BMW iX3

24. Dezember 2019 12:00; Akt: 24.12.2019 12:49 Print

Bei Stromern setzt BMW auf Reichweite statt PS

von Dieter Liechti - Ausgerechnet der Gralshüter der «Freude am Fahren» macht beim aktuellen Power-Play der Premium-Stromer nicht mit.

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BMW iX3: 200 kW (270 PS) für 400 Kilometer Reichweite. Für BMW dürften die fehlenden kW oder der fehlende Allradantrieb kein allzu grosses Problem darstellen, denn Hauptmarkt für den Neuling ist China. (Bild: BMW)

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400 – das scheint die neue Glückszahl der auf den Strom gekommenen Premiumautomarken zu sein. 400 PS, oder noch besser 400 kW und eine Reichweite von 400 Kilometern oder mehr. Wer beim elektrischen Auto-Quartett punkten will, muss solche Eckwerte anbieten. Doch die Zeiten des Auto-Quartetts sind längst vorbei, und langsam aber sicher denken auch die Hersteller um. Zwar lancierte BMW in den vergangenen Monaten einen Sportler – SUV, Limousine oder Coupé – nach dem anderen, und viele Präsentationen fanden auf Rennstrecken statt. Doch zumindest beim für kommendes Jahr angekündigten Elektro-SUV iX3 steht BMW auf die Bremse.

Mit über 400 Kilometern soll der Stromer zwar auch mit einer imposanten Reichweite aufwarten, wenn er Ende 2020 auf die Strasse kommt. Weniger spektakulär sind dafür die Leistungsdaten des iX3, zumal der 200 kW (270 PS) starke X3-Ableger aus Effizienzgründen ohne Allradantrieb auskommen muss. Die Kraft von 400 Nm wird exklusiv an die Hinterräder geleitet.

EfficientDynamics auf neuem Niveau

«Im BMW iX3 erreicht EfficientDynamics ein neues Niveau», entgegnen die Münchner. «Seine eDrive-Technologie der fünften Generation umfasst eine Antriebseinheit, bei der Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe in einem zentralen Gehäuse verbaut sind.» Dadurch wird die Antriebseinheit nicht nur kompakter, sondern die Leistungsdichte verbessert sich so laut den Münchnern gegenüber dem bisherigen BMW-Elektroantrieb um rund 30 Prozent.

Der Akku verwendet NMC-811-Zellen in Form von Prismen. Das Kürzel steht für eine Lithium-Ionen-Batterie, bei der die eine Elektrode aus Nickel, Mangan und Cobalt im Verhältnis 8:1:1 besteht. Damit wird besonders viel Nickel, aber weniger Mangan und Cobalt eingesetzt als in gängigen 622-Zellen. «Im Vergleich zur letzten Batterie-Generation konnte der Cobalt-Anteil um zwei Drittel reduziert werden», schreiben die Münchner. Ausserdem beschafft BMW die Rohstoffe Cobalt und Lithium nun erstmals selbst und gibt sie an die Zell-Produzenten weiter.

Danach werden die Zellen in BMW-Werken zu fertigen Akkus zusammengebaut. Die Batterie wird wie üblich im Fahrzeugboden untergebracht, so dass es keine Einbussen beim Platzangebots gegenüber dem normalen X3 gibt. Dank der eher gedrosselten Leistung verspricht BMW auch einen besonders niedrigen Stromverbrauch von unter 20 kWh/100 km im WLTP-Zyklus.

Bis zu 60 Prozent CO2-Einsparungen

In Sachen CO2-Bilanz betont BMW, dass der iX3 im gesamten Produktzyklus (inklusive Rohstoffbeschaffung, Lieferkette, Produktion, Nutzungsphase und Recycling) einem konventionellen X3 (konkret: dem BMW X3 sDrive 20d der aktuellen Generation) deutlich überlegen ist. Bei Verwendung von europäischem Durchschnittsstrom in der Nutzungsphase wird 30 Prozent CO2 eingespart, bei Verwendung von grünem Strom sind es rund 60 Prozent, so BMW. Darüber hinaus kann der Akku wie beim i3 nach seiner Verwendung im Auto als Stationärspeicher weiterverwendet werden. Das verbessert die CO2-Bilanz weiter.

Die fehlenden kW, aber vor allem der fehlende Allradantrieb im Vergleich zu Audi e-tron, Jaguar i-Pace und Mercedes-Benz EQC wird den Erfolg des Stromers in der Schweiz wohl beeinträchtigen, denn hierzulande fuhren von Januar bis Ende November mehr als 50 Prozent der Neuwagen mit Allradantrieb vor. Doch für BMW ist das kein allzu grosses Problem, denn Hauptmarkt für den Neuling ist China, wo das Auto auch vom Joint Venture BMW Brilliance Automotive in Shenyang gebaut werden wird. Und dass weniger auch mehr sein kann, wird sich wohl auch in der Automobilindustrie rumsprechen.

«Power of Choice»

BMW bezeichnet den iX3 als «ein weiterer Meilenstein in der konsequenten Umsetzung der Elektrifizierungsstrategie der BMW Group». Mit seinem Debüt im Jahr 2020 wird der BMW X3 zum ersten Modell der Marke, das sowohl mit herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren als auch mit Plug-in-Hybrid sowie mit rein elektrischem Antrieb verfügbar ist. Mit diesem «Power of Choice»-Angebot will die BMW Group die unterschiedlichen Anforderungen und Wünsche ihrer weltweiten Kunden sowie maximale Wirksamkeit bei der Reduzierung der CO2-Emissionen erreichen. Die BMW Group hat im Dezember die Marke von einer halben Million ausgelieferter elektrifizierte Automobile übertroffen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rotfuchs am 24.12.2019 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Vernünftig

    Recht haben sie, die Bayern, weiter so. 270 PS tun es für ein flottes Vorwärtskommen allemal. Es wird Zeit, dass sich die Autoindustrie auf diejenigen ausrichtet, die schon immer die grösste Zielgruppe waren, nämlich auf uns Normalverbraucher. Ich kritisiere niemanden, der oder die sich einen teuren Tesla mit über 800 PS leisten will. Aber ich brauche das nicht und freue mich, wenn die E-Mobilität endlich auch bei meinen Bedürfnissen ankommt.

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  • Ronny L. am 24.12.2019 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleiben Kombis

    Sollen doch mal einen Kombi mit 700 km Reichweite bauen.Das ist was sich Familien wünschen.

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  • Rentner Sepp am 24.12.2019 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Auto für jedermann / Frau

    Ein Weg in die richtige Richtung. Nur, wann baut irgend eine Marke ein Auto für jedermann. Zuerst müsste die Frage beantwortet werden. Was braucht es um ein Elektro. Auto zu bauen oder was braucht es nicht. Wieviel Luxus braucht es ? Wieviele Assistentsysteme? Das Auto ist doch ein Fortbewegungsmittel, damit ich von A nach B fahren kann. So sollte es möglich sein ein günstiges Auto zu bauen, welches eine grosse Reichweite fahren kann und den Zweck erfüllt und erst noch Preisgünstig ist. Solche Fahrzeuge braucht die Yzukunft.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 01.01.2020 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halb so grosse Reichweite doppelter Preis

    Was für ein Schwachsinn! Mein Diesel fährt mindestens 1000km bei optimalen Verhältnissen bis zu 1100km. Jetzt im Winter hält die Batterie vielleicht noch für 200km! Sowas kommt mir sicher nicht in die Garage.

    • Pete N am 02.01.2020 15:35 Report Diesen Beitrag melden

      Saurier

      Konzept wohl noch nicht verstanden. Wenn du täglich zuhause an der Steckdose laden kannst, brauchst du nicht mal zur (Ges)Tankstelle fahren und hast jeden Morgen einen gefüllten Tank.

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  • Schweizer Bünzli am 01.01.2020 14:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut schöngeredet

    Es ist eine alte Weisheit, dass Newtonmeter nicht durch Pferdestärken zu ersetzen sind. Insbesondere bei den (heute noch) schweren Stromern ist ein hohes Drehmoment wichtig, damit sie gegen die hochgezüchteten Benziner eine Chance haben. Offensichtlich hat BMW aber noch immer Entwicklungsnotstand, wenn die Ingenieure den Allradantrieb auslassen müssen. Hat BMW hier aufgrund des Akkus ein Platzproblem?

    • Pete N am 02.01.2020 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht wirkich

      Gegen hochgezüchtete Benziner eine Chance haben...? Fährst du täglich Strassenrennen? Bereits der kleine i3 von BMW hängt im Übrigen so manchen konventionellen Verbrennungstinker problemlos ab, da keine Gangschaltung und unterbrechungsfreies Drehmoment.

    • Schweizer Bünzli am 06.01.2020 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pete N

      Naja, 7,3 Sekunden sind nicht schlecht, reichen bei GTI und Co. aber bei weitem nicht aus...

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  • Klartext am 31.12.2019 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut genug

    Kommt nicht an den Mustang Mach-E von Ford heran, welcher erst noch mit Allrad lieferbar ist und wahrscheinlich erst noch günstiger als der Bayer.

  • TSCH am 29.12.2019 21:15 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Entscheid

    Dazu sollte das Fahrzeug mit allen Elektroanschlüssen klarkommen. Gut währe auch eine wählbare Ladestrombegrenzung, so dass zB. die Hausfrau parallel dazu bügeln oder kochen kann ohne dass die Sicherung heraus fällt.

    • Der Umdenker am 30.12.2019 02:55 Report Diesen Beitrag melden

      TSCH

      Eine Marke aus den USA kann das von etwa 2 Amp. an stufenlos. Noch Fragen?

    • Alfred A. am 30.12.2019 04:23 Report Diesen Beitrag melden

      @TSCH

      Ladestrom Begrenzung geht bei meinem nicht-usa EV auch. Ist also kein Problem.

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  • Manni am 27.12.2019 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein Y für ein X

    Und wo ist der 4x4, wenn das Teil doch X heisst? Eine weitere Schummelei aus Deutschen Landen?