schreien nach Umweltschutz aber der Trend geht in Richtung SUV.

    • t.t. am 03.12.2018 15:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Michi

      Der Ferrari SUV heisst "Purosangue" und kommt 2022 auf den Markt... leider

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  • Jensen am 01.12.2018 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Aston Martin zerbröselt der Nimbus

    AM Management zeigt grad auf wie man einen einzigartigen Nimbus einer Sportwagen-Dreambrand zu einem teuren "was-soll-das" verbiegt. Vor lauter Kommerzgeilheit mit dem Dosenhersteller-Team RBR in die richtungslose langweilige Formel 1. Selber hilflose Racingeinsätze in diversen Motorsportkategorien. Wenig spektakuläre oder traumhafte Concptcars und Serien. Jetzt SUV - ohne Kompetenz im Gelände, alles zugekauft. Ob der 007-Bonus hilft die Exzellenez und den Nibus zu halten sei dahingestellt. Was ist, wenn AM bald nur noch als "zu teuer" gegenüber Mitbewerbern gilt für deren Auto-Portfolio?

    • Ronny C. am 01.12.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Nur Marketingeschwafel

      @Jensen: AM ist kein Museum und bisher hat der Laden eher rote Zahlen geschrieben. Die indischen Investoren wollen mal wieder etwas Geld sehen. Schlussendlich sind Aston Martins auch nur ganz normale Blechkisten aus ganz normalen Materialien von ganz normalen Menschen zusammengebastelt. Dieser künstliche Marketinghype wie z.B. bei Porsche ist eher peinlich. Mein Vater handelte mit Sportwagen, ich bin mit all diesen "grossen Marken" aufgewachsen. Glauben Sie mir, die kochen alle mit Wasser. Einige haben besseres Marketing als andere, that's it.

    • socom am 01.12.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jensen

      ich würde sagen, der AM vulcan ist ziemlich traumhaft und spektakulär :-)

    • Goodwood Boy am 01.12.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      @ Jensen.

      Seh ich auch so. Warte nur noch auf die Meldung, dass Range Rover / Land Rover jetzt einen Sportwagen macht. Die Extension der Palette einfach andersrum. Überall zu viel MBA drin ...

    • Illumination am 01.12.2018 23:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Jensen @Ronny C.

      Gibt da schon sowas wie den AM Valkyrie ("Walküre") - Supersportwagen mit Mittelmotor und Hybridantrieb, in Zusammenarbeit mit RBR, Bosch, Cosworth, Michelin, Rimac, Multimac, Ricardo plc - ein Multiprojekt, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.. Ziel ist Leistungsgewicht unter einem Kilogramm/PS mit Strassenzulassung, CFK-Monoque, Cosworth 6.5 l/V12-Sauger bis ca. 1000 PS (!) + E-Motor mit Systemleistung bis 1140 PS - Leergewicht ca. 1030 kg (Vmax ca. 400 km/h).. 150 Ex. Strassenzulassung/25 Track days - vorgestellt 2016, Auslieferung 2019, alles ausverkauft, Preis ca. 3 Mio. Euro..

    • Illumination am 01.12.2018 23:23 Report Diesen Beitrag melden

      @socom

      Schon richtig - gilt aber als Rennwagen, regulär ohne Strassenzulassung (AM 7.0 l/V12-Sauger/831 PS, auch CFK-Chassis/Multimac - Leergewicht ca. 1350 kg)..

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  • Bye Bye Bye am 01.12.2018 00:46 Report Diesen Beitrag melden

    @Köckritz & Thelitz

    Go Home, aber auf dem kürzesten Weg ... !

  • Giorgio am 30.11.2018 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geländewahn

    So, jetzt sind sie dann rum. Der hinterletzte hat jetzt auch noch so eine hochbeinige SUV-Kröte auf m Markt. Gratulation.