BMW Motorrad

12. Mai 2019 17:18; Akt: 12.05.2019 17:18 Print

«Bei BMW Motorrad steht der Spass im Fokus»

von Peter Fahrenholz - Harley-Davidson rollt im Herbst die elektrische LiveWire. Das macht dem Chef von BMW Motorrad, Markus Schramm, kein Kopfzerbrechen.

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Elektromobilität ist gegenwärtig eines der wichtigsten Themen, wenn es um die Zukunft der Mobilität insgesamt geht. Es gibt E-autos, E-Bikes, jetzt sogar E-Scooter. Nur beim Motorrad tut sich markenübergreifend so gut wie nichts. Warum ist das so?
Ich denke, mit dem C evolution, der seit 2013 schon erfolgreich auf dem Markt ist, haben wir schon ein Stück Pionierarbeit geleistet.

Das ist lange her.
Es gibt einen grossen Unterschied zwischen der Auto- und der Motorradindustrie. Im Gegensatz zum Auto sehen wir uns in der Motorradbranche noch keinen regulatorischen Zwängen ausgesetzt. Daher ist unser Fokus darauf gerichtet, Produkte anzubieten, die vor allem Spass machen. Zudem können wir auf die grosse Kompetenz der BMW Group bei der Elektromobilität zurückgreifen. Wir werden von den kommenden Generationen der elektrifizierten BMW-Pw mit ihren technischen und emotionalen Weiterentwicklungen stark profitieren können. Und dann ist auch die E-Mobilität im Motorradbereich nicht mehr aufzuhalten.

Das hat man aus Ihrem Haus vor drei Jahren auch schon gehört.
Aber ich meine es jetzt ernst.

Wann wird denn das erste E-Motorrad von BMW auf den Markt kommen. Und was wird das für eine Maschine sein?
Wir sind davon überzeugt, dass die E-Mobilität im ersten Schritt im urbanen Bereich sehr stark kommen wird, und darauf fokussieren wir uns jetzt auch.

Urbaner Bereich heisst: eher weitere Roller, oder auch Motorräder?
Das heisst vorrangig Scooter, aber es geht auch um andere Konzepte, über die ich jetzt noch nichts verraten möchte.

Das ist bedauerlich.
Soviel kann ich sagen: Wir wollen damit ganz neue Kundengruppen ansprechen, vor allem auch jüngere Kunden. Der Bedarf wird im urbanen Bereich grösser sein, und da wird es entsprechende Angebote von BMW-Motorrad geben. Was ich mir heute noch nicht vorstellen kann, ist, dass wir schon bald E-Maschinen im Touren- oder Endurosegment sehen werden. Dafür fehlt die Infrastruktur und auch die Vorteile der Technologie für diesen Anwendungszweck.

Weil die Akku-Reichweite zu gering ist und der Tourenfahrer nicht stundenlang an der Ladesäule stehen, sondern lieber an der Tankstelle schnell eine Bratwurst essen und dann weiterfahren will?
Genau. Das wird sich entwickeln, wenn auch die Infrastruktur entsprechend wächst.

Wobei es da jetzt einen kräftigen Schub gibt.
Ja, aber vor allem innerhalb der Städte. Schon wenn man sich 20 Kilometer ausserhalb bewegt, wird es schon dünn. Und in den Alpen, da bin ich mal gespannt, wann da die Lademöglichkeiten kommen. Das ist noch lange nicht entschieden. Aber ich glaube ohnehin an die Koexistenz von beiden Antriebsformen in den kommenden Jahren.

Was ist denn in Ihren Augen der Hauptgrund für die Aversion vieler Motorradfahrer gegenüber E-Maschinen. Ist es nur die mangelnde Reichweite? Oder auch die besonders ausgeprägte Liebe zum Verbrennungsmotor, bei der der Sound eine wichtige Rolle spielt?
Das spielt sicherlich bei vielen mit, auch wenn man nicht alle Motorradfahrer über einen Kamm scheren kann. Aber wenn wir mal bei den Autos schauen: Da haben wir unseren Kunden überlassen, herauszufinden, dass man mit einem BMW i3 bei jedem Ampelstart ganz weit vorne ist. Die Fahrfreude muss man ganz buchstäblich erfahren. Wir sehen das ja bei dem C evolution. Die Kunden, die diesen Roller fahren, tun das sicherlich auch aus Umweltgründen und um Kosten zu sparen. Aber ganz sicher auch aus purer Fahrfreude, wegen der Dynamik des Elektroantriebs.

Dann müsste BMW doch möglichst schnell ein richtig schönes Naked Bike mit Elektroantrieb auf die Strasse bringen, damit der Kunde diesen Fahrspass erleben kann.
Mit dieser Idee liegen Sie nicht daneben.

Anwohner an beliebten Motorradstrecken reagieren zunehmend genervt auf Motorräder mit überlauten Auspuffanlagen oder unverantwortliche Raser. Gefährdet eine rücksichtslose Minderheit die gesamte Motorradszene?
Ich bin froh, dass es diese Diskussion gibt. Denn Freude am Fahren hat in meinen Augen nichts mit lauten Auspuffanlagen zu tun. Was den Auspuff angeht, gibt es im Zubehörbereich Angebote, die nicht gesetzeskonform sind. Ich sage ganz klar: Für mich gehört zum Motorradfahren auch dazu, dass man sich umweltbewusst verhält und Rücksicht nimmt. Das schränkt den Spass nämlich überhaupt nicht ein. Bei BMW sind nicht nur alle Bikes, sondern auch die Zubehörlösungen gesetzeskonform. Der Sound einer Maschine hat nichts mit Lautstärke zu tun.

Lange Zeit hatte BMW das Image, zwar technisch perfekte, aber irgendwie auch langweilige Motorräder zu bauen. Mit der R NineT und ihren Derivaten hat sich das geändert. Jetzt ist BMW auch für die Customizer-Szene interessant. Wie wichtig ist dieser Imagewechsel?
Der ist extrem wichtig für uns. Unser Claim «Make Life a Ride» ist nicht nur ein Werbespruch, sondern dahinter steckt die Überzeugung, dass das Erleben des Motorradfahrens im Vordergrund steht. Und damit bin ich bei den individuellen Wünschen des Kunden. Die haben stark mit Emotionen zu tun. Deshalb ist der Wandel der Marke sehr wichtig. Es geht um die Menschen und deren Erlebnisse mit unseren Motorrädern. Unsere Motorräder, egal in welchem Segment, sollen unsere Kunden nicht nur technisch, sondern auch emotional überzeugen.

Viele Hersteller setzen auf immer mehr Leistung und immer mehr elektronische Gimmicks. Dabei zeigt der Erfolg der Africa Twin von Honda und auch die ganze Retrowelle, dass sich viele Motorradfahrer eine Rückbesinnung auf das wünschen, was Motorradfahren im Idealfall sein kann: eine Entschleunigung vom immer hektischeren Alltag.
Das sehe ich genauso. Wir haben in einer immer digitaleren Welt viele Kunden, die sagen: Motorradfahren ist mein analoges Rückzugsgebiet. Das eine schliesst aber das andere nicht aus. Jeder, der sich dieses analoge Rückzugsgebiet wünscht, will einerseits Fahrfreude, aber andererseits Sicherheit haben. Nehmen Sie unser autonom fahrendes Motorrad, das wir Anfang des Jahres auf der Consumer Electronis in Las Vegas gezeigt haben. Es wird sicher kein autonom fahrendes Motorrad geben. Wenn ich aber technisch in der Lage bin, dass ein Motorrad von alleine im physikalischen Grenzbereich fahren kann, dann kann ich mir sehr viele Funktionen vorstellen, die die Fahrfreude erhöhen aber zugleich auch die Sicherheit.

Bei den schweren Cruisern überlässt BMW Harley und Indian das Feld. Wird sich das ändern, hat BMW nach vielen Jahren einen Cruiser in der Schublade, der auch den Harley-Fans gefallen könnte?
Da bin ich völlig bei Ihnen. Die Zeit des Zuschauens, dass wir in dem weltweit grössten Segment über 500 Kubik gar nicht vertreten sind, wird in sehr absehbarer Zeit zu Ende sein.

Das heisst, BMW zeigt schon bald etwas?
Ja, wir stellen unsere Vorstellungen zu einem sehr authentischen BMW-Angebot für das Cruiser-Segment schon demnächst der Öffentlichkeit vor. Da können Sie sich wirklich darauf freuen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ben Heel am 12.05.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echte Reichweite E-Töffs ein Witz

    Die Hersteller von E-Motorräder werben mit Reichweiten von 300 km, im Kleingedruckten steht, dass es bei 90 km/h bereits nur noch die Hälfte ist, da der Verbrauch von Töffs mehr von der Geschwindigkeit abhängt als bei Autos. Auf der Autobahn bei 120 ist dann die Reichweite wohl noch 90 km, man kann also nicht einmal von Zürich ins Tessin fahren.

  • Herr Max Bünzli am 12.05.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    aber der Seitenwagen fehlt am Töff.

  • Frouge am 13.05.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ahja?

    Moment, BMW verkauft klappengesteuerte Auspuffanlagen ab Werk. Also sehen sie den Zusamnenhang von "Lärm" und Fahrfreude. Leicht gespaltene Zunge der gute Herr

Die neusten Leser-Kommentare

  • Frouge am 13.05.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ahja?

    Moment, BMW verkauft klappengesteuerte Auspuffanlagen ab Werk. Also sehen sie den Zusamnenhang von "Lärm" und Fahrfreude. Leicht gespaltene Zunge der gute Herr

  • Kawasaki am 12.05.2019 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nippon

    BMW ist pure Langeweile! Motorräder kommen von Japan oder Italien.

    • Moto Mania am 13.05.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

      Insider wissen...

      ... dass auch BMW Töffs von einem japanischen Designer entworfen werden. Er heisst Sushi Kakamoto ...

    • Schneevicchen und die sieben Brüder am 13.05.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Moto Mania

      vielen dank. ich konnte nicht mehr vorlachen.

    • Manfred am 15.05.2019 17:07 Report Diesen Beitrag melden

      E Mobiltät ist das Ende

      Alles falsch, Motorräder kamen früher aus Deutschland , alte BMW´s, und bis jetzt aus Amerika, nähmlich H-D. Rennbrezeln und Fahrzeuge für Gehirnambutierte Knieschliffer Fetischisten kommen aus Japan! Aber der Elektrowahn macht die Mobilität kaputt, sei es mit E Autos oder Motorräder, das ist egal! UNd Umweltfrevel ist die E Mobilität auch, das müssen sogar studierte Klimaapostel zugeben, es verlagert nur die Schmutzschwerpunkte zu den ärmsten der Armen.

    • Moto Mania am 16.05.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Manfred

      na na na... gar nicht nett, wie Du die Fahrer japanischer Bikes bezeichnest. Das sind nicht alles Raser. Als H-D Fahrer muss ich neidlos zugeben, dass es durchaus auch coole japanische Bikes gibt. Das Motto der Biker ist doch "Leben und leben lassen". Bist Du WIRKLICH selber ein Biker (auch im Geiste), oder bloss ein Sonntagsfahrer..?

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  • Herr Max Bünzli am 12.05.2019 20:11 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    aber der Seitenwagen fehlt am Töff.

  • SR 400 am 12.05.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizertöffs

    BMW strahlt sowas von Bünzlitum aus, passen also ganz gut in die CH. Das Design der meisten Modelle kommt ganz tief aus dem Keller, der Supersportler sieht aus wie alle anderen Joghurtbecher. Null Emotion, trotz Boxer. Und überteuert sind die bayrischem Zweiräder auch. Wen interessiert also was da an elektrischen Plänen geschmiedet werden.

    • Alois Fingerl am 12.05.2019 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SR 400

      Passt scho. Schließlich sind wir Bayern für Deutschland das, was die Schweizer für Europa sind. Nur das Größenverhältnis is a bisserl anders.

    • Stef am 12.05.2019 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SR 400

      Also über aussehen kann man streiten, aber meine S1000R ist brachial! Tempomat, Griffheizung, etc. Hammerteil!

    • Aussen Flopp, Innen Topp! am 13.05.2019 05:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SR 400

      Über das Aussehen kann man streiten! Aber in Sachen technische Zuverlässigkeit und Haltbarkeit geht nun mal nichts an BMW vorbei! Mein Gummikuh hat jetzt 267000km auf dem Wecker, 1 Motor, 1 Getriebe, 1 Rahmen und ein Ende ist nicht in Sicht! KTM hat bei 109000km aufgegeben und Honda bei 133000km, zudem ist das Touren Zubehör unterirdisch!

    • Melikae am 13.05.2019 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alois Fingerl

      die töffs kommen aber aus berlin

    • Burger am 14.05.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aussen Flopp, Innen Topp!

      hehe... "Gummikuh" höre ich zum erstenmal und dabei kommt mir alles andere als ein Motorrad im sinn.... ;-)

    • Manfred am 15.05.2019 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      SR400 tolles Motorrad

      SR 400 tolles Motorrad, top, SR 500 noch toller, aber leider werden die BMW Motorräder in Berlin zusammengezimmert! Eines der wenigen mich Charakter, sonst kommen ja sehr viel Schrott aus Japan.

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  • Ben Heel am 12.05.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echte Reichweite E-Töffs ein Witz

    Die Hersteller von E-Motorräder werben mit Reichweiten von 300 km, im Kleingedruckten steht, dass es bei 90 km/h bereits nur noch die Hälfte ist, da der Verbrauch von Töffs mehr von der Geschwindigkeit abhängt als bei Autos. Auf der Autobahn bei 120 ist dann die Reichweite wohl noch 90 km, man kann also nicht einmal von Zürich ins Tessin fahren.