VW ID.3 enthüllt

09. September 2019 20:30; Akt: 09.09.2019 20:31 Print

Wird dieser VW zum Golf der Elektro-Generation?

von Thomas Geiger - Mit dem rein elektrischen ID.3 läutet VW den Wechsel vom Verbrenner zum Stromer ein und will in eine neue Ära aufbrechen.

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Es ist ein bisschen wie damals beim Übergang vom Käfer auf den Golf: Es liegt ein Zeitenwende in der Luft, wenn VW jetzt auf der IAA in Frankfurt endlich den ID.3 enthüllt. Denn so, wie damals der Wechsel vom luftgekühlten Heckmotor zum wassergekühlten Frontmotor eine neue Generation von Autos für die breite Masse hervorbrachte, will VW jetzt den Wechsel vom Verbrenner zum Stromer schaffen und in eine neue Ära aufbrechen. Nicht umsonst investiert die VW Marke in der nächsten Dekade neun Milliarden Euro in die E-Mobilität, plant mindestens 20 elektrische Modelle und will davon innert zehn Jahren über zehn Millionen Exemplare verkaufen.

Den Anfang macht dabei mit dem ID.3 ein Auto, das dem Golf noch ziemlich nahekommt. Als erste Modell aus dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) konstruiert und ab Mitte nächsten Jahres auf der Strasse, schreibt er nicht nur die Form des Golfs fort, wenngleich er deutlich schlanker und schnittiger auftritt und viel kürzere Überhänge hat. Sondern auch das Format sortiert den ID.3 mit seinen 4,26 Metern in die Kompaktklasse.

Ein Platzangebot auf Passat-Niveau

Allerdings gilt das nur von aussen. Innen bietet der ID.3 mit seinen 2,77 Metern Radstand und dem platzsparenden Antriebskonzept mit der Batterie im Wagenboden trotz stolzer 385 Liter Kofferraum ein Platzangebot auf Passat-Niveau. Nur dass der Wagenboden topfeben ist und das Auto deshalb noch geräumiger wirkt. Diesen Eindruck unterstützt auch das radikal reduzierte und modernisierte Bedienkonzept mit einem winzigen Bildschirm-Cockpit auf der Lenksäule und einem grossen Touchscreen daneben – so wirkt der ID.3 in der ersten Reihe noch luftiger und geräumiger als er ohnehin schon ist.

Nach zwei Jahren medialem Vorgeplänkel ist der Antrieb des ersten Grossserienstromers aus Wolfsburg keine Überraschung mehr: Sondern aus dem in jeder Hinsicht skalierbaren Baukasten haben die Niedersachsen zunächst einen Frontmotor mit 150 kW/204 PS und 310 Nm für bis zu 160 km/h und drei Batteriegrössen ausgewählt: Das Basismodell für rund 32'000 Franken fährt mit einem 45 kWh grossen Akku, der im WLTP-Zyklus für 330 Kilometer reicht.

Bis zu 550 Kilometer Reichweite

Darüber rangiert ein Akku mit 58 kWh und 420 Kilometern Reichweite und das Topmodell fährt mit 77 kWh bis zu 550 Kilometer weit. Die beiden kleineren Akkus können mit einer maximalen Ladeleistung von 11 kW (Wechselstrom) und 100 kW (Gleichstrom) geladen werden, so dass der ID.3 im besten Fall binnen 30 Minuten den Strom für 290 Kilometer zapft. Für den grossen Akku hat VW die Leistung beim Gleichstrom-Laden auf 125 kW angehoben.

Zwar meldet VW stolz bereits über 30'000 Vorbestellungen für den ID.3 und plant mit grossen Stückzahlen. Doch zumindest ein paar Jahre noch dürfte der Golf die Nase wohl noch vorne haben. Allerdings hat er den ersten Kampf gegen den designierten Thronfolger bereits verloren: Während VW die grosse Weltbühne auf der IAA dem Stromer alleine überlässt, bleibt für den bisherigen Bestseller nur eine Premiere in der Provinz – sechs Wochen später in Wolfsburg.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leonardo da Vinci am 09.09.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geplanter Verschleiss

    Ich frage mich bloss, was die Deutschen dort an Verschleissteilen einbauen werden, damit man dennoch gefühlt jeden Monat in der Werkstatt etwas reparieren gehen muss.

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  • Karin Späth am 09.09.2019 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird so oder so teuer..

    Fazit der ganzen E-Sache: Strom wird in 10 Jahren teuerer sein als Benzin, da halt ich jede Wette... und wo soll der ganze Strom den her kommen ohne Atomkraftwerke ?

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  • T. Überholt am 09.09.2019 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Tesla hat den Massenmarkt verpasst

    Tesla hätte bis Ende 2019 den Massenmarkt bedienen sollen, leider verpasst und damit wird es ewig ein teures Nischenprodukt bleiben!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wörni am 16.09.2019 22:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool und Zeitgemäss

    Das ist ein sehr gelungener Wagen. Der dürfte in 1-2 Jahren in grosser Zahl auf den Strassen zu sehen sein. VW kommt mit einem eindrücklichen Sortiment an e Fahrzeugen auf den Markt.

  • Routinier am 12.09.2019 17:04 Report Diesen Beitrag melden

    Je mi ne

    VW gibt schon wieder KW Verbrauchswerte an, die nie und nimmer, nicht mal im Labor, erreicht werden können. Hunderte Millionen Strafzahlungen scheinen wohl immer noch zu wenig weh zu tun. Die Kunden lassen sich vom Bschisser-Konzern zu gerne hinters Licht führen.

    • Illumination am 12.09.2019 22:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Routinier

      Weiss nicht, wie Sie darauf kommen.. Reichweite ist nicht Quotient von Kapazität und Stromverbrauch - zum Verbrauch gibt es bisher keine Angaben..

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  • Marcel am 11.09.2019 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genagel und geruckel

    +++ Was soll am Verbrenner besser sein? Kaum das Genagel des Diesels, kaum die Sauerei an der Tankstelle, kaum das Geruckel beim Schalten, kaum die massiv schlechtere Beschleunigung, kaum die Ineffizienz, kaum die laufenden Kosten, kaum die höheren Versicherungsprämien, ich könnte noch ewig so weitermachen. +++

  • Abwarten und Tee trinken am 11.09.2019 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na, dann zahlt mal schön

    Ich kaufe mir dann vielleicht einmal e-Auto, wenn sie wirklich ausgereift sind. Bis dahin lasse ich die anderen die grossen Abschreiber machen, sowie all die Kinderkrankheiten finanzieren. Auch Occasionen werden vorderhand keine Option sein. Die Dinger sind ja im Moment nach kurzer Zeit technisch schon wieder total überholt und man wartet besser noch etwas länger. Es wird also noch viel Wasser durch den Rhein laufen, bis mein treuer Subaru von 1996 wirklich ausgedient hat.

  • Bye Bye am 11.09.2019 05:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es ist vorbei

    Der Drops ist gelutscht. Der Keks ist geknuspert. Die Messe ist gelesen. Bye bye Verbrenner.