Autoboom in Genf

01. März 2011 12:33; Akt: 01.03.2011 12:33 Print

Ein Autosalon im Zeichen der Rekordjagd

von Harald Schultz, AP - Die drittgrösste Automesse der Welt erwartet 700 000 Besucher. 260 Aussteller mit 700 Marken aus 31 Ländern füllen 7 Hallen mit 80 000 Quadratmetern.

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Mit zahlreichen neuen Modellen und guten Aussichten auf weltweite Rekordverkäufe eröffnet am Donnerstag der vom Frühling geprägte Autosalon in Genf offiziell seine Tore. Vorab berichtete Porsche bereits, dass das Unternehmen von August bis Dezember 57 Prozent mehr Autos verkauft habe. BMW und Peugeot/Citroën stellen in Genf ihre Elektro-Partnerschaft vor und der VW-Konzern den neuen Audi A6, einen neuen VW Tiguan und ein neues Golf Cabrio, erstmals ohne Überrollbügel.

Die Veranstalter erwarten auf dem Messegelände direkt am Genfer Flughafen rund 700 000 Besucher. Es ist die drittgrösste Automesse der Welt, nach Paris und Frankfurt/Main. Ford zeigt den neuen Focus, Opel den Elektro-Pkw Ampera, den überarbeiteten Corsa und einen neuen Antara. 260 Aussteller mit 700 Marken aus 31 Ländern füllen 7 Hallen mit 80 000 Quadratmetern.

Porsche verkaufte im Rumpfgeschäftsjahr 40 446 Fahrzeuge, wie die Firma in Stuttgart mitteilte. Vor allem die Sportlimousine Panamera und der Geländewagen Cayenne hätten für den Anstieg gesorgt.

Elektroantriebe auf dem Vormarsch

Alternative Antriebsarten werden in Genf eine grosse Rolle spielen. Dabei werden allein 40 neue Elektro-, Hybrid-, oder gasgetriebene Modelle gezeigt. Renault stellt seinen Elektro-Kangoo vor, der ab dem Jahresende verkauft werden soll. Selbst der chinesische Hersteller BYD zeigt einen Geländewagen mit Elektroantrieb.

Die Branche steht im Zeichen einer rasanten Renaissance nach der Welt-Wirtschaftskrise. Der Pkw-Weltabsatz wird dem Center Automotive Research in Duisburg zufolge um 6,3 Prozent auf einen neuen Rekord von 62,6 Millionen Stück steigen. Damit schraubte die Uni ihre eigene Schätzung vom Herbst um rund 2 Millionen Stück nach oben.

Wachstum in China und Indien

Der Trend ist ein kräftiges Wachstum von Absatz und Produktion vor allem in China und Indien. Der Markt in Japan und Europa dagegen wird 2011 kaum wachsen, der in den USA wird sich erholen. Auch Lateinamerika wächst ordentlich. Damit verbunden ist der Aufstieg von bislang den Deutschen unbekannten Herstellern aus China und Indien.

So gehört die schwedische Marke Volvo Pkws nun beispielsweise dem chinesischen Hersteller Geely, die britischen Marken Jaguar und Land Rover der Firma Tata aus Indien. Einer der Marktführer in Indien ist Suzuki mit seinen Kleinwagen. Deshalb hat sich VW an dem japanischen Unternehmen mit 20 Prozent beteiligt. Auf der Asien-Welle schwimmen auch die Koreaner mit den Marken Hyundai und Kia.

Elektromotor einfacher als Explosionsmotor

Daneben streben auch chinesische Inlandsmarken nach oben, zu denen BYD gehört, Build Your Dream. Sie setzen stark auf das Elektro-Auto, das die Regierung in Peking massiv fördert. Andere Antriebsarten wie Erdgas-Motoren und Wasserstoff-Antriebe spielen auch eine immer stärkere Rolle. Sie könnten die traditionellen Benzin- und Dieselmotoren nach und nach zurückdrängen.

Die deutschen Hersteller und ihr Verband der Automobilindustrie (VDA) haben offiziell beim Elektro-Auto keine Eile, weil sie befürchten, dass das über 125 Jahre angesammelte Ingenieurwissen und die noch längst nicht abgeschriebenen Motorenfabriken in Deutschland dann wertlos würden. Denn ein Elektromotor ist technisch deutlich einfacher als ein Explosionsmotor. Was auch die Zuliefererindustrie wie Bosch (Zündkerzen), Mahle (Kolben) und Behr (Kühler) treffen könnte.

Neuheiten aus Deutschland


Zahlreiche deutsche Hersteller kommen in diesem Jahr mit weiteren neuen Volumen-Modellen, so Audi mit einem Q3, BMW im Herbst mit dem neuen 1er, einem 6erCabrio und einem Mini Coupé, Ford mit dem B-Max, Mercedes mit einem CLS, einem SKL, dem C-Klasse-Coupé, einer neuen B-Klasse und der M-Klasse. Opel bringt im Herbst den neuen Zafira, Porsche den 911er und VW den Jetta, den Beetle und den kleinen Bus Up.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Georg Fischbach am 01.03.2011 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Opel Antara...

    ... dürfte wohl ein Opel Ampera sein im Bild 1 von 12?

  • Res Wahlen am 01.03.2011 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Highligth

    Dsa macht Lust auf mehr. Ich freue mich auf meinen Besuch. Vor 2 Jahren habe ich dort meinen Traumwagen gesehen und konnte kurz danach nicht mehr wiederstehen und muss ihn kaufen. Ich freue mich besonders auf die neuen Modelle von Mercedes und den 911er.

  • Kewo am 01.03.2011 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    E-Halbwissen

    Oje, wieder mal Halbwissen bzgl. E-Antriebe (hat da Herr Oettinger die feder geführt?): auch Elektrofahrzeuge, Hybrids jeglicher Couleur usw. die Batterien an Bord haben, benötigen Thermomanagement (z. B. einen definierten Temperaturbereich der Li-Ion-Batterie, Klimaanlagen incl. Heizung usw.). Die o. g. Zulieferer arbeiten mit Sicherheit an/auf neuen Geschäftsfeldern. Abgesehen davon wird nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre jeder mit einem E-Fahrzeug unterwegs sein (wenn mich meine Chemie-Kenntnisse nicht täuschen, gehört Lithium zu den sog. Seltenen Erden [der Name ist Programm]).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Georg Fischbach am 01.03.2011 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Opel Antara...

    ... dürfte wohl ein Opel Ampera sein im Bild 1 von 12?

  • Tony Kimmer am 01.03.2011 12:05 Report Diesen Beitrag melden

    ein Sünder und ein Heiliger

    Freue mich auf den neuen Chevy Volt, werde mir das Auto sicher zulegen. Das geniale daran ist, dass ich das Auto mit Solarstrom vom eigenen Dach laden kann (zumindest zu einem grossen Teil). Da werden mir die grünen Weltverbesserer auch verzeihen, dass ich noch einen Hummer H2 (mit Bioethanol betrieben) besitze. Ein schlechtes Gewissen habe ich aber auch dabei nicht, denn der H2 bläst 250 mal weniger Stickoxid in die Luft als ein neuer Golf mit Dieselmotor. Obwohl ich kein Grüner bin, bin ich wohl doch einer ;-)

  • Kewo am 01.03.2011 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    E-Halbwissen

    Oje, wieder mal Halbwissen bzgl. E-Antriebe (hat da Herr Oettinger die feder geführt?): auch Elektrofahrzeuge, Hybrids jeglicher Couleur usw. die Batterien an Bord haben, benötigen Thermomanagement (z. B. einen definierten Temperaturbereich der Li-Ion-Batterie, Klimaanlagen incl. Heizung usw.). Die o. g. Zulieferer arbeiten mit Sicherheit an/auf neuen Geschäftsfeldern. Abgesehen davon wird nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre jeder mit einem E-Fahrzeug unterwegs sein (wenn mich meine Chemie-Kenntnisse nicht täuschen, gehört Lithium zu den sog. Seltenen Erden [der Name ist Programm]).

    • Chris am 01.03.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      yep Halbwissen

      Es stimmt zwar das es in diese Kategorie fällt aber Lithium kommt immer noch häufiger vor als Kobalt, Zinn und Blei. Die gewinnung ist aber schwieriger

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  • Jimmy Böff am 01.03.2011 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Highligts Bluff

    Ja entlich wieder so weit, ich freue mich. Letztes Jahr habe ich dort meinen Traumwagen gesehen und habe ihn mir sofort gekaufen. Ich freue mich besonders auf den neuen Aston Martin V8 Vantage S, warscheindlich kauf ich ihn auch sofort :/

  • Res Wahlen am 01.03.2011 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Highligth

    Dsa macht Lust auf mehr. Ich freue mich auf meinen Besuch. Vor 2 Jahren habe ich dort meinen Traumwagen gesehen und konnte kurz danach nicht mehr wiederstehen und muss ihn kaufen. Ich freue mich besonders auf die neuen Modelle von Mercedes und den 911er.