Auto-Salon Genf 2019

11. März 2019 12:00; Akt: 11.03.2019 12:13 Print

Die Schwänzer beleben den Salon

von Dave Schneider - Einige grosse Hersteller fehlen in diesem Jahr in Genf – dafür wurde Platz frei für zahlreiche neue Aussteller, die etwas mehr Farbe in die Palexpo-Hallen bringen.

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Regelmässige Besucher des Genfer Salons werden es in diesem Jahr sofort erkennen: Es ist deutlich luftiger in den Palexpo-Hallen. Ein Blick auf die Liste der Aussteller verschafft Klarheit: Einige grosse Hersteller, die über viele Jahre ihren fixen Standort mit prunkvollen Ständen belegten, schwänzen in diesem Jahr die Genfer Messe. Ford, Opel, Hyundai, Volvo, Jaguar, Land Rover, Cadillac oder auch Mini, Infiniti und DS – sie alle glänzen nur durch Abwesenheit.

Sind traditionelle Automessen bald am Ende?

Das wirft einerseits die Frage auf, wie lange es die traditionellen Automessen noch geben wird – hier sind neue Formate, neue Denkansätze gefragt. Gleichzeitig wurde dadurch Hallenfläche frei, die an neue Aussteller vergeben werden konnte. So sind in diesem Jahr einige Autohersteller und Design-Studios in Genf, die in unseren Gefilden kaum bekannt sind. Wie etwa das Start-up Seanest Nobe Cars, ein Hersteller von dreirädrigen Elektro-Kabinenroller aus Estland, oder RCH Automotive aus Griechenland, die in Handarbeit wunderbare Replikas von historischen Porsche-Modellen fertigen.

Zum ersten Mal in Genf ist auch die russische Marke Aurus, die mit sehr robust wirkenden Luxuslimousinen die Besucher an den Stand lockt. Zu internationaler Bekanntheit schaffte es die Marke aus Moskau durch die Tatsache, dass Aurus der Hersteller der Staatskarosse von Präsident Putin ist.

Die zivile Version davon, der Aurus Senat 700, ist in Genf als Europapremiere zu sehen – optisch eine derbe Mischung aus Chrylser 300 C, Rolls-Royce Phantom und Bentley Continental, bestückt mit einem 4,4-Liter-V8-Motor mit Elektrounterstützung, der 598 PS leistet und 880 Nm Drehmoment generiert. Der Senat 700 soll auch ausserhalb Russlands verkauft werden – als Märkte werden der Nahe und Mittlere Osten, China, Südkorea, Südamerika und auch Europa genannt.

Spannende Hersteller aus dem Reich der Mitte

Der grösste Automarkt der Welt ist nach wie vor China, und von dort stammen auch viele spannende Hersteller von Elektroautos, die bei uns noch weitgehend unbekannt sind. In Genf sind erstmals die Hersteller Arcfox und Gumpert Aiways Automobile zu sehen. Hinter letzterem steckt Roland Gumpert, der einst für Audi den Quattro-Antrieb erfunden hatte und dann mit seiner eigenen Firma gescheitert ist.

Zusammen mit dem chinesischen Hersteller Aiways ist Gumpert nun zurück auf der Showbühne: mit einem rein elektrisch angetriebenen Super Car, benannt nach seiner Tochter Nathalie. Hinter Arcfox und dem ebenfalls elektrischen Super Car Arcfox GT steht der grosse chinesische Hersteller BAIC. Ebenfalls von Arcfox zu sehen ist der ECF, die Studie eines Elektro-SUV.

Zu den neuen Ausstellern – und ausserhalb der Landesgrenze auch zu den Exoten – zählt der Schweizer Hersteller Kyburz. Bekannt vor allem durch die gelben Elektro-Dreiräder der Post, hat Kyburz bereits vor drei Jahren mit einem rein elektrischen Roadster für Aufsehen gesorgt. In Genf ist nun mit dem e-Rod Offroad eine geländegängige Variante davon ausgestellt – da beginnt der Fahrspass schon allein beim Ansehen.

Es ist natürlich zu bedauern, dass die eingangs erwähnten Schwänzer der Genfer Messe fernbleiben. Doch durch die zahlreichen neuen, exotischen Hersteller wird der Salon deutlich belebt – sie weiten das ohnehin schon breite Spektrum der Ausstellung noch weiter aus und sorgen für willkommene Farbtupfer in den Palexpo-Hallen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ..dr Lauch.. am 11.03.2019 13:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    russia royce

    ich habe irgendwie das gefühl dass da der rolls royce das vorbild war;)

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  • S. Chlimm am 11.03.2019 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aurus

    Ist ja ganz und gar keine RR Kopie. Natürlich nur die Form.

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  • Dani S am 11.03.2019 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Auslaufmodell

    die Profis: networking, schauen was die Anderen machen. Die "normalen"Besucher: mal in ein Auto sitzen, das eh nicht zum Budget passt, mit Kinderwagen in 200 Waden fahren, Souvenirs jagen. Der Salon ist ein Auslaufmodell.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger am 26.03.2019 07:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Neuanfang

    Die Welt der Auto (-Marken) wird bald ganz anders aussehen. Es wird ein Neuanfang geben mit unzähligen guten neuen Auto-Marken!

  • Sunpower am 24.03.2019 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektro Mobilität

    Kaum eine Ressource polarisiert mehr als das Erdöl. Und trotzdem werden immer noch 61 Prozent des gesamten Erdöls für unsere Mobilität verbrannt und dies obwohl wir bereits Alternativen haben.

  • G. Nervter am 20.03.2019 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Am Autosalon

    hat es wieder mal ganz viele Protzkisten für Schwachbirnen.

  • Thoro am 13.03.2019 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch nie soviel Spass

    Der Besuch hat noch nie soviel Spass gemacht wie dieses Jahr. Die Leute der kleineren Marken waren guter Laune und waren sehr gesprächig. Bei Polestar wurden wir gleich von drei Assistenten betreut LOL... und es hätte auch nicht soviel Leute wie letztes Jahr (ich war am Sonntagmorgen).

  • Magdalena Mammamia am 13.03.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Wer sicher sein will im Verkehr

    der soll gefälligst besser aufpassen und besser fahren. Solche Panzer sollten verboten sein!