Auto-Salon in Genf

06. März 2011 22:58; Akt: 06.03.2011 20:10 Print

Klein, aber oho! Gross, aber oje!

Am Auto-Salon in Genf glänzt die Fiat Group mit heissen Minis und enttäuscht mit uninspirierten Maxis.

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Gucci-Sondermodell des Fiat 500: Ein Auto für Frauen. (Foto: Markus Cavelti)

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Minus 8,7 Prozent bei Fiat und minus 43,1 Prozent bei Lancia: Das sind die Verkaufsresultate der beiden Italo-Marken in den ersten beiden Monaten in der Schweiz. Ernüchternd. Denn der Gesamtmarkt hat im Gegensatz dazu im Januar/Feb­ruar ein Plus von 14 Prozent erarbeitet.

Weil wir Schweizer Fiat und seine verwandten Marken mögen, widmen wir uns zuerst den positiven Aspekten des italienischen Auftritts in Genf: Die Italiener, zu denen ja nun auch die Marke Jeep gehört, haben nicht nur die schönsten Frauen an den Ständen, sondern mit dem kompakten 4C auch eines der heissesten Autos am Start. Und der Ferrari FF ist trotz – oder gerade wegen – seines polarisierenden Designs fürs erste Jahr bereits ausverkauft.

Doch damit schafft man sich zwar Sympathien, aber noch keine besseren Verkaufszahlen. Dafür müssen auch in diesem Jahr die Autos von Fiat stehen. Und da hats ein gutes und ein schlechtes Beispiel. Positiv: Zum einen verwöhnen die Italiener die Frauen mit einem Gucci-Sondermodell des Fiat 500 und machen mit dem quietschgelben Zagato-Coupé auf Cinquecento-Basis Lust auf eine weitere Variante des trendigen Retro-Flitzers. Negativ: Mit dem klobigen Freemont auf Basis des Dodge Journey will Fiat die Lücke schliessen, die der originelle Multipla und der Ulysse hinterlassen haben.

Auch bei der Traditions­marke Lancia – sie hat in der Schweiz in den ersten beiden Monaten gerade mal 78 Autos abgesetzt – fährt die Fiat Group, bewusst oder unbewusst, mit derselben Strategie: Klein, aber oho! Gross, aber oje!

Denn während der neue Lancia Ypsilon wirklich das Zeug hat, um mit seinem stilvollen Design und liebevollen Details bei Frauen und trendigen Städtern zu punkten, wirkt der Lancia Thema auf dem Stand der Italiener wie ein Fremdkörper. Als «Amischlitten» und Chrysler ist die XL-Limousine noch immer eine spannende Alternative zur «europäischen Einheit». Aber als Lancia? Da nützen wohl auch Holzapplikationen, Alcantara und hochfloorige Teppiche mit dem Lancia-Logo nichts.