Subaru sauberer

28. Februar 2020 11:57; Akt: 28.02.2020 10:12 Print

Mild, aber nicht sonderlich sparsam

von Dave Schneider - In kleinen Schritten in die Zukunft: Auch der leicht überarbeitete Subaru Impreza wird nun mit Mildhybridsystem angeboten.

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Subaru ist der Allradpionier. Das behaupten zwar auch andere Marken von sich, doch der japanische Hersteller aus Shibuya hat zumindest in der Schweiz massgeblich zur «Allradifizierung» beigetragen: Beim Markteintritt von Subaru 1979 lag der 4x4-Anteil bei einem Prozent – im vergangenen Jahr waren es 51,4 Prozent. 1979 war auch das Jahr, in dem Subaru die Ski-Ikone Bernhard Russi als Markenbotschafter engagierte, und der Strahlemann aus Andermatt ist bis heute das Subaru-Aushängeschild schlechthin geblieben. Sympathisch, ehrlich, bodenständig – diese Attribute passen sowohl zu Russi als auch zur Marke. Der Urner bleibt Marken-Ambassador auf Lebenszeit.

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Doch die Erfolgsgeschichte von Subaru in der Schweiz war deutlich kürzer als die Beziehung zum Olympiasieger von Sapporo 1972. Mit der Lancierung des 4x4-Kleinwagens Justy begann 1984 der Eroberungsfeldzug der Japaner, der drei Jahre später mit 14'332 verkauften Autos seinen Höhenpunkt erreichte. Seither ging es mit Subaru stetig bergab. 2019 verkauften die Japaner in der Schweiz nur noch 4023 Einheiten – Verkaufsrang 26, hinter Marken wie Tesla, Kia oder Mitsubishi.

Viel Ungemach

«Gefragte Modelle wie der Forester Turbo oder der Impreza WRX, das einst so erfolgreiche Kleinwagenangebot, der Dieselmotor – das alles wurde aus dem Angebot gestrichen», begründete der inzwischen pensionierte Marketing-Chef Peter Bärtschi diese Entwicklung noch vor einem halben Jahr. «Das hat uns sehr zugesetzt». Inzwischen ist weiteres Ungemach hinzugekommen: Die seit Jahresbeginn geltende CO2-Richtlinie von 95 Gramm pro Kilometer trifft den vergleichsweise kleinen Hersteller hart – knapp 90 Prozent der in Europa verkauften Fahrzeuge sind allradgetriebene SUV, die deutlich mehr als diese 95 Gramm ausstossen.

«Ja, es stimmt», bestätigt der für Europa zuständige Marketingchef David Dello Stritto, «die CO2-Vorgaben werden für uns schwierig». Und die Einführung eines Elektroautos, welches den Flottenausstoss erheblich senken könnte, ist noch nicht in Sicht. «Da gehören wir leider nicht zu den schnellsten». Subaru will dafür die Nummer 1 bei der Qualität der Fahrzeuge und bei der Kundenzufriedenheit werden und die Zahl von schweren Unfällen mit Verletzten in einem Subaru bis 2030 global auf null senken. Und Dello Stritto ist sich sicher, dass man für den europäischen Markt die richtige Strategie gefunden hat: «Wir mussten die sportlichen Modelle, die Kleinwagen und den Diesel aus dem Modellprogramm nehmen – nun bringen wir neue Produkte, damit wir in Europa bleiben können». Gemeint sind damit Hybride und Elektroautos, vorerst sind es aber lediglich Mildhybrid-Varianten für die bestehenden Modelle Forester, XV und für den überarbeiteten Impreza, der ab Mai bei den Händlern steht.

Vorhang auf für e-Boxer

Dieses Mildhybridsystem, genannt e-Boxer, soll den Verbrauch und die CO2-Emissionen des Impreza um bis zu zehn Prozent reduzieren. Die Werte der Homologation stehen noch nicht fest, doch wenn man den technisch fast baugleichen XV 2.0i e-Boxer mit einem Schnitt von 180 g/km als Referenz nimmt, wird der Impreza nicht wesentlich besser abschneiden. «Doch es ist ein erster Schritt», sagt David Dello Stritto, «weitere werden folgen». Die Batterie im Heck und der kleine E-Motor im Getriebe sorgen aber nicht nur für etwas weniger Verbrauch, sondern auch für zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxermotor gut tut. Das System wird bereits in den Modellen Forester und XV angeboten und dürfte bald auch in weiteren Modellen erhältlich sein. Der Impreza wird ausserdem weiterhin auch ohne Mildhybridsystem mit einem 1,6-Liter-Boxermotor mit 114 PS angeboten.

Im finnischen Rovaniemi am nördlichen Polarkreis konnten die e-Boxer-Modelle ihr Können dort unter Beweis stellen, wo sie sich pudelwohl fühlen – auf Eis und Schnee. Das symmetrische 4x4-System gibt sich keine Blösse. Das zusätzliche Drehmoment des Mildhybridsystems ist spürbar und bringt etwas Schwung in den eher trägen Antrieb mit stufenlosem Getriebe, was gerade im Gelände gut zur Geltung kommt. Dass der 2-Liter-Vierzylinder-Boxermotor mit 150 PS dabei bis 10 Prozent weniger verbraucht, ist sicher willkommen. Von der so wichtigen 95-Gramm-Grenze sind die Subaru-Mildhybride aber trotz elektrischer Unterstützung noch weit entfernt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petra Wyler am 28.02.2020 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Optimiert für den Prüfstand

    Downgesizte Motoren sind nur für den Prüfstand optimiert. Auch die neuen Plugin-Hybride sind nur für den Prüfstand optimiert. So letzthin in einem einschlägigen deutschen Magazin: Mercedes mit Batterie, Werksangabe nach Fahrzyklus 1,1 Liter. Teststrecke von 150 km absolviert und der tatsächliche Verbrauch lag bei 8,1 Liter. Es ist nur wieder ein Beschiss der Kunden. Mehr nicht.

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  • Automech am 28.02.2020 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mildhybride

    Mildhybride sind das ökologisch Unnsinnigste was die Autoindustrie bisher auf den Markt gebracht hat. Weder Fisch noch Vogel, Wartungsaufwand noch grösser als bei einem reinen Verbrenner. Zu den normalen Abgasen kommt noch das Co2 der grossen Batterie hinzu. Absoluter Schwachsinn, der nur produziert wird um Flottengrenzwerte einzuhalten und den Kunden weiterhin in der Abhängigkeit zu behalten. Entweder direkt Stromer kaufen oder ganz sein lassen, mit Mildhybriden unterstützt ihr nur die Unfähigkeit der Verbrenner-Hersteller und künstliche Zurückhaltung der technischen Entwicklung.

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  • Zufriedener Kunde am 28.02.2020 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Optimiert für den Alltag

    seit nun schon 20Jahren plus ist der Toyota Prius.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • London am 04.03.2020 00:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    London

    Immer mehr Länder weltweit bekennen sich dazu in Zukunft Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Dänemark zog im Oktober 2018 nach und will ab 2030 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Somit geht man Hand in Hand mit London und den Niederlande. In Schottland soll das Verbrenner-Verbot ab 2032 greifen. Später wird es in Island, dort rechnet man ab 2040 mit einem solchen Verbot, gleiches gilt für Grossbritannien, wo das Verbot dann auch ausserhalb der Hauptstadt zum Tragen kommen soll. Japan beschliesst ab 2050 das Aus für den Verbrennungsmotor! ***********

  • Bud S. am 03.03.2020 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war schon immer so

    sparsam sind subarus noch nie gewesen. aber nicht umsonst... denn der Allrad Antrieb ist zuverlässig und super effizient. man muss eben Abstriche machen. keine Automarkt ist rundum perfekt.

  • Reto am 02.03.2020 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Geällt mir gar nicht

    Für mich nur Pott hässlich wie die unbequemen Altershochsitze von Volvo auch

  • Erich am 02.03.2020 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Effizienz

    Batterie-Auto mit Effizienzvorteil Mit Blick auf die Effizienz vertritt die Deutsche Bundesregierung die Meinung, dass batterieelektrische Fahrzeuge sowohl energetisch als auch bezogen auf die CO2-Emissionen einem Antrieb mit Verbrennungsmotor überlegen sind. Mit fortschreitender Dekarbonisierung der Stromversorgung werde dieser Effizienzvorteil zunehmend grösser.

  • Bädu am 02.03.2020 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Alles oder nichts...

    Generell sind die sogenannten Mild Hybriden eine Augenwischerei und mehr nicht...!!