Mercedes-Benz 500 SEC

27. Oktober 2018 20:14; Akt: 27.10.2018 20:14 Print

Das Lieblingsauto der Grand-Prix-Piloten

von B. v. Rotz - Acht von 26 Formel-1-Fahrern der Saison 1983 fuhren privat einen 500 SEC. Mit Automatik und Fünfliter-V8-Motor. Dies hatte gute Gründe.

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Nigel Mansell hatte einen, Keke Rosberg, Riccardo Patrese, John Watson und Patric Tambay auch. Für Niki Lauda war der Mercedes-Benz 500 SEC sogar das beste Auto überhaupt. Wenn ein Drittel der 26 Grand-Prix-Piloten der Formel-1-Saison 1983 dasselbe Auto privat fuhren, dann muss schon einiges für diesen Mercedes gesprochen haben, schliesslich gelten F-1-Rennfahrer als überdurchschnittlich anspruchsvolle Piloten.

Sein Debüt feierte das Coupé der Baureihe W126 an der IAA in Frankfurt im September 1981. Im Gegensatz zum Vorgänger 280-500 SLC waren die Typen 380 SEC und 500 SEC nicht mehr mit der Cabriolet-Linie R107 verwandt, sondern wurden auf Basis der 1979 vorgestellten S-Klasse W126 entwickelt.

Bequem auch zu viert

Gegenüber der S-Klassen-Limousine schrumpfte das Coupé nur um 8,5 Zentimeter. Der Kofferraum behielt sein mehr als reisetaugliches Format von 505 Litern bei. Mit 183 cm Breite war das Coupé für heutige Begriffe geradezu schmächtig. Für das Gewicht galt dies weniger, 1690 kg brachte der Fünfliter auf die Waage.

Trotz der Nähe zur Limousine geriet das SEC Coupé eigenständig, was Bruno Sacco und seinem Team zu verdanken war. Sie hatten es geschafft, ein aerodynamisch günstiges (cw 0.34) und gleichzeitig elegantes Coupé zu gestalten, das vier Personen fast so gute Platzverhältnisse bot wie die Limousine.

Gurtbringer und Stahlräder

Mercedes rüstete die neuen Coupés mit fortschrittlichen Zutaten aus. So konnte (in Deutschland gegen Aufpreis, in der Schweiz Serienausstattung) auf ein ABS zurückgegriffen werden. Serienmässig an Bord waren die elektrische Verstellung der Vordersitze (mit einfach verständlichen Schaltern in Form eines Sitzes) und der Gurtbringer. Setzte man sich in den Wagen und schloss die Türen, brachte ein Kunststoffarm den Gurt bis vor die Schulter, so dass man ihn leicht ergreifen und sich anschnallen konnte.

Bei einem Grundpreis von 79'700 Franken für den Fünfliter konnte man einiges an Grundausstattung erwarten und tatsächlich waren elektrische Fensterheber genauso vorhanden wie die Zentralverriegelung oder die Servolenkung. Airbags, Klimaanlage, hintere Kopfstützen, Niveauregulierung, Schiebedach oder Tempomat kosteten aber genauso Aufpreis wie die Aluräder. Die Serienausführung kam auf Stahlrädern mit aerodynamisch optimierten Radkappen daher.

Langstrecken-Sportwagen

Auch heute noch begeistert das imposante Coupé. Selbst fast 40 Jahre nach seiner Gestaltung wirkt das Design modern und gefällig. Auch das Interieur gefällt, die Veloursausstattung wirkt wohnlich, die Instrumente übersichtlich. Vom Motor ist nur ein turbinenähnliches Surren zu vernehmen, das sich tonal nicht wesentlich verändert, solange man unter 3000 Umdrehungen bleibt. Einzig beim Hochdrehen lässt sich der V8-Motor, der den 1,6 Tonnen schweren Wagen souverän nach vorne treibt, deutlicher vernehmen.

Die Automatik schaltet unauffällig, die Lenkung ist leichtgängig und direkt genug. Die Sitze sind bequem, die Platzverhältnisse formidabel. Eine gute Rundumsicht und die nicht allzu riesige Karosserie stellen sicher, dass man auch in der Stadt keine Platzangst kriegt.

Man stellt sich vor, wie Niki Lauda damals im 500 SEC von Wien zum Nürburgring gebrettert ist und komplett ausgeruht am Ziel ankam. Schade, dass der Verkehr heute so viel dichter und hektischer geworden ist, man würde es ihm gerne gleichtun. Der 500 SEC würde gewiss freudig mitmachen.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reiner Zufall am 27.10.2018 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    560 SEC

    Hab einen 560 SEC. BJ 1987. Hab ihn seit 1995. Mittlerweile Veteranenzulassung mit erst 87'000 km. Ein Traum und unverkäuflich.

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  • Voebi am 27.10.2018 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traum auf 4 Rädern

    Einer der schönsten Mercedes ever. Aber wenn schon denn schon, sprich es muss definitiv der 560er sein.

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  • Letzi Parker am 27.10.2018 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komfort und pures Fahr Vergnügen

    Ist auch mein "Liebling".

Die neusten Leser-Kommentare

  • chris am 28.10.2018 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    chris

    ich besitze einen 420 sec seit 10 jahren im besitz, habe schon einiges investiert, motor verschleissteile, gleitschienen kette, usw. zündmodul, fahre nur etwa nur 3000 km im jahr, der ölverbrauch ist hoch 1.5-2.0 auf 1000km, habe mir sagen lassen kolbenringe solten gewechselt werden, riesen aufwand, das auto macht spass so wie die fahreigenschaften sind eindrücklich gut....!

  • HEMI am 28.10.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Langweilige...

    viereckige Kiste aus den 80er.

  • Walter am 28.10.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mercedes? Dreimal versucht, Resultat?

    Mercedes? 1970 bis 2018 1. 280 SE 1972: Motor blockiert mit 100000 km und unendlich viel Rost 2. 500 SL 1994: Elektronikproblem nicht lösbar, mit 94000 km fast verschenkt ins Ausland... Nach 20-30 Min Fahrt und 30 Min Kaffeepause ging nichts meht, wieder 30 Min später lief der Motor wieder, das bei jedem Ausflug! 3. B200 2014: 99000 km, Simmerring Motor/Getriebe, Expansionsgefäss Riss, Navi Modul ausgefallen, Fahrzeug stinkt sporadisch nach verbrannt... nichts herausgefunden

    • Autosammler am 28.10.2018 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter

      scheint jemand nicht damit umzugehen zu wissen. einmal ja. zweimal kann sein. 3x wird es am Fahrer liegen. und ps, rost hatte früher sehr viel mit Pflege zu tun. in dieser Zeit musste man selber eine Hohnraum Versiegelung machen lassen wen man keinen Rost wollte

    • Markus am 28.10.2018 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Walter

      Es muss nicht immer am Wagen liegen. Oft liegt es auch am Fahrer.

    • Walter am 28.10.2018 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autosammler

      Es waren immer ca 20 Jahre dazwischen... Ich war von klein auf eigentlich MB-Fan. Mein Vater arbeitete bei MB. Heute fahr ich zwei grosse Lexus (RX 450 und SC 430) ... und keine Probleme mehr!!

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  • Vielreisender am 28.10.2018 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    560 SEC

    ich bin vor vielrn Jahren mit meinem Chef nach Spanien zur Arveit gefahren. Der 560 SEC gehörte ursprünglich dem F1 Pilot Rene Arnoux. War ein geiler Schlitten

  • Jösti am 28.10.2018 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Der wichtigste Grund dazu war:

    Damals gabs bei Mercedes noch keine Elektronik und im Gegensatz zu heute waren die Autos noch zuverlässig (ich rede aus Erfahrung!).