Maserati Spyder

27. April 2005 01:16; Akt: 27.04.2005 01:09 Print

Auf den Spuren von Ghibli und Co

Im Who’s who der Sportwagen hat Maserati seinen festen Platz. Fast jedes Kind kennt den Namen, aber die meisten haben noch nie einen Maserati gesehen.

Fehler gesehen?

Das dürfte sich auch in Zukunft kaum ändern: Im letzten Jahr wurden in der Schweiz nur gerade 38 Maserati Spyder verkauft – das sind 17 weniger als vom Ferrari 360 Spider, aber mehr als doppelt so viel, wie Lexus vom eher pummeligen SC430 verkaufen konnte.

Eigentlich erstaunlich. Denn der Maserati Spyder sieht nicht nur umwerfend gut aus, sondern taugt auch für alle automobilen Spielarten: Ob beim Cruisen auf einem US-Highway, beim Flanieren an der Côte d’Azur oder beim Bolzen auf dem Nürburgring – der Maserati macht extrem Spass. Das liegt in erster Linie an dem von Ferrari entwickelten 4,2-Liter-V8, der satte 390 PS bereitstellt. Damit wird der Schönling zum Biest und lässt die glorreiche Vergangenheit – Indy, Mistral, Ghibli und Sebring – mit dumpfem Donnergrollen aufleben.

Schön, dass der Spyder-Fahrer im Gegensatz zum Coupé-Fahrer viel näher und durch das fehlende Blechdach unmittelbarer an den vier Endrohren sitzt. Denn aus diesen entweicht «Musik».

Doch der Spyder wäre kein Maserati, hätte er nebst dem wie immer grossartigen Design nicht noch andere Höhepunkte zu bieten. So entpuppt sich vor allem der Innenraum als sinnlicher Quell der Freude: Die Formgebung dürfte die meisten andern Innenraumdesigner in eine tiefe Depression stürzen. Wirkung und Materialien sind edel, die Verarbeitung perfekt. Wers ganz persönlich mag, kann sich das Cockpit in den «Officine Alfieri Maserati» auf den Leib schneidern lassen – vorausgesetzt, das Konto ist prallvoll.

Dieter Liechti/Textlab