Ökofahrzeug Dragonfly

09. März 2017 09:37; Akt: 09.03.2017 09:37 Print

Berner baut Elektro-Auto, das auch die Luft reinigt

von Simon Ulrich - Ein Visionär mit Berner Wurzeln stellt am Genfer Autosalon sein neues Elektro-Fahrzeug Dragonfly vor. Dieses weist mehrere zukunftsträchtige Details auf.

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«Mobilität darf nicht mehr nur Ursache der Umweltverschmutzung sein, sondern soll auch zur Lösung des Problems beitragen», sagt Henri-Philippe Sambuc. Mit dem Dragonfly hat der Visionär sein Credo in die Tat umgesetzt: Das aussergewöhnliche Ökofahrzeug, das er dieser Tage am Genfer Autosalon vorstellt, braucht keine Steckdose – und sorgt erst noch für gute Luft, wie das «Bieler Tagblatt» berichtet.

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Für letzteres ist ein Filter der neusten Generation zuständig, der pausenlos Feinstaub aus der Umgebungsluft saugt. «Er kann Partikel mit einem Durchmesser von unter einem Mikron auffangen», erläutert Sambuc. Die Anlage filtere durchschnittlich 60 Kubikmeter Luft pro Stunde. Angesichts von 1,2 Milliarden Fahrzeugen weltweit ergibt sich laut dem Automobil-Experten ein riesiges Potenzial: «Wenn nur schon ein kleiner Teil davon mit einem Partikelfilter ausgerüstet ist, könnte die Luftverschmutzung massiv gesenkt werden», so der Chef des Waadtländer Unternehmens Catecar Industries.

Verbrennungsmotor mit Stromgenerator

Angetrieben wird der 560 Kilo schwere, 11 Kilowatt starke Dragonfly (Libelle) von einem Elektromotor. Im Gegensatz zu anderen Elektro-Fahrzeugen braucht der Dragonfly jedoch keine Steckdose: Die Batterien werden in erster Linie von Solarzellen auf dem Dach gespiesen. Zusätzlich ist im Fahrzeug ein Verbrennungsmotor verbaut, der im optimalen Drehzahlbereich läuft und einen Stromgenerator antreibt, ein sogenannter Range Extender: «Er trägt selber nicht zum Antrieb des Autos bei, sondern startet automatisch, sobald die Batterieladung unter 30 Prozent fällt», erklärt Sambuc. Der Motor des Viersitzers verbrauche nur 1,5 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer.

Investoren haben bereits angeklopft

Der Dragonfly soll nicht in einer grossen Fabrik, sondern an mehreren Spots auf der ganzen Welt produziert werden. Dies sei ökologischer. «So müssen wir die Autos nicht um den halben Planeten transportieren», erklärt Sambuc. Lokale Produktionsstätten würden es zudem ermöglichen, die Fahrzeuge den klimaspezifischen Bedingungen der Region anzupassen, etwa betreffend der Anzahl Sonnenstunden. Die Karrosserie besthet aus verstärkten Leinenfasern.

Sambuc hofft deshalb, am Autosalon nicht nur das Publikum, sondern auch internationale Investoren von seiner Errungenschaft zu begeistern. Bereits im Vorfeld hätten sich Interessenten aus Afrika und dem Mittleren Osten gemeldet. Das stimmt ihn zuversichtlich. «Wenn alles wie geplant verläuft, werden unsere Fahrzeuge noch dieses Jahr vom Fliessband rollen.»

Erstes Projekt gescheitert

Der Dragonfly ist bereits Sambucs zweites ambinioniertes Projekt. 2011 wollte er im jurassischen Reconvilier den Airpod bauen, ein schadstofffreies Fahrzeug mit Druckluftmotor. Nachdem sich seine Geschäftspartner zurückgezogen hatten, musste er sein Vorhaben allerdings aufgeben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der SeheR am 09.03.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm

    Jetzt das Ganze noch in Schönheit verpacken dann kann etwas daraus werden. Aber so?

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  • Marco S. am 09.03.2017 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Geschwindigkeit? Preis?

    Mich würde noch interessieren wie schnell man damit fahren kann, also ob auch autobahntauglich und was dieses Auto denn kosten soll?

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  • fredi gurtner am 09.03.2017 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Elektroauto

    Super. Bravo. Das ist ein tolles Fahrzeug.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Greeny am 10.03.2017 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Design vs. Funktionalität

    Klein aber oho! Einfach toll! Viel mehr braucht's nicht im Stadtverkehr. Hier geht es auch wohl eher um die technische Machbarkeit als um das Design aber irgendwie finde ich es sooooooo speziell Retro (Kriegszeit, Trabi) dass es wieder Top ist gegenüber den "gestylten PS-Boliden" die nicht wirklich alltags tauglich sind. Mutig und irgendwie passend zur heutigen "Vintage"-Mode!

  • Laa-Laa am 10.03.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dragonfly..

    Unglaublich faszinierend, dieses Lustig Ding. Bravo an die Macher! Brauchte meine Freunde gar nicht gross zu überzeugen, denn auch wir brauchen ein neues Gefährt im Teletubbies Land und in Sachen Fortschritt schauen auch wir alle, nach vorne. Dragonfly..würde bei uns ein würdiges Zuhause finden. Tinky-Winky

  • Salonbesucher am 10.03.2017 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr war gestern am Salon in Genf

    Fazit: immer grössere Fahrzeuge mit hohen PS. Was brauchen wir: kleinere Fahrzeuge weniger PS und Sicherheit bei Unfällen mehr nicht, da ist aber nichts zu finden.

    • Brausefritz am 10.03.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Salonbesucher

      Kleinere Fahrzeuge mit weniger PS sind im Ernstfall gefährlicher, man denke nur an verlängerte Überholmanöver, wenn man ewig einen Schleicher vor sich hatte, der einen grausam stresst...

    • Nobody am 10.03.2017 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Brausefritz

      In der Stadt und auf dem Weg zur Arbeit ins Büro braucht es keinen riesige, PS-Strotzende, SUV oder Sportwagen. Und wer eine Autobahn zur Fahrt ins Büro benötigt, wohnt einfach zu weit weg. Und bei dem hohen Verkehrsaufkommen/Gegenverkehr gibt es gar keine Überholmöglichkeiten.

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  • Berner Bär am 10.03.2017 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schritt zwei?

    Was geschieht dann mit einem "vollen" Filter?

  • Gartenzaun am 10.03.2017 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verwendungen..

    Also ich sehe schon Potential und eine eventuelle Verwendung dafür. Geführte Stadtrundgänge, zum Beispiel? Ökologisch und luftreinigend. Taxis..da könnte das Design dann wieder stechen, kein Suchen mehr..einfach die Hand nach Oben strecken wenn das kleine Bunte angefahren kommt! Ok, ich weiss nicht ob die Taxifahrer dann Streiken würden...