WD Denzel Sport

15. Juni 2019 09:35; Akt: 15.06.2019 09:35 Print

Die österreichische Antwort auf den Porsche

von B. v. Rotz - Etwa zur gleichen Zeit wie der erste Porsche entstand auch in Wien ein Sportwagen. Und auch sein Konstrukteur bediente sich im VW-Teileregal.

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Denzel? Noch nie gehört? Dabei war dies doch einer der bekanntesten Sportwagen Österreichs, erfolgreich auch im Rennsport. Und er wurde kräftig exportiert, zum Beispiel in die USA, aber auch nach Portugal oder in die Schweiz.

Schauen wir ihn uns also einmal genauer an. Optisch erinnert er ein wenig an frühe Porsche-Modelle, mit denen er auch unter der Haut einiges gemeinsam hat. Denn die Technik und viele Bauteile übernahm der Erbauer Wolfgang Denzel ursprünglich vom VW-Kübelwagen, den es nach dem Zweiten Weltkrieg in genügender Anzahl zu erwerben gab.

Die ersten Exemplare ab 1948 hatten noch eine Kunststoff-Karosserie, die allerdings so flexibel war, dass Denzel lieber die Türen wegliess. Spätere Versionen erhielten dann eine Stahlblech-Roadster-Karosserie, die in Wien im eigenen Betrieb zusammengebaut wurde.

Am Genfer Autosalon

1953 präsentierte Wolfgang Denzel seinen Sportwagen stolz in Genf und machte mächtig Eindruck. Jedenfalls besorgte sich die «Automobil Revue» ein Exemplar für einen Kurztest und konnte beeindruckende Fahrleistungen – 0 bis 100 km/h in 14 Sekunden, Spitze 150 km/h – vermelden.

Dank 10 kg Leistungsgewicht war der kleine Sportwagen richtig schnell. Vor allem auch im Vergleich zur Konkurrenz, die oft keine 100 km/h schaffte und eine gefühlte Ewigkeit vergehen liess, bis Autobahntempo erreicht war.

Rennsporterfolge

Für das Jahr 1954 kam eine zusätzliche Version mit Aluminium-Karosserie und schmälerem Aufbau ins Programm, die Basis für viele Sporterfolge. Der grösste Triumph war sicherlich der Gesamtsieg bei der französischen Alpenfahrt über 3500 km im selben Jahr mit dem Chef persönlich hinter dem Lenkrad.

Auch viele andere Rennfahrer setzten sich hinter das Steuer des wendigen Roadsters und fuhren bei Rallyes und Strassenrennen Erfolge ein.

Export in viele Länder

Schon früh begann Wolfgang Denzel seinen Sportwagen in die halbe Welt zu exportieren, darunter Grossbritannien, die USA, Portugal und die Schweiz. Mit Preisen zwischen 12’000 und 22’000 Franken war der kleine Sportwagen gegen Ende der Fünfzigerjahre allerdings so teuer geworden, dass es nicht mehr einfach war, Käufer zu finden. 1960 stoppte Denzel die Serienfertigung nach wenigen Hundert Exemplaren. Von diesen dürften nur einzelne Autos überlebt haben. Sie sind heute gehätschelte Sammlerstücke und werden auch im historischen Rennsport eingesetzt.

Nachwort

Für Wolfgang Denzel aber war mit dem Konstruieren noch nicht Schluss. Ende der Fünfzigerjahre entwickelte er zusammen mit Michelotti den BMW 700, der schliesslich den Münchner Autobauer zumindest teilweise vor dem Niedergang rettete.

Mehr Informationen und viele Bilder zum WD Denzel Sport 1300 gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gentlemen am 15.06.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Zeit

    Auch mit dem konnten wir auf den Aufriss.

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  • S. Berger am 15.06.2019 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BMW 700

    Der BMW 700 reduzierte den Sinkflug von BMW tatsächlich, aber er basierte immer noch auf den Motorradboxermotoren, die im Heck des 700 eingebaut wurden.

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  • Realist am 15.06.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?!

    Die österreichische Antwort auf den Porsche? Porsche war gerade Ende der 1940-er Jahre österreichisch! Porsche Werk Gmünd Österreich! Welcher Dilettanten verfasste diesen Artikel?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Giusi Pfusi am 18.06.2019 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wind in Harem

    Höhö, lustige Auto! Kurve fahren mit Wind in Haaren!

  • Realist am 15.06.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?!

    Die österreichische Antwort auf den Porsche? Porsche war gerade Ende der 1940-er Jahre österreichisch! Porsche Werk Gmünd Österreich! Welcher Dilettanten verfasste diesen Artikel?

    • Realist am 15.06.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Wer Lust hat kann unter Porsche 356, Ferdinand Porsche das Bild entdecken mit dem 356, schwarzer Nummer und dem Untertitel: Ferry Porsche, sein Vater Ferdinand Porsche 1948 vor dem 356 Nummer 1 in Gmünd. Von wegen nicht Österreich!

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  • S. Berger am 15.06.2019 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BMW 700

    Der BMW 700 reduzierte den Sinkflug von BMW tatsächlich, aber er basierte immer noch auf den Motorradboxermotoren, die im Heck des 700 eingebaut wurden.

    • Dani Fäh am 18.06.2019 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S. Berger

      Fragt mal die heitigen BMW Fans, was ein BMW 700 ist! Oder fragt mal die heutigen BMW Fans nach der Bedeutung des Markenlogos!

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  • Gentlemen am 15.06.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coole Zeit

    Auch mit dem konnten wir auf den Aufriss.

    • Tonto am 15.06.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gentleman

      Es zählt dann eben doch der Fahrer! :)

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  • D. Teske am 15.06.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Dach drauf

    und man hat einen VW-Käfer.

    • Te Rasse am 15.06.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Teske

      Ein paar Buchstaben und schon hat man einen Kommentar.

    • Tonto am 15.06.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Teske

      Nein, nein und nochmals nein! Der Wagen hat eine komplett andere Formensprache, ein typischer Roadster! Was man vom Käfer nicht behaupten kann! Es stimmt schon, dass der Kübelwagen auf Basis des ersten Käfer-Entwurf entwickelt wurde, weil die Produktion damals kriegsbedingt umgeschwenkt wurde. Das Design des Denzel aber ist für mich eigenständig, sauber und klar. Topp!

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