Auto-Salon Genf 2019

01. März 2019 07:36; Akt: 01.03.2019 08:24 Print

Das Einhorn aus Hannover

von Michael Köckritz - Der Bulli ist ein Dauerbrenner, egal ob als Bus oder Transporter. Nun hat VW die jüngste Generation vorgestellt und transportiert den Bulli-Mythos in die Zukunft.

Bildstrecke im Grossformat »
Das Aufälligste am Volkswagen Multivan T6.1 ist die gelungene Zweifarblackierung. Ansonsten unterscheidet sich die Neuauflage des Klassikers vom Vorgänger äusserlich vor allem in den Feinheiten: Ein breiterer und tieferer Grill und neue H7-Scheinwerfer im Arteon-Design sind die prägnanten Erkennungsmerkmale der sechsten Generation. Auch die Rückansicht zeigt Bewährtes: Die LED Heckleuchten strahlen in moderner Design-Sprache und dienen als Identifikationshilfe. Und die erfreulich niedrige Ladekante ist erhalten geblieben. Mit seiner zeitlosen Form hat er sich eine der treuesten Zielgruppen im Automarkt geschaffen und ist vor allem in seiner ersten Generation namens T1 zum Kultobjekt gereift. In Genf stellt Volkswagen zusammen mit dem Tuningspezialisten Abt zwei Elektro-Varianten des Bullis vor. Eine Version verfügt über eine Reichweite von etwas mehr als 200 Kilometern, Version zwei kommt nominell weiter als 400 Kilometer, was den E-Bulli in ein realistisches Reisemobil verwandelt. Der Bulli ist online. Ausser in der Basisaustattung ist der T6.1 per SIM-Karte verbunden und reagiert nun auf Sprachbefehle deutlich besser. Per «App Connect» werden mobile Anwendungen von Google, Spotify oder Tinder auf dem Zentraldisplay angezeigt. Im Innern überrascht das unten abgeflachte Lenkrad. Je nach Ausgabe dominieren zwei grosse, digitale Instrumente das Armaturenbrett – ein 10,25 Zoll grosses Digital Cockpit und ein 9,5 Zoll Infotainment System basierend auf der MIB3 Plattform von Volkswagen. Sahnehäubchen: der Beifahrer hat nun einen Cup-Holder. Für ein paar Euro mehr bekommt man anstelle des nüchternen Multivan Logos an den vorderen Kotflügeln auch den Bulli-Schriftzug. Netter Zug, Volkswagen!

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der wahre Dauerbrenner im Programm des Volkswagenwerkes heisst weder Golf noch Polo. Sondern Bulli. Den sowohl praktischen als kultigen Bus gibt es seit fast 70 Jahren – mit, ohne oder mit ganz vielen Fenstern. Zugegeben, er mag zwar nicht die gigantischen Stückzahlen eines Golfs erreichen, aber der Volkswagen Bus, oder Bulli oder T5 oder wie immer die zeitgenössischen Inkarnationen auch heissen mögen, verkauft sich seit jenen sechs, sieben Jahrzehnten ohne grosse Höhen oder tiefe Tiefen. Mit seiner zeitlosen Form hat er sich eine der treuesten Zielgruppen im Automarkt geschaffen und ist vor allem in seiner ersten Generation namens T1 zum Kultobjekt gereift.

Zwölf Millionen mal wurde der Bulli bisher gebaut. (Nicht nur) Deutsche Handwerker schwören auf ihn. Ganze amerikanische Generationen sollen in ihm gezeugt worden sein, und das nicht nur von Hippies, sondern auch von gestandenen Republikanern, was dem Sprichwort «Love Thy Car» eine ganz neue Dimension eröffnete. Daneben durchquerten Camper weltweit Wüsten und Savannen mit ihm. Und Paketdienste in aller Welt verlassen sich auf ihn, als soliden Handwerker mit Sex-Appeal. Kurz: Der VW Bulli ist und bleibt für seine Fangemeinde sowohl Spiel- als auch Werkzeug zugleich.

Optisch ganz in der Tradition seiner Ahnen

Nun stellen sie – Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover – bei dieser Konzernmarke ist der Bulli trotz seines unbestrittenen Spassfaktors verortet – die zeitgenössische Version des heute Multivan genannten Modell 6.1 vor. Und der Neue stellt sich von seinem Äusseren ganz in die Tradition seiner Ahnen. Erfolgreiches ändert man bei VW ja nicht grundlegend, sondern eher in den Feinheiten. Folglich ist beim T6.1 Ähnlichkeit mit und Anhänglichkeit an die Ahnen durchaus gewollt. Kurz: das Konzept «Mein Auto als Bus» hat sich bewährt.

Der Grill ist ein bisschen breiter geworden bei der Neufassung und reicht ein wenig tiefer. Die H7-Scheinwerfer sind flacher und schnittiger und liegen ganz auf der Gestaltungslinie, welche die VW-Designer beim Arteon geprägt haben, was dem Bulli durchaus einen Hauch mehr Dynamik verleiht. Auch hinten wurde modernisiert, die Rückleuchten wurden den Möglichkeiten des LED-Zeitalters angepasst und entsprechend elegant gestylt. Das Dach schmückt ein Hörnchen, das den Bus mit Informationen bedient. Nicht schlicht am hinteren Dachrand, sondern genau über den Frontsitzen, wo ihn alle sehen können – ein Einhorn aus Niedersachsen.

Abt zeigt zwei Elektro-Varianten des Bulli

Mehr hat sich auf der technischen Seite getan. In Genf stellt Volkswagen zusammen mit dem Tuningspezialisten Abt, der sich in den vergangenen Jahren vor allem in der Formel E hervorgetan hat, zwei Elektro-Varianten des Bullis vor – in beiden gibt es den gleichen, 82 kW starken E-Motor. Eine Version verfügt über eine Reichweite von etwas mehr als 200 Kilometern, die für den örtlichen Schlossermeister vollkommen ausreichen dürfte. Version zwei kommt nominell mehr als 400 Kilometer, die den E-Bulli in ein realistisches Reisemobil verwandelt.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pesche am 01.03.2019 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    schlicht und praktisch

    Die Bully's sind schön und praktisch. Leider aber viel zu teuer. Angebot/Nachfrage auf dem Occasion-Markt treiben die Preise enorm hoch. Würde sonst auch haben wollen...

    einklappen einklappen
  • Nadine am 01.03.2019 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wünschenswertes Auto

    Würde das Auto sofort kaufen. Wenn nur der Preis nicht so hoch wäre ! Leider..

    einklappen einklappen
  • Albert am 01.03.2019 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    200km

    200km reichweite? Reicht nicht mal um aus der stadt raus zu fahren geschweige dann um am weekend campen zu gehen

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wörni am 04.03.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes Einhorn

    Dieses Fz ist ein werterhaltende Investition. Tausche mal einen 4 Jahre alten Franzosen und Du wirst sehen.

  • Peugeotfahrer am 03.03.2019 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Plastik- und Metallschrott

    Verstehe nicht was diese Blechbüchse mit einem Einhorn zu tun hat. Er war, ist und wird immer ein Traktor bleiben, genau so wie die restlichen Modelle der Firma Voll Weh.

  • Sunpower am 03.03.2019 01:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltpremiere

    Sono Motors hat am 4.März ihr neues Elektromobil vorgestellt. Alles mit Solarzellen.

  • Golddrache am 02.03.2019 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schachteleinhorn

    Wo ist denn das Horn, das eine? Sieht man das denn nur bei der Reproduktion des Bulli?

  • Jüge am 02.03.2019 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    Unter was für Bedingungen

    werden diese Reichweiten erreicht? Im Winter vollgeladen mit dem nötigen Material? Da sind's dann vielleicht noch 50 km.