Autosalon Genf

03. März 2011 15:45; Akt: 03.03.2011 16:09 Print

Zwei Frauen stahlen den Autos die Show

Bei der Eröffnung des 81. Autosalons in Genf standen für kurze Zeit nicht die neuesten Flitzer, sondern Miss und Madame Schweiz im Zentrum des Männerinteresses.

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«Wir müssen über nachhaltige Mobilität diskutieren», appellierte Calmy-Rey in ihrer Eröffnungsrede an das Publikum - anwesend waren unter anderen der Genfer Regierungspräsident Mark Muller und die Genfer Bürgermeisterin Sandrine Salerno.

Das obligate Foto mit der amtierenden Miss Schweiz Kerstin Cook durfte auch dieses Mal nicht fehlen. Auch mit der anwesenden Miss Earth, Andrea Kuster, wechselte Calmy-Rey einige Worte.

Auto ist aus dem Leben nicht mehr wegzudenken

Zwar habe in den vergangenen Jahren der Schienenverkehr wieder zugelegt, «doch das Auto ist und bleibt eines der wichtigsten Verkehrsmittel», sagte Calmy-Rey. Über vier Millionen Fahrzeuge seien in der Schweiz immatrikuliert. «Das ist mehr als ein Auto pro Haushalt», rechnete die SP-Bundesrätin vor.

Der Mensch strebt laut Calmy-Rey nach einem Maximum an Mobilität, so wie auch die Wirtschaft ohne Ende wachsen wolle. Dies habe jedoch zu Problemen geführt wie Zersiedelung, Lärm und Umweltverschmutzung. Deshalb bleibe gar nichts anderes übrig, als auf Nachhaltigkeit zu setzen.

Ökologische Verkehrspolitik

Ein weiteres Problem sieht die Bundespräsidentin im immensen Ressourcenverbrauch der Industriestaaten: «Ein Viertel der Weltbevölkerung verbraucht drei Viertel der Ressourcen.» Bleibt dieses Ungleichgewicht bestehen, sind Friede und Wohlstand in westlichen Welt laut Calmy-Rey bedroht.

Die Lösung des Problems sieht die Bundesrätin daher unter anderem in einer auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaft - und dazu gehört auch eine ökologische Verkehrspolitik. «Alles andere ist zum Scheitern verurteilt», gibt sie sich überzeugt.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist für Calmy-Rey die Entwicklung und die Förderung von umweltfreundlichen Autos. Immer mehr Menschen würden sich für solche Fahrzeuge entscheiden, konstatierte sie. Und der Automobilsalon sei ein gutes Schaufenster dafür.

Interesse an umweltfreundlichen Autos

Nach ihrer Rede begab sich die Bundespräsidentin auf einen mehr als anderthalbstündigen Rundgang durch die Ausstellung. Angetan hatten es ihr vor allem Hybrid- und Elektroautos, welche von vielen traditionellen Autoherstellern präsentiert werden.

Immer wieder blieb Calmy-Rey stehen und liess sich technische Details erklären. Auch für den «Grünen Pavillon», in dem die neusten umweltfreundlichen technischen Errungenschaften vorgestellt werden, nahm sich die Bundesrätin Zeit.

Luc Argand, Präsident des Automobilsalons, dankte der Bundespräsidentin für den Besuch. Er nahm das letzte Mal in der Funktion als Präsident an der Eröffnung des Automobilsalons teil, denn er gibt sein Amt Mitte Jahr ab. Sein Nachfolger wird der Genfer Rechtsanwalt Maurice Turrettini.

(sda)