Dodge Viper

27. April 2005 01:18; Akt: 27.04.2005 01:08 Print

Ritt auf der Giftschlange: Nichts für Porsche-Fahrer

Was passiert mit einem Porsche-Fahrer, wenn er in einer Dodge Viper sitzt? Ihm wird schlecht!

Fehler gesehen?

«Ich muss nach Hause, mir ist schlecht», stöhnte Porschefahrer Peter Wälty am 29. März nach dem PR-Workshop Dodge Viper in Veltheim. «Wahnsinn, wie der Instruktor die Viper um die Kurven geprügelt hat. Das war zu viel für mich.»

Kein Grund zur Sorge. Jetzt hat der Chef des 20-Minuten-Webcenters die Gewissheit, dass er noch am Leben ist. Denn der damalige Chrysler-Boss Lee Iacocca polterte 1992 beim Rollout der ersten Viper: «Wen dieses Auto nicht in Aufregung versetzt, sollte besser seinen Puls messen: Vielleicht ist er schon tot.»

Trotz der Übelkeit: Für Wälty ist die Viper eine echte Porsche-Konkurrenz: «Ein PS kostet gerade mal 300 Franken. Da kann kaum ein anderer Sportwagen dieser Klasse mithalten – schon gar nicht ein deutscher.»

In Zahlen: Für 154 750 Franken kriegt der Käufer einen mächtigen, von einem LKW-Aggregat abgeleiteten, V10-Aluminium-Motor mit 8,31 Liter Hubraum. In den zehn Brennkammern werden 507 PS und ein Drehmoment von 712 Newtonmetern hergestellt. Das genügt, um den Roadster in 3,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen.

«Die Viper ist das automobile Äquivalent zum Jet-Fighter», schrieben die stolzen Amis im Pressetext. «Und der Fahreindruck gleicht einem Katapultstart von einem Flugzeugträger.»

Dem stimmt unser Testfahrer vollumfänglich zu: «Ab 5000 Umdrehungen wird das dumpfe Grollen des Zehnzylinders zum Brüllen», so Peter Wälty. «Doch dank der Traktionskontrolle und den 340er-Gummis am Heck kennt die Viper Schlangenlinien nur vom Hörensagen.»

Wechselt der 911er-Fahrer nun die Seiten? «Nein», steht für Wälty fest. «Die Performance der Viper ist enorm, aber die Form spricht mich zu wenig an. Im Vergleich zum 911er fehlt ihr Design-Tradition.»

Dieter Liechti/Textlab