Toyota Celica 2.0 GT Liftback

21. September 2019 08:19; Akt: 21.09.2019 08:19 Print

Als Toyota seine Fans schockierte

von B. v. Rotz - 1985 fühlten sich viele Fans des Celica vor den Kopf gestossen, denn die neue Generation hatte Frontantrieb – was damals noch als unsportlich galt.

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211 km/h schnell lief der Toyota Celica 2.0 GT-i Liftback im Jahr 1985 im Test als europäische Ausführung (ECE). Die Schrägheckkarosserie war mustergültig windschlüpfig (0,32 cw). «Pop up»-Scheinwerfer (Klappscheinwerfer) waren damals noch en vogue, erlaubten aber auch eine flachere und aerodynamischere Frontgestaltung. Formal war die vierte Generation eine deutliche Abkehr zur bisherigen Designsprache des Toyota Celica. Hierzulande gab es nur die Schrägheckvariante mit grosser Heckklappe und später das Cabriolet, das Stufenheck-Coupé blieb anderen Märkten vorbehalten. Übersichtliches Interieur mit allem, was man zum sportlich fahren braucht. Zwei Leuchtdioden gaben in Grün oder Gelb an, ob man ökonomisch fahre oder nicht. Bei Sportfahrern leuchte die grüne Diode allerdings nur selten. Gute Ergonomie, nur an die vielen Funktionen im Lenkstockhebel musste man sich gewöhnen. Platz für vier Personen, der Einstieg nach hinten ist allerdings etwas beschwerlicher und die Platzverhältnisse sind eher für Kinder als Erwachsene gedacht. Die Rücksitze können auch hälftig umgeklappt werden. Die umfangreiche Serienausstattung beinhaltete auch ein Radio-Tonbandgerät mit Motorantenne und vier Lautsprechern. Quer eingebauter 16-Ventil-Reihenvierzylinder-Motor mit Benzineinspritzung und 140 (Kat) bis 150 (ECE) PS. Die Scheinwerfer klappen elektrisch ein oder aus. Die vollständige Bezeichnung lautete Toyota Celica 2.0 GT-i 16 Liftback. Getankt wurde, wie bei vielen Japanern, links und nicht rechts wie bei den meisten Europäern. Auffällig beschriftet, der «Celica»-Schriftzug kann nicht übersehen werden.

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Bis 1985 wurde der Toyota Celica gebaut, wie man es sich von klassischen Sportwagen gewohnt war, insgesamt rund drei Millionen Mal. Der längs eingebaute Motor sass vorne, die angetriebenen Räder, gehalten von einer Starrachse, hinten. Dazu kam ein kantiges Design.

Der 1985 an der IAA in Frankfurt der Welt vorgestellte Celica der vierten Generation aber repräsentierte eine komplette Kehrtwende: Frontantrieb und rundlich-elegantes Design schockierte die bisherigen Celica-Fans, zumindest zu Beginn.

Alles neu

Mit seinen Vorgängern hatte der neue Celica praktisch nur noch den Namen gemein und natürlich die Ausrichtung auf sportlich orientierte Fahrernaturen. Bereits im August 1985 war das neue Coupé in Japan in Wanderausstellungen präsentiert worden, kurz darauf konnten es die Japaner schon beim Händler kaufen. Der Rest der Welt durfte dann im September in Frankfurt miterleben, wie sich Toyota das Sportcoupé der Zukunft vorstellte.

Technisch basierte der (oder die?) Celica auf den Frontantriebs-Limousinen Carina/Corona. Allerdings hob sich das Coupé vor allem mit dem Motor deutlich von den einfacheren Modellen ab. Ein Leichtmetallzylinderkopf mit zwei Nockenwellen und 16 Ventilen schaffte die Basis für 150 gesunde PS.

Verwechslung ausgeschlossen

In der Werbung wurde die Einmaligkeit des Designs hervorgehoben: «Er kopiert weder die alltäglichen noch die exotischen Formen. Er verfolgt seine eigene Linie: den Gran Turismo mit den modernsten Mitteln der Technik neu zu beleben …»

Tatsächlich hatten sich die Japaner viel Mühe gegeben mit der Karosserie. Mit einem cw-Wert von 0,32 war sie mustergültig windschlüpfig, bei einer Länge von 4,36 Meter bot sie Raum für zwei Erwachsene und zwei Kinder samt viel Urlaubsgepäck (340 Liter nach VDA-Messmethode). Die Rückbank erlaubte mittels Umklappen der linken oder rechten Hälfte eine stufenweise Vergrösserung des Gepäckraums.

Viel Ausstattung fürs Geld

25'490 Franken mussten 1985 für den Toyota Celica 2.0 GT-i bezahlt werden. Dafür erhielt man die AGV-82-Ausführung. Für die Katalysatorversion kamen noch 1200 Franken dazu. Dafür erhielt man ein umfangreich ausgestattetes Auto, bei dem eigentlich nur noch die Metallicfarbe, das Schiebedach und die Klimaanlage zusätzlich bezahlt werden mussten.

Die Presse berichtete positiv über das neue Coupé. Zum guten Eindruck trugen sicherlich die sehr guten Fahrleistungen (0 bis 100 km/h in 8,2 Sekunden, Spitze 211 km/h) der 150 PS starken und 1167 kg schweren ECE-Ausführung bei. Die Katalysatorvariante mit 140 PS nahm es ein wenig gemächlicher, war aber immer noch 205 km/h schnell.

Fast wie neu

Setzt man sich in das fotografierte silberfarbene Coupé, das erst einen Besitzer hatte und nur knapp über 50'000 km gelaufen ist, dann meint man sogar noch den typischen japanischen Neuwagen-Geruch zu erkennen. Innen ist immer noch alles so, wie der Wagen 1989 ausgeliefert wurde. Und es funktioniert auch alles, ein Zeichen für japanische Langlebigkeit.

Ohne grosse Angewöhnung kommt man mit dem Coupé sofort zurecht, alles geht leicht von der Hand, Lenkung und Schaltung sind leichtgängig und exakt. Man kommt problemlos und durchaus schnell vorwärts, halt genau wie damals schon. Bis 1989 wurde die vierte Generation des Celica gebaut, übrig geblieben dürften nur wenige sein.

Weitere Informationen, viele Bilder, einen Prospekt und ein Tonmuster zum Toyota Celica der vierten Generation gibt es auf Zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E-Guru am 21.09.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Das waren noch richtige Autos

    Bald sieht man nur noch E-Schrott auf den Strassen, fluchende E-Autofahrer mit leeren Batterien....!

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  • Alter Sack am 21.09.2019 10:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schön

    Dass waren noch Zeiten! ... ohne die sinnlosen Kommentare der e-Jünger...

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  • Wichu am 21.09.2019 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frontantrieb

    Also auch heute gilt Frontantrieb als unsportlich...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 22.09.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal etwas anders gedacht

    ich habe viele von den kommentaren gelesen. was fast alle gemeinsam haben, scheint der wunsch nach mehr vielfallt zu sein. ich fahre seit ich mein erstes eigenes Auto gekauft hatte Jaguar. schon als ich in den 90. den ersten gekauft hatte sagten alle: unzuverlässig veraltet, bla bla... ich habe noch nie ein Auto in eine werkstatt gebracht, habe immer alles selber gemacht, habe auch für andere Auto repariert. nach ca. 200tkm in verschiedenen Jaguaren, kann ich nur sagen das es an diesen Autos nichts auszusetzen. Ganz im gegenteil, sogar die verbrauchswerte werden unterschritten. veraltet? schaut Euch mal die VW, BMW, usw motoren aus den 80er und 90 an. was soll da dran modern sein? ich sage nicht das die schlecht sind.... in wirklichkeit ist es wie überall, will man diversität muss man halt etwas dafür tun. Schaut Euch die Werbe etare der grossen hersteller an. Ganze fernsehsendungen werden da "gesponsort" mit sogennanten spezialisten. Auch an Alle weltverbesserer Die sich nicht genug über elektroautos aufregen können. Was die wohl sagen wenn Ihr heiliger VW oder BMW plötzlich elektrisch wird. Aber jeder weiss doch das ein Tesla schlecht verarbeitet ist, und besonders schlecht für die Umwelt. Gottseidank kommt jetzt VW und baut richtige elektroautos. einfach mal mit etwas abstand. denken. Es ist halt wie überall... wer bezahlt.. liegt vorne. wenn man ein Auto mit einem Porsche vergleicht und denn Porsche als absoluten masstab nimmt, kann das andere Auto niemals in die nähe kommen. logisch baut Porsche die besten Porsches.

  • Autoverkäufer im Ruhestand am 22.09.2019 10:43 Report Diesen Beitrag melden

    Früher waren die Autos noch interessant

    Jetzt kommt die Stromergeneration, es werden immer mehr, so kann man ja getrost die AKW's abschalten, aber vergesst nicht ein Pferd oder Esel zu kaufen, irgendwer muss ja die stromlose Karre dann ziehn.

    • Gvatter Bär am 22.09.2019 18:45 Report Diesen Beitrag melden

      @ Autoverkäufer im Ruhestand

      Ich habe mich für meinen Holzvergaser entschieden. Müsste eigentlich Geld bekommen fürs Holz sammeln!

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  • Uncle SAM am 22.09.2019 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ueberbewertet

    Frontantrieb ist was für Warmduscher und der beschriebene Celica bezeichnete den Anfang vom Ende der coolsten Reisschüssel. Ich hatte einen Vorgänger 2L GT jetzt gibt's nur noch Chevy

    • Historiker am 22.09.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      Back to the Roots

      @Uncle SAM Gerade die Celica verdeutlicht doch wie jede weitere Generation unansehnlicher, gesichtsloser und öder wird. 1970 waren die US Pony Cars, in Mode. Die erste Celica Generation, setzte auch dieses Design meisterhaft um. Diese 1th Gen. Celicas waren einfach nur bildschöne coole Autos, bis 1977. Toyota sollte sich wieder zurückerinnern und eine neue heckgetriebene, rassenreine ) Celica auf den Markt bringen, die den stolzen Namen, Celica, wieder verdient, ( und keinen japanisierten BMWSupra ). Wie das geht, machen doch die aktuellen Mustangs, Camaros und Challengers immer noch vor.

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  • Alfred A. am 22.09.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Allererster war auch ein Toyota

    Inspiriert vom Corolla meines Kumpels, mit dem ich als Lehrling & Wochenaufenthalter jeweils übers Wochenende nach Hause pendelte, habe ich mir einen gebrauchten Celica gekauft. Ein wurderbares Auto und bereits ab Werk mit allem dran und drin was man bei "den Deutschen" nur auf den Aufpreislisten fand.

    • Miriam am 22.09.2019 09:24 Report Diesen Beitrag melden

      Mein Erster

      war ein Italiener. Er war nach 3 Sekunden fertig.

    • Alfredo am 22.09.2019 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Miriam

      ...nicht gerade ein gutes Zeugnis für Dich wenn er so schnell wieder gehen wollte.

    • Lumpi am 22.09.2019 10:18 Report Diesen Beitrag melden

      @Miriam

      Ich komme immer, bevor ich gehe !

    • Alfred A. am 22.09.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Miriam

      Na Miriam, Hausaufgaben für Montag schon erledigt?

    • Miriam am 22.09.2019 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alfred A.

      Nö, muss noch bisschen üben, danke der Nachfrage ... ah, ich könnte noch etwas Hilfe gebrauchen!

    • Erich am 22.09.2019 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alfredo

      3 Sek. tolle Leistung für einen Italo.

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  • Martin am 22.09.2019 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Und heute

    gibt es nur noch potthässliche Kleinwägelchen für Rentnerinen von Toyota. Der Toyotahändler in unserem Ort ist Pleite gegangen, jetzt stehen da VW´s auf dem Platz.

    • Pleitegeier am 22.09.2019 07:54 Report Diesen Beitrag melden

      Es war schon immer so

      @Martin Es ist doch eher so, dass der Toyota Händler Pleite gegangen ist, da es an Toyotas, nichts zu reparieren gibt. Jedoch mit VW hat er sicherlich täglich die Bude voll mit all diesen unzuverlässigen, defektanfälligen Vehikeln. Cleverer Toyota Händler flicken schon seit Jahrzehnten, nebenbei VW Gerümpel.

    • Kück am 22.09.2019 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pleitegeier

      Super gesagt. Genau gleicher Meinung.

    • E-Susi am 22.09.2019 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin

      Bei mir im Dorf ist der Metzger pleite gegangen, jetzt hat's im Schaufenster einen Vorhang und rote Lampen.

    • Beobachter am 22.09.2019 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      @E-Susi

      @E-Susi Bei mir im Dorf hat sich der VW Garagist einen Bentley zugelegt, mit dem Geld, dass er den doofen VW Käufern abknöpft.

    • PM am 22.09.2019 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E-Susi

      Jeder kann für sein "Fleisch" Werbung machen wie er will...

    • Seppl am 22.09.2019 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E-Susi

      Zuwenig Fleisch zum reparieren gehabt? Oder auf anderes Fleisch umgesattelt?

    • OC am 22.09.2019 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beobachter

      Kein Wunder bei den Margen auf Teilen und 200.- Std. Mechaniker. Ich hole die Teile in D, lasse sie in D montieren, hole die Ust. zurück und bezahle für Bremsen vorne und hinten somit 420.-. In der CH 1100.- für die minderwertigen original Bremsen, die billigste Produktlinie von ATE als Erstausrüster.

    • E-Susi am 22.09.2019 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @PM

      Ja, jetzt halt mit anderem Fleisch. Habe mich auch beworben, der neue "Metzger" wollte mich nicht, schade.

    • Toyota Celica turbo 4WD Jg. 1991 am 22.09.2019 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Martin

      Und warum ist Toyota wohl der grösste Autohersteller der Welt??

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