Ford Kuga

24. März 2020 12:00; Akt: 23.03.2020 21:16 Print

So viel mehr als ein Lückenbüsser

Während sie in Amerika die Limousinen ausmustern, müssen bei uns die Mini-Vans dran glauben. Der neue Kuga soll bei Ford diese Lücke füllen.

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SUV und Minivan in einem: Ford Kuga. (Bild: Stuart Price)

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Die Tage für S-Max und Galaxy sind gezählt und der C-Max ist bereits Geschichte. Doch wenn in diesen Tagen zu Preisen ab 27’000 Franken die dritte Generation des Kuga an den Start geht, soll der nicht nur die SUV-Kundschaft bei der Stange halten, sondern auch all jene locken, die bei der Suche nach einem (Mini)-Van nicht mehr fündig wurden.

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Deshalb bekommt der Kuga nicht nur eine ausdrucksstärkere Form, sondern vor allem gibt es ein neues Format. So geht der Gegner des VW Tiguan um neun Zentimeter in die Länge und um vier Zentimeter in die Breite, wird aber für den sportlicheren Auftritt zwei Zentimeter flacher. Weil ausserdem der Radstand um zwei Zentimeter wächst, bietet der Kuga mehr Platz auf allen Plätzen und einen grösseren Kofferraum hinter der sensorgesteuerten Heckklappe. Ausserdem sorgt eine verschiebbare Rückbank für eine grössere Variabilität. So können jetzt auch Erwachsene bequem in der zweiten Reihe sitzen oder bis zu 526 Liter verstaut werden.

Abgespeckt und geräumig

Zwar gewinnt der Kuga so an Platz und Präsenz, aber nicht an Pfunden. Im Gegenteil: Mit der neuen Plattform speckt er um bis zu 90 Kilo ab und drückt auch damit den CO2-Ausstoss. Dass das SUV aber kein Schlucker ist, geht aber vor allem auf das neue Antriebsportfolio, für das Ford alle Register zieht und gleich drei unterschiedliche Hybrid-Varianten anbietet. An der Spitze der grünen Tabelle steht dabei für 42'000 Franken aufwärts ein Plug-In-Modell mit einer Systemleistung von 225 PS, einer elektrischen Reichweite von 56 Kilometern und einem Normverbrauch von 1,2 Litern – vorausgesetzt, der Kuga wird auch geladen.

Mit entsprechend feinfühliger Bedienung des Fahrpedals rollt der der Kuga rein elektrisch los, sondern schleppt sich auch überraschend schnell auf Autobahntempo. Schliesslich hat die E-Maschine allein 97 kW. Wer das Pedal allerdings voll durchtritt, sollte trotz üppiger Systemleistung nicht auf allzu sportliche Gefühle hoffen: Als konsequenter Sparer ausgelegt, lässt sich der Kuga 9,2 Sekunden Zeit für den Spurt auf Tempo 100.

Wem für die sechs Stunden Ladezeit an der Steckdose oder die 3,5 Stunden an der Wallbox die Geduld fehlt und die Akkus auch nicht mit überschüssiger Motorenergie laden will, der bekommt den gleichen 2,5-Liter grossen Vierzylinder zum Jahreswechsel aufwärts auch mit kleinerem E-Motor und schwächerem Akku als konventionellen Hybrid und kann dann mit einem Verbrauch von 5,6 Litern kalkulieren. Oder man bestellt den ersten Mild-Hybriden in der Ford-Familie und bekommt dann für mindestens 34'000 Franken einen 150 PS-Diesel mit 48-Volt-Starter und einem Normverbrauch von 5,0 Litern. Weil die ganze Spar-Technik teuer bezahlt werden muss und Ford sehr preissensible Kunden hat, gibt es den Kuga allerdings auch in Zukunft mit ganz konventionellen Benzin- und Diesel-Motoren.

Gefällig und hybrid

Neben modernen Antrieben setzt Ford beim Kuga auch auf reichlich Assistenz und ein fortschrittliches Infotainment: Der Kuga parkt alleine, warnt vor Fussgängern und Querverkehr, zeigt die wichtigsten Informationen im Head-up-Display an, nimmt dem Fahrer im Stau die Arbeit ab und fährt fast autonom über die Autobahn. Zudem läuft im komplett digitalen Cockpit auch ein neues Bediensystem mit Online-Navigation, WLAN-Hotspot und einer App, über die man viele Funktionen auch vom Smartphone steuern kann. Und während die Akkus des Hybriden noch an die Steckdose müssen, kann man zumindest das Handy jetzt auch kabellos laden. So fortschrittlich das alles funktioniert, sieht es trotz digitaler Instrumente allerdings noch immer ziemlich altbacken aus: Der Touchscreen oberhalb der Mittelkonsole wirkt wie nach nachgerüstet und wo die Konkurrenz auf Sensorfelder und Sprachbedienung setzt, ist der Krieg der Knöpfe bei Ford noch lange nicht vorbei.

Aussen gefällig, innen geräumig und dank verschiedenen Hybrid-Optionen vom Makel des durstigen SUV befreit – so kann der Kuga seine Rolle als Ford-Bestseller durchaus festigen und ein paar verhinderte Van-Kunden bei der Stange halten. Doch darauf allein mag sich Ford nicht verlassen: Noch vor dem Ende von Galaxy und S-Max bereiten sich die Kölner auf den Import des riesigen Explorers vor.

(tg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schluderies am 24.03.2020 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Sparmassnahme

    Nur ein einziges Bild vom Kuga und das erscheint noch verzerrt.

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  • Cavi33 am 24.03.2020 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufwändig und teuer

    Was mich generell an diesen Hybrid Versionen stört ist der exorbitant niedrige Verbrauch der sich dann im Alltag ganz anders zeigt. Wenn man nicht konsequent den Akku lädt läuft eben der Benziner und das hat dann mit CO2 Reduktion wohl gar nichts mehr zu tun.

  • 300PS am 24.03.2020 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jou

    Gefällt. Kia Anleihen oder nicht. Puma und Kuga finde ich gute Würfe der Kölner. Nur die Motorisierung schisst etwas daneben. Bisschen mehr Power wäre schön.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Net am 28.03.2020 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Netflix Film Tip

    +++ Eine sehr gute Reportage kann man auf Netflix anschauen. Die von Netflix produzierte Serie heisst "Dirty Money" und in der ersten Episode "Hard NOx" geht es ausfuehrlich um den Dieselgate-Skandal. ***

  • PhilippGlanzmann am 26.03.2020 19:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr braucht es nicht

    Der Liga ist eben ein offroader für Stadtmenschen man parkt dann eben auf dem troittoir und fährt dann von einer Ampel zur anderen und dass im Stau und wenn es hoch kommt gibt es ein paar Kilometer Autobahn, aber bitte nicht zu schnell, sonst gibt es noch eine Busse,aber man muss sagen der Liga sieht gut aus und mehr braucht es nicht.

  • Peter Richiger am 26.03.2020 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Hybrid fahren.

    will gelernt sein, dann klappts auch mit dem Verbrauch. Habe immer die Werksangaben erreicht. Und Fahrspass war auch dabei (Toyota & Lexus). Qualität Top, Reparaturen keine.

    • Minivalini am 27.03.2020 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Bin 16 Jahre einen Toyota gefahren

      Fahre 100% elektrisch und fahre wie ich möchte und es klappt immer mit einem tiefen Verbrauch. Stimmt bei Toyota hast du keine Reparaturen aber der Service ist teuer!

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  • Julia Eskort am 26.03.2020 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    F fahren und fordwerfen

    Mit Dreizylinder, Zahnriemen im Spezialöl und mit ganz engen Wartungsauflagen? Nein, danke! Schaust Du vor dem Kauf lieber zuerst Autodocs.

    • Seppli am 26.03.2020 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Julia Eskort

      Du meinst der Eco Motor der Hops ging, jahrelang kein Ölwechsel und falsches Öl, zudem haben nur die 1 Liter Eco einen Zahnriemen im Ölbad. Wenn man sich an die Vorgaben hält und das 5W20 WSS M2 C 948 B nimmt kann man jahrelang problemlos fahren.

    • Brünu am 26.03.2020 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Julia Eskort

      Genau deshalb bin ich mittlerweile auch überzeugt, nie mehr einen Verbrenner zu kaufen. 3 Zylinder, 1 Liter Hubraum und trotzdem die selben Preise wie früher als man noch anständige Motoren bekam. Mein nächster fährt elektrisch. Kein Bock auf hohe Unterhaltskosten wegen überforderten Mini-Motörlis.

    • Urs am 26.03.2020 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seppli

      Ich will einfach keinen wartungsintensiven, rauhen Schüttel-Dreizylinder mit Anfahrschwäche! Basta!

    • Meine Meinung am 26.03.2020 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seppli

      Ich nehme lieber normales 10W40 und dazu einen 4-Zylinder-Motor der hält.

    • Never am 26.03.2020 15:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Seppli

      In der nächsten Generation kommt dann wohl noch etwas Gretaessenz ins Spezial-Öl, damit der Motor überhaupt noch abgelassen werden darf.

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  • Nur mit Melone am 26.03.2020 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zylinderverlust

    Ist da jetzt auch so ein Dreizylinder drin? Dann lieber nicht.